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blauer_Regen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.10.2017

Ein wirklich unterhaltsamer Ratgeber

Die Entdeckung des Glücks
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Das Buch "Die Entdeckung des Glücks" von Isabell Prophet erschien im Sommer 2017. Ich würde es gerne unter der Rubrik Sachbuch oder Ratgeber einordnen.
Dem Buch liegt es am Herzen, uns die Frage zu beantworten, ...

Das Buch "Die Entdeckung des Glücks" von Isabell Prophet erschien im Sommer 2017. Ich würde es gerne unter der Rubrik Sachbuch oder Ratgeber einordnen.
Dem Buch liegt es am Herzen, uns die Frage zu beantworten, wie wir unser Glück finden können. Immer mit dem Blick, dass viele von uns einen Großteil ihrer Zeit im Job verbringen und dort gewissen Zwangskontexten unterliegen. Die Kapitel im Buch sind logisch aufeinander aufgebaut und so liefert die Autorin zuerst einmal eine Definition von Glück, beschreibt dann sehr gut verständlich neurologische und soziologische Prozesse, räumt später radikal mit Klischees auf und entlarvt auf sehr charmante Weise festgefahrene Denkschemata. In den letzten Teilen gibt Isabell Prophet eine Unmenge an Handlungsvorschlägen zur Umsetzung in den Alltag - viele davon sicherlich schon bekannt, aber hier liebevoll aufgearbeitet und in unterhaltsame Anekdoten eingebettet.
Sehr gut finde ich, dass das gesamte Buch mit zahlreichen Querverweisen auf aktuelle Forschungsergebnisse und weiterführende Literatur durchsetzt ist. Wer sich also in dieses Thema vertiefen möchte, bekommt hier viele Ansätze geliefert.
Fazit: Für mich ein rundum gelungenes fundiertes Buch, dass genau zum richtigen Zeitpunkt den Weg in mein Bücherregal gefunden hat. Weit entfernt von den oft nichtssagenden Ratgebern in einschlägigen Zeitschriften, sondern schon nahe dran am Fachbuch.
Daher vielen Dank an den Mosaik-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 26.01.2025

Der lange Weg der Integration

Dschomba
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"Dschomba" ist der aktuelle Roman der Autorin Karin Peschka, umfasst 380 Seiten und erscheint im Frühjahr 2023 im Otto Müller Verlag.
Der zeitgenössische Roman spielt in den 1970ern. Hauptfigur ist Dragan ...

"Dschomba" ist der aktuelle Roman der Autorin Karin Peschka, umfasst 380 Seiten und erscheint im Frühjahr 2023 im Otto Müller Verlag.
Der zeitgenössische Roman spielt in den 1970ern. Hauptfigur ist Dragan Dzomba, der 1954 im kleinen österreichischen Ort Eferdinger auftaucht. Auf dem Friedhof tanzend finden ihn die Bewohner und rufen den Dechant, der sich seiner annimmt. Dschomba bleibt, bezieht eine Hütte auf dem sogenannten "Serbenfriedhof". Doch sein Leben lang schwankt sein Verhältnis zur neuen Heimat und auch die Mitbewohner betrachten ihn nach 20 Jahren mal argwöhnisch bis feinlich oder mal freundlich. Und so bleibt Dschomba der Fremde, der nicht viel spricht und langsam altert. Im Wirtshaus treffen wir eine weitere wichtige Protagonistin: die kleine Wirtstocher wächst auf zwischen Frühschoppen und Schankstube. Hier lauscht sie am liebsten den Geschichten der Gäste und Dschomba wird ihr seine ganz persönliche Geschichte erzählen, die vom verlorenen Bruder, die nach einer langen Suche.
Geschickt verwebt die Autorin hier autobiografische Züge aus ihrem Leben als junge Wirtstochter und den historischen Fakten rund um ihren Heimatort. Der Roman besteht wesentlich aus kurzen, knackigen Sequenzen, die schnell aufeinander folgen und keine Langeweile aufkommen lassen. Der nüchtern beschreibende Erzählstil fügt sich hier prima ein. Die Autorin beschränkt sich auf´s Beschreiben und überlässt die Bewertung dem geneigten Leser. Kein Wunder, dass man in diesem Roman vergebens nach Schnörkeln sucht, sondern sich ganz der klaren Sprache widmen kann. Zugegeben, in den Sprachstil muss man sich wirklich erst einlesen, doch der Roman ist die Mühe wert. Daher bekommt er von mir eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 28.09.2020

Eine bezaubernde Geschichte

Einstein
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Dem Autor Torben Kuhlmann ist mit seinem neuen Kinderbuch "Einstein" wieder etwas ganz Tolles gelungen: eine hochphilosophische Frage kindgerecht zu verpacken. Was ist Zeit? Und kann man sie ...

