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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2024

Leichte Liebesgeschichte mit viel Spice

Not Worth Saving
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„Not Worth Saving“ ist der Auftakt einer Dilogie von Marie Niebler aus dem Jahr 2024. Brookes Vater hatte auf seinem Hof einen Unfall und liegt im Krankenhaus. Um ihren Bruder bei der Arbeit zu unterstützen, ...

„Not Worth Saving“ ist der Auftakt einer Dilogie von Marie Niebler aus dem Jahr 2024. Brookes Vater hatte auf seinem Hof einen Unfall und liegt im Krankenhaus. Um ihren Bruder bei der Arbeit zu unterstützen, reist sie zurück in ihren Heimatort in Neuseeland, wo sie jedoch nicht sonderlich liebevoll empfangen wird. Ihr Bruder straft sie mit Ignoranz oder Sticheleien. Einzig sein bester Freund Noah, der ebenfalls zur Unterstützung angereist ist, begegnet Brooke unvoreingenommen. Zwischen den beiden fliegen bereits bei ihrer ersten Begegnung die Funken und Brooke wird auch direkt deutlich, was sie gerne mit ihm anstellen würde. Auch Noah ist mehr als interessiert an der Rothaarigen, will jedoch sein gutes Verhältnis zu ihrem Bruder nicht gefährden. Auch Brooke, die sich eine Annäherung an ihre Familie erhofft, weiß genau, dass diese Verbindung vermutlich der letzte Tropfen wäre, dass ihr Bruder sie für alle Zeit aus seinem Leben streicht. Dennoch ist da die Anziehung der beiden Hauptcharaktere, die sich nicht leugnen lässt und im Laufe des Buches immer stärker wird.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist sehr kurzweilig und flüssig geschrieben. Durch die Geheimnisse, die beide mit sich herumtragen, und die in Rückblenden nach und nach angedeutet werden, erhält das Buch eine gewisse Tiefe, die sich jedoch nicht unbedingt komplett durchsetzt. Nach einer gewissen Zeit konzentriert sich die Handlung hauptsächlich auf das Zwischenmenschliche von Noah und Brooke. Es hat mir sehr gut gefallen, dass die Protagonistin so forsch ist, was das Thema Sex betrifft. Zu oft hat man mittlerweile die Konstellation des schüchternen Mädchens und des heißen Überfliegers gelesen. So ist dieses Buch eine willkommene Abwechslung.

Leider hat es mir auch nicht gefallen, dass der Vater, der sich wochenlang im Krankenhaus befindet, so wenig thematisiert wird. Auch hier wird eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung angedeutet, aber so richtig versteht man nicht, was es damit auf sich hat. Nur der ständige Konflikt der Geschwister bekommt Raum und nimmt fast das gesamte Buch ein. Immer wieder wird Brooke vor den Kopf gestoßen, egal wie sehr sie sich anstrengt. Das ist nach eine Weile etwas anstrengend.
Das größte Manko ist, dass das Buch mitten in einem riesigen Cliffhanger endet und man so viele Fragen nicht beantwortet bekommt. Natürlich ist es aus Marketinggründen schlau, weil man gezwungen ist, sich den zweiten Band zuzulegen. Als Leser finde ich das allerdings nervig.
Das Cover ist der Farbschnitt sind extrem schön und ein echter Hingucker im Bücherregal.
Es ist eine schöne, kurzweilige Geschichte, die spannende Lesestunden beschert. Jedoch fehlt ihr die Tiefe und viele Dinge sind unnötig in die Länge gezogen.

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Veröffentlicht am 05.03.2024

Der Kanzler auf Mörderjagd

OLAF ERMITTELT – Der Kanzler-Krimi
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Olaf ermittelt ist ein Roman von Wolfgang Hofer auf dem Jahr 2024. Es geht um Olaf Scholz, unseren allseits bekannten Bundeskanzler, der Gefallen daran findet, Mordfälle zu lösen.
Olaf stolpert beim Joggen ...

