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Veröffentlicht am 17.02.2024

Liebe kommt oft unverhofft

Komplett verliebt in dich
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Violet arbeitet in einem Londoner Verlag und teilt sich eine Wohnung mit ihren besten Freundinnen Laurie und Florence. Liebe, eine feste Beziehung ? Nein, danke ! Leider sieht das ihre Familie anders ...

Violet arbeitet in einem Londoner Verlag und teilt sich eine Wohnung mit ihren besten Freundinnen Laurie und Florence. Liebe, eine feste Beziehung ? Nein, danke ! Leider sieht das ihre Familie anders und deshalb sieht Violet dem kommenden Weihnachtsfest nicht begeistert entgegen.

Jonathan hat von seiner Tante den Verlag geerbt unter der Bedingung, dass er sich an Weihnachten verlobt. Doch woher nimmt man eine Verlobte auf die schnelle ?

Violet ist von ihrem neuen Boss wenig begeistert und nimmt deshalb den Vorschlag, ihren Familien an Weihnachten, das verliebte Paar vorzuspielen , an. Schließlich besteht keine Gefahr, dass sie Gefühle für ihn entwickelt. Was zuerst nach einem guten Plan aussieht, entwickelt sich kompliziert, denn Liebe lässt sich nicht planen.

Ich habe mich von Anfang an mit dem Roman wohlgefühlt. Ich konnte Violets Frust sehr gut nachempfinden, denn ich kenne diese nervige Fragerei nach einem festen Partner nur allzu gut. Die Bedingung im Testament von Jonathans Tante fand ich ungerecht. So konnte ich die Scharade der beiden absolut gut heißen. Und dann habe ich mich einfach nur noch königlich amüsiert. Schnell war klar, dass beide für den anderen mehr empfinden, es aber tapfer ignorieren. Ich habe ständig darauf gewartet, dass es einer zugibt. Mittlerweile hatte ich auch Jonathan ins Herz geschlossen und fand ihn einfach umwerfend.

Die beiden verbringen zuerst einen Tag bei Violets Familie und fahren dann zu Jonathans. Beide Familien haben wie jede andere auch ihre kleinen Macken, sind aber sehr sympathisch. Sowohl bei mir als auch bei Violet und Jonathan stellen sich wegen der Lüge Gewissenbisse ein. Die beiden verbringen eine traumhafte Zeit und kommen sich auch sehr nahe, nur sagt keiner der beiden die Zauberworte. Zurück in London geht jeder allein nach hause.

Natürlich gibt es ein Happyend und das ist unglaublich romantisch. Alles andere hätte mich schwer enttäuscht. So war ich hin und weg und bin mir sicher, das war nicht mein letztes Buch der Autorin.

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Veröffentlicht am 15.02.2024

Liebesglück mit Hindernissen

Lord zu behalten
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Die Handlung um Lord Jonathan und seine Ehefrau Cassandra, die er doch sogar nicht heiraten wollte, setzt unmittelbar an die Ereignisse des 1. Bandes an. Aus diesem Grund ist es hilfreich auch diesen ausgesprochen ...

Die Handlung um Lord Jonathan und seine Ehefrau Cassandra, die er doch sogar nicht heiraten wollte, setzt unmittelbar an die Ereignisse des 1. Bandes an. Aus diesem Grund ist es hilfreich auch diesen ausgesprochen vergnüglichen Band vorher gelesen zu haben.

Nach der ersten gemeinsamen Nacht, schließlich muss ein Erbe her, auch wenn man sich verabscheut, gerät Jonathans gefasster Entschluss, Cassandra als habgierige Frau zu betrachten, ins wanken. Bevor es zu einem klärenden Gespräch kommt, erfreut sich das beschauliche Cottage von Mrs Green ungeahnter Beliebtheit. Zuerst taucht Alfred auf, der sich seiner Schaffenskraft als Dichter durch seine Ehefrau Marigold, die Cousine und Freundin Cassandras, beraubt sieht. Mancher mag das nicht wirklich bedauern. Das führt natürlich Marigold ebenfalls in das Cottage. Jonathan wird sich seines Glücks bewusst, dass er nicht Marigold geheiratet hat und stellt fest, dass Cassandra möglicherweise das kleiner Übel ist. Das Gespräch wird immer drängender, aber das Schicksal hat eindeutig etwas gegen eine klärende Aussprache.

