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Veröffentlicht am 04.12.2025

Eine Ehe eingehen, nur für den schönen Schein?

This isn't happiness
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This isn‘t happyness, eine Erkenntnis, die Amy lange nicht auffiel, für sie aber auf dem Weg ihrer eigenen Hochzeitsvorbereitung langsam und sicher immer deutlicher in den Vordergrund rückt.

Amy, Lehrerin ...

This isn‘t happyness, eine Erkenntnis, die Amy lange nicht auffiel, für sie aber auf dem Weg ihrer eigenen Hochzeitsvorbereitung langsam und sicher immer deutlicher in den Vordergrund rückt.

Amy, Lehrerin und Protagonistin, seit 10 Jahren mit Josh, ebenfalls Lehrer, liiert und verlobt lebt ihren Alltag ohne besondere Vorkommnisse. Während Amy stets engagiert für mehr oder weniger beruflichen Erfolg kämpft, scheint diese Anerkennung ihrem Partner nur so zuzufliegen, sodass er seit einiger Zeit jegliche freie Minute zur Optimierung seines Bodys im Fitnessstudio nutzt.

Gleichzeitig herrscht bei beiden aber sexuelle Flaute seit Ewigkeiten, die Amy aus purer Verzweiflung mit einer Strichliste dokumentiert.

Amy wirkt nicht wirklich glücklich, darum stürzt sie sich umso mehr in die Hochzeitsvorbereitungen. Familie und Freunde haben schließlich hohe Erwartungen. Josh lässt ihr dabei relativ freie Hand, solange er trainieren kann und seine Ruhe hat.

Sowohl gemeinsame Interessen, als auch Aktivitäten sowie die Kommunikation reduzieren sich immer stärker auf das Allernötigste.
Amy wirkt immer zurückgezogener. Sie weiß insgeheim längst um die Sinnlosigkeit dieser Hochzeit, will dies aber nicht wirklich wahrhaben, bis Lace, ihre Brautkleid-Schneiderin auftritt. Sie hält Amy ihr trauriges Dasein wie einen Spiegel vor Augen und lebt ihr den Mut vor, sie selbst zu sein und Neues auszuprobieren.

Dies öffnet Amy den Blick für vieles, sie sieht klarer; leider auch Josh!!
So entdeckt sie seine geheimen sexuellen Vorlieben, seine Untreue und noch so einiges, was ihren Bräutigam in keinem guten Licht darstellt. Josh erlaubt sich im Verlauf der Geschichte so einiges,
Amy legt allmählich die rosarote Brille ab, zieht die notwendigen Konsequenzen und verhindert das Schlimmste, die Hochzeit.

Dank Lace versucht sie sich in verschiedenen Metiers, lässt sich auf Menschen wieder ein und wirkt zunehmend aufgeschlossener, neugieriger und toleranter. Sie lernt, mit Rückschlägen umzugehen und auch die sich allmählich offenbarenden Hintergründe zu Lace‘s Auftreten schaden Amys Entwicklung nicht.

Jede Partnerschaft bringt Veränderungen mit sich, doch der Autorin gelingt es, zu zeigen, dass sich ein kritischer, scharfer Blickwinkel immer lohnt, um nicht irgendwann hoffnungslos nur noch irgendeinem, von anderen erwarteten, schönen Schein hinterherzulaufen.

Mit flüssigem Schreibstil, teils schonungslos bis entwürdigend, teils hoffnungsvoll und mit Humor durchsetzt, wie auch mit angenehmen Kapitellängen, deren Überschriften meiner Meinung nach nicht nötig wären, handelt es sich um ein Buch das man gerne in einem Satz durchlesen mag.

Selten , dass eine Geschichte mit einer erhofften Trennung endet, dennoch hätte ich Amy oft mehr Power und Eigenregie gewünscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 30.09.2025

Alles, was das vorweihnachtliche Herz begehrt

The Holiday Brothers
1

Mit ‚THE HOLiDAY BROTHERS‘ bringt Devney Perry einen echten Leckerbissen für die Vorweihnachtszeit auf den Markt.

Ein Buch, unterteilt in 3 Geschichten, wobei jede von einem der begehrtesten Junggesellen ...

Mit ‚THE HOLiDAY BROTHERS‘ bringt Devney Perry einen echten Leckerbissen für die Vorweihnachtszeit auf den Markt.

