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Veröffentlicht am 01.02.2024

Mord zwischen Yoga und niederländischer Idylle

Tod in Zeeland
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Im Emons Verlag erschien 2021 Carla Capellmanns Krimi "Tod in Zeeland".

Freddie möchte über die Beziehung zu ihrem Freund Jan nachdenken, und obwohl sie von Yoga nicht viel hält, nimmt sie mit Freundin ...

Im Emons Verlag erschien 2021 Carla Capellmanns Krimi "Tod in Zeeland".

Freddie möchte über die Beziehung zu ihrem Freund Jan nachdenken, und obwohl sie von Yoga nicht viel hält, nimmt sie mit Freundin Miriam an einem Yogaseminar in Zeeland teil. Aber schon am ersten Abend entdeckt Freddie höchstpersönlich eine Leiche, sie ist zufällig die Bekannte von Jan. Ist das nun Zufall oder Schicksal? Natürlich fällt der Verdacht schnell auf Jan und Freddie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Carla Capellmanns Erzählstil ist locker und mit Humor gewürzt, bildhaft beschreibend und lässt sich flüssig lesen. Die Handlung zeigt immer wieder Einblicke in diesen Landstrich und damit kann man sich das landlandschaftliche Setting gut vorstellen. Durch die eingebauten niederländischen Ausdrücke bekommt die Story einen regionalen Anstrich, was mir gut gefällt. Nebenbei gesagt, man muss hier kein Niederländisch sprechen können, denn die Begriffe werden im Anhang übersetzt.

Die Story wird sehr unterhaltsam aus Freddies Sicht erzählt, sie lässt uns an ihrer Recherche und ihren Überlegungen im Mordfall teilhaben und berichtet von ihrer Erkundung der Halbinsel Walcheren. Auch in Bezug auf die eingefleischten Yoganer und ihre Übungen macht sich Freddie immer wieder so ihre Gedanken und mit manchen Yoga-Ansichten hat sie mich zum Schmunzeln gebracht. Die häufigen Mantras fand ich dagegen dann doch etwas übertrieben. Auch mit Miriam wurde ich nicht so recht warm, ich hatte von ihr mehr Unterstützung gegenüber Freddie erwartet.

Die Krimistory fängt recht interessant an und ist nicht so leicht zu durchschauen, leider blieb die Spannung durch die recht häufig eingebauten Yoga-Übungen besonders im Mittelteil dann doch etwas auf der Strecke. Erst zum Ende legt die Story wieder an Tempo zu, leider hat mir der übergreifende Spannungsbogen doch sehr gefehlt.

Eine unterhaltsame Krimistory mit reichlich Yoga-Content und viel Zeeland-Flair, aber zu wenig Spannung!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2024

Eine unterhaltsame Geschichte für zwischendurch

Die Eisfischerin vom Helgasjön
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Frieda Lambertis Roman "Die Eisfischerin vom Helgasjön" erscheint im Harper Collins Verlag.

Rieke und Marco sind seit sieben Jahren ein Paar und machen zum ersten Mal getrennt Urlaub. Wegen einer Knieverletzung ...

Frieda Lambertis Roman "Die Eisfischerin vom Helgasjön" erscheint im Harper Collins Verlag.

Rieke und Marco sind seit sieben Jahren ein Paar und machen zum ersten Mal getrennt Urlaub. Wegen einer Knieverletzung kann Rieke den geplanten Skiurlaub nicht mitmachen, Marco fährt mit Freunden in die Berge. Doch durch einen glücklichen Zufall hat Rieke Glück im Unglück, sie erfüllt sich ihren Kindheitstraum und reist nach Lappland. Zufällig trifft sie dort auf ihren ehemaligen Studienkollegen Theo, was ihre Gefühle ins Wanken bringt. Hat die Beziehung mit Marco noch eine Zukunft?

Rieke reist nach Lappland, dem Ziel ihrer Kindheitsträume. Sie genießt die langschaftliche Schönheit und trifft unverhofft auf Theo, für den sie Gefühle entwickelt, aber sie muss trotzdem immer noch an Marco denken.

