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Veröffentlicht am 29.02.2024

Einfühlsamer Auftakt über junge Genies, Vertrauen und große Gefühle

Lakestone Campus of Seattle, Band 1 - What We Fear
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Lakestone Campus of Seattle - what we fear ist der Auftakt der neuen Trilogie von Alexandra Flint. Harlow setzt sich als Hackerin für den guten Zweck ein. Als sie allerdings das Bankkonto eines Milliardärs ...

Lakestone Campus of Seattle - what we fear ist der Auftakt der neuen Trilogie von Alexandra Flint. Harlow setzt sich als Hackerin für den guten Zweck ein. Als sie allerdings das Bankkonto eines Milliardärs hackt und bestiehlt, um eine überlebenswichtige Operation für ihren kleinen Bruder Brax bezahlen zu können, fliegt sie auf und droht verurteilt zu werden.
Professor Abbot, Leiter des Lakestone, bietet ihr einen Ausweg: als Studentin an seine Universität zu kommen. Als Strafe soll sie Sozialstunden ableisten. Sie findet dort schnell Freunde, wobei Literaturstudent Zack vielleicht auch mehr als das werden könnte.

Der Schreibstil von Alexandra Flint ist leicht und angenehm zu lesen. Die Geschichte wird abwechselnd über Harlow und Zack in der Ich-Perspektive geschrieben, wodurch wir beide Protagonist*innen gut kennen und schnell lieben lernt.

Harlow und Zack sind beide sehr sympathisch und haben ihr Herz am rechten Fleck. Ihr Handeln ist von Leidenschaft und Liebe motiviert und sie machen durchaus Fehler, was sie nahbar und authentisch macht. Auch die freundschaftlichen Beziehungen sind gut ausgearbeitet und die Nebencharaktere bekommen ebenfalls Tiefe.
Das Zwischenmenschliche und die Emotionen der Hauptcharaktere sowie die Freundschaften konnten mich sehr berühren.

Da sowohl Harlow als auch Zack mit seiner Vergangenheit und seinem Gendefekt, weswegen er mit Vorurteilen und Ablehnung zu kämpfen hat, beide ihr Päckchen zu tragen haben, werden zum Teil schwere Thematiken verarbeitet. Dies wird aber einfühlsam und sensibel behandelt. Trotzdem ist es gegebenenfalls ratsam, die Triggerwarnung zu lesen.

Die Handlung empfand ich durch die Hacker Thematik ebenfalls unerwartet spannend und sie konnte mich durchweg fesseln. Harlow wird von ihrem ehemaligen Hackernetzwerk bedroht und erpresst und muss sich dem stellen, um die Bedrohung abzuwenden.

Das Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Dies war mein erster Roman der Autorin und der einfühlsame und fesselnde Schreibstil konnte mich überzeugen, noch weitere Romane von Alexandra Flint zu lesen. Auf die Hacker Thematik hatte ich mich auch sehr gefreut und wurde nicht enttäuscht.
Eine Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 29.02.2024

Nervenaufreibend, fesselnd und intelligent

Yellowface
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Yellowface von Rebecca F. Kuang war für mich die most anticipated Neuerscheinung für das Frühjahr 2024 und ich bin nicht enttäuscht worden. Der Roman handelt von Gegebenheiten und Abgründen der Verlagsbranche, ...

Yellowface von Rebecca F. Kuang war für mich die most anticipated Neuerscheinung für das Frühjahr 2024 und ich bin nicht enttäuscht worden. Der Roman handelt von Gegebenheiten und Abgründen der Verlagsbranche, Rassismus und dem Kampf um die eigenen Träume und Erfolge.

June Hayward und Athena Liu feiern Athenas Vertrag zur Buchverfilmung mit Netflix, als Athena plötzlich bei einem Unfall in ihrer Wohnung verstirbt. June schnappt sich in ihrer Panik das neue, unveröffentlichte Manuskript von Athena und entscheidet sich dazu, dies zu überarbeiten und unter ihrem Namen zu veröffentlichen. Das größte Problem neben dem offensichtlichen Diebstahl des Manuskripts ist, dass June sich damit einen Teil der asiatisch- amerikanischen Geschichte als weiße Frau aneignet und damit das Trauma, welches sie selber nicht nachempfinden kann für ihren eigenen Erfolg und ihr finanzielles Interesse ausbeutet. Und so beginnt eine Geschichte voller Lügen, moralischer Verfehlungen, Erfolgswahn und über die Einflüsse der sozialen Medien.

