Family - but not too much
Be with MeWie immer kam ich schnell in die Geschichte hinein. Der Familie Adair zu folgen, ist wie nach Hause kommen. Und da man schon fast alle Paare sehr gut kennt, ist man auch gleich an allen Figuren interessiert ...
Wie immer kam ich schnell in die Geschichte hinein. Der Familie Adair zu folgen, ist wie nach Hause kommen. Und da man schon fast alle Paare sehr gut kennt, ist man auch gleich an allen Figuren interessiert und freut sich über ihr Glück.
Dieses Mal geht es um Arran, einen der Adair-Jungs. Bisher hat man von ihm nicht ganz so viel mitbekommen und auch in diesem Buch fand ich ihn nicht ganz so zugänglich. Man erfährt zwar etwas über seine Vergangenheit, aber irgendwie fehlte mir bei ihm noch die gewisse Tiefe im Charakter. Denn sobald diese eine vergangene Thematik behandelt worden ist, konzentrierte sich sein ganzes Sein auf Eredine. Das ist zwar ganz süß, hat aber bei mir keine Spannung an ihm als Figur entstehen lassen.
Eredine dagegen war spannender. Sie hat schon immer ihre Geheimnisse eher für sich behalten und jetzt konnte ich endlich in ihren Kopf hineingucken. Dennoch hat es ganz schön gedauert, bis alles ans Licht kam. Bis dahin: Spannung pur, was ihren Charakter anging! Und auch, wenn es mich manchmal etwas verstimmt hat, dass es mit der Lovestory nicht so reibungslos voranging, so hatte es doch alles immer Hand und Fuß und Eredine hat sich super entwickelt. Noch dazu in einem Tempo das gleichzeitig authentisch war und den Lesefluss aufrecht erhielt. Perfekt also, um mit ihren Geheimnissen und ihrer Beziehung zu Arran mitzufiebern.
Die Grundidee ihrer Beziehung fand ich anfangs ziemlich klischeebehaftet. Es ist eine Friends-to-Lovers-Romance, die dann aber eine ungeahnte Wendung nimmt. Zu ihrem Glück, denn alles davor fand ich schon etwas sehr vorhersehbar. Ab diesem Wendepunkt ist es dann ganz süß. Jedes Mal, wenn es brenzlig wird, bekommen die beiden die Kurve und reden miteinander. Es ist geradezu idealtypisch, wie die beiden sich immer näher kommen. Kein Wunder, denn die anderen Pärchen sind stets da, um sie vor den von ihnen gemachten Fehler zu bewahren. Und ich denke, genau das ist auch ein Problem der Autorin: die Figuren können keine Fehler mehr machen, bzw. werden diese zu schnell aufgelöst. Was klischeebehaftete Wendungen angeht ist das natürlich super gut, aber die Irren des Menschen sind meiner Meinung nach unendlich und so gibt es bestimmt noch etwas, was die neuen Figuren machen könnten. Soweit kommt es hier aber nicht.
So sind die beiden für mich zwar ein sehr süßes Paar und man spürt definitiv tiefe, familiäre Emotionen, aber die beiden konnten mich dennoch nicht richtig catchen.
Das lag wohl vor allem daran, dass sich das Buch ein wenig wie eine mehrteilige Miniserie las. Es kam so viel von den anderen Figuren drin vor, dass ich manchmal das Gefühl hatte, der Fokus läge gar nicht mehr auf Eredine und Arran. Einerseits ist das natürlich schön, weil man ihre Geschichten kennt und ihr Glück miterleben will, andererseits nimmt es dem Pärchen dieses Buches aber auch „Screentime“.
Auch ansonsten hielt sich das Buch an das, was ich schon aus den anderen Büchern gewohnt war: es gab ein Problem (oder mehrere) und diese führen nach und nach zu Gefahrensituationen, die die Familie dann zusammen bewältigt. Zwar irgendwo spannend, mir lief es aber teilweise schon zu chronologisch und vorausahnend ab. Ich wusste ja quasi schon, dass es kommt und was es ungefähr sein würde. So hat man teilweise das Gefühl, die Geschichte würde nicht zu einem Ende finden.
Fazit:
Ein solides Buch, das sich wie ein Wiedersehen mit alten Freunden anfühlt – warmherzig, vertraut, aber stellenweise auch vorhersehbar. Während Eredine mich mit ihrer Entwicklung und ihren Geheimnissen gefesselt hat, blieb Arran für mich eher blass. Die Lovestory war süß, aber der Fokus auf die Nebenfiguren hat manchmal den Zauber der Hauptgeschichte geschmälert. Ein schönes Leseerlebnis, auch wenn der große Funke nicht übergesprungen ist.
3 von 5 Sterne von mir.