Ein Buch, unterteilt in 3 Geschichten, wobei jede von einem der begehrtesten Junggesellen erzählt. Da diese drei coolen Jungs auch noch Brüder sind, ist eine gewisse Vernetzung der Geschichten gesichert.

Dennoch geht es in jedem Teil primär nur um einen dieser Brüder und seine jeweilige Flamme. Diese beiden erzählen dann kapitelweise aus ihrer jeweiligen Sicht, was das Lesen sehr abwechslungsreich und spannend , aber auch berührend macht.

Der Schreibstil ist sehr locker und flüssig, den Charakteren der jeweils erzählenden Protagonisten detailreich und hervorragend angepasst, auch wenn manches recht vorhersehbar ist.

Im ersten, sehr romantischen Teil mit großer Weihnachtsattitüde erzählen der alleinerziehende Vater Maddox und das von ihm engagierte Kindermädchen Nathalie über die Entstehung ihrer Liebe.
Teil zwei beschäftigt sich mit Heath und Stella, die sich nach langer Zeit jobbedingt wieder begegnen, was wie eine Fügung erscheint.
Die ersten beiden Teile haben wohlige Aufbruchsstimmung und einen herzerwärmenden Grundtenor.
Der dritte, meiner Meinung nach auch nachdenklichsteTeil vermittelt trotz der Liebe von Tobias und Eva und deren Schwangerschaft viel Abschiedsgefühl.

Bei mir hat dieses Buch die Vorfreude auf Weihnachten definitiv schon geweckt, obwohl alle drei Geschichten vermutlich auch ohne weihnachtliches Flair sehr gut funktionieren würden. Doch um die Herbstzeit macht es eben viel mehr Spaß, sich gemütlich einzukuscheln und seinen Emotionen bei solchen Geschichten Spielraum zu geben. Außerdem hätte das Buch dann auch kein so niedliches Cover!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 04.09.2024

Eine Chance für die Hoffnung

Das Erbe der Greiffenbergs - Hoffnungsvolle Aussichten
1

Mit ‚Die Hoffnung stirbt zuletzt‘ setzt die Autorin Isabel Schönhoff die Geschichte um Familie Greiffenberg und deren Feinkostunternehmen in Prien am Chiemsee mit dem ersehnten Band 3 endlich fort.
Auch ...

Mit ‚Die Hoffnung stirbt zuletzt‘ setzt die Autorin Isabel Schönhoff die Geschichte um Familie Greiffenberg und deren Feinkostunternehmen in Prien am Chiemsee mit dem ersehnten Band 3 endlich fort.
Auch ohne Kenntnis der beiden Vorgängerbände wird der Leser durch genaue Charakterisierung der einzelnen Protagonisten schnell vom automatisch entstehenden Kopfkino gefesselt sein. Dank der detaillierten und bildhaften Orts-und Gefühlsbeschreibungen in mitreißendem, flüssigen Sprachstil taucht man sofort ein in das Greiffenbergsche Feinkostimperium am Chiemsee.

Ludwig, Vater und totgeglaubtes Familien-und Firmenoberhaupt, ein Patriarch, hat nach seiner Rückkehr die Zügel wieder an sich gerissen, jedoch nicht geahnt, welche Widerstände sich , zurecht, innerhalb der Familie regen.

Zunächst geht es jedoch erstmal mehr um die jüngste Tochter Antonia, die an ihrer Zukunft nach der Schule bastelt. Sky gesellt sich neu zu den tragenden Rollen, er bandelt mit Antonia an, ist aber auch einem durch die Firma Greiffenberg verursachten Umweltskandal und dem daraus resultierenden Tod seines Vaters auf der Spur. Klar, dass Antonia seine engste Verbündete wird.

Obwohl es schon seit längerem knirscht im Familiengefüge, ist nun überhaupt nichts mehr, wie es war. Die Protagonisten müssen sich allesamt neu positionieren.

Mutter Therese bleibt wie immer firmentechnisch eher blass, sie lernt aber einen interessanten Mann kennen, emanzipiert sich und wendet der Familie und vor allem Ludwig den Rücken zu. Sie zieht aus!

Antonia und Ferdinand, die eigentlich damit beschäftigt sind, die Balance zwischen Anerkennung in der Firma und privatem Glück zu finden, stellen sich eindeutig gegen den Vater.