June blickt als Protagonistin durch einen Schleier von Neid und Missgunst auf Athena, die, im Gegensatz zu June, als Autorin erfolgreich ist und entwickelt im Laufe der Handlung eine immer ausgeprägtere Besessenheit von ihr. Ihre Gedankenwelt ist dabei gespickt von (internalisierten) Rassismus und so sieht sie sich selbst als Opfer der “Cancel Culture”, als sie zurecht online für ihre Aneignung chinesischer Kultur und Geschichte kritisiert wird. Ich finde die Verknüpfung der Themen sehr passend, zeitgemäß und absolut wichtig anzusprechen. Es ist nicht mehr nur ein Gefühl, dass sich unsere Gesellschaft aktuell immer weiter nach rechts verschiebt und dabei der Hass auf Minderheiten größer wird. Ich bin sehr dankbar für diese Geschichte und auch die positive Aufmerksamkeit, die das Buch aktuell bekommt.

Der Blickwinkel, den die Autorin mit June als Protagonistin einnimmt finde ich bemerkenswert, da sie ihre eigene Existenz damit einem Blick der Abwertung und Diskriminierung unterzieht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie eigene Erfahrungen mit einfließen ließ und im Zuge dessen kritisiert.

Für mich war Yellowface der erste Roman, den ich von Rebecca F. Kuang gelesen habe und ich werde auch ihre anderen Werke noch lesen, denn dieser Roman konnte mich voll und ganz von sich überzeugen. Angefangen mit dem angenehmen und fesselnden Schreibstil bis zu den wichtigen Themen, die bearbeitet werden, hat für mich alles perfekt zusammengepasst. Trotz dessen, dass wir als Leser*innen einen sehr negativen Blickwinkel und unsympathische Charaktere kennenlernen, hat mich Yellowface von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen. Bis zum Schluss hatte ich keine Idee, bzw. eigentlich zu viele, wie die Geschichte enden könnte und ich wurde zuletzt wirklich nochmal überrascht und schockiert.

Eine große Empfehlung von mir. Ich denke jeder sollte dieses Buch gelesen haben.
Lese- und wahrscheinlich sogar Jahreshighlight!

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Veröffentlicht am 22.02.2024

Romantic Suspense voller Geheimnisse und knisternder Gefühle

Schattenwede – Folge mir nicht
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“Schattenwede - Folge mir nicht” ist der erste Band einer Trilogie von Corinna Kalla im Selfpublishing. Die Protagonistin Nora ist Journalistin und macht in ihrer Freizeit Kampfsport. Als ihr Chef ihr ...