Mit Rieke wurde ich nicht so recht warm, weil ich ihre teilweise naive Art nicht so recht einschätzen konnte. Und Marco wird als Unsympath dargestellt, der Rieke nach der Verletzung im Stich lässt und allein wegfährt. Da habe ich mich schon gefragt, wenn er wirklich so mies ist, warum war Rieke dann so lange mit ihm zusammen. Natürlich ist Theo aus ganz anderem Holz geschnitzt, er umsorgt Rieke, sie entwickelt Gefühle für Theo, aber er hat Frau und Kinder und die Lappland Reise endet schneller als erwartet.

Der flüssige und unterhaltsame Erzählstil Frieda Lambertis hat Zugkraft und ich habe trotz einiger Vorahnungen den Roman gespannt bis zum auflösenden Ende gelesen. Doch die Handlung ist mir teilweise einfach nicht packend genug, es fehlt an Tiefgang und die Geheimnisse einiger Charaktere sind irgendwie zu konstruiert und für mich nicht so recht nachvollziehbar.

Angefixt vom Buchtitel hatte ich mich sehr auf das Leben in Lappland und speziell aufs Eisfischen gefreut. Leider erlebt Rieke diese Aktion nur ein einziges Mal. Warum sie gleich mehrere Fische angelt, aber keinen einzigen davon ausnehmen kann, hat mich enttäuscht. Das sollte man sich doch vorher überlegen. Dafür bin ich genüsslich in das Setting dieser schwedischen Landschaft eingetaucht und habe mir die Polarlichter beim Lesen vorgestellt.

Dieser Roman zeigt eine junge Frau in ihrer Selbstfindungsphase, es ist eine unterhaltsame Geschichte für zwischendurch mit ein wenig skandinavischem Flair.


Veröffentlicht am 17.01.2024

Dieser musikalische Jahreskalender inspiriert mit Texten über Klassik!

Ein neues Jahr voller Wunder
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"Ein neues Jahr voller Wunder" heißt Clemency Burton-Hills ewiger Kalender, der täglich ein Stück klassischer Musik vorstellt und im Diogenes Verlag erscheint. Das Buch wurde übersetzt von Ulrike Schimming, ...

"Ein neues Jahr voller Wunder" heißt Clemency Burton-Hills ewiger Kalender, der täglich ein Stück klassischer Musik vorstellt und im Diogenes Verlag erscheint. Das Buch wurde übersetzt von Ulrike Schimming, Barbara Neeb und Katharina Schmidt.

Es ist bekannt, dass klassische Musik Einfluss auf die menschliche Seele hat. Sie bietet Hörgenuss und schafft damit einen Raum für Emotionen, zum Abschalten oder ganz einfach zum Genießen. Die preisgekrönte Violinistin Clemency Burton-Hill hat für jeden Tag im Jahr eine klassische Musikauswahl getroffen und stellt uns mit ihren kompetenten, treffenden Texten Werk und Autor näher vor und macht den Weg frei für die tägliche musikalische Inspiration.



Dieses edel in Leinen gebundene Buch bietet sich für Klassikfans geradezu an, denn es bietet täglich die Möglichkeit, einem klassischen Musikstück näher zu kommen. Und genau das ist die Intention der Autorin. Sie bringt uns in ihren Texten interessante Fakten über die Entstehung der Stücke näher, berichtet aus dem Leben der Musiker und Komponistinnen oder lässt den Zeitgeist der jeweiligen Epoche sichtbar werden. Dabei lässt sie auch ihre persönliche Meinung zur Musik einfließen, was mir sehr gut gefallen hat.

Das Jahr beginnt mit einem Vorwort von und einer Einleitung der Autorin über die Entstehung dieses Buches. Musikalisch startet das Jahr mit einem Stück des Genies Johann Sebastian Bach, dessen Werke im Buch noch häufiger auftreten. Ansonsten ist die Mischung bunt, neben weltbekannten Namen wie Robert Schumann, Mozart, Benjamin Britten, Georg Friedrich Händel u.a. werden auch viele mir persönlich unbekannte Musiker und Musikerinnen aufgeführt. Der Fokus liegt dabei in der neueren klassischen Musikgeschichte, wo ich mich nur wenig auskenne.

Mir gefällt es, dass man mit diesem Buch mehr über klassische Musik lernen kann. Es erweitert das Wissen in Bezug auf die Bandbreite an Komponistinnen und man kann sich täglich mit klassischer Musik verwöhnen lassen. Letzteres geht aber nur unter Vorbehalt, denn auf dem Cover des Buches befindet sich ein Aufkleber, der auf eine Playlists bei Apple Music Classical hinweist. Diese Möglichkeit des Anhörens erscheint ideal, allerdings habe ich kein Apple-Handy und so kann ich diese Funktion auch leider nicht nutzen. Ich hätte einen QR-Code mit Klangbeispielen passender gefunden.