Ein dringlicher Brief von Jonathans Mündel schickt diesen auf die Reise. Bei seiner Heimkehr führt ein Ehezerwürfnis erneut Alfred und Marigold in sein ehemals beschauliches Zuhause.

Ich wurde zu meiner Freude wieder durch den Roman auf das beste unterhalten. Ich habe mich königlich amüsiert, wie Jonathan und Cassandra versucht haben, sich auszusprechen und dabei ständigen Störungen ausgesetzt sind. Ein weiteres Mal haben mich Alfred und Marigold fast in den Wahnsinn getrieben - er mit seinen schwülstigen Gedichten und sie mit ihren übertriebene, selbstverliebten Gefühlsausbrüchen. Beide sehen nur sich und halten sich für ein Geschenk Gottes an ihre Freunde, die ihrerseits viel zu gute Manieren und Rücksichtnahme zeigen.

Eine meiner Lieblingsfiguren war Mrs Green, die Haushälterin und gute Seele des Haushalts, die versucht, das Chaos, das die ungebetenen Gäste verursachen, zu meistern. Außerdem habe ich gelernt, dass es kein Vorurteil ist, dass es in England ständig regnet. Wiederholt fällt einer der Bewohner Mrs Green pitschnass vor die Füße und sie sorgt sich um dessen Gesundheit.

Sowohl Cassandra als auch Jonathan stellen fest, dass sie den anderen lieben. Ausgerechnet bei Alfred und Marigold suchen die beiden Rat. Die daraus entstandene Situation war einer meiner Highlights. Obwohl ich den beiden am Ende ihr Glück von Herzen gönne, mischt sich Wehmut darunter, weil ich die beiden verlassen muss, denn ich hatte eine so unterhaltsame und vergnügliche Zeit mit ihnen.

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Veröffentlicht am 11.02.2024

Dunkle Familiengeheimnisse und der Mut zur Wahrheit

Season Sisters – Frühlingsgeheimnisse
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Spring Season ist mit 16 Jahren aus ihrem desolaten Elternhaus geflohen. In London schlägt sie sich mehr schlecht als recht durch und wird zu Sozialstunden verurteilt. Diese muss sie bei der über 80jährigen ...

Spring Season ist mit 16 Jahren aus ihrem desolaten Elternhaus geflohen. In London schlägt sie sich mehr schlecht als recht durch und wird zu Sozialstunden verurteilt. Diese muss sie bei der über 80jährigen Sophia ableisten. Auch diese hat seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie. Nach anfänglichem Misstrauen freunden sich die unterschiedlichen Frauen an. In den Gesprächen mit Sophia lernt Spring, wenn sie eine Zukunft haben will, muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen. Das gleiche gilt auch für Sophia und so machen sich die beiden Frauen auf den Weg in die alte Heimat.
Sophia ist Opfer eines alten Familiengeheimnisses, das seinen Ursprung in einer nicht standesgemäßen Liebe aus dem Jahr 1870 hat. Ein Geflecht aus Lügen, Erpressung und vermeintlicher Schuld hat die Familie fest im Griff und bedroht nun auch das Glück von Sophias Enkel Ethan. Nur die Wahrheit ist der einzige Ausweg.
Bereits nach dem Prolog, der in der Vergangenheit spielt, hatte mich die Autorin am Haken. Deshalb war ich auch erst enttäuscht, dass die Handlung in der Gegenwart fortgesetzt wird. Schnell waren mir dann Sophia und Spring ans Herz gewachsen. Spring versucht ihre Verletzlichkeit durch ihre Punkaufmachung und widerborstiges Verhalten zu kaschieren. Erst durch Sophia , die Spring zu Beginn ablehnt, merkt sie, was ihr bisher im Leben gefehlt hat - Struktur, Anerkennung und Zuwendung.
Sophia hat mich stark an Queen Elisabeth erinnert. Sophia lebt in ärmlichen Verhältnissen. Darüber würde sie sich aber nie beklagen, sondern sie bewahrt Haltung und erfüllt ihre Pflicht gegenüber der Familie. Ich habe sie sehr bewundert, auch für ihren Mut, endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Parallel dazu führt mich die Autorin in die Vergangenheit und erzählt die Geschichte von Daphne und Frederic und deren großen bedingungsloser Liebe. Durch eine Lüge machen sich die beiden angreifbar . Ständig besteht die Gefahr der Entdeckung. Das war unglaublich spannend und zeitgleich berührend. Zum einen musste ich um das Leben der beiden bangen und zum anderen habe ich ihnen alles gute gewünscht.
Auch in der Gegenwart spitzt sich die Situation zu. Einer der Familienmitglieder von Sophia möchte um jeden Preis verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt und ist bereit dafür zu töten.
Der Roman ist ein echter Pageturner. Beide Handlungsstränge sind absolut fesselnd. Es gibt Figuren wie Sophia oder auch Daphne, denen man alles Glück der Welt wünscht und andere, denen ich die Pest an den Hals gewünscht habe. Mancher mag sich daran stören, dass ein Teil der Geschehnisse eher unwahrscheinlich sind, aber das tut in meinen Augen dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Ich habe trotzdem mit gefiebert und war froh, dass am Ende meine Helden in Sicherheit waren. Nun hat Spring noch drei Schwestern, die ebenfalls ihre Geschichte erzählen wollen und darauf freue ich mich jetzt schon.