Auch die, ach so couragierte und liebenswerte Oma Elsa macht ihrem Ärger Luft und bestimmt, wie sich die Firma für die Zukunft aufstellen muss, was leider nicht ohne Folgen bleibt.

Am Ende wird Ludwig den kürzeren ziehen und versuchen, sich ohne totalen Gesichtsverlust aus der Affäre zu ziehen.

Trotz gelegentlich auftretenden, sehr schnellen und glücklichen Wendungen, die schon etwas klischeehaft wirken, versteht es die Autorin dennoch hervorragend, flüssiges Lesevergnügen der besonderen Art zu bereiten. Da stört noch nicht einmal das wie immer etwas kleinmädchenhaft wirkende Cover, das mir persönlich zu rosa und zu kitschig ist.

Wer einmal angefangen hat, wird das Buch nicht mehr aus den Händen legen wollen.
Bleibt nur zu sagen, die Hoffnung auf Fortsetzung dieser Familiensaga stirbt zuletzt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 06.06.2024

Sylter Brise mit italienischer Geschmacksnote

Gestrandet - Mamma Carlottas zweiter Fall
1

Im Hörbuch „Gestrandet“ von Gisa Pauly ist die italienische Mamma Carlotta auf dem Weg nach Sylt zu ihrem verwitweten Schwiegersohn und den beiden Enkelkindern. Auf dem Flug dorthin macht sie die angenehme ...

Im Hörbuch „Gestrandet“ von Gisa Pauly ist die italienische Mamma Carlotta auf dem Weg nach Sylt zu ihrem verwitweten Schwiegersohn und den beiden Enkelkindern. Auf dem Flug dorthin macht sie die angenehme Bekanntschaft einer Dame, die auf Sylt eine alte Freundin besuchen will.
Doch genau diese Freundin wird kurz darauf tot aufgefunden und Carlottas Schwiegersohn Erik ist mit den Ermittlungen betraut. Gewohnt souverän, mit kühler, wortkarger Routine und Gelassenheit nimmt er seine Arbeit auf.
Währenddessen gerät Mamma Carlotta, ohne es zunächst überhaupt beabsichtigt zu haben, mitten ins Visier. Ihre literaturbegeisterte Enkelin schwärmt nämlich für einen Schriftsteller und bei einem Treffen zwischen den beiden ist auch „Oma“ Carlotta dabei. Bald schon merkt sie, dass hier etwas nicht stimmen kann. Die Enkelin nimmt auf Geheiß der Oma einen kleinen Lektoren- Job bei dem Mann an und Oma Carlotta kocht für ihn.
Anhand des zu lesenden, bald erscheinenden Kriminalromans erfährt die Enkelin jede Menge an Ungereimtheiten, die in Zusammenhang mit der toten Frau stehen könnten und schon ist Mamma Carlotta wieder als eigenwillige Ermittlerin unterwegs und mittendrin.
Zusammen mit ihrer Reisebekanntschaft begibt sie sich auf abenteuerliche Spurensuche und gerät selbst in große Gefahr. Plötzlich ist ihre Begleiterin wie vom Erdboden verschwunden und anschließend auch ermordet.
Ihr Schwiegersohn, der legale, norddeutsche „Commissario“ hat seine liebe Müh und Not mit der quirligen italienischen Schwiegermutter, die temperamentvoll und unnachgiebig ihren Ermittlungen nachgeht.
Während des Hörens kamen mir kurzzeitig Zweifel ob des enormen Personen-Wirr-Warrs, die sich jedoch rasch in Wohlgefallen auflösten, da sich alles doch wieder zusammenfügte.
Südländischer Charme, italienische Kochkunst und jede Menge Temperament und Gefühl in Paarung mit norddeutscher Blässe und Zurückhaltung, kombiniert mit gut eingesetzter Sylter Meeresbrise, ein genialer Cocktail. Man ist als Hörer mittendrin, hört, sieht, fühlt, leidet und hofft mit und nimmt fast noch die Düfte von Mamma Carlottas italienischen Kochkünsten wahr.
Ein Kriminalroman der mit frischem und lebendigem Sprachstil überzeugt, zum Schmunzeln einlädt und als Hörbuch mit angenehmen Hintergrundgeräuschen das Ambiente jeweils noch passend verdeutlicht.
Für zuhause oder für den Urlaub, eine Geschichte, die einlädt, die Seele baumeln zu lassen und etwas Spaß zu haben. Die Hördauer von etwa zwei Stunden wäre meiner Meinung nach sogar noch ausbaufähig.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Sprecher
  • Cover
Veröffentlicht am 10.02.2024

Großes Gefühlskino am Chiemsee

Das Erbe der Greiffenbergs - Zu neuen Ufern
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Familie Greiffenberg führt ein exklusives Feinkostunternehmen in dritter Generation, lebt in einem luxuriösen Anwesen direkt am Chiemsee und verkehrt in besten High-Society-Kreisen zwischen München und ...