Olaf ermittelt ist ein Roman von Wolfgang Hofer auf dem Jahr 2024. Es geht um Olaf Scholz, unseren allseits bekannten Bundeskanzler, der Gefallen daran findet, Mordfälle zu lösen.
Olaf stolpert beim Joggen zufällig über eine Leiche und ist so fasziniert von der Detektivarbeit, dass er sich in den Fall stürzt. Unterstützung erhält er von seiner Frau Britta, einem Kripobeamten und noch einigen anderen, teilweise skurrilen, Persönlichkeiten.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Kapitel sehr kurz gehalten sind, weshalb man das Buch problemlos nach einigen Seiten weglegen kann, ohne den Faden zu verlieren. Schön fand ich es außerdem, dass jedes Kapitel mit einem Zitat überschrieben ist, dass die Handlung einrahmt.
Das Cover ist ein absoluter Knaller. Auf den ersten Blick ist der Protagonist zweifelsfrei zu erkennen und es verspricht, eine lustige, kurzweilige Geschichte zu werden.
Das Buch ist sehr witzig und mit Charme geschrieben. Auch die Seitenhiebe auf andere Politiker fand ich witzig und erfrischend. Leider nutzt sich das im Laufe des Buches immer mehr ab und ungefähr ab der Hälfte wird es sehr langatmig. Auch fehlte mir die Tiefe der Charaktere und Umgebungen, sodass ich Probleme hatte, mich in die Situationen richtig hineinzudenken.
Immer wieder fühlte ich mich an David Safiers „Miss Merkel“ erinnert. Selbst der kleine Hund, der nach einem (Ex-)Staatsmann benannt wurde, stimmt überein. Leider kommt dieses Buch qualitativ nicht an Safiers Werke heran, die ich im Rekordtempo direkt zum Erscheinungsdatum verschlungen habe.
Zusammenfassend bleibt zu erwähnen, dass es eine schöne, kurzweilige Geschichte ist, die jedoch rasch farblos wirkt. Außerdem ist das Ende sehr an den Haaren herbeigezogen.

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Veröffentlicht am 01.03.2024

ein außergewöhnliches Buch

Climate Action
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Das Buch „Climate Action“ von Christian Linker stammt aus dem Jahr 2024 und ist ein eher ungewöhnliches Buch. Hier handelt es sich um eine interaktive Lektüre zum Thema „Klima-Aktivismus“, bei dem man ...

Das Buch „Climate Action“ von Christian Linker stammt aus dem Jahr 2024 und ist ein eher ungewöhnliches Buch. Hier handelt es sich um eine interaktive Lektüre zum Thema „Klima-Aktivismus“, bei dem man selbst entscheiden kann, wie die Geschichte weitergeht. Jede Entscheidung sorgt für ein völlig neues Leseerlebnis und man kann das Buch somit problemlos mehrfach lesen, ohne sich zu langweilen.
Die Geschichte beginnt damit, dass ein Mädchen im Bus heimlich einem Fremden ihr Tagebuch zusteckt. Durch dieses Tagebuch erfährt man, dass das sie Pauline heißt und sich mit zwei Freunden für den Klimaschutz engagiert. Ab einem gewissen Punkt sind die Kapitel so gestaltet, dass man immer am Ende Entscheidungsmöglichkeiten hat, wie die Geschichte weitergehen soll, um dann an die entsprechende Seite zu blättern.
Die Geschichte ist wirklich gut durchdacht und hochaktuell. Man kann so einen Einblick in das Denken der Klimaaktivisten gewinnen. Vielleicht bringen so Skeptiker auch ein wenig mehr Verständnis auf. Kritisch muss jedoch die Sprache betrachtet werden. Das Buch wurde von einem Erwachsenen geschrieben, noch dazu von einem Geistlichen. Daran ist natürlich nichts abwertendes, jedoch gewinnt man den Eindruck, dass die Jugendsprache ein wenig krampfig wirkt. Als wöllte der Autor unbedingt cool und abgeklärt wirken. Außerdem hat mir auch die Tiefe der Charaktere gefehlt und so konnte ich mich komplett auf das Buch einlassen.
Alles in allem kann ich das Buch jedoch jedem empfehlen, der sich für den Klimaschutz interessiert oder ein Erlebnis beim Lesen haben möchte.

