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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2024

Island um 1900

60 Kilo Sonnenschein
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Ich muss zugeben, dass ich die Romane falsch herum gelesen habe, nämlich erst 60 Kilo Kinnhaken und dann 60 Kilo Sonnenschein.
Einfach aus dem Grund, weil ich vom zweiten Teil ein Rezensionsexemplar hatte ...

Ich muss zugeben, dass ich die Romane falsch herum gelesen habe, nämlich erst 60 Kilo Kinnhaken und dann 60 Kilo Sonnenschein.
Einfach aus dem Grund, weil ich vom zweiten Teil ein Rezensionsexemplar hatte und nicht wusste, dass es dazu schon ein Vorgänger Buch gab.
Das hab ich jetzt nachgeholt und fand es auch nicht weiter schlimm, dass ich die Vorgeschichte später gelesen habe.
Ich habe mich über das Wiedersehen mit Gestur und dem eigentümlichen Fjord gefreut. Am Anfang liest man noch aus Sicht seines Vaters und Gestur ist noch ein Kleinkind. Man erlebt mit ihm wie es ist in einem einsamen Fjord in Island aufzuwachsen. Es spielt um die Jahrhundertwende 1900. Die meisten Menschen leben unter ärmlichsten Verhältnissen und fristen ihr Dasein als Knechte oder Mägde für Kost und Logis. Gestur lernt als Kind aber auch die andere Seite kennen und lebt zweitweise im Holzhaus eines wohlhabenderen Kaufmanns. Danach wieder in ein schäbige Torfhütte zurückzukehren fällt ihm sichtlich schwer. Außerdem gibt es einige Schicksalsschläge zu verkraften. Doch der Fjord befindet sich zunehmend im Umschwung. Der Heringsfang soll die Wende bringen. Von den Norwegern angestoßen zieht langsam ein neues Zeitalter in den kleinen Fjord ein und bringt den Menschen Hoffnung.
Es ist eindrücklich und wortgewaltig geschrieben. Man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt, gefühlt um weit mehr als 100 Jahre. Der Fortschritt braucht wesentlich länger um auf der abgelegenen Insel voller Eis und Vulkane anzukommen. Umso faszinierender ist es unter welch widrigen Bedingungen die Menschen dort (über-)lebten.

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Veröffentlicht am 17.01.2024

Ein wahre und sehr tragische Geschichte

In eisige Höhen
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Ich kam auf das Buch nachdem ich den Film Everest gesehen habe. Ich weiß garnicht wie oft ich den geschaut habe, weil mich das ganze so fasziniert hat.
Es handelt von einer wahren Geschichte. Jon Krakauer ...

Ich kam auf das Buch nachdem ich den Film Everest gesehen habe. Ich weiß garnicht wie oft ich den geschaut habe, weil mich das ganze so fasziniert hat.
Es handelt von einer wahren Geschichte. Jon Krakauer nahm als Journalist an einer der kommerziellen Everest Besteigungen teil im Jahr 1996. In diesem Jahr boomte das Geschäft mit den kommerziellen Expeditionen so richtig und es waren sehr viele Teams im Basislager die in einem kleinen Zeitfenster alle auf den Gipfel wollten. Das führte zu vielen Staus auf dem Weg. Das Wetter tat noch sein übriges dazu und somit kam es in diesem Jahr zu sehr vielen Unfällen und Toten. Die Grenze zwischen Glück und Tod liegt hier so nah beieinander. Die meisten der Teilnehmer dieser Expeditionen erfüllen sich damit ihren Lebenstraum. Leider kehren viele nicht zurück.
An manchen Stellen ist mir Krakauer ein bisschen zu sehr abgeschweift und die haben sich dann gezogen. Ansonsten fand ich das Buch sehr interessant als Ergänzung zum Film Everest.

Es ist übrigens heutzutage noch schlimmer mit den Staus auf dem Everest, trotz der sehr teuren Genehmigungen. Daher wurde inzwischen die Anzahl der Genehmigungen pro Jahr begrenzt.

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Veröffentlicht am 14.01.2024

Spannender Thriller

Overkill - Der Puppenspieler
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Mo Celta ermittelt wieder in ihrem 4. Fall.

