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Veröffentlicht am 30.10.2017

Zauberhaft spannende Fantasygeschichte

Bird and Sword
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„Bird and Sword“ ist der erste Band der Bird-and-Sword-Reihe der Autorin Amy Hamon.

Als kleines Mädchen muss Lark mitansehen, wie ihre vom König Mutter getötet wird, da diese angeblich Magie ausgeübt ...

„Bird and Sword“ ist der erste Band der Bird-and-Sword-Reihe der Autorin Amy Hamon.

Als kleines Mädchen muss Lark mitansehen, wie ihre vom König Mutter getötet wird, da diese angeblich Magie ausgeübt hat. Eigentlich war es Lark, die mit ihren Worten auf ganz zauberhafte Weise Puppen lebendig gemacht hat. Mit letzter Kraft nimmt Larks Mutter ihr - um sie zu schützen - die Worte und Lark verstummt. Ziemlich einsam und von ihrem Vater ignoriert aber wohl behütet durch den Zwerg Boojohni wächst Lark in Covyn auf.
Dreizehn Jahre später taucht König Tiras dort auf und fordert Larks Vater auf ihm als Unterstützung im Kampf gegen die Volgar und zur Verteidigung des Reichs Jeru Soldaten zu schicken. Um dies sicherzustellen nimmt er Lark als Geisel mit. Schon bald entdeckt Lark, dass Tiras ein Geheimnis in sich trägt….

Der Schreibstil der Autorin ist leicht, einfach und gleichzeitig unglaublich poetisch. Berührt und gespannt fliegt man durch die Seiten. Die Macht der Worte ist nicht nur ein Teil der Geschichte, sondern auch ein gut gewähltes Stilmittel von Amy Hamon.

Die Charaktere sind ungewöhnlich, jeder hat etwas Einmaliges mit liebenswerten und fragwürdigen Seiten. Lark ist trotz ihres Schicksals unglaublich stark und wirkt von Anfang an sympathisch. Tiras ist anfangs eher wortkarg und mürrisch, sein Verhalten rätselhaft, aber auch er ist im Laufe der Geschichte zu einem meiner Lieblingscharaktere geworden. Die Beziehung, die zarte Liebe, die sich zwischen den beiden entwickelt, hat etwas Zauberhaftes und Magisches.
Gleichzeitig herrscht der Krieg gegen die Volgar, vor denen Jeru verteidigt werden muss und es kommt immer wieder zu spannenden und blutigen Szenen und Kämpfen. Neben der Verteidigung gegen die Volgar herrscht in Jeru großes Misstrauen gegenüber den Magischen, mit deren Ausrottung Tiras Vater begonnen hat und das die Bevölkerung gerne fortgesetzt sehen möchte.

Einige Szenen sind leider nur kurz angerissen worden und ich hätte gerne mehr Informationen gehabt, aber die wichtigen Dinge wurden alle zufriedenstellend aufgelöst und erklärt.
Besonders gut hat mir der Epilog gefallen, der dem Buch wirklich ein ganz zauberhaftes Ende verliehen hat und die Geschichte perfekt abgerundet hat.

Mein Fazit:
„Bird and Sword“ ist ein magisches Fantasybuch, das es versteht durch seine Worte zu fesseln und zu verzaubern. Ich bin gespannt auf Band zwei.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Fantasie
  • Gefühl
Veröffentlicht am 06.10.2017

Nervenkitzel

Bodyguard - Der Anschlag
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„Bodyguard – Der Anschlag“ ist der 5.Band der Bodyguard-Reihe des Autoren Chris Bradford. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da die Handlung der einzelnen Bände in sich abgeschlossen ...

„Bodyguard – Der Anschlag“ ist der 5.Band der Bodyguard-Reihe des Autoren Chris Bradford. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da die Handlung der einzelnen Bände in sich abgeschlossen ist. Trotzdem ist es nicht verkehrt, sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da einiges aufeinander aufbaut, was aber für das Verständnis nicht zwingend notwendig ist.

Zielgruppe der Reihe sind junge Leser ab 12 Jahre. Im Mittelpunkt steht der junge Bodyguard Connor Reeves, der in der Bodyguard-Organisation ist, um die Pflege seiner MS kranken Mutter zu finanzieren.