Dieser umfangreiche Kalender ist ein musikalischer Jahresbegleiter, der mit seinen Texten und Musikbeispielen die klassische Musik feiert und dazu anregt, die Stücke zu hören und die entsprechenden Texte der Autorin zu lesen. Doch in Ermangelung des Hörvergnügens kann ich nur die literarische Seite des Buches beurteilen.

Veröffentlicht am 13.01.2024

Die Wahrheit ist manchmal kaum zu glauben!

Aber da war ein Mammut!
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Im Schneiderbuch Verlag erscheint Alex Willmores Bilderbuch "Aber da war ein Mammut!" für Kinder ab 3 Jahren

Willkommen in der Antarktis! Dort leben Tausende Pinguine verteilt auf achtzehn verschiedene ...

Im Schneiderbuch Verlag erscheint Alex Willmores Bilderbuch "Aber da war ein Mammut!" für Kinder ab 3 Jahren

Willkommen in der Antarktis! Dort leben Tausende Pinguine verteilt auf achtzehn verschiedene Arten, die auf einer Forschungsmission beobachtet werden sollen. Überall wimmelt es von außergewöhnlich vielen, sehr niedlichen Pinguinen. Aber ständig nur Pinguine, das findet ein kleiner Polarforscher dann doch recht langweilig und zieht alleine los. Bis er auf ein Mammut stößt und es kaum selbst glauben kann! Die sind doch ausgestorben, dabei fährt es hier Skateboard und wirkt quietschlebendig. Von seinen Kumpels will ihm niemand glauben, die sehen das eine Mammut vor lauter Pinguinen nicht!

Dieses Bilderbuch erweckt ein prähistorisches und ausgestorbenes Wollhaarmammut wieder zum Leben und es ist witzig, das Mammut dabei zu beobachten, wie es Skateboard fährt. Natürlich will das niemand glauben, der es nicht selbst gesehen hat, diese Tiere gibt es nicht mehr. Kann man glauben, was nicht sein darf? Diese Frage stellt sich mir beim Ansehen des Buches, den Kindern ist das völlig egal. Sie sind begeistert von den Aktionen des außergewöhnlichen Mammuts und begleiten die Bilder mit Freude.

Die bunten Illustrationen sind etwas skurril, wimmelig und sehr amüsant anzusehen. Auf den Buchseiten ist ziemlich viel los, die Pinguine wirbeln durchs Bild, die großen Textzeilen wiederholen in großen Lettern das Wort "Mammut" und die Charaktere versprühen unterschiedliche Emotionen, die auch kleinere Kinder schon gut einschätzen können.

Für mich als Erwachsene ist dieses Buch jedoch etwas befremdlich, weil ich weiß, dass es keine Mammuts mehr gibt und mit ihnen auch kein Tutu oder eine Sonnenbrille verbinde. In diesem Buch vermisse ich Informationen über die Polarregion und über das Leben von Pinguinen. Meiner Kritik zum Trotz lieben Kinder dieses Buch und erfreuen sich an den turbulenten und recht schrägen Ansichten.

Ganz am Ende finden sich dann einige Sätze über Mammuts und über Pinguine.

Ein wimmelig illustriertes, spaßiges, außergewöhnlich schräges Bilderbuch, das Kindern besser gefällt als Erwachsenen.

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Veröffentlicht am 10.01.2024

Konnte mich leider nicht mitreißen!

Die Insel der Pelikane
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Bei Tinte & Feder erscheint Hannah Hopes Liebesroman "Die Insel der Pelikane" als erster Band der Reihe Geheimnisse der Brandung.

Lisas Arbeit an einem Projekt zur Umsiedelung von Halsbandsittichen in ...

Bei Tinte & Feder erscheint Hannah Hopes Liebesroman "Die Insel der Pelikane" als erster Band der Reihe Geheimnisse der Brandung.