“Schattenwede - Folge mir nicht” ist der erste Band einer Trilogie von Corinna Kalla im Selfpublishing. Die Protagonistin Nora ist Journalistin und macht in ihrer Freizeit Kampfsport. Als ihr Chef ihr einen ausbeuterischen Vertrag andrehen will, schmeißt sie den Job und trifft kurz darauf auf den geheimnisvollen “Tony”, der viel zu unverschämt, gutaussehend und reich ist. Doch “Tony” möchte ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen und nach einem zufälligen zweiten Aufeinandertreffen zeigt auch er Interesse. Als die beiden sich aber näherkommen, verschwindet “Tony” plötzlich scheinbar spurlos und Nora begibt sich auf die Suche nach ihm, wobei ihr ihre journalistischen Recherchefähigkeiten und ihre Kampfsporterfahrung zugutekommen. Es beginnt eine spannungsgeladene Verfolgungsjagd voller Geheimnisse, Action, knisternder Momente und einem kleinen Fantasy-Aspekt, der sich unterschwellig durch das gesamte Buch zieht.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig zu lesen und durchzogen von humorvollen, sarkastischen Dialogen und Schlagabtauschen. Dadurch ist die Sprache zum Teil etwas vulgärer, umgangssprachlich und sehr direkt, was ich erfrischend und unterhaltsam fand.
Dies ist nicht zuletzt Nora geschuldet, die kein Blatt vor dem Mund nimmt und sehr schlagfertig ist. Nora ist insgesamt eine starke Protagonistin, die ihre Prinzipien und Motive hat und sich von nichts abbringen lässt, was sie sich einmal in den Kopf gesetzt hat.
“Tony” ist ebenfalls ein starker Charakter, der auf den ersten Blick mit seinen Statussymbolen und One Night Stands oberflächlich wirkt. Verborgen hinter Geheimnissen und Distanz verbirgt sich aber noch viel mehr, was er nicht zuletzt vor sich selbst zu verstecken versucht. Im Umgang mit Nora zeigt sich, dass er charmant und zuvorkommend sein kann, aber genauso gut auch den unverschämten Macho raushängen lassen kann, womit er auch bewusst spielt.
Die Spannung zwischen den beiden Protagonisten ist richtig toll geschrieben und kaum auszuhalten. Dadurch geriet man förmlich in einen Sog und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, was ich in letzter Zeit nicht mehr so häufig beim Lesen hatte. Da in dem Buch auch explizite Szenen beschrieben werden, werden Fans von Spice hier auf ihre Kosten kommen. Ich bin bei dem Thema eher pingelig, fand dies aber erfrischend gut geschrieben und gar nicht unangenehm. Die Dosierung hat für mich genau gestimmt und der Spice hat zur Geschichte gepasst.
Neben der knisternden Anziehung zwischen Nora und “Tony” konnte mich auch die spannende Handlung in ihren Bann ziehen und war auf vielen verschiedenen Ebenen fesselnd.

“Schattenwede - Folge mir nicht” ist für mich definitiv ein Highlight geworden. Das Genre Romantic Suspense mit einem kleinen Fantasy-Aspekt hat für mich richtig gut funktioniert und hatte definitiv einen Suchtfaktor. Da ich das Buch als eBook gelesen habe, musste ich es mir direkt als Print, zusammen mit Band 2, bestellen, um es in mein Regal stellen zu können. Gerade gibt es Band 1&2 sogar mit Farbschnitt im Shop der Autorin zu kaufen. Auch wenn das Buch nicht mit einem Cliffhanger endet, möchte ich den zweiten Teil am liebsten direkt im Anschluss verschlingen und kann es kaum erwarten, dass meine Ausgabe bei mir ankommt.

Eine riesige Empfehlung von meiner Seite, besonders an Romance Lesende, die ein wenig Spice vertragen und mehr als nur Romance lesen möchten und Thrill und Mystery suchen. Und eine Empfehlung an Lesende, die sich vielleicht noch nicht an Fantasy herantrauen, dies aber gerne einmal probieren möchten.
Gebt der Autorin eine Chance, es lohnt sich wirklich sehr!

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Veröffentlicht am 12.02.2024

Workbook zur Persönlichkeitsentwicklung

Your Shadow Self
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Your Shadow Self ist ein Journal und bereits das dritte Werk von Nina Brockmann, die auf Instagram als @the.gnani aktiv ist. Das Journal wird mit einer Einleitung über Schattenarbeit begonnen und führt ...

Your Shadow Self ist ein Journal und bereits das dritte Werk von Nina Brockmann, die auf Instagram als @the.gnani aktiv ist. Das Journal wird mit einer Einleitung über Schattenarbeit begonnen und führt durch ganz viele Aufgaben, die dir dabei helfen, dich besser kennenzulernen. Somit erhält man Denkanstöße, wie man beispielsweise negative Glaubenssätze und Verhaltensmuster ablegen kann, um sein verletztes inneres Kind zu heilen.

Jede Aufgabe wird dabei kurz eingeleitet und man hat direkt im Buch (meist) genügend Platz, diese zu bearbeiten und weiterführende Gedanken aufzuschreiben. Dabei werden zum Beispiel die übergeordneten Themen Kindheit, Achtsamkeit und Selbstliebe bearbeitet.

