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Veröffentlicht am 01.01.2024

Irgendwo tief in mir

Felsenkraxler
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Wer kennt es nicht, das Altmühltal. Ich für meinen Teil fahre üblicherweise mehrfach im Jahr daran vorbei. Schön mit dem Fuß auf dem Gas der Autobahn entlang. Unglaublicherweise kann man dort auch Urlaub ...

Wer kennt es nicht, das Altmühltal. Ich für meinen Teil fahre üblicherweise mehrfach im Jahr daran vorbei. Schön mit dem Fuß auf dem Gas der Autobahn entlang. Unglaublicherweise kann man dort auch Urlaub machen. Und man kann Geschichten von dort lesen, wie in diesem Buch. Nun handelt es sich hier um Runde Nummer 4, wenngleich ich auch verspätet auf den Zug aufgesprungen bin (a.k.a. Jetzt).

Nichtsdestotrotz ist es möglich, die Geschichte und insbesondere die auftretenden eingefleischten Charaktere zu verstehen. Um aber die ganze Sippschaft bis ins Detail kennenzulernen, wäre der Einstieg mit Band 1 sicher sinnvoll.

Wer von heimatliterarischen Ergüssen eher genervt ist, wird hier wohl eher keinen neuen Lieblingsschmöker finden. Ebenso die, die Bayern aus ganzem Herzen, nennen wir es mal, ausradieren möchten.

Mary, auch bekannt als Maria, ist die örtliche Kommissarin, wohnhaft in Essing, angestellt in Kelheim. Mit ihrer bunten Truppe der Polizeiinspektion darf sie über Überfälle bis hin zu selten auftretenden Todesdelikten alle Vorkommnisse erforschen. Und irgendwie gehören da auch die Überreste im Baugebiet dazu. Was weder sie noch der Rest ahnt, einmal ist keinmal.

Die Charaktere in der Geschichte sind breit gefächert, mal eher derb, mal harmonisch, mit Blick fürs Detail. Chaos ist hier definitiv mit im Boot und auch eine Achterbahnfahrt kann man hinsichtlich der Gefühle (also die des Lesers) problemlos genießen. Der Fall ist originell aufgestellt, ein bisschen drüber (vielleicht schon ein bisschen mehr), fast ein bisschen Pingpong. Ich hab mich recht schnell auf den richtigen Pfad begeben, ich denke aber die meisten können auch ein paar Runden auf dem Holzweg drehen, so dass der Ausgang der Geschichte lange im Verborgenen bleibt.

Ein jahreszeitlose, gemütliche Unterhaltung für Freunden von zarten Kriminalgeschichten und vielleicht kommt der ein oder andere ja doch auf die Idee ins Altmühltal in Urlaub zu fahren. 😄

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Veröffentlicht am 01.01.2024

Zwischen Himmel und Hölle

Kirchenasyl
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Im Leben von Kommissarin Mary Weidinger ist wieder Ordnung eingekehrt. Nachdem der Opa endlich in die ewigen Jagdgründe...ähm nachdem der Opa endlich die ewige Jagd beendet hat und an einem neuen Ort sesshaft ...

Im Leben von Kommissarin Mary Weidinger ist wieder Ordnung eingekehrt. Nachdem der Opa endlich in die ewigen Jagdgründe...ähm nachdem der Opa endlich die ewige Jagd beendet hat und an einem neuen Ort sesshaft geworden ist, kann sie mit Toni zumindest außerhalb des Dienstes die traute Zweisamkeit genießen.

Aber der Opa wäre nicht der Opa, wenn er ihr nicht zu schaffen machen würde. Oder zu schaffen besorgen. Und so ist der heilige Ort des Dorfes plötzlich entweiht.

In gewohnt unsortierter Manier begibt sich Mary auch diesmal wieder mit ihren Kollegen auf die Spur. Neben den üblichen Bekannten und Ortsansässigen spült der Wind auch einige von außerhalb an. Kaum ist ein Brand gelöscht, lodert irgendwo ein neuer. Stillstand ist nonexistent. Als Frau die ihren Mann steht, ist Mary aber auch vor typischen Gefühlen nicht gefeit und die können ihr an mancher Stelle vielleicht ein Bein oder auch das Genick brechen.

Langweilig wird einem in Essing nie. Der Fall bietet ebenfalls wieder einige Sackgassen und Falltüren und den anderen "Fall" erkennt man doch recht spät.

An manchen Stellen bin ich glaube zu rational für die doch recht emotionale Mary. Es war aber wieder ein unterhaltsamer Ausflug ins Altmühltal mit einem großen Fragezeichen. 😄

Es ist der zweite Band in Folge für mich, so hab ich also auch noch keinen kompletten Überblick. Aber man kann auch zwischendurch einsteigen ohne den Anschluss zu verpassen.

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Veröffentlicht am 01.01.2024

I hate you so much right now

Sautrog
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Mary macht Urlaub. Naja, eigentlich keinen Urlaub. Eher vor sich hin dümpeln und die Welt ausgrenzen. Nach ihrem Unfall ist sie nich nicht diensttauglich und auch sonst sieht es mit ihren üblichen Hobbies ...

Mary macht Urlaub. Naja, eigentlich keinen Urlaub. Eher vor sich hin dümpeln und die Welt ausgrenzen. Nach ihrem Unfall ist sie nich nicht diensttauglich und auch sonst sieht es mit ihren üblichen Hobbies und Aufgaben eher mau aus. Denn da gibt es ja noch den Verdammten, dessen Namen man nicht aussprechen darf. Nur halten sich in ihrer Familie die wenigsten daran.

