Platzhalter für Profilbild

sunnylopes

aktives Lesejury-Mitglied
offline

sunnylopes ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sunnylopes über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2026

Cozy Vibes, süße Lovestory, aber einiges an Potenzial liegengelassen

The Pumpkin Spice Latte Disaster
0

Ich hatte ja zuerst überlegt, dem Buch nur einen Stern zu geben… Jetzt mal ehrlich… Wie kann man Farfalle nicht mögen? Und das nur wegen der Schleifenform?? Das ist doch genau das, was die Farfalle ausmacht! ...

Ich hatte ja zuerst überlegt, dem Buch nur einen Stern zu geben… Jetzt mal ehrlich… Wie kann man Farfalle nicht mögen? Und das nur wegen der Schleifenform?? Das ist doch genau das, was die Farfalle ausmacht! Und dann lässt die Autorin doch tatsächlich beide Hauptcharaktere die Nudeln hassen, tse tse tse... Aber dann dachte ich mir, ich lasse mich mal nicht nur vom Hunger leiten und schaue mal, ob es nicht doch noch ein paar andere Dinge über dieses Buch zu erzählen gibt

Vor vielen Jahren ist Jude aus der Kleinstadt Lower Whilby weggezogen, mit dem Vorsatz, nie wieder zurückzukehren. Nur für die Hochzeit ihrer Schwester Olive macht sie eine Ausnahme und macht einen Kurztrip zurück zu Beständigkeit, Gemütlichkeit und vor allem Kleinstadt-Gossip, also allem, was sie entfliehen wollte und das komplette Gegenteil von ihr – laut, unangepasst, chaotisch. Auch wenn das Verhältnis zu ihrer Schwester nicht das Beste ist, würde sie alles für sie tun, und so ergibt es sich, dass sie nach einem bestimmten Vorfall für sie in Lower Whilby bleibt. Direkt am ersten Tag gerät sie mit James aneinander, der aber in diese Situation mit hineingezogen wird und quasi gegen seinen Willen zum Partner in Crime wird.

James ist eher der grummelige und verschlossene Typ und betreibt ein kleines Café, in dem Jude dann anfängt zu arbeiten, und so entsteht dann dieses typische Banter mit vielen sarkastischen Sprüchen und Dialogen und gegenseitiger Genervtheit, leider nicht nur zwischen den beiden, sondern auch bei mir. Versteht mich nicht falsch, grundsätzlich bin ich immer für Sarkasmus zu haben und auch für eine schlagfertige Frau, die immer einen passenden Spruch auf den Lippen hat. Aber hier wurde das alles einfach viel zu sehr ausgereizt, so dass ich es irgendwann nicht mehr lesen konnte. Die Kapitel sind jeweils aus der Sicht von Jude und James geschrieben, so dass wir auch ja explizit immer wieder die Gedanken mitbekommen, wie heiß sie sich gegenseitig finden und wie heiß sie auch aufeinander sind… War mir dann leider auch zuviel, und auch die Spice Szenen waren mir persönlich echt zu drüber. Einerseits will das Buch einen cozy Herbstvibe rüberbringen, andererseits geht es dann mehrmals so heftig zur Sache über mehrere Seiten… Mein lieber Scholli!

Wenn man diese Szenen und das übertriebene Hin und Her aber beiseite lässt, entfaltet sich eine süße Liebesgeschichte zwischen den beiden, wo sie sich langsam, aber sicher näher kennenlernen. Beide haben Gründe, warum sie sich scheuen, Nähe zuzulassen, und doch fassen sie langsam Vertrauen zueinander. Dieser Part hat mir gut gefallen! Womit ich nicht gerechnet hatte, war der Part, warum Jude den Ort verlassen hat. Das hat mich sehr berührt, und es hat mich unglaublich geärgert, dass das am Ende nicht weiter verfolgt wurde! Auch die Geschichte um ihre Schwester endet recht offen. Da es aber inzwischen bekannt ist, dass Olives Geschichte im dritten Buch dieser Reihe thematisiert wird, hoffe ich sehr, dass dann auch die Sache aus Judes Vergangenheit geklärt wird. Sonst gibts wirklich nur einen Stern! Das hat mich so wütend gemacht, ernsthaft!! Und apropos weitere Bücher… Im zweiten Buch geht es um Eleanore, die ich im Laufe des Buches sehr ins Herz geschlossen habe. Allgemein gab es viele tolle Nebencharaktere, die hoffentlich weiter auftauchen, gerne mit noch mehr Geschichten!

Abschließend lässt sich sagen, dass ich zwischen all dem Romantasy und Thrillern gerne mal wieder ein „reines“ Romance Buch gelesen habe. Es ist ein süßes Buch, lässt aber meiner Meinung nach zu viel Potential liegen und wir dem unglaublichen Bookbubble Hype nicht gerecht. Trotzdem freue ich mich auf die weiteren Bücher, vor allem auf Nores Geschichte, und hoffe, dass ich mich dort wohler fühlen werde Ich gebe dem Buch 3,5 Sterne!

