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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2024

Kurzweilige Lektüre

Christmas at Tiffany's
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Es ist noch gar nicht so lange her, da war Ally noch Stammkundin bei Tiffany und schmückte sich mit den edlen Stücken. Doch sie möchte nicht länger finanziell abhängig von ihrem Vater sein, sondern für ...

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Ally noch Stammkundin bei Tiffany und schmückte sich mit den edlen Stücken. Doch sie möchte nicht länger finanziell abhängig von ihrem Vater sein, sondern für sich selbst aufkommen können. Also wechselt sie quasi die Seiten und arbeitet nun selbst als Verkäuferin bei Tiffany, statt sich selbst die schönsten Stücke zu kaufen. Mitten im Weihnachtstrubel stößt sie mit Lucien, einem angehenden Parfümeur zusammen und trifft ihn bald darauf wieder. Doch ihr Kennenlernen wird von Tristan gestört - Allys Ex-Freund, der sich mit der Abfuhr so gar nicht zufriedengibt und Ally möglichst oft aufsucht.

Weihnachten ist zwar der zeitliche Rahmen, in dem "Christmas at Tiffany's" spielt, allerdings wird Weihnachten bis auf wenige Szenen am Rockefeller Center nicht wirklich thematisiert. Es handelt es sich also keineswegs um einen klassichen Weihnachts(liebes)roman.
Zu Ally konnte ich trotz des flüssigen Schreibstils und der anschaulichen Beschreibung ihres Alltags keine enge Verknüpfung schaffen, sie blieb für mich recht blass und ich konnte sie nur selten greifen. Die problematische Beziehung zu Tristan und ihrem ehemaligen sozialen Umfeld wir angerissen, die Tragweite und die Ernsthaftigkeit des Ganzen jedoch heruntergespielt/bagatellisiert, was mir nicht so gut gefällt. Wenn ein solches Thema aufgegriffen oder, wie hier, fest in die Charakterisierung/Entwicklung einer Figur eingebunden wird, erwarte ich auch, dass es entsprechend dargestellt und beleuchtet wird.
Für mich war "Christmas at Tiffany's" ein kurzweiliger Roman, der mir jedoch nicht lange in Erinnerung bleiben wird.

Veröffentlicht am 14.02.2024

Ruhig erzählt, zwischendurch langatmig

Florence Butterfield und die Nachtschwalbe
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Florence Butterfield hatte ein erfülltes Leben, lebt nun im Seniorenheim und genießt die Stunden im Garten - wahlweise mit einem Sherry oder einem Gin Tonic unter den Apfelbäumen mit dem Duft der Blumen ...

Florence Butterfield hatte ein erfülltes Leben, lebt nun im Seniorenheim und genießt die Stunden im Garten - wahlweise mit einem Sherry oder einem Gin Tonic unter den Apfelbäumen mit dem Duft der Blumen und Kräuter in der Nase. Doch das beschauliche Leben im Seniorenheim nimmt ein rasches Ende, als Archie eine Kopfverletzung erleidet und die Heimleiterin Renata aus dem Fenster stürzt. Florence, genannt Florrie, glaubt jedoch - im Gegensatz zu den anderen - nicht an einen Suizidversuch. Renatat hatte ihr erst vor Kurzem anvertraut, dass sie sich verliebt habe und es nun wieder einen interessanten Mann in ihrem Leben gebe. Florence kommt ins Grübeln, schaut auf ihr eigenes Leben, die Männer darin zurück und geht der Frage nach, was Renata zugestoßen ist. Denn dass es sich um ein Verbrechen handelt, ist ihr klar. Bei den Ermittlungen unterstützt sie der pensionierte Lateinlehrer Stanhope, der ein Auge auf Florence geworfen hat.

Susan Fletcher lässt sich zu Beginn Zeit mit der Figureneinführung, der Beschreibung der Abläufe im Heim und Florences Tagesbeschäftigungen. Den Erzählton würde ich als sehr gemächlich bezeichnen, zwischenzeitlich gab es einige Längen. Dennoch habe ich gern von Florences Vergangenheit, ihren Erfahrungen mit Männern und Gedanken zum Leben, der Liebe und zu Renatas Unfall gelesen. Die Dialoge zwischen Florence und Stanhope waren überwiegend charmant.
Auch wenn der Plot eine gewisse Krimi-Atmosphäre erwarten lässt, hält sich die Spannung in Grenzen. Vielmehr gibt Florence Lebensweisheiten von sich und baut eine Beziehung zu Stanhope auf. Die Enthüllung von Renatas Fenstersturz wird selbstverständlich auch aufgelöst.

Veröffentlicht am 24.01.2024

Eher ruhig und gemächlich erzählt

Das Buch Eva
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"Das Buch Eva" erzählt von Beatrice, einer Bibliothekarin in einem italienischen Kloster zur Zeit der Renaissance. Im Kloster geht sie den Schwestern eher aus dem Weg, träumt von der Außenwelt und findet ...

"Das Buch Eva" erzählt von Beatrice, einer Bibliothekarin in einem italienischen Kloster zur Zeit der Renaissance. Im Kloster geht sie den Schwestern eher aus dem Weg, träumt von der Außenwelt und findet trotst in ihren Büchern. Eines Tages tauchen vor dem Kloster zwei unbekannte, schwerverletzte Frauen auf, die kurz darauf sterben. Vor ihrem Tod überreichen sie Beatrice jedoch ein geheimnisvolles Manuskript in ihr unbekannter Schrift. Beatrice spürt einen starken Bann zu der Schrift und versucht, hinter dessen Bedeutung zu kommen. Doch sie ist nicht die einzige, die auf das Buch fixiert ist: Die Kirche hat längst Vertreter geschickt, die es zurückholen sollen. für Beatrice hingegen ist klar, sie muss das Buch verstecken und schützen.