In diesem Band muss Connor den Sohn eines russischen Politikers vor der russischen Mafia und einer Geheimorganisation schützen. Da auch alle staatlichen Stellen korrupt sind, befindet sich schon bald auch Connor in höchster Gefahr….
Gleichzeitig beschäftigt ihn noch ein normaler Jugendlicher, der in der Schule gemobbt wird.

Connor ist ein durchweg sympathischer Protagonist. Er hat das Herz am rechten Fleck, unterstützt seine Familie und ist ein Freund, wie man ihn sich wünscht. Unterstützt wird er stets von seinem Kollegen Jason, mit dem er allerdings nicht so ganz immer einer Meinung ist.

Die Spannung baut sich schnell auf. Die unterschiedlichen Perspektiven und Blickwinkel finde ich äußerst die einzelnen Szenen sind gut beschrieben.
Es geht actionreich und ein wenig dramatisch zu. Connor und seine Kollegen passieren immer wieder kleine Fehler, durch die sie in brenzlige Situationen geraten.

Insgesamt fühlte ich mich gut unterhalten. Ein Buch das fesselt und einfach nur Spaß macht, überraschend und spannungsgeladen.

Veröffentlicht am 04.10.2017

Ungewöhnliche Lektüre mit außergewöhnlich interessanten Charakteren

Die Schlange von Essex
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„Die Schlange von Essex“ von der Autorin Sarah Perry ist ein ungewöhnlicher Roman über das viktorianische England im 19. Jahrhundert.

Die Naturwissenschaftlerin Cora Seaborne begibt sich nach dem Tod ...

„Die Schlange von Essex“ von der Autorin Sarah Perry ist ein ungewöhnlicher Roman über das viktorianische England im 19. Jahrhundert.

Die Naturwissenschaftlerin Cora Seaborne begibt sich nach dem Tod ihres Mannes gemeinsam mit ihrem Sohn aus London nach Aldwinter an die Küste. Cora mußte jahrelang unter ihrem Mann leiden, der ihr das Gefühl gab, dass sie als Frau schwach und unzulänglich ist. Das alles will Cora nun hinter sich lassen und erkundet ausgiebig die neue Landschaft. Gerüchteweise hört sie von der Schlange von Essex und begibt sich neugierig auf die Suche.
Dabei trifft sie auf den Pfarrer William Ransome, den sie schon aus Briefen kannte und eine vollkommen andere Vorstellung hatte, die auf Gegenseitigkeit beruhte. Langsam entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden und sie nähern sich an….

Cora ist eine ungewöhnliche Frau. Nach der „Befreiung“ von ihrem Mann lässt sie alles hinter sich und beginnt ein neues und unangepasstes Leben. Sie wirkt dabei ausgesprochen sympathisch und authentisch. Sie ist wissenshungrig und kann nicht nachvollziehen, dass dem Pfarrer – ein gebildeter Mann - die kleine Gemeinde genug ist. Die Gespräche zwischen den beiden sind einfach erfrischend. Obwohl sie oft vollkommen gegensätzlich Ansichten haben, spürt man beim Lesen die Anziehungskraft zwischen den beiden. Die Charaktere werden in einer ungewöhnlichen Tiefe beschrieben.

Ursprünglich hatte ich den Schwerpunkt des Buches mehr bei der Wissenschaft und der Religion gesehen. Aber mir scheint, die Autorin hat viel mehr Wert auf die Charaktere und deren Entwicklung gelegt und die Handlung ist dabei ein wenig in den Hintergrund gerückt. Es war ein Mix aus Freundschaft, Liebe, Religion, Wissenschaft und Geheimnissen, den ich einfach unglaublich fesselnd fand. Die viktorianische Zeit wird dabei von einer eher unbekannten aber lohnens- und lesenswerten Seite beschrieben.

Abschließend kann ich sagen, komplett anders als erwartet, aber durch unerwartete Wendungen und dank einer wundervollen Protagonistin tolle Unterhaltung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Figuren
  • Originalität
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 01.10.2017

Ungewöhnlich und spannend

Die Party
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„Die Party“ der Londoner Autorin Elizabeth Day ist der erste Roman, der auf Deutsch erschienen ist.

Ben und Serena sind in der Gesellschaft oben angekommen und genießen das Leben der High Society. Seinen ...

„Die Party“ der Londoner Autorin Elizabeth Day ist der erste Roman, der auf Deutsch erschienen ist.