Familie Greiffenberg führt ein exklusives Feinkostunternehmen in dritter Generation, lebt in einem luxuriösen Anwesen direkt am Chiemsee und verkehrt in besten High-Society-Kreisen zwischen München und dem Chiemgau. Nach dem Tod bzw. dem Verschwinden des Familienoberhauptes ist sie jedoch kurz davor, alles zu verlieren: Geschäft, Anerkennung, Familienzusammenhalt und auch Beziehungen in gewisse Kreise.
Mutter Therese und die jüngste Tochter Antonia sind vorrangig mit der Trauer um den verschwundenen Familienvater beschäftigt.
Die ältere Tochter Pauline trauert einsam und kämpft alleine an allen Ecken und Enden. Sie versucht, die Firma zu retten, für ihre Kinder da zu sein und sich selbst ein neues Leben, sprich eine neue Beziehung aufzubauen.
Dabei wird sie von ihrem Onkel, dem Greiffenbergschen Möchtegern-Chef sabotiert, wo immer es geht und auch ihr Seelenverwandter, ihr Bruder Ferdi ist keine echte Hilfe. Er ist nach einem schweren Autounfall mit seiner Reha beschäftigt, trauert mitunter seinen Zeiten als einer der begehrtesten Junggesellen nach und fängt dennoch an, endlich für eine echte Liebesbeziehung bereit zu sein. Doch die Auserkorene, eine andere Reha-Patientin, die sich auch in ihn verliebt, ist ausgerechnet die Frau, die er bei dem Unfall verletzt zurückgelassen hat. Probleme in Massen, Beziehungsstatus offen. Doch trotz aller Besinnung auf echte Gefühle und wahres Leben und trotz aller Ablehnung von Verantwortung für das Familienunternehmen streckt Ferdi seine Fühler noch einmal in Richtung Schickeria aus und bringt die Firma Greiffenberg durch einen geschickt eingefädelten Hollywood-Dreh am Chiemsee, bei seiner Familie wie auch im Geschäft, wieder aus den roten Zahlen.
Einzig Oma Else ist die Dame, bei der viele Fäden zusammenlaufen. Zäh und in vielen Dingen unerbittlich und hält sie die Familie zusammen. Sie ist den anderen meist einen Schritt voraus und weiß bald, dass der Betrauerte sich nur abgesetzt hat und noch lebt. Bald schon steht dieser vor der Türe.
Im letzten Teil dieses, in 44 überschaubare Kapitel unterteilten Buches überschlagen sich die Ereignisse dann nahezu. Es gibt sehr viel Input und wenig Lösungsansatz, was der Geschichte aber nicht abträglich ist. Liebe, Frust, Trauer, Wut und Missgunst machen Lust auf Teil drei der Familiensaga.
Isabell Schönhoff beschreibt die Handlungsorte präzise und der Ortskundige erkennt sie sofort. Dies ist jedoch keinerlei Voraussetzung, denn auch ohne inhaltliche oder örtliche Vorkenntnisse hat dieses Buch, Dank des flüssigen und flotten Schreibstils einen stets einladenden und mitreißenden Charakter, der auch die Unterteilung in einzelne Kapitel überhaupt nicht erfordert, denn man mag diesen Roman sowieso nicht mehr aus den Händen legen und würde am liebsten gleich im nächsten Teil dieser Familiensaga weiterlesen.

Großes Kino am Chiemsee eben, aber keinesfalls kitschig!

Darum muss ich das Cover dieses Bandes leider kritisieren. Es wird dem Inhalt nicht gerecht und ist in meinen Augen, wie auch bei Band eins, einfach nur kitschig, Die Farben und die Frau mit dem Band im Haar spiegeln in meinen Augen weder die Greiffenbergs, das Chiemsee-Flair noch moderne junge Menschen wider. So schaut die Protagonistin in meinen Augen leider überhaupt nicht aus.

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