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WinfriedStanzick

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2017

Eine wunderbare Geschichte über das Glück, Freunde zu haben.

Ein Haufen Freunde: Ein Haufen Freunde – ganz schön stark!
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Kerstin Schoene, Ein Haufen Freunde ganz schön stark, Thienemann 2017, ISBN 978-3-522-45859-7

Mit „Ein Haufen Freunde“, einer Geschichte über einen Pinguin im Zoo, der traurig darüber ist, das er nicht ...

Kerstin Schoene, Ein Haufen Freunde ganz schön stark, Thienemann 2017, ISBN 978-3-522-45859-7

Mit „Ein Haufen Freunde“, einer Geschichte über einen Pinguin im Zoo, der traurig darüber ist, das er nicht fliegen kann und mit Hilfe einer genialen, von seinen Freunden, den anderen Zootieren, gebildeten vertikalen Kette schlussendlich die Erfahrung des Fliegens machen kann, hatte Kerstin Schoene 2012 großen Erfolg.

Klar, dass sie diesem erfolgreichen und von vielen Kindern geliebten Buch schon bald einen Nachfolger hinterherschickte. Wieder spielt es im Zoo und im Mittelpunkt steht dieses Mal eine kleine Schildkröte. Sie ist auch traurig, denn so sehr sie sich auch anstrengt, immer ist sie viel zu langsam. Ein schönes Bilderbuch war das über das Zeithaben und dass man sich für eine Freundschaft Zeit nehmen muss.

Das nunmehr dritte Bilderbuch aus dieser schönen Reihe spielt wiederum im Zoo. Die Tiere entdecken ein Lebewesen, das in einem großen Schlammloch steckt und nicht mehr weiß, wie es da herauskommen soll. Die Tiere, kleine und große, strengen sich an und versuchen in einer immer länger werdenden Reihe das Wesen aus dem Schlamm zu ziehen. Auch die Kinder, die das Buch in den Händen halten müssen mithelfen bis sich aus dem schmutzigen, undefinierbaren Wesen ein kleines Nilpferd herausschält.

Eine wunderbare Geschichte über das Glück, Freunde zu haben.





Veröffentlicht am 04.10.2017

Eine wunderbar verrückte und liebenswerte Geschichte über Familienzuwachs, Wünsche und Sehnsüchte.

Mein Bruder aus dem Gurkenglas
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Emilie Chazerand, Aurelie Guillerey, Mein Bruder aus dem Gurkenglas, Knesebeck 20187, ISBN 978-3-86873-938-1

Er heißt Hieronymus, der Erzähler des vorliegenden Bilderbuches aus Frankreich. Er ist ein ...

Emilie Chazerand, Aurelie Guillerey, Mein Bruder aus dem Gurkenglas, Knesebeck 20187, ISBN 978-3-86873-938-1

Er heißt Hieronymus, der Erzähler des vorliegenden Bilderbuches aus Frankreich. Er ist ein Einzelkind. Darunter und unter seinem hässlichen Vornamen leidet er. Natürlich hat das Einzelkinddasein seine Vorteile, unbestritten. Seine Eltern schenken ihm ihre volle Aufmerksamkeit und er muss nie etwas teilen. Dennoch schaut er neidisch auf die Familien seines Freundes Balduin. Der hat sechs Schwestern, über die er sich zwar ständig beklagt, aber mit denen er auch viel Spaß hat.

Sein Freund, Herr Colori, der Gemischtwarenhändler hat ein offenes Ohr für seine Sorgen und verkauft ihm für 1,28 Euro einen Bruder aus dem Gurkenglas. Hieronymus fühlt sich veräppelt, glaubt die Sache nicht, nimmt das Glas aber dennoch mit, zu verlieren hat er ja nichts, schüttet es wie angewiesen in die Badewanne und tatsächlich kommt ein Bruder herausherauskommt namens Archibald. Die Mutter benimmt sich, als wäre der Bruder schon immer da gewesen, liebt ihn und kümmert sich ebenso um ihn wie um Hieronymus.

Auch in der Schule ist Archibald bald sehr beliebt. All das gefällt Hieronymus überhaupt nicht. Wie er das Problem wohl löst?

Eine wunderbar verrückte und liebenswerte Geschichte über Familienzuwachs, Wünsche und Sehnsüchte.


Veröffentlicht am 02.10.2017

Eine bemerkenswerte und preisverdächtige Umsetzung eines auch Kinder bewegenden Themas.

Flucht
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Niki Glattauer, Verena Hochleitner, Flucht, Tyrolia 2017, ISBN 978-3-7022-3560-4

Es ist eine Katze namens E.T., die Niki Glattauer in dem von Verena Hochleitner eindrucksvoll illustrierten Bilderbuch ...

Niki Glattauer, Verena Hochleitner, Flucht, Tyrolia 2017, ISBN 978-3-7022-3560-4

Es ist eine Katze namens E.T., die Niki Glattauer in dem von Verena Hochleitner eindrucksvoll illustrierten Bilderbuch die Geschichte der Flucht einer Familie erzählen lässt. Sie darf nämlich mit auf die lange Reise, weil Katzen sieben Leben haben.