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Veröffentlicht am 22.01.2024

Schuld, Unrecht ? Wer bestimmt die Regeln ?

Die Händler des Teufels: Ein Krimi aus London
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Abigail, Isla und Emma betreiben gemeinsam erfolgreich eine Privatdetektei in London. Als in ihre Büroräume eingebrochen wird und offensichtlich nur das Foto von Emma und ihrer Schwester Elliot, die vor ...

Abigail, Isla und Emma betreiben gemeinsam erfolgreich eine Privatdetektei in London. Als in ihre Büroräume eingebrochen wird und offensichtlich nur das Foto von Emma und ihrer Schwester Elliot, die vor 20 Jahren spurlos verschwunden ist, gestohlen wird werden bei Emma alte Wunden aufgerissen. Weitere Hinweise führen dazu, dass Emma davon überzeugt ist, dass sie nun endlich das Geheimnis um ihre Schwester lösen kann. Dazu gilt es einen rumänischen Mädchenhändlerring zu zerschlagen. Und welche Rolle spielt der neue Staatsanwalt Zayn, über den es üble Gerüchte gibt und den Emma mehr als attraktiv findet. Nur gut, dass sich Emma auf ihre engen Freundinnen Abigail und Isla verlassen kann, auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind.

Mir hat die Idee gefallen, dass sich drei Frauen erfolgreich als Detektivinnen betätigen und damit ein ernst zu nehmendes Gegengewicht zur männlichen Konkurrenz bilden. Es gibt bereits 2 Vorgängerbände , die ich nicht kenne, was mich nicht daran hindert, den Ereignissen gut zu folgen. In diesem Band erzählt Emma die Geschichte aus ihrer Sicht, da sie persönlich am meisten betroffen ist. Ich fand ihre Gefühle wurden verständlich und gut nachvollziehbar dargestellt. Ich will mir gar nicht vorstellen, was ich an ihrer Stelle empfinden würde. Emma hat ihre Emotionen nicht immer unter Kontrolle und gerät in Gefahr mehr Schaden anzurichten, als allen Beteiligten lieb sein kann. Abigail und Isla tun alles, um Emma vor sich selbst zu schützen. In meinen Augen manchmal zu viel, dennoch war ich ein wenig neidisch.

Die Bemühungen, eine geplante Auktion der Mädchenhändler zu verhindern und die Suche nach Elliot vermischen sich zusehends und führen Emma zu einer schmerzlichen Erkenntnis. Hat man wirklich immer eine Wahl, das richtige zu tun ? Und wer trägt Schuld ? Der, der fordert oder der, der gibt ? Mich hat das Ende sehr bewegt und ich fand die fast schon philosophischen Ausführungen und Denkanstöße auch keineswegs störend , sondern sie passten perfekt zur Situation. Und ich war mächtig stolz auf Emma, denn ihre Entscheidung war in meinen Augen vollkommen richtig.

Der Krimi überzeugt in meinen Augen durch eine unterhaltsame Handlung mit hohem Spannungsfaktor und einer nicht alltäglichen Fallkonstellation.

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