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Veröffentlicht am 03.12.2024

Ein Sturm, der alles verändert

Dem Sturm entgegen
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Die Ärztin Enya kommt zufällig in einer stürmischen Nacht zu einem Unfallort mit Fahrerflucht, an dem ein Junge angefahren wurde. Sie leistet erste Hilfe und der Junge kommt ins Krankenhaus. Obwohl sie ...

Die Ärztin Enya kommt zufällig in einer stürmischen Nacht zu einem Unfallort mit Fahrerflucht, an dem ein Junge angefahren wurde. Sie leistet erste Hilfe und der Junge kommt ins Krankenhaus. Obwohl sie als Ärztin solche Situationen kennen müsste, stürzt sie diese Begegnung in eine tiefe Krise und sie beginnt, ihr gesamtes Leben zu hinterfragen. Sie trennt sie von ihrem Mann und beginnt ein neues Leben am anderen Ende des Landes.

Noch nie habe ich mich so schwer damit getan, eine Rezension abzugeben. Einerseits war ich beeindruckt von Enya und ihrem Willen, ein glückliches Leben zu führen. Andererseits waren ihre depressiven Phasen sehr gewöhnungsbedürftig und mehr als einmal hatte ich das Bedürfnis, sie richtig durchzuschütteln, damit sie aufhört zu jammern und endlich Aktionen für sich sprechen lässt. Man hatte das Gefühl, dass sie sich ständig selbst im Weg steht. Von ihrer Hausverwalterin fange ich lieber gar nicht erst an. Auch der Part mit dem Rag Tree nimmt meiner Meinung nach zu viel Raum ein und ist eher störend für den Lesefluss. Ja, es gehört zur irischen Mythologie, aber das wurde wirklich mehr als ausreichend thematisiert. Das Damoklesschwert, das permanent über Enya hängt, war für meinen Geschmack auch zu viel. Ihre Mutter ist nämlich mit 47 gestorben und nun hat die Protagonistin die grundlose Angst, dass sie ebenfalls in diesem Alter stirbt.

Das Ende war meiner Meinung nach zu schnell. Man bekam das Gefühl, es sollte schnell abgehandelt werden, damit man sich mehr auf das Seelenleiden der Protagonistin konzentrieren kann

Insgesamt war mir das Buch einfach zu viel: zu viel Gejammer, zu viel Mythologie, zu viel Hippieflair, zu viele Schuldgefühle

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Gruselig und düster

Play of Hearts
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In Evies Familie beherrscht Magie. Dies ist jedoch der Grund, dass sie vor den Normalsterblichen gemieden und verteufelt werden. Die Angst davor und die Tatsache, dass sie ein Beerdigungsinstitut betreiben ...

In Evies Familie beherrscht Magie. Dies ist jedoch der Grund, dass sie vor den Normalsterblichen gemieden und verteufelt werden. Die Angst davor und die Tatsache, dass sie ein Beerdigungsinstitut betreiben und mit ihnen der Tod einhergeht. Da Evie ein sehr einsames Leben ohne Gleichaltrige fristet, ist es ihr größter Wunsch, endlich einen Freund zu finden. Dieser Wunsch wird ihr von einem verzauberten Spiegel erfüllt. Jedoch nicht ohne Preis, den ab sofort stirbt jedes Lebewesen, dass sie auch nur kurz berührt. Als sie an ihrem 18. Geburtstag Arthur kennenlernt und sich in ihn verliebt, scheint sich alles zu ändern – bis das Chaos ausbricht..

Ich konnte dem Buch leider überhaupt nichts abgewinnen. Was andere als poetisch empfinden, war für mich nur anstrengend. Diese ewigen Umschreibungen, die langgezogenen und visualisierten Gefühle beispielsweise. Auch empfand ich den Jahrmarkt nicht als magisch, sondern einfach nur gruselig und düster – jedoch nicht auf die gute, spannende Art. Auch die Reaktionen untereinander waren gewöhnungsbedürftig. Evies Familie macht da keine Ausnahme. Beim Lesen hatte ich ständig das Bild der Adams Family vor Augen.

Das Buch mag seine Liebhaber finden, leider gehöre ich jedoch nicht dazu

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