PS: Hatte noch jemand außer mir permanent „Hey Jude“ von den Beatles im Kopf während des gesamten Buches?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.01.2024

tolle neue Magiewelt, herrliche Flaschengeister, etwas schwierige Hauptfigur

Dark Syrup – Das Aroma von Rauch und Honig
0

Hier wird uns eine etwas andere magische Welt präsentiert. Die Hexen praktizieren ihre Zauber mit einer Trägersubstanz und mit ihren Fingern, von einfachen Zwei-Finger- bis komplizierten Zehn-Finger-Zaubern, ...

Hier wird uns eine etwas andere magische Welt präsentiert. Die Hexen praktizieren ihre Zauber mit einer Trägersubstanz und mit ihren Fingern, von einfachen Zwei-Finger- bis komplizierten Zehn-Finger-Zaubern, fand ich total interessant! Die Trägersubstanz unserer Hauptprotagonistin Rosa ist Zucker. Seit einem Unfall vor zwei Jahren ist sie nicht mehr fähig, Magie alleine zu wirken, also hat sie insgesamt fünf Flaschengeister an ihrer Seite, die in Sirupflaschen (Sirup = „anderer“ Zucker also super Ausrede ;) ) versteckt sind und ihr bei ihrer magischen Arbeit im Café Honigmond helfen. Eigentlich wollte sie in die sehr großen Fußstapfen ihrer verstorbenen Mutter treten und eine große Heilerin wie sie werden, was sie aber ohne Magie nicht mehr kann. Sie traut sich aber nicht, es jemandem zu sagen, erst recht nicht ihrem Vater oder ihren besten Freundinnen, weil man ohne Magie in dieser Welt schnell verstoßen wird. Und so hat sie sich im Laufe der zwei Jahre ein Lügenkonstrukt aufgebaut, das bisher einigermaßen funktioniert. Aber als ihre Chefin Bea plötzlich spurlos verschwindet und sie so ihren Job = ihren sicheren Hafen zu verlieren droht, und dann noch ihr Vater ihr eine Ausbildung bei einer der besten Heilerinnen in Aussicht stellt, was bedeuten würde, dass sie doch mit der Wahrheit rausrücken müsste, droht dieses Konstrukt zusammenzubrechen, und sie und ihr gesamtes Leben gleich dazu. Also setzt sie alles daran, zusammen mit ihren Flaschengeistern ihre Chefin zu finden, damit alles so bleibt wie es war, denn es darf ja keine Veränderungen geben, richtig?

Die Idee mit den Flaschengeistern, die mit ihr einen Deal eingegangen sind, um ihr bei ihrer fehlenden Magie zu helfen, hat mir total gut gefallen. Drei der Geister sind menschlich und wirken auf Außenstehende wie ihre Mitbewohner
innen, die drei waren für mich auch die heimlichen Stars des Buches. Ich kann Rosa auch bis zu einem gewissen Punkt gut verstehen. Sie hat total Angst von Familie und Freund*innen verstoßen zu werden und vertraut sich niemandem deswegen an. Andererseits benimmt sie sich manchmal so, als ob sie von den anderen erwartet, dass man ihre Gedanken liest und erwartet, dass sie sie verstehen, obwohl sie gar nicht wissen, was mit ihr los ist, warum sie ihr Studium gewechselt hat und in dem Café arbeitet usw. Das hat mich manchmal echt wahnsinnig gemacht, vor allem, weil ich Lügen wirklich hasse, und sie im Laufe des Buches es erstmal noch viel schlimmer macht. Sie versucht natürlich, die Suche nach ihrer Chefin geheim zu halten, denn die magische Polizei ist sehr misstrauisch über ihr Verschwinden, und so kommen zu ihren Lügen noch weitere Lügen hinzu, und sie stößt immer mehr Menschen, die es eigentlich gut mit ihr meinen, weiter von sich weg. Das hat teilweise echt Überhand genommen und mich aus dem Lesefluss rausgerissen, was echt schade ist, denn die ganze Geschichte um Beas Verschwinden ist unglaublich interessant und nimmt eine richtig coole Wendung, mit der ich nie gerechnet hätte! Gerade das letzte Drittel nimmt dann ordentlich Fahrt auf und es wird nochmal richtig spannend!

