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Veröffentlicht am 11.01.2024

Akten und Anhimmeln

Fake Out - Homerun für zwei
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Ich lese selten Romane über Sport, aber ich wollte mich mal reinwagen. Und bei einer Gay Romance sage ich nicht Nein. Leider war der Text einfallslos, konstruiert, emoational nicht packend und hatte mit ...

Ich lese selten Romane über Sport, aber ich wollte mich mal reinwagen. Und bei einer Gay Romance sage ich nicht Nein. Leider war der Text einfallslos, konstruiert, emoational nicht packend und hatte mit Sport nur wenig zu tun. Immerhin ist er flüssig geschrieben.

Rezi enthält Spoiler

Worum geht es?

Maddox hat sich von seiner Ex-Freundin getrennt, weil er angeblich schwul ist. Anstatt ihr zu sagen, dass er keine feste Bindung möchte. Nun heiratet sie, er lügt ihr vor, er hätte einen Freund und SIE lädt ihn zur Party ein. Gut, dass die beste Freundin Stacie einen schwulen Bruder namens Damon hat.

Wie hat mir das Buch gefallen?

Wer hier Klischee-Bingo spielen möchte, ist richtig. Unsere Hauptfigur wird als bindungsscheu beschrieben, aber man sieht das nicht. Er schläft nicht mit anderen Frauen und man spürt nicht, dass er im Bereich Marketing arbeitet. Immerhin würde er gern reisen. Auch über Damon wüsste ich nicht viel zu sagen. Er hat Komplexe wegen eines Sportunfalls, der ihn die Karriere kostet. Aber auch das entpuppt sich als Nebelkerze, wie so viele Konflikte im Buch.

Jeder Konflikt wirkt konstruiert, wird schnell gelöst und packt mich emotional gar nicht. Am Ende bekommen wir ein ganzes Konflikte-Gewitter, das den Gehalt einer 5-Minuten-Terrine hat. Logisch hergeleitet, aber selten tief genug. Erzäherlerisch schlecht.

Stacie soll Humor reinbringen, weil sie ständig Streiche spielt, aber tiefer wird's nicht.

Das "Highlight" sind die beiden erotischen Szenen. Sie sind SO hölzern und unkreativ geschrieben, dass ich nur noch wollte, dass es aufhört. Gekrönt von eihnem "Oh verdaaammmt." - nur echt mit drei A, drei M und einem Punkt am Ende. Dass sich beide Figuren gern mündlichen Genüssen hingeben und Analverkehr als ultimatives Ziel sehen, ist ok, aber auch ziemlich klischeehaft.

Nachdem sich beide Figuren gefunden haben, sagen sie sich und dem Leser, wie gern sie sich haben. Und zueinander, wie gern sie miteinander schlafen möchten. Mehr als die Hälfte des Buches.

Am Ende kommt Maddox Bindungsangst nochmal zur Sprache, aber auch hier fehlt die Tiefe.

Baseball wird einer Stelle erklärt, aber wirkliches Flair kommt nicht auf.

Immerhin ist das Buch flüssig geschrieben, lässt sich schnell lesen, es macht aber nichts, wenn man Passagen über-liest, man verpasst nichts.

Fazit

Wer Sicherheit mag und mit Klischees kein Problem hat, wird hier solide Kost finden. Für mich war's eine einzige Enttäuschung.

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