Es geht in diesem durchaus für Kindergartenkinder geeigneten Buch um die Frage, warum Eltern gemeinsam mit ihren Kindern ihre angestammte Heimat verlassen. Warum sie sich auf eine gefährliche Reise über das Meer begeben und all ihre Hoffnungen auf eine Zukunft in einem neuen Land richten.

Dass eine Katze erzählt aus ihrem Blickwinkel, ist der eine Kunstgriff. Der andere ist, dass Niki Glattauer die Flucht nicht von Süd nach Nord schildert, sondern umgekehrt. Im reichen Norden gibt es keinen Strom mehr, kein Wasser, kein Internet, keine Schule. Damit spricht er kleine Kinde ran, sodass sie verstehen was es bedeutet, seine Heimat zu verlassen.

Dem Text und den Bildern ist es gelungenen, Kindern keine Angst zu machen. Verlust, Angst, Spannung, Verlorenheit und Verletzlichkeit stehen gleichberechtigt neben Hoffnung, Erleichterung und Zuversicht.

Eine bemerkenswerte und preisverdächtige Umsetzung eines auch Kinder bewegenden Themas.




Veröffentlicht am 02.10.2017

wie aus der zunächst vorherrschenden Angst vor einem Fremden so etwas wie Gemeinschaft entsteht.

Plötzlich war Lysander da
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Antje Damm, Plötzlich war Lysander da, Moritz Verlag 2017, ISBN 978-3-89565-344-5

Der lange Luis, die dicke Dora und die kleine Kathinka sind Mäuse, die in einer Höhle unter der Erde leben. Als eines ...

Antje Damm, Plötzlich war Lysander da, Moritz Verlag 2017, ISBN 978-3-89565-344-5

Der lange Luis, die dicke Dora und die kleine Kathinka sind Mäuse, die in einer Höhle unter der Erde leben. Als eines Tages der Briefträger einen Brief durch das Loch an die drei herunterlässt, sind sie sehr überrascht. Der Bürgermeister hat ihnen geschrieben, dass jemand bei ihnen einziehen soll, er kein zu Hause mehr hat. Die drei sind ganz aufgeregt, weil sie glauben, sie hätten keinen Platz und auch die Kartoffeln würden nicht reichen.
Doch sie trauen sich nicht, ihr Mäuseloch zu verrammeln und so steht am nächsten Tag ein Lurch namens Lysander aus dem weit entfernten Moor bei ihnen. Während er erschöpft auf der Bank schläft, finden die drei Mäuse in seinen Rucksack eine Tüte voller Körnchen.

Sie überlassen ihm ihre nie genutzte Badewanne und Lysander macht aus ihr etwas zunächst sehr seltsam Anmutendes, was sich aber bald als ein Segen entpuppen wird.

Ein schönes Buch, wie aus der zunächst vorherrschenden Angst vor einem Fremden so etwas wie Gemeinschaft entsteht.

Veröffentlicht am 02.10.2017

„Mikas Himmel“, von Meike Blatnik gefühlvoll übersetzt aus dem Niederländischen, ist ein warmherziges, sehr tröstliches Buch über das Abschiednehmen

Mikas Himmel
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Bibi Dumon Tak, Annemarie van Haeringen, Mikas Himmel, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5939-1

Mika ist der geliebte Hund der Familie. Wie lange er schon bei der Familie lebt, wird nicht erwähnt, nur ...

Bibi Dumon Tak, Annemarie van Haeringen, Mikas Himmel, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5939-1

Mika ist der geliebte Hund der Familie. Wie lange er schon bei der Familie lebt, wird nicht erwähnt, nur dass er eines Tages in seinem Körbchen liegt und während der Himmel grollt und der Regen rollt, er in der Gegenwart der Familie seinen letzten Atemzug macht. Offenbar hatten sie seinen Tod erwartet, vermutlich war Mika krank.

Die beiden großen Geschwister, ein Mädchen und ein Junge, legen Mika in ein großes Tuch und bringen ihn nach draußen, wo sie im Regen ein großes Loch im Garten ausheben. Der Kleiner Bruder hat vorher ganz sicher zum wolkenverhangenen Himmel gezeigt, um deutlich zu machen, wo er Mika jetzt geborgen weiß.

Er ist es auch, der, als Mika in einem Grab liegt, seine kleine Jacke über ihn ausbreitet und sich nicht davon abhalten lässt. Und weil er im Himmel etwas zum Spielen haben soll, holt er einen Ball und legt ihn ebenfalls in das Loch.

Und dann löchert er seine beiden großen Geschwister mit Fragen. Fragen, die den Alltag seines geliebten Hundes betreffen und die ihm helfen, Abschied von ihm zu nehmen. Und als er am nächsten ersten Morgen ohne Mika vorgibt ein Bellen zu hören aus dem Himmel, geben die beiden Großen zunächst vor, es auch zu hören. Und dann hören sie es wirklich …

„Mikas Himmel“, von Meike Blatnik gefühlvoll übersetzt aus dem Niederländischen, ist ein warmherziges, sehr tröstliches Buch über das Abschiednehmen. Durch den durchgehenden schwarzen Hintergrund der Seiten ist Schrift nicht leicht zu lesen, aber die dunkle Gestaltung entspricht der Stimmung der die Kinder, die von ihrem geliebten Hund Abschied nehmen.