Nach den Erlebnissen in der Ukraine wurde sie beurlaubt und kämpft mit ihren Dämonen. Doch dann scheint der Puppenspieler wieder auf den Plan zu treten. Es ...

Mo Celta ermittelt wieder in ihrem 4. Fall.

Nach den Erlebnissen in der Ukraine wurde sie beurlaubt und kämpft mit ihren Dämonen. Doch dann scheint der Puppenspieler wieder auf den Plan zu treten. Es tauchen immer mehr Frauenleichen auf die verblüffende Ähnlichkeit haben zu einer seit Jahren vermissten Frau. Mo hatte in dem Fall ermittelt und ist sich sicher wer der Puppenspieler ist, aber der sitzt im Gefängnis. Das lässt ihr keine Ruhe und sie versucht, totz Ermahnung sich aus dem Fall rauszuhalten, auf eigene Faust zu ermitteln und gerät auf Abwege.

Was meinen Lesefluss etwas gebremst hat ist, dass die (vollbeschriebenen) Seiten recht vollgepackt und dadurch etwas unübersichtlich wirken.

Unabhängig davon aber wieder ein sehr spannender Thriller mit unvorhersehbaren Verwicklungen und Wendungen die dafür sorgen, das keine Langeweile aufkommt.

Für Krimi/Thriller-Fans eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.01.2024

Ab ins Freibad...

Seemann vom Siebener
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Ein berührender Roman in dem im Prinzip nur von einem Sommertag im Freibad berichtet wird. Und doch geht es um so viel mehr. Man erfährt die Schicksale der verschieden Personen, von jung bis alt, die sie ...

Ein berührender Roman in dem im Prinzip nur von einem Sommertag im Freibad berichtet wird. Und doch geht es um so viel mehr. Man erfährt die Schicksale der verschieden Personen, von jung bis alt, die sie zu diesem Punkt in ihrem Leben geführt haben. Es ist eine Geschichte vom Abschließen und von Neuanfängen, von Reflektion und dem Bewältigen von Traumata. Das alles spielt in einem in die Jahre gekommenen, typisch deutschen Freibad in ländlicher Idylle am vermutlich letzten schönen Tag im Sommer bevor das Bad wieder schließt. Man hat ein bisschen das Gefühl selbst im Freibad in der Sonne zu liegen und diesen Menschen zu begegnen und gleichzeitig hinter die Fassade schauen zu können.

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Veröffentlicht am 10.01.2024

1984 aus Sicht von Julia

Julia
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Julia ist ein Buch das auf dem Klassiker "1984" von George Orwell basiert. Es erzählt die Geschichte aus Sicht der weiblichen Hauptperson Julia.
Deswegen war ich von vornherein sehr gespannt wie Sandra ...

Julia ist ein Buch das auf dem Klassiker "1984" von George Orwell basiert. Es erzählt die Geschichte aus Sicht der weiblichen Hauptperson Julia.
Deswegen war ich von vornherein sehr gespannt wie Sandra Newman das umsetzt. In "1984" hatte mich Orwells Weitsicht gleichermaßen fasziniert und schockiert. Vorab muss ich sagen, dass es definitiv keine leichte Lektüre ist. Das kann einem ganz schön an die Nieren gehen.
Es ist nicht zwingend erforderlich, aber für das bessere Bild und Verständnis dieser dystopischen Welt sicher von Vorteil, wenn man "1984" schon gelesen hat.
Insgesamt finde ich, dass Sandra Newman hier einen guten Job gemacht hat. Sie ist nah am Original geblieben und hat trotzdem einiges Neues eingebracht, dass sich sehr gut in das Gesamtbild eingefügt hat. Man bekommt hier eine ganz andere Sichtweise im Vergleich zu den Gedanken von Winston, der im Original die Hauptfigur ist.
Natürlich ist es aus heutiger Sicht keine typische Dystopie, da es in der Vergangenheit spielt und hat nicht den selben Effekt, wie Orwells Werk, das 1949 seiner Zeit scheinbar weit voraus war. Aber es ist ein tolle Ergänzung und nicht weniger erschreckend. Ob ich es allerdings als feministisch bezeichnen würde, da bin ich mir nicht so sicher.

Für alle die Interesse an einem Klassiker aus einem anderen Blickwinkel und kein Problem mit "schwerer Kost" haben auf jeden Fall empfehlenswert.

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