Lisas Arbeit an einem Projekt zur Umsiedelung von Halsbandsittichen in Heidelberg ist erfolgreich abgeschlossen, nun sucht sie einen neuen Job. Sie erfährt, dass braune Pelikane auf "Lobos Island", einer Insel vor dem Küstengebiet von Big Sur, vor 30 Jahren fast ausgestorben waren und sich ihre Population inzwischen wieder erholt und stabil angewachsen ist. Die Gründe dafür sind nicht bekannt, aber vielleicht weiß der Leuchtturmwärter der Insel nähere Einzelheiten darüber, denn nur er darf die Insel betreten. Lisa hat Glück und bekommt von ihrem Professor weitgehende Unterstützung für einen Forschungsauftrag.

Die Szenerie der landschaftlich schönen kalifornischen Küste und das Thema um die besagte Pelikan-Population haben mich gereizt und ich wollte unbedingt mehr wissen über die Vögel und ihre Insel.


Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven beschrieben. Lisa bedient den Strang der Gegenwart und erzählt, was sie nach ihrer Ankunft in Carmel erlebt. Von Finnlay erfahren wir die Geschichte seiner Kindheit, als er mit seinem Großvater Lobos Island und die braunen Pelikane besucht und später mit seinen Eltern dort lebt. Diese Kindheit ist geprägt von der Gewalt des alkoholkranken Vaters und einer führsorglichen Mutter, die irgendwann in Depressionen versinkt und Mann und Kind verlässt. Später als Erwachsener übernimmt Finn dann den Posten als Leuchtturmwärter auf Lobos Island und trifft Lisa, die dort in Kalifornien Forschungen betreiben möchte.

Die flüssige Erzählweise macht diesen Roman leicht lesbar. Finnlays Kindheit machte mich betroffen und er bekam mein Mitgefühl, das Erlebte erklärt auch sein Verhalten und seine zurückgezogene Art. Es gibt ein dunkles Geheimnis der Insel und Lisa versucht, dahinter zu kommen. Doch sie stößt auf Widerstand. Mich konnte die Geschichte zwar unterhalten, aber irgendwie kommt die Handlung erst spät in Fahrt und wurde für mich erst zum Ende hin spannend. Davor werden Finnlays Kindheitserlebnisse auserzählt und Lisas Aufenthalt und ihre Erkundigungen plätschern ziemlich vor sich hin. Allein die schönen landschaftlichen Beschreibungen waren sehr lesenswert und sorgten für ein angenehmes Lesevergnügen.

Die im Buch vorkommenden Figuren sind ein Mix aus Gut und Böse, wobei Finn und Lisa natürlich zu den Guten gehören. Die Charakterschilderungen fand ich teilweise zu einseitig und recht klischeehaft und die Geschichte entwickelt sich sehr vorhersehbar. Außerdem scheint man es den Lesern dieses Buches nicht zuzutrauen, dass ihnen der Begriff der "Ornithologie" bekannt ist und so wird er im Text noch erklärt. Sehr seltsam finde ich auch eine Biologin, die am Meer Pelikane erforscht, sich in einem kleinen Ruderboot aufs Meer wagt und nicht einmal schwimmen kann. Aber solche Dramatik kommt scheinbar gut an und wird auch belohnt mit einem Retter, der sich mutig in die Wellen begibt.

Bei diesem Roman hatte ich auf interessante biologische Fakten über Pelikane gehofft, leider aber nicht erhalten. Und ich hatte damit gerechnet, dass Lisa und Finn gemeinsam die Pelikane beobachten und dass sich dabei eine Liebesgeschichte entwickelt. Doch die Emotionen kamen nur schwer in Fahrt und man spürt sie erst auf den letzten Seiten. Dafür lief Finnlays Kindheit wie ein Film ab und ich konnte es mir sehr genau vorstellen, was er alles durchmachen musste und deshalb die Natur und die Pelikane den Menschen vorzog. Als Lisa sich auf die Suche nach Finns Geheimnis macht, gibt es einige Personen und Widrigkeiten, die sie daran hindern wollen. Diese Intrigen und Hindernissen erscheinen zwar logisch denkbar, aber im Großen und Ganzen wirkt der Hergang doch sehr konstruiert und gipfelt in einem erlösenden und glücklichen Ende.

"Die Insel der Pelikane" liest sich flüssig und unterhaltsam, sie konnte aber leider meine Erwartungen in Bezug auf Vogelkunde und eine spannende Handlung nicht erfüllen.

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