Da Mary gewisse Fälle aber zukommen, wie die Jungfrau zum Kinde, ist es nicht weiter verwunderlich, dass Kind 1 eines Morgens anruft und den Fund einer Leiche meldet. So darf sich Mary nicht nur mit den vermissten Kollegen beschäftigen, sondern auch ihren Ersatz im Revier kennenlernen. Und der ist doch eher gewöhnungsbedürftig.

Zwischen Chaos und Katastrophe (vor allem gefühlstechnisch) muss Mary diesmal den Mord an einem Sektenguru aufklären. Sehr zum Unwillen des Herrn Staatsanwalts und ihrer Familie, der es lieber wäre sie würde erstmal andere Unklarheiten beseitigen.

Einige neue und unterhaltsame Charaktere landen teilweise kurz-, teilweise längerfristig im Dorfgeschehen und sorgen für allerhand Gesprächsstoff.

Und dann ist da noch die Gefühlsachterbahn ihrer Ehe, die am Gesamtzustand einen recht großen Anteil hat.

Mir kam Mary diesmal recht zickig vor (einen Charakterzug den ich ihr sonst nicht angedichtet hätte) und oft auch recht unentspannt. Die Story um die Sekte war originell aufgestellt, mit einigen Querverbindungen. Ich hätte nach dem letzten Buch tatsächlich eine zentralere Rolle des Familienlebens erwartet. Mit gewissen Sympathien bin ich dieses Mal an mancher Stelle zumindest zeitweise auf dem Holzweg gelandet.

Mordssautrog passt in die Reihe, wenngleich ich die Ausrichtung dieses Mal besonders fand.

Natürlich hinterlässt das Buch wieder mal so einiges an Gesprächsbedarf und schon mal ein wenig Gedanken wälzen, wie es denn nun weitergeht.

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Veröffentlicht am 01.01.2024

Murphys Law kennt keine Feiertage

Holzklotzmisere
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Nach ihrer Reduzierung hat Mary endlich wieder mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Doch irgendwie ist im Job der Datzlwurm drin. Dabei stellen sie neue Fälle nicht vor die größte Herausforderung. ...

Nach ihrer Reduzierung hat Mary endlich wieder mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Doch irgendwie ist im Job der Datzlwurm drin. Dabei stellen sie neue Fälle nicht vor die größte Herausforderung. Trotzdem sind die reichlich merkwürdig. Und irgendwie sehr zentriert. Wie war das noch mit der Streuung?

Originell ist die Auswahl des diesmaligen Falls auf alle Fälle. Auch die Verwebung von Ortsansässigen mit dem Fall und der Aufarbeitung finde ich gelungen. Was mir diesmal irgendwie nicht gelungen ist, war Sympathie für Mary einzubringen. Sowohl beruflich als auch privat fand ich ihre Entscheidungen, das Vorgehen und Reaktionen nicht unterstützenswert bzw. gut gewählt. Irgendwie kam sie mir auch sehr unruhig vor, nicht im Sinne von sensibel sondern mehr überempfindlich. Da hat ihr Mann öfter den Nagel auf den Kopf getroffen. Auch bei der weiteren Verwandtschaft gab es für mich immer mal ein Anecken.

Ab und an dachte ich auch, dass Mary mit einer Doppelmoral unterwegs ist.

Um es auf einen Satz runter zu brechen, mir hat irgendwie der Biss gefehlt und die Konsequenz. Gerade weil Mary da schon andere Seiten gezeigt hat.

Vielleicht hab ich auch die falsche Perspektive angewendet. Sicher kann man da auch ein anderes Licht darauf werfen.

Ich bin jedenfalls auf den nächsten Band gespannt, der ja nochmal eine ganz andere Seite zeigen dürfte. :)

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Veröffentlicht am 01.01.2024

Peace of soul

Küsse unterm Silberfarn
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Ziemlich überstürzt packt Hannah ihre Sachen und flüchtet vor ihrer Familie und dem damit verbundenen Job nach Neuseeland. Nicht nur die Reise verläuft mehr als holprig, auch der Start vor Ort ist ein ...

Ziemlich überstürzt packt Hannah ihre Sachen und flüchtet vor ihrer Familie und dem damit verbundenen Job nach Neuseeland. Nicht nur die Reise verläuft mehr als holprig, auch der Start vor Ort ist ein bisschen bumpy. Ganz zu schweigen von dem Linksverkehr. An ihrer ersten Station erwartet sie Natur pur und eine Überraschung, der sie nicht entfliehen kann. Doch ihre Tage in Aotearoa sind gezählt und nur Erinnerungen kann man sich so einfach ins Gepäck werfen...

Für mich hat "Küsse unterm Silberfarn" ziemlich fulminant begonnen. Abgesehen vom Setting fand ich auch die originelle "Eroberung" der Insel einen schönen Einstieg, der viel Hoffnung auf mehr gemacht hat. Den Charakteren konnte man sich ebenfalls schnell annähern und diese bei ihrem Eierlauf intensiv beobachten.

Was mir leider im Laufe des Buches nicht mehr so getaugt hat, waren die eher seichten Dialoge, die einen etwas in der Luft hängen lassen haben.

Herausragend finde ich den Transfer von Land und Leuten, so dass man wirklich selbst Lust hat, in den nächsten Flieger zu steigen. Durch die, ich sag jetzt mal Dürreperioden, ist finde ich einfach etwas vom Potenzial auf der Strecke geblieben, noch mehr Erlebnis und Geschichte unterzubringen.

Dennoch fand ich das Buch einen schönen Ausflug in eine andere Welt, mit einigen unterhaltsamen Anekdoten sowie ein bisschen Wissen für das nächste Quiz. ;)

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