Dem Autor Torben Kuhlmann ist mit seinem neuen Kinderbuch "Einstein" wieder etwas ganz Tolles gelungen: eine hochphilosophische Frage kindgerecht zu verpacken. Was ist Zeit? Und kann man sie vielleicht doch zurückdrehen? Dazu zieht er als Protagonist wieder eine kleine Maus heran, die in seinem liebevoll gestaltetem Plot zum großen Helden wird. Sie macht sich auf eine große Reise zum Käsefest ... und kommt zu spät! Verzweifelt sucht sie nach einem Weg, die Zeit zurückzudrehen, um dem Fest doch noch beiwohnen zu könnnen. Ob ihr das gelingt? Wen lernt sie auf ihrer Reise noch alles kennen? Ich bin mir sicher, dass alle - egal ob groß oder klein - schon nach der Leseprobe unbedingt wissen wollen, ob dies der kleinen Maus gelingt.
Neben dem Text haben mich die Illustrationen wirklich umgehauen. Detailgetreu und mit so viel Liebe ... welches (Menschen-)Kind sollte sich diesem Charme schon entziehen können? Außerdem sind sie bestens geeignet zum Vorlesen. Die großen Bilder animieren Kinder prima dazu, ein Stück der Geschichte selber zu erfassen, bevor es wieder zum Vorlesen geht.
Ein toller Plot, eine kindgerechte Sprache und dazu bezaubernde Illustrationen! Daher bekommt das Buch von mir eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2025

Schönes Einsteigerbuch

21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest
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Das Buch "21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest" stammt vom Autoren Matthias Kowalski und wird von der Stiftung Warentest im Januar 2025 veröffentlicht.
Dieses Buch versteht sich ...

Das Buch "21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest" stammt vom Autoren Matthias Kowalski und wird von der Stiftung Warentest im Januar 2025 veröffentlicht.
Dieses Buch versteht sich ganz klar als Einsteigerlektüre und dementsprechend ist sie auch aufgebaut: leicht verständlich werden in den ersten Kapiteln grundlegende Basics vermittelt. Hier werden wichtige Fachbegriffe kurz und bündig erläutert, die Notwendigkeit des Sparens skizziert, Versicherungen angesprochen und der Fokus so auf die eigenen Geldanlagen gelenkt. Danach kümmert sich das Buch darum, Möglichkeiten des Sparens zu vermitteln und wie man dabei systematisch vorgehen kann. An der ein oder anderen Stelle wird aber auch der Zeigefinger gehoben und vor zu hohen Risiken gewarnt. Gespikt sind die Kapitel zudem mit Verweisen auf Links, die zu weiterführenden, meist zahlungspflichtigen Untersuchungsergebnissen der Stiftung Warentest führen. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine kurze Übersicht und am Ende des Buches ein Glossar mit gut verständlichen Definitionen der relevanten Finanzbegriffe.
Kurz um ist es meiner Meinung nach eine gute Einsteigerlektüre und ein gelungenes Nachschlagewerk für jedermann. Logisch: die Verweise auf ihre eigenen aktuellen (überwiegend zahlungspflichtigen) Untersuchungen der Stiftung dürfen auch hier nicht fehlen. Somit garantiert der Autor aber auch immer die neusten Erkenntnisse und das Buch bleibt somit lange Zeit auf dem aktuellsten Stand. Zudem verzichtet man im Buch auf konkrete Produktempfehlungen, was sicherlich für die Unabhängigkeit der Lektüre spricht.
Von mir bekommt das Buch daher eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 26.01.2025

Schuldgefühle

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
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Der Roman "Vielleicht hat das Leben Besseres vor" stammt aus der Feder von Anne Gesthuysen, umfasst 400 Seiten und erscheint im Spätherbst 2024 bei Kiepenheuer & Witsch.
Im Mittelspunkt des Gegenwartsromans ...

Der Roman "Vielleicht hat das Leben Besseres vor" stammt aus der Feder von Anne Gesthuysen, umfasst 400 Seiten und erscheint im Spätherbst 2024 bei Kiepenheuer & Witsch.
Im Mittelspunkt des Gegenwartsromans stehen die kleine Gemeinde Alpen und deren Einwohner. Zentrale Figuren sind die Pastorin Anna, die nach längerer Zeit wieder zurück in ihre Heimat zieht und dort ihre durch einen Schicksalsschlag schwer gezeichnete Schulfreundin Heike wiedertrifft. Heike bangt um das Leben ihrer geistig beeinträchtigten Tochter Raffaela, die man schwer verletzt auf einem Waldweg gefunden hat. Keiner weiß, wie es zu dem Unfall kam und so nimmt die Gerüchteküche in der Gemeinde Fahrt auf. Zudem kämpft Heike mit schweren Schuldgefühlen, denn sie ist verantwortlich für den früheren Sturz ihrer Tochter und ihrer Beeinträchtigung. Neben Heike kämpft aber auch Anna an mehreren Fronten: sie bietet ihrem Neffen Sascha Halt, dessen Mutter gegen ihre Sucht kämpft und sieht sich den hartnäckigen Verkupplungsversuchen ihrer Mutter ausgesetzt, die Anna gerne verheiraten möchte.
Alles in allem ein typisches kleines Idyll, was bei näherem Hinsehen die üblichen Risse aufweist - wie in jeder kleinen Gemeinde.
Für mich war der Roman rundum gelungen, schlüssig in seiner Handlung, mit Charakteren, deren Tun und Denken man gut nachvollziehen kann und dazu gespickt mit einer guten Portion Wortwitz. Vielen Dank für dieses Lesevergnügen!