Das Leben eines Kaisers
Die steinerne KroneUnerwartet beginnt das Buch von Michel Peinkofer nicht wie zunächst angenommen mit der Kindheit von Friedrich II., sondern entführt erst in die Zeit um den Zweiten Weltkrieg, wo sich ein Wissenschaftler ...
Unerwartet beginnt das Buch von Michel Peinkofer nicht wie zunächst angenommen mit der Kindheit von Friedrich II., sondern entführt erst in die Zeit um den Zweiten Weltkrieg, wo sich ein Wissenschaftler auf Anordnung des Nationalsozialistischen Deutschlands auf die Spuren von Friedrich II. heftet, um ihn als glänzendes Vorbild deutscher Tugend zu Verkaufen. Bei seinen Untersuchungen begleitet ihn die Leserin/der Leser, während er nun seinerseits in vergangene Zeiten verschwindet und sich den Geheimnissen der Geschichte widmet.
Das gesamte Buch gliedert sich in verschiedene Teile. Das Leben von Friedrich II. wird erzählt von einem unbekannten Dritten, die dem Kaiser nahe genug stand, um die zahlreichen Facetten seiner Persönlichkeit glaubhaft widerzugeben und die historische Gestalt vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen. Trotz seiner Achtung vor der islamischen Kultur überzeugt er den Papst zum Beispiel von der Notwendigkeit eines Kreuzzuges. Die verschiedenen Abschnitte von Friedrichs Leben werden nicht zwingend in chronologischer Reihenfolge widergegeben, wodurch das Buch trotz der zahlreichen Fakten nicht biografisch wirkt.
Michael Peinkofer webt geschickt historische Zahlen in einen harmonischen Text, der stellenweise ein bisschen an einen Geschichtebuch erinnert, dabei jedoch den Lesefluss nicht einbüßt. Die verschiedenen Teile des Buches sind auch mit, für mich, unterschiedlicher Spannung verbunden. Während ich besonders den vierten Teil des Buches genoss, übte der zweite deutlich weniger Reiz aus und zog sich auch länger dahin.
Das dunkle Cover mit der stoischen Schrift und dem schlichten Grundriss der Burg üben einen gewissen Reiz aus und verleiten dazu, zumindest den Griff danach zu wagen.
Für Begeisterte von historischen Romanen stellt dieses Werk von Michael Peinkofer bestimmt einen Lesegenuss dar. Die stark vertretenen Zahlen könnten den einen oder die andere etwas abschrecken und auch die Erzählweise selbst wirkt an manchen Stellen etwas dünner als an anderen. Alles in allem ist es ein absoluter Lesegenuss und ich habe jede Sekunde damit genossen.