Your Shadow Self ist eher als spirituelles Workbook zu verstehen, ich selber habe es aber gut als Ergänzung zu meiner Psychotherapie nutzen können, da die Arbeit mit dem inneren Kind und Achtsamkeit auch dort eine große Rolle bei mir spielen. Es kann generell durchaus hilfreich sein, sich mit dem Thema schon mehr beschäftigt zu haben, das Buch ist meiner Meinung nach aber trotzdem auch für Neulinge geeignet, die dem Thema in Zukunft mehr Beachtung schenken und sich gerne weiterentwickeln möchten.

Aufmerksam auf das Buch bin ich erstmals durch die schöne Gestaltung geworden. Es handelt sich um ein hochwertig gearbeitetes Hardcover, die Verzierungen auf dem Cover sind aus Goldfolie und wirken sehr edel. Auch die Aufmachung im Inneren spricht mich sehr an und hat mich direkt motiviert, weiter an mir zu arbeiten. Der Buchsatz und die grafischen, spirituellen Verzierungen empfinde ich als sehr ästhetisch und clean, sodass man seine Konzentration auf die Bearbeitung der Aufgaben legen kann. Zwischendurch sind immer wieder inspirierende Zitate eingefügt, die das Ganze abrunden.

Von mir eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 10.02.2024

Musik, Tanz und Träume

Crashing Symphonies
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Der Debütroman “Crashing Symphonies” von Elisa Stecker erzählt eine Geschichte über Selbstverwirklichung. Dass man die Stärke haben muss, seine inneren Barrieren zu überwinden, um letztendlich seine Träume ...

Der Debütroman “Crashing Symphonies” von Elisa Stecker erzählt eine Geschichte über Selbstverwirklichung. Dass man die Stärke haben muss, seine inneren Barrieren zu überwinden, um letztendlich seine Träume zu leben. Eingebettet ist dies in das Setting einer Elite Academy für Musik und Tanz.

Smilla ist die Tochter des renommierten Komponisten Birger Lundström und selbst als Studentin für klassisches Klavier an der Australian Academy of Dramatic Arts und Music. Dort steht sie wegen ihres Namens unter ständiger Beobachtung und hat mit dem großen Druck zu kämpfen, der auf ihr lastet. Als sie für ein Projekt mit dem Tänzer Mile zusammenarbeiten muss, der so ganz anders ist als sie, fängt ihre Mauer an zu bröckeln und sie muss entscheiden, ob ihr Traum und die Liebe es wert sind, um sie zu kämpfen.

Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Besonders herausragend fand ich, dass ich beim Lesen die Emotionen von Smilla so gut und stark nachempfinden konnte. Dabei beschreibt auch der Titel passend die emotionale Ebene des Buches, denn als Leser erlebt man selbst eine emotionale Reise verschiedener kollidierender Symphonien. Das Thema Angst war sehr authentisch umgesetzt und hat das Buch zu einer durchaus intensiven Leseerfahrung gemacht.

Mile ist erstmal ein eher mysteriöser Charakter, hat sich aber mit seiner empathischen und einnehmenden Art von Kapitel zu Kapitel in mein Herz geschlichen. Beide Protagonisten sind nicht perfekt, entwickeln sich aber enorm weiter und sind bereit, ihre Fehler einzugestehen.

Nicht zuletzt trägt auch der Schreibstil zu der hohen Emotionalität des Buches bei. Die Autorin nutzt verschiedene Stile, die die unterschiedlichen Szenen perfekt unterstreichen und somit umso greifbarer machen. So haben mich die Momente zum Teil atemlos gemacht, beflügelt oder mit lebhaftem Kopfkino zurückgelassen. Es gab so viele schöne Momente, in denen ich mitfiebern konnte und die sich nachhaltig bei mir eingeprägt haben.
Die Thematik rund um die Musik und das Tanzen war wirklich toll umgesetzt und schön beschrieben. Ich habe noch nicht allzu viele, aber doch einige Bücher über das Thema gelesen und keines konnte mich bisher so fesseln und mitreißen wie dieses.

Alles in allem ist “Crashing Symphonies” ein wirklich fantastisches Buch und umso großartigeres Debüt, dem ich auch den ein oder anderen kleineren Fehler verzeihen kann. Eine große Empfehlung!

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