Das Cover ist wunderschön und der Klappentext klingt vielversprechend. Ich habe einen historischen Roman mit Krimielementen um die Machtstrukturen im Kloster bzw. in der Kirche erwartet. Der Schreibstil ist recht nüchtern, auch wenn teilweise sprachlich schöne Formulierungen verwendet werden.
Die Erzählperspektive stellte für mich in Kombination mit der Figurenbeschreibung Distanz her. Dass Beatrice eine Einzelgängerin und eher menschenfremd ist, wurde schnell deutlich. Daneben blieben auch die anderen Figuren eher blass, ich habe keinen tiefen Eindruck von ihnen oder gar Einblick in ihre Gedankenwelt bekommen. Auch an spannenden Elementen fehlte es mir. Ein wenig mehr Spannung durch ein schnelleres Tempo oder weniger Längen hätten mir gut gefallen. Das Geschehen plänkelte so vor sich hin, dennoch habe ich Beatrice gern bei der kräftezehrenden Mission begleitet.

Veröffentlicht am 21.01.2024

Guter Roman für zwischendurch

Run For Love
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Als Luca mit ihrer Freundin Charles in einer Bar mit einem Mann aneinandergerät, der kein "nein" akzeptiert, und ihm gegenüber handgreiflich wird, kassiert sie eine Anzeige wegen Körperverletzung. Aus ...

Als Luca mit ihrer Freundin Charles in einer Bar mit einem Mann aneinandergerät, der kein "nein" akzeptiert, und ihm gegenüber handgreiflich wird, kassiert sie eine Anzeige wegen Körperverletzung. Aus dem Gerichtsprozess geht sie mit Sozialstunden, die sie in einem Jugendsportzentrum absolvieren soll - dabei hasst sie Sport und denkt, Sport sei nur für dünne Menschen. Als sie den durchtrainierten Leiter des Zentrums, noel sieht, teckt sie ihn sofort in eine Schublade.

"Run for Love" von Nina Dias wird als Body-Positivity-Roman beworben, weshalb ich neugierig war. Luca selbst ist ihre Figur auch recht egal, solange niemand ihren Bauch anfasst. Ihre Mutter hingegen äußerst sich wohl schon immer sehr negativ über Lucas Körperbild und bekommt mit übergriffigem Verhalten, gekauften Saftkuren und Tipps zum Abnehmen sehr viel Platz eingeräumt. Genau wie Lucas aktueller Job bei einem Kosmetikunternehmen, bei dem sehr viele Klischees und Vorurteile gegenüber Frauen im Business und Äußerlichkeiten reproduziert werden. So richtig warm geworden bin ich mit Luca und ihrem Verhalten ihren Mitmenschen gegenüber nicht. Dennoch mochte ich den flüssigen Schreibstil und war neugierig, ob sich Luca noch entwickelt - und falls ja, in welche Richtung.

Unterm Strich hat mir die Lektüre gefallen, vor allem Noel mochte ich, jedoch wird mir das Buch auch nicht allzu lange in Erinnerung bleiben, denke ich.

Veröffentlicht am 17.01.2024

Erster Teil der Vampire-Royal-Dilogie

When The King Falls
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Während London seit Jahrhunderten nicht von den Menschen, sondern von Vampiren beherrscht wird, bildet sich im Untergrund eine Gruppe von Rebell*innen. Diese Menschen wollen sich nicht weiter von den Vampiren ...

Während London seit Jahrhunderten nicht von den Menschen, sondern von Vampiren beherrscht wird, bildet sich im Untergrund eine Gruppe von Rebell*innen. Diese Menschen wollen sich nicht weiter von den Vampiren unterdrücken und beherrschen lassen. Eine davon ist Florence, die in den Widerstand hineingeboren und von ihrer Geburt an auf die bevorstehende Aufgabe im Widerstand wurde. Die Rebellion bekommt mit ihr zum ersten Mal die Chance, dass eine Attentäterin in das Schloss des Vampirkönigs, das Crimson Heart, eingeschleust werden kann. Denn bei jeder Wintersonnenwende wird eine junge Frau vom König zur neuen Blutbraut ausgewählt - und Florence ist eine dieser Kanditatinnen. Ihr Ziel ist es, von ihm ausgewählt zu werden, sein Vertrauen für sich zu gewinnen und ihn dann zu töten.

"When the King falls" ist der erste Teil der Vampire-Royals-Dilogie von Marie Niehoff, der Fantasy und Romance miteinander verbindet. An die Figur Florence werden zunächst sehr hohe Erwartungen geknüpft, da sie die wichtige Aufgabe der Vernichtung des Königs übernehmen soll. Während Benedict als sehr grausam dargestellt wird, tritt er sehr sympathisch auf und ich mochte die Dynamik zwischen ihm und Florence. Es knisternte zwischen den beiden und ich war gespannt, wie sich die Beziehung zwischen den beiden weiter entwickelt. Es wird deutlich, dass Florence innerlich zerrissen ist zwischen ihren Gefühlen für Benedict und ihrer Aufgabe.
Der Schreibstil ist flüssig, könnte für meinen Geschmack jedoch mehr Spannung vertragen. Einige Stellen kamen mir als Längen vor. Dennoch konnte mich gerade das letzte Viertel überraschen, teilweise sogar schockieren und ich bin gespannt auf den zweiten und letzten Teil.