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Veröffentlicht am 29.12.2017

Der Federmann

Der Federmann
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In Berlin bekommt es Kommissar Nils Trojan mit einem merkwürdigen Fall zu tun. Einer ermordeten jungen Frau fehlen die Haare, und auf ihrem Körper liegt ein zerfetzter Vogel. Die Ermittlungen haben gerade ...

In Berlin bekommt es Kommissar Nils Trojan mit einem merkwürdigen Fall zu tun. Einer ermordeten jungen Frau fehlen die Haare, und auf ihrem Körper liegt ein zerfetzter Vogel. Die Ermittlungen haben gerade erst begonnen, da gibt es einen weiteren Mord. Auch an diesem Tatort hinterlässt der Täter einen toten Vogel.

Max Bentow hat mit Kommissar Nils Trojan eine gute Figur geschaffen. All seine verschiedenen Emotionen kommen beim Leser an. Auf der einen Seite ist er der Kommissar, der einen Fall zu lösen hat. Andererseits hat Trojan auch viel mit sich selbst zu tun und ist in psychotherapeutischer Behandlung.

Der Roman startet langsam und steigert sich von Seite zu Seite. Genau so steigt Stück für Stück die Spannung. Der Leser freut sich mit Trojan über jeden Ermittlungsfortschritt und durchlebt Misserfolge und falsche Spuren mit. Man möchte das Buch nicht aus der Hand legen.

Ein guter Schreibstil sorgt für ein flüssiges Leseerlebnis. Die Geschichte hat für ein spannendes Kopfkino gesorgt. Hinter dem Charakter Trojan stehen fast alle Figuren etwas zurück und können mit ihm nicht richtig mithalten. Doch auch diese haben ihre Probleme, die sowohl Trojan als auch der Leser meist nur angedeutet mitbekommen.

„Der Federmann“ läuft zu Recht unter „Psychothriller“. Das Buch nimmt den Leser mit, kommt aber ohne zu brutale Beschreibungen der Taten aus. Für Einsteiger in dieses Genre ist es zu empfehlen, Liebhabern erst recht.

Weitere Rezensionen gibt es auf www.nicole-plath.de

Veröffentlicht am 29.10.2017

Dornenmädchen

Dornenmädchen
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Psychotherapeutin Faith wird von einem Stalker verfolgt. Um ihn endlich loszuwerden, möchte sie in ein Haus ziehen, welches sie von ihrer Großmutter geerbt hat und ihr Verfolger nicht kennt. Sie kann nicht ...

Psychotherapeutin Faith wird von einem Stalker verfolgt. Um ihn endlich loszuwerden, möchte sie in ein Haus ziehen, welches sie von ihrer Großmutter geerbt hat und ihr Verfolger nicht kennt. Sie kann nicht ahnen, dass grausame Geheimnisse dort auf sie warten.

Kann eine Geschichte über 800 Seiten haben und die ganze Zeit über die Spannung halten? Dieses Buch beweist, dass das geht. Während sich der Leser zu Beginn noch fragt, warum das Buch so dick ist, wo die Geschichte doch schon nach kurzer Zeit fast aufgeklärt scheint, gibt es immer mehr düstere Geschehnisse.

Karen Rose spielt perfekt mit den Emotionen ihrer Leser. Die wechselnden Perspektiven erlauben Einblicke in das Seelenleben und Denkweise der verschiedenen Figuren. Manchmal allerdings auch etwas zu ausschweifend, könnte man meinen. Doch am Ende hatte auch dieses ausführliche Beschreiben von Personen und ihrer Vergangenheit einen Sinn.

Viele Ereignisse lassen weder den Ermittlern noch dem Leser viel Zeit zum Durchatmen. Vieles passiert ungefähr zur gleichen Zeit. Orts- und Zeitangaben helfen hier bei der Orientierung. Große Horror-Szenen erspart die Autorin ihrem Lesern. Dieser erfährt zwar, welche grauenvolle Taten begangen wurden, auf eine genaue Beschreibung dieser wird aber verzichtet. Wer hinter all diesem Schrecken steckt, bleibt lange im Dunkeln.