Auch die Idee um die ganze Magiewelt fand ich total interessant und finde es eigentlich schade, dass da nicht mehr drauf eingegangen wurde. Auch wie das mit dem Unfall passiert ist, wurde meiner Meinung nach zu spät erzählt, und so richtig erklärt wurde der Deal mit den Flaschengeistern auch nicht und wie sie sich kennengelernt haben usw. Das Ende des Buches ist rund, aber es gäbe eine Möglichkeit, die Geschichte weiterzuführen. Falls es einen weiteren Teil geben sollte, würde ich mich total freuen, wenn wie gesagt sowohl die Geschichte um die Flaschengeister als auch um die Magiewelt an sich weiter erkundet werden würde! Nebenbei gibt es übrigens noch eine kleine, süße Lovestory, die sich recht früh ankündigt, aber absolut nicht Überhand nimmt, was mir gut gefallen hat. Die könnte sich in einem weiteren Teil vielleicht dann weiter entwickeln. Ich denke, mir würde ein zweiter Teil sogar besser gefallen, weil Rosa zwar fast das ganze Buch über recht anstrengend war, auch wenn ich wirklich mit ihr mitfühlen konnte, aber sie hat sich total weiter entwickelt, so dass ich ihrer weiteren Reise (auch beruflich pssst) gerne folgen würde! Für dieses Buch gebe ich 3,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2021

spannender Cosy Crime

Die Tote in der Sommerfrische
0

Dies „ist der Auftakt einer Seebad-Krimireihe um das sympathische Ermittlerduo Viktoria Berg und Christian Hinrichs“ – so steht es am Ende dieses Buches. Das Buch kann man definitiv für sich lesen, und ...

Dies „ist der Auftakt einer Seebad-Krimireihe um das sympathische Ermittlerduo Viktoria Berg und Christian Hinrichs“ – so steht es am Ende dieses Buches. Das Buch kann man definitiv für sich lesen, und ich hätte ehrlich gesagt nicht unbedingt gedacht, dass es weitergeht. Aber ich könnte mir vorstellen, für einen weiteren Teil wiederzukommen Die Geschichte spielt im Jahr 1912 und dreht sich um Viktoria Berg – Tochter aus guten Hause, die ihren Urlaub in der Sommerfrische von ihren Eltern spendiert bekommen hat, um die Flausen aus dem Kopf zu kriegen und standesgemäß zu heiraten. Stattdessen will sie weiterhin Lehrerin werden, ungewöhnlich zu dieser Zeit. Und um Christian Hinrichts – er stammt eher aus einfachen Verhältnissen, und ihn verschlägt es nach Norderney, um einem Geheimnis aus seiner Vergangenheit zu entfliehen.

Viktoria beobachtet zufällig, wie Christian eine Leiche aus dem Wasser zieht. Es stellt sich heraus, dass es eine ehemalige Freundin Viktorias ist, und der von der Polizei deklarierte Selbstmord kommt für sie absolut nicht in Frage! Also tun sich die beiden zusammen, denken sich einen Grund aus, warum sie ständig Zeit miteinander verbringen – denn das ging damals ja nicht so einfach! – und versuchen herauszufinden, was wirklich passiert ist. Im Gegensatz zu heute hatten sie nicht so viele Hilfsmittel, und es gestaltet sich nicht ganz so einfach. Vor allem finden sich immer mehr Verdächtige, die alle einen guten Grund haben, und man sieht in so manchen Abgrund der ach so feinen Gesellschaft – mal seicht, mal abgrundtief… Stellenweise geraten die Beiden in ordentliche Bedrängnis, so dass man zwischendurch richtig mitfiebert, ob sie es unentdeckt herausschaffen oder nicht. Ich gebe zu, ich wäre nicht auf den Täter gekommen, obwohl ich mehrmals dachte, ich wüsste die Lösung.

Man bekommt auch eine kleine Einsicht in die Art zu leben damals, ohne dass man von historischen Einzelheiten erschlagen wird, das hat mir persönlich ganz gut gefallen! Sehr lustig fand ich die Darstellung, wie Viktoria schwimmen gehen wollte und sich dafür umziehen musste. Habt ihr schon mal von Badekarren gehört? Ich noch nicht, und es ist eine aberwitzige Vorstellung… Und natürlich wurde nach Geschlechtern bzw. nach Familien getrennt. Und dann die Badekleidung… Heutzutage kaum vorstellbar…

Das Buch war sehr locker-leicht zu lesen, mal eine Abwechslung zu den ultra-spannenden Thrillern, die ich sonst lese. Was nicht heißen soll, dass es hier keine Spannung gibt! Sie ist aber ganz anders. Ich hatte keine genaue Vorstellung, wie das Buch so wird, und kann jetzt sagen, ich habe meinen allerersten Cosy Crime gelesen Wird wohl nicht mein Lieblingsgenre, gebe ich offen zu, aber es hat mir tatsächlich gut gefallen. Es ist wie gesagt mal etwas anderes, und Abwechslung beim Lesen ist doch was Tolles! Ich bin inzwischen gespannt auf den zweiten Teil. Diesem Auftakt der Reihe gebe ich gute 3,5 von 5 Sternen, da ich denke, dass es noch besser geht

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere