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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2024

Tolle Geschichte mit unausgeschöpftem Potenzial

A Tempest of Tea
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Interessanten Charaktere, die aufregende Welt und der flüssige Schreibstil sind in einen spannenden Raubüberfall eingebettet, der mehr Geheimnisse als Antworten hervorbringt.

Grundsätzlich sollte dieses ...

Interessanten Charaktere, die aufregende Welt und der flüssige Schreibstil sind in einen spannenden Raubüberfall eingebettet, der mehr Geheimnisse als Antworten hervorbringt.

Grundsätzlich sollte dieses Buch ein makelloses 5-Sterne-Werk sein. Der Anfang ist packend, die Charaktere werden schnell greifbar und der Leser wird rasch in die Haupthandlung eingeführt. Das letzte Drittel führt zu einem aufwühlenden Ende mit clever versteckten Hinweisen für aufmerksame Leser.

Jedoch hat mich der Mittelteil überraschend enttäuscht. Anstatt Fahrt aufzunehmen, zieht sich die Geschichte. Erst ab etwa 60 % beginnt offiziell der zweite Akt, was es schwierig machte, mein gewohnt zügiges Lesetempo beizubehalten. Ich würde jedem empfehlen, diesen Teil schnell in einem Rutsch zu lesen, um die spannenden letzten zwei Akte nicht zu verpassen.

Dennoch erschafft Hafsah Faizal mit „A Tempest of Tea“ eine Welt mit bunten Charakteren und interessanter politischer Dynamik. Es werden vielversprechende Liebesbeziehungen aufgebaut und die Charakterentwicklungen sind das Hauptaugenmerk. Das Ende lässt einen direkt den nächsten Band herbeiwünschen.

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Veröffentlicht am 27.03.2024

Intelligent, fesselnd und anspruchsvoll

Der Wald
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„Der Wald" von Eleanor Catton entführt den Leser in eine polarisierende Welt voller Charakter, Charme und Skurrilitäten, die trotz ihrer eigenwilligen Natur fesselnd ist. Die zeitgemäßen Themen werden ...

„Der Wald" von Eleanor Catton entführt den Leser in eine polarisierende Welt voller Charakter, Charme und Skurrilitäten, die trotz ihrer eigenwilligen Natur fesselnd ist. Die zeitgemäßen Themen werden auf spannende Weise behandelt und überraschen mit unerwarteten Wendungen. Obwohl der Schreibstil mitunter anspruchsvoll ist und der Text durch nicht angekündigte Perspektivenwechsel und fehlende Kapitel Struktur erfordert, gelingt es der Autorin, Charaktere zu präsentieren, die zwar auf den ersten Blick stereotyp erscheinen, jedoch im Laufe der Geschichte Tiefe und Authentizität entwickeln. Zwischenzeitlich ist es aufgrund dieser geradezu künstlich wirkenden intelligenten Schreibweise eher frustrierend und anstrengend, statt ein angenehmes Leseerlebnis.

Die Handlung spielt im modernen Neuseeland, wo Umweltschützer und skrupellose Milliardäre aufeinandertreffen. Trotz des vielversprechenden Settings verliert sich der erste Teil des Buches in langwierigen Charaktereinführungen und Diskussionen, bevor es gegen Ende in einen actiongeladenen Thriller umschlägt. Das intelligente Ende lässt Raum für Interpretation und regt zum Nachdenken an. Insgesamt ein mitreißender, wenn auch anfangs sehr anspruchsvoller Lesetipp, der 4 von 5 Sternen verdient.

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Veröffentlicht am 21.02.2024

Fake-Dating meets therapie and forgets the romance

Stars In Your Eyes
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Wer lustige, knisternde Dialoge erwartet, ist hier falsch. Wer jedoch von verdienten und emotional aufrichtigen Beziehungen lesen möchte, könnte etwas Besonderes gefunden haben.

Diese berührende ...

Wer lustige, knisternde Dialoge erwartet, ist hier falsch. Wer jedoch von verdienten und emotional aufrichtigen Beziehungen lesen möchte, könnte etwas Besonderes gefunden haben.

Diese berührende Geschichte lässt einen in das weltfremde Hollywood schnuppern, stellen einem vielversprechende und komplizierte Charaktere vor und lockern selbst die ernsteren und angespannten Phasen mittels Presseausschnitte, Fanfictionausschnitte (persönliches Highlight!) und Therapieberichten auf. Die versprochene Romanze rutscht gerade in der zweiten Hälfte eher in den Hintergrund und die persönliche Wandlung und Verarbeitung von schwierigen Themen nehmen Vorrang.

Mittels dem angenehmen und lockeren Schreibstil der Autorin lassen sich die Seiten verschlingen.
Witzige und charmante Dialoge und knisternde Stimmung fehlen jedoch leider. Die Charaktere erwähnen öfters, dass jemand flirten würde, dass eine gewisse Stimmung und Anspannung herrschen würde, diese Szenen lesen sich jedoch für Romance-Veteranen vollkommen neutral und nüchtern.
Zudem ist Logans Charakter und innerem Tumult sehr viel mehr Zeit gewidmet als Matties, was schade ist angesichts der Thematik der Scham und Freiheit.

Gelegentlich fühlt es sich wie eine aufgezwungene Therapiesitzung mit fehlender Subtilität an. Die Charaktere wirken gelegentlich allwissend. Einige Phrasen und Gedankengänge werden so oft wiederholt und eingehämmert, dass es sich Seiten repetitiv anfühlen können.

Das heißt jedoch keines falls, dass die Geschichte an Charme, Wirkung und Unterhaltung verliert. Die Beziehung und die persönlichen Charakterwandlungen sind wunderschön mitzuverfolgen und man hofft von der ersten bis zur letzten Seite, dass diese zwei außergewöhnlich gewöhnlichen Männer ihr Happy End erhalten. Ich freue mich, dieses Buch in paar Monaten erneut zu lesen.

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Veröffentlicht am 21.02.2024

Auch als stand-alone absolut überzeugend!

Things We Left Behind (Knockemout 3)
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„Things we left behind“ ist zwar der dritte und letzte Teil einer Serie, jedoch haben die ersten zwei mich nie sonderlich gereizt und wurden somit gekonnt ignoriert. Der Abschluss hingegen wirkte ...

„Things we left behind“ ist zwar der dritte und letzte Teil einer Serie, jedoch haben die ersten zwei mich nie sonderlich gereizt und wurden somit gekonnt ignoriert. Der Abschluss hingegen wirkte zu interessant, um ihn mir entgehen zu lassen und ich bin glücklich ihm eine Chance gegeben zu haben.

Sloane ist eine sympathische und wortgewandte Frau Ende 30, die sich nach dem Tod ihres Vaters auf Ehemannsuche begibt und dabei permanent ihrem stinkreichen und verboten gut aussehenden „Erzfeind“ Lucian über den Weg läuft. Dass der Gute ihr Nachbar und Kindheitsschwarm war, ist nicht sonderlich hilfreich für ihre Gefühlslage und ihr verstaubtes Sexleben. Bis es mehr als hilfreich ist und schon geradezu zu Verbrennungen führt.

Die Dynamik der Zwei hält den Leser von Anfang bis Ende im Bann und lässt einen sowohl schmunzeln, ärgern als auch schwärmen und übertrifft jegliche Nebenhandlung.

Wer die ersten zwei Bänder auslassen möchte, um direkt zum Dritten überzugehen, kann dies getrost tun. Man liest sich schnell ein, bekommt ein sehr gutes Bild von der Freundesgruppe und den Hauptcharakteren der vorangehenden Bänder und der bänderübergreifenden Krimistory, die meines Erachtens stellenweise langatmig und unnötig verknotet war.

Die Autorin hat ein Talent dafür, hitzige Dialoge und Liebesszenen zu schreiben und springt geschickt zwischen POVs und Zeiten hin und her. Dennoch muss man sich auf ihren Schreibstil einlassen, da dieser öfters schon mal kitschig werden kann und einen vergessen lässt, dass die Geschichte von 40-Jährigen handelt und nicht von temperamentvollen 20-Jährigen.

„Things we left behind“ ist ein gelungener Liebesroman, wie man ihn nur noch selten liest und ich kann ihm jeden weiterempfehlen, der mal wieder Lust hat auf etwas kribbeln.

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Veröffentlicht am 21.02.2024

Charm einer guten alten Schullektüre

The Fort
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Kurzmeinung: Überraschender Tiefgang, verdiente Jugendfreundschaften, emotionaler Zusammenhalt - definitiv wert gelesen zu werden.

Auf den ersten Blick noch schwierig einzuschätzen, jedoch wird ...

Kurzmeinung: Überraschender Tiefgang, verdiente Jugendfreundschaften, emotionaler Zusammenhalt - definitiv wert gelesen zu werden.

Auf den ersten Blick noch schwierig einzuschätzen, jedoch wird nach den ersten 1 - 2 Kapiteln schnell klar, dass der Hauptfokus dieser Geschichte auf der Freundschaft der Jungs liegt. Das Fort selbst dient nur als Rückzugsort und um die Geschichte voranzutreiben.

Geschickt und individuell anhand der verschiedenen POV lernt man die einzelnen Hauptcharaktere stetig besser kennen, fast als wäre man selbst Ricky, der schlaue Neuankömmling und (noch) Außenseiter. Und genau wie Ricky schließt man die anderen Kinder mehr und mehr ins Herz und wünscht sich ein gutes Ende für eine überraschend realitätsnahe und berührende Geschichte.

Mit Themen wie häuslicher Gewalt, Zwangsstörung, Scheidung, Erpressung, Gewaltandrohung und elterlicher Vernachlässigung kann die Geschichte zwischendurch schon ein wenig bedrückend wirken. Die schnelle Erzählweise und die teilweise naive und belustigende Art der Kinder helfen jedoch trotzdem ein warmes und gutes Leseerlebnis zu bewahren.

Gelegentlich hätte die Geschichte vielleicht mehr Tiefgang verdient, jedoch erfüllt sie voll und ganz ihren Zweck als Jugendbuch. Leicht verständlich und mit klarem Ziel geschrieben, ist diese Geschichte mit ihren 250 Seiten definitiv empfehlenswert, für Leser, die kurze Jugendgeschichten über Zusammenhalt und Mut lesen wollen.

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