„Dornenmädchen“ hat bei mir ein wunderbares Kopfkino ausgelöst, so intensiv, wie es nur selten ein Roman schafft. Das Buch ist der Auftakt zu einer Reihe. Mal abwarten, ob der zweite Band diese Qualität halten kann.

Weitere Rezensionen unter www.nicole-plath.de

Veröffentlicht am 03.10.2017

Nebra

Nebra
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Kurz vor dem 30. April bereiten sich die Menschen auf die Hexennacht vor. Insbesondere im Harz, rund um den sagenumwobenen Brocken. Dort geschieht vor der 500. Walpurgisnacht merkwürdiges. Seltsame Licht- ...

Kurz vor dem 30. April bereiten sich die Menschen auf die Hexennacht vor. Insbesondere im Harz, rund um den sagenumwobenen Brocken. Dort geschieht vor der 500. Walpurgisnacht merkwürdiges. Seltsame Licht- und Wetterphänomene nehmen zu, je näher diese Nacht rückt.

Zur gleichen Zeit befasst sich Archäologin Hannah Peters mit der „Himmelsscheibe von Nebra“. Sie ahnt nicht, dass mit ihren Forschungen ein gefährliches Abenteuer beginnt und sich alles verändern wird.

Man nehme den Brocken, den Harz, die Himmelsscheibe von Nebra und eine abenteuererprobte Archäologin. Füge noch etwas Mythos und Legende hinzu und garniere das Ganze mit der Walpurgisnacht. Als Resultat dieser Mischung kommt der sehr gute Roman „Nebra“ von Thomas Thiemeyer heraus. Wahrheiten, Legenden, Vergangenheit und Gegenwart verbindet er zu einem spannenden Buch.

Die Hauptfigur Hannah ist ebenso gut ausgearbeitet, wie die wichtigsten Nebencharaktere. Der Autor schafft es, genau an den richtigen Stellen eine Gänsehaut auszulösen. Als Leser klebt man förmlich am Buch. Ohne den übermäßigen Gebrauch von Fachbegriffen und einem guten Schreibstil lässt sich das Buch wunderbar lesen.

Allerdings hatte ich schon sehr früh den Verdacht, wer hinter all den seltsamen Geschehnissen stecken könnte. Ob es vom Autor beabsichtigt war, dass der Leser dies vorher schon ahnen soll, weiß ich natürlich nicht. Es ist ein Roman, der seine Leser mitnimmt in eine Welt von Scharlatanerie, Aberglaube und Mythen in unserer so rationalen Zeit.

Es ist das zweite Buch mit Archäologin Hannah Peters, was ich erst während des Lesens festgestellt habe. Trotzdem erfuhr ich kaum etwas über den vergangenen Fall, so dass die Spannung und Auflösung des Vorgänger-Romans erhalten geblieben ist.

Weitere Rezensionen gibt es unter www.nicole-plath.de

Veröffentlicht am 03.10.2017

Der Maik-Tylor verträgt kein Bio!

Der Maik-Tylor verträgt kein Bio
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Ein humorvolles und zu Herzen gehendes Buch mit vielen fiktionalisierten Fällen aus dem Berufsleben der Diplom-Psychologin Sophie Seeberg. Sie erstellt als Sachverständige Gutachten für das Familiengericht.

Immer ...

Ein humorvolles und zu Herzen gehendes Buch mit vielen fiktionalisierten Fällen aus dem Berufsleben der Diplom-Psychologin Sophie Seeberg. Sie erstellt als Sachverständige Gutachten für das Familiengericht.

Immer auf das Kindeswohl bedacht, lernt Sophie Seeberg bei ihren Besuchen die verschiedensten Arten Väter, Mütter und Großeltern kennen. Der ein oder andere Leser dürfte auch überrascht sein, dass es nicht nur Kinder aus schwierigen Familien sind, bei denen Seeberg zu Gast ist. Ihre Klientel ist einerseits unterschiedlich und hat doch das eine oder andere gemeinsam.

