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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2024

Super Einstieg für Justizthriller Viel Stoff zum Nachdenken

Corpus Delicti
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"Corpus Delikti" ist ein spannender Justizthriller, der sich um einen mysteriösen Mordfall dreht. Doch was das Buch wirklich auszeichnet, ist nicht nur die Handlung, sondern auch die tiefgründige Auseinandersetzung ...

"Corpus Delikti" ist ein spannender Justizthriller, der sich um einen mysteriösen Mordfall dreht. Doch was das Buch wirklich auszeichnet, ist nicht nur die Handlung, sondern auch die tiefgründige Auseinandersetzung mit ethischen Fragen und dem Rechtssystem selbst.Innerhalb der Handlung wird erforscht, wie ein perfektes Rechtssystem aussieht. was ist der perfekte Ausgleich zwischen Sicherheit und Freiheit?

Die Charaktere sind brillant ausgearbeitet und fühlen sich unglaublich real an. Besonders beeindruckend ist Mia, die durch den Rechtsstreits ihres Bruders die Skrupellosigkeit des Staates erfährt. Sie ist gespalten zwischen dem Vertrauen in den Charakter ihres Bruders und ihrer Staatstreue. Ihre innere Zerrissenheit und moralische Zwiespältigkeit machen sie zu einer äußerst fesselnden Protagonistin.

Juli Zeh gelingt es meisterhaft, die Komplexität des Rechts und die Grauzonen der menschlichen Moral zu erkunden, ohne dabei den Spannungsbogen zu vernachlässigen. Ihre klare und präzise Sprache macht das Buch zu einem wahren Pageturner, der mich bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Insgesamt kann ich "Corpus Delikti" jedem empfehlen, der gerne anspruchsvolle Literatur mit einer packenden Handlung und einer tiefgründigen Botschaft liest. Juli Zeh beweist einmal mehr ihr Talent als Autorin mit einem juristischen Hintergrund und liefert mit diesem Buch einen weiteren Meilenstein in ihrem beeindruckenden Werk ab.

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Veröffentlicht am 15.02.2024

Ein voraussehbarer Vampir-Internats-Liebesroman

Crave
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ch habe das Buch gelesen, weil ich ihm auf Bookstagram und Booktok gar nicht mehr entkommen konnte. Ich habe nicht viel erwartet und wurde trotzdem irgendwie enttäuscht.

Die Charaktere in Crave sind ...

ch habe das Buch gelesen, weil ich ihm auf Bookstagram und Booktok gar nicht mehr entkommen konnte. Ich habe nicht viel erwartet und wurde trotzdem irgendwie enttäuscht.

Die Charaktere in Crave sind definitiv eine Stärke des Buches, aber ich muss zugeben, dass ich Grace manchmal als etwas flach empfand. Ihre Entwicklung war nicht so tiefgehend, wie ich es mir gewünscht hätte, und ich hatte Schwierigkeiten, mich wirklich mit ihr zu identifizieren. Auch die Vorhersehbarkeit einiger Handlungselemente hat mich ein wenig enttäuscht. Trotzdem konnte mich die fesselnde Atmosphäre und die überraschenden Wendungen über weite Strecken des Buches hinwegziehen (ich stelle mir das Internat sooo schön vor, Dark Academia Vibes).

Was mir besonders gefallen hat, war die erfrischende Neuinterpretation des Vampirgenres. Tracy Wolff hat es geschafft, den altbekannten Tropen neue Leben einzuhauchen und eine Welt zu schaffen, die sowohl vertraut als auch einzigartig ist.

Alles in allem ist Crave ein Roman für Vampirroman-Liebhaber, die einen Roman ohne viel Tiefe und anstrengendes Wortbuilding lesen wollen. Das Buch hat definitiv seine Schwächen und ich habe es aber trotzdem gerne gelesen, um herauszufinden, wie es ausgeht.

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Veröffentlicht am 04.03.2024

Der Weg ist hier das Ziel

Schwestern in einem anderen Leben
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Ich muss gestehen, dass dies mein erstes Buch von Christiane Wünsche war. Umso erfreuter war ich, als ich entdeckte, dass mir der Schreibstil sehr gut gefiel. Er ist sehr flüssig und kommt auch ohne verschachtelte ...

Ich muss gestehen, dass dies mein erstes Buch von Christiane Wünsche war. Umso erfreuter war ich, als ich entdeckte, dass mir der Schreibstil sehr gut gefiel. Er ist sehr flüssig und kommt auch ohne verschachtelte Sätze aus. Das ist unter anderem einer der Gründe, warum ich das Buch gar nicht mehr weglegen wollte.


Auch sorgt der Schreibstil dafür, dass man sich sehr gut in die verschiedenen Charaktere und ihre Sichtweisen hineinversetzen kann. Ich persönlich bin nicht sehr viel älter als Rebecca in 1976 und finde es umso spannender, ihre Sicht auf die Umstände zu dieser Zeit zu erfahren. Auf mich wirkt sie sehr authentisch und somit auch nahbar.


Der häufige Perspektivenwechsel sorgt zudem dafür, dass einem oft gar nicht mehr auffällt, wie viel Zeit schon vergangen ist.
Über die Handlung des Romans selber lässt sich nicht viel sagen, ohne nicht zu viel vorherzugreifen. Das Schicksal einer Familie wird von mehreren Charakteren in unterschiedlichen Zeitpunkten erzählt und man selbst als Leser kann die einzelnen Puzzleteile zusammenfügen. Dabei werden Themen wie zum Beispiel die Wichtigkeit von Familie, aber auch Feminismus und die ewige Suche nach Zugehörigkeit und Verständnis behandelt.
Besonders positiv ist mir dabei die realistische Aufarbeitung dieser Gefühle durch die Autorin aufgefallen.
Dabei wirken die Charaktere wie echte Personen, alle mit ihren eigenen Träumen, Problemen und psychologischen Macken.

Der Grund für den Sterneabzug ist leider das Ende. Hierbei folgt der Roman scheinbar dem Spruch “Der Weg ist das Ziel”, da es doch sehr knapp ausfällt. Das Ende fühlt sich teils sehr lieblos an, da die Autorin auf den vorigen Hunderten von Seiten so tiefgründig die menschliche Psyche ergründet hat und einem ihr Talent für das Geschichtenerzählen sehr bewusst ist.


Trotzdem ist es definitiv ein gutes Buch für diejenigen, die einen Roman lesen wollen, