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Veröffentlicht am 17.05.2024

Back to the Roots?

Wenn sie lügt
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Die Romane von Linus Geschke haben mal mehr, mal weniger überzeugt. „Wenn sie lügt“ gehört für mich in die 2. Kategorie. Worum geht es?
Waldesroda, irgendwo im Nirgendwo. Der Wald, die Lichtung, die Clique, ...

Die Romane von Linus Geschke haben mal mehr, mal weniger überzeugt. „Wenn sie lügt“ gehört für mich in die 2. Kategorie. Worum geht es?
Waldesroda, irgendwo im Nirgendwo. Der Wald, die Lichtung, die Clique, das hat mich an Band 1 der Jan Römer-Krimireihe erinnert. Auch in „Die Lichtung“ wurde ein Pärchen getötet und der Protagonist gehörte selbst zu jener Clique. Last but not least auch damals knisterte es gewaltig zwischen zwei Personen.
Sommer 2004: Goran ist verliebt in Norah. Aber dann kam David, sah und siegte. Nach der Trennung wird David zum Stalker - und zum Mörder. Doch dann kommt er selbst ums Leben. Was war damals in Waldesroda wirklich geschehen? Goran begibt sich auf eine gefährliche Suche nach der Wahrheit…
Linus Geschke erzählt die Geschichte in zwei Handlungssträngen und aus wechselnden Perspektiven: Goran, Norah, Er. Ab und zu sind Abschnitte in Kursivschrift eingestreut. Es geht um Statistiken und Studien zu Gewalt in einer Partnerschaft, Lügen. Somit ist „Wenn sie lügt“ gleichermaßen unterhaltsam wie informativ. Aber leider verrät es den geübten Krimilesenden auch, wohin die Reise geht.
„Wenn sie lügt“ lässt sich flott und flüssig lesen. Zudem erfährt man in dem Buch Einiges über das Feeling der 2000er Jahre: die unbeschwerte Jugend, die erste Liebe, die Musik. Die Rückblicke nehmen hierbei viel Raum ein. Das geht ein bisschen zu Lasten der Spannung.
Norah, die ich als naiv bezeichnen würde, konnte mich nicht so recht überzeugen. Immer wieder gibt es Momente, bei denen ich sie schütteln möchte, verpasste Gelegenheiten, nicht nachvollziehbares Verhalten, das auch immer wieder arg die Glaubwürdigkeit strapaziert.

Fazit: Abgründiger Thriller über eine toxische Beziehung.

Veröffentlicht am 03.05.2024

Showdown auf Norderney?

Ein mörderisches Paar - Der Verdacht
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„Ein mörderisches Paar - Der Verdacht“ von Klaus-Peter Wolf ist der zweite Band einer Krimi-Trilogie, die in Ostfriesland verortet ist. Die Hauptrolle spielt Dr. Bernhard Sommerfeldt, ein Serienkiller, ...

„Ein mörderisches Paar - Der Verdacht“ von Klaus-Peter Wolf ist der zweite Band einer Krimi-Trilogie, die in Ostfriesland verortet ist. Die Hauptrolle spielt Dr. Bernhard Sommerfeldt, ein Serienkiller, aber auch Kommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihr Team sind mit von der Partie.
Sommerfeldt alias Dr. Ernest Simmel leitet inzwischen eine Kurklinik in Norden und hat gerade seine „Kirschblüte“ Frauke geheiratet, ebenfalls eine Killerin.
Sommerfeldt, der Beschützer der Witwen und Waisen, der Held aller alleinerziehenden Mütter, ist beliebt. Und so gibt es Männer, die mit der Sommerfeldt-Masche Frauen vernaschen wollen. Aber auch Kopfgeldjäger und -jägerinnen, die Sommerfeldt töten wollen, um die 10 Millionen zu kassieren, die auf ihn ausgesetzt sind.
Also, ich mag ihn wirklich, den Humor von Klaus-Peter Wolf. Aber hier war es mir doch etwas „too much“. Was für eine Freak-Show! Da hilft auch die Nennung realer Personen, wie Haider, Schlenz und andere Personen des öffentlichen Lebens nichts. Die Handlung plätschert vor sich hin, die Seiten werden mit überflüssigem Blabla gefüllt.
Nach etwa der Hälfte wollte ich das Buch schon abbrechen. Am Ende habe ich nur noch quergelesen. Und so werde ich auf den dritten Teil wohl verzichten.

Fazit: Band 1 fand ich witzig, die Fortsetzung ziemlich albern. Kann ich leider nicht empfehlen...

Veröffentlicht am 19.02.2024

Irgendwo im Nirgendwo

Das Schweigen des Wassers
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Herbst 1991. Inspiriert von einem wahren Fall. Das hatte mein Interesse geweckt. Und wenn Andreas Pflüger dieses Buch empfiehlt, kann ja eigentlich nichts schief gehen oder? Weit gefehlt!
„Das Schweigen ...