In den geschilderten skurrilen Fällen sind es oftmals die Erwachsenen, die Probleme haben und eher die Hilfe eines Psychologen bedürften. Auch die Sichtweise von Eltern auf ihre Kinder ist oft sehr speziell. Einige Fälle sind zwar dramatisch, aber die Ereignisse lassen den Leser doch manchmal schmunzeln. Oder aber sich aufregen, wenn beispielsweise eine junge Frau sich darüber freut, wenn das Jugendamt ihr das Kind wegnimmt. Immerhin habe sie jetzt einen Hund und das wäre viel besser.

Aber Frau Seeberg muss auch achtsam sein: So stellt sich ein Hausbesuch als gefährlich heraus, da Herr Obermeyer aus Schutz vor dem Ex seiner Frau eine Selbstschussanlage nach seinen Bedürfnissen angepasst und installiert hat. Das kann durchaus ins Auge gehen.

Sophie Seeberg hat in ihrem dritten Buch eine ausgewogene Mischung aus ernsten, kuriosen und witzigen Geschichten. Auch wenn es oft nicht zu einem Bilderbuch-Happy-End kommen kann, ist doch klar, dass es nur selten keine ausweglosen Situationen gibt.

Die Autorin zieht auch keine ihrer Erzählungen ins Lächerliche. Der Respekt vor allen Personen bleibt von ihrer Seite aus immer erhalten. Ihren Erlebnissen nach mangelt es jedoch an Respekt für die Gerichtsgutachter oder die Mitarbeiter des Jugendamtes. Diese haben keinen leichten Beruf, und das sollte auch anerkannt werden.

Es gibt im Buch auf Seite 295 zwei wunderbare Sätze, die ich meinen Blog-Lesern gerne zum Schluss dieser Rezension mitgeben möchte. Sie stammen von einer jungen Frau, welche mit 10 Jahren dank Frau Seeberg in die Obhut des Jugendamtes kam: „Ich bin glücklich. Das kann man nämlich auch mit verkorkster Kindheit sein“.

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Veröffentlicht am 03.10.2017

Das Skript

Das Skript
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Einer Studentin wird ein Päckchen mit merkwürdigem Inhalt zugespielt. Es ist eine in einem Rahmen eingespannte Haut mit einer seltsamen Botschaft. Doch nicht nur die Botschaft gibt Rätsel auf, denn die ...

Einer Studentin wird ein Päckchen mit merkwürdigem Inhalt zugespielt. Es ist eine in einem Rahmen eingespannte Haut mit einer seltsamen Botschaft. Doch nicht nur die Botschaft gibt Rätsel auf, denn die im Rahmen befindliche Haut ist die eines Menschen.

Die Tochter eines Zeitungsverlegers verschwindet spurlos. Die Ermittlungen führen die Polizei zu dem Autor Christoph Jahn. Sein Roman „Das Skript“ ist die Vorlage, nach welcher der Täter handelt. In diesem Roman wird ebenfalls Menschenhaut statt Papier verwendet.

Dieses Buch verursacht Gänsehaut und ist zu Recht als Psychothriller deklariert. Als Leser begleitet man das Ermittlerteam. Dazu bekommt man Einblicke in die Gedanken einer gefangenen, gequälten Frau und was mit ihr geschieht. Das ist nichts für schwache Nerven.

Arno Strobels Figuren sind vielschichtig beschrieben und kommen dadurch emotional beim Leser an. Es gelingt dem Autor, den von Beginn an gut gespannten Spannungsbogen bis kurz vorm Zerreißen zu strapazieren. Es ist so fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.

Viele mögliche Täter sorgen für ein ständiges Hin und Her der Gedanken nach dem jeweiligen Grund, warum ausgerechnet diese Person das Verbrechen begehen sollte. Das Buch besitzt somit alles, was der Leser von einem Psychothriller erwarten darf. Geschickt gewählte Worte und der gute Schreibstil lassen die Zeit mit diesem Roman viel zu schnell vergehen.

„Das Skript“ ist ein genialer Roman um Schriftsteller, Lektoren und Leser. Ich kann ihn allen Freunden dieses Genres empfehlen.

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