Ben und Serena sind in der Gesellschaft oben angekommen und genießen das Leben der High Society. Seinen 40. Geburtstag möchte Ben groß feiern. Mit dabei sind sein bester Freund Martin und seine Frau Lucy. Martin ist das Gegenteil von Ben. Er ist Einzelgänger und in traurigen Verhältnissen ohne viel Liebe groß geworden. Seinen Vater hat er nie kennengelernt und
das Verhältnis zu seiner Mutter ist alles andere als gut. Für Martin gibt es nur einen Menschen: Ben. Sein ganzes Leben hat er darauf ausgerichtet Ben zu gefallen. Er imitiert ihn, versucht ihm nahe zu sein und hat außerdem in der Vergangenheit Ben geschützt, um auch von dessen Familie akzeptiert zu werden…

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und wirken durchaus nicht alles sympathisch –im Gegenteil. Martin- durch seine Kindheit geprägt – ist viel zu fixiert auf Ben. Ben sind sein Erfolg und sein Geld zu Kopf gestiegen. Lucy hingegen, die ich anfangs eher unauffällig fand, hat sich im Laufe des Romans positiv entwickelt.

Der Schreibstil von Elizabeth Day ist ungewöhnlich, interessant und ausgesprochen abwechslungsreich. Sie wechselt zwischen der Party, der Vergangenheit der Protagonisten Ben und Martin und den Tagebuchnotizen von Lucy.

Dieser kritische Gesellschaftsroman regt zum Nachdenken an und ist dabei so spannend geschrieben, dass man bis zum Ende nicht weiß, worauf es hinauslaufen wird. Die einfache Möglichkeit von Intrigen und soziale Ungerechtigkeiten werden deutlich und wirken erschreckend real.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle Leser, die gerne einmal etwas abseits vom Mainstream lesen möchten.


Veröffentlicht am 11.09.2017

Zauberhaft und poetisch

Die Phantasie der Schildkröte
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„Die Phantasie der Schildkröte“ der Autorin Judith Pinnow ist eine wunderbare Geschichte, die berührt und verzaubert.

Edith ist inzwischen Mitte 40 arbeitet bei einer Versicherung und führt ein sehr ...

„Die Phantasie der Schildkröte“ der Autorin Judith Pinnow ist eine wunderbare Geschichte, die berührt und verzaubert.

Edith ist inzwischen Mitte 40 arbeitet bei einer Versicherung und führt ein sehr durchstrukturiertes, geordnetes und zurückgezogenes Leben. Sie lebt alleine in einer kleinen Wohnung in Köln und hat einige Zwänge entwickelt, die schon fast krankhaft wirken. Als sie ein kleines 10-jähriges Mädchen -Schneewittchen – im Aufzug kennenlernt, stellt diese - mit ihrer frischen und quirligen Art - Ediths Leben auf den Kopf. Schneewittchen stellt ihr skurrile Aufgaben, durch die sich Edith mehr auf andere Menschen einlassen muss. Mit diesen Aufgaben beginnt sich langsam etwas in Edith zu verändern….

Judith Pinnow beschreibt ihre Charaktere sehr liebevoll, vielschichtig und einfühlsam. Dabei sind die Figuren in ihren Persönlichkeiten sehr unterschiedlich und detailreich beschrieben.
Die Veränderungen von Edith, wie sie langsam aus ihrem Schildkrötenpanzer herauskommt, lässt sich gut nachvollziehen. Auch die Menschen, die Edith kennenlernt und ihre Mutter wirken authentisch und es wird deutlich, warum Edith so geworden ist, wie sie ist.
Schneewittchen und ihre ungewöhnlichen Einfälle sind amüsant und man muss sie einfach lieb haben. Mit viel Charme und Phantasie bombt sie sich in Ediths Leben und es entstehen magische Momente.

Aber das Buch bietet mehr als gute Unterhaltung. Es regt zum Nachdenken an, wie sehr einen Erlebnisse in der Kindheit und andere Menschen prägen und wie schwierig es ist, sich aus festgefahrenen Bahnen herauszubewegen.

Die Botschaft des Buches hat die Autorin in einem poetisch und gleichzeitig, lockeren und leichten Schreibstil vermittelt, so dass es sich schnell und einfach lesen lässt.

Das Cover ist durch die glitzernden Elemente ein toller Eyecatcher und die Gestaltung ist so zauberhaft wie das gesamte Buch.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, phantasievoll und mit Herz geschrieben, ist es ein rundum gelungener und lesenswerter Roman.