Herbst 1991. Inspiriert von einem wahren Fall. Das hatte mein Interesse geweckt. Und wenn Andreas Pflüger dieses Buch empfiehlt, kann ja eigentlich nichts schief gehen oder? Weit gefehlt!
„Das Schweigen des Wassers“ von Susanne Tägder ist nicht einfach nur Krimi, sondern ein literarischer Kriminalroman. Atmosphärisch, aber auch ziemlich ermüdend. Doch worum geht es?
Der Hamburger Hauptkommissar Arno Groth kommt als Aufbauhelfer Ost zurück nach Wechtershagen, in die Mecklenburgische Provinz, wo er seine Kindheit verbrachte.
Als die Leiche des Bootsverleihers Siegmar Eck aus dem örtlichen See gefischt wird, ahnt Groth, dass das kein Unfall war. Zumal Eck ihn kurz zuvor aufgesucht und behauptet hat, er würde verfolgt.
Wechtershagen, ein Dorf, wo die Menschen noch eine verschworene Gemeinschaft bilden. Schlimm, wenn die Polizei selbst in den Fall verstrickt zu sein scheint.
„Das Schweigen des Wassers“ ist der erste Kriminalroman von Susanne Tägder. Die Autorin setzt eher auf die leisen Töne. Mit ihrer sachlichen Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen hat sie einen Krimi geschrieben, in dem nicht nur die Aufklärung und Suche nach dem Täter ein wichtiger Part ist, sondern auch die Gedanken und Beweggründe der Dorfgemeinschaft, eingebettet in ein regionales soziales und gesellschaftliches Gefüge.
Die Geschichte plätschert vor sich hin und nimmt erst am Ende Fahrt auf - und eine überraschende Wendung.

Fazit: Eine Zeitreise, die für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können.

Veröffentlicht am 02.02.2024

Ein Albtraum

Mörderfinder – Stimme der Angst
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„Mörderfinder - Stimme der Angst“ von Arno Strobel ist der vierte Band einer Thriller-Reihe um den Ex-Polizisten und Fallanalytiker Max Bischoff. Eigentlich bin ich ein Fan des Autors. Aber der neue Thriller ...


„Mörderfinder - Stimme der Angst“ von Arno Strobel ist der vierte Band einer Thriller-Reihe um den Ex-Polizisten und Fallanalytiker Max Bischoff. Eigentlich bin ich ein Fan des Autors. Aber der neue Thriller enttäuscht. Worum geht es?
Max‘ Mentor Professor Bormann ist tot. Auf der Beerdigung begegnet Max einer geheimnisvollen Fremden: Dominique Klauber. Sie sieht seiner verstorbenen Freundin Jenny zum Verwechseln ähnlich. Ein Zufall?
Über das Wiedersehen mit Max, seiner Schwester Kirsten, Ex-Kollege und Freund Horst Böhmer, Jana Brosius sowie Dr. Marvin Wagner habe ich mich sehr gefreut.
Der Plot an sich ist recht einfach gestrickt und daher schnell erzählt: Nacheinander verschwinden diverse Personen. Andere werden lebensgefährlich verletzt. Tote gibt es natürlich auch. Dem geübten Krimileser ist genauso schnell klar, wer dahintersteckt. Ständige Wiederholungen gehen zu Lasten der Spannung. Dazu gehören auch Passagen in Kursivschrift.
Mit zwei Thrillern pro Jahr, dazu Jugendbücher, kann man Arno Strobel wohl als Vielschreiber bezeichnen. Doch Hyperaktivität produziert auch mal ein faules Ei. Denn Masse bedeutet nicht unbedingt Klasse. Deep Fake? KI? Ein Albtraum im doppelten Wortsinn.

Fazit: Fall Nr. 4 für Fallanalytiker Max Bischoff. Sorry, aber dieses Buch ist absolute Zeitverschwendung.

Veröffentlicht am 22.01.2024

Ich weiß, was du getan hast

Schneesturm
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Eine irische Insel. Sechs Freunde.
Einer ist tot. Einer ist der Mörder.
So steht es auf dem Cover. Und wir Lesende wissen auch bald, um wen es sich bei dem Täter handeln muss. Das geht zu Lasten der Spannung. ...

Eine irische Insel. Sechs Freunde.
Einer ist tot. Einer ist der Mörder.
So steht es auf dem Cover. Und wir Lesende wissen auch bald, um wen es sich bei dem Täter handeln muss. Das geht zu Lasten der Spannung. Ein Thriller ist „Schneesturm“ von Tríona Walsh für mich jedenfalls nicht.
Cara ist Polizistin. Sie und ihre Freunde, drei Frauen, drei Männer, treffen sich auf der irischen Insel Inishmore. Zehn Jahre sind vergangen, seit Caras Mann Cillian bei einem Bootsunfall ums Leben kam.
Die tote Person im Prolog überliest man - fast. Danach viel Atmosphäre. Ein Schneesturm bahnt sich an. Menschen, von der Außenwelt abgeschnitten. Hat man so oder so ähnlich schon mal gelesen.
Als die Leiche gefunden wird, muss Cara ermitteln, obwohl sie wenig Erfahrung mit schweren Verbrechen hat.
Tríona Walsh erzählt die alte Geschichte „Zehn kleine Negerlein“ auf einer einsamen Insel neu. Wer wird sterben? Wer wird überleben und zu welchem Preis?
„Schneesturm“ ist ein ebenso faszinierender wie beklemmender Krimi mit atemberaubendem Locked-Room-Setting und einer starken Protagonistin.
Es geht um sogenannte „halbe Geschichten“, viele Halbwahrheiten. Ausflüchte. Lügen. Mord.

Fazit: Hätte für meinen Geschmack etwas spannender sein können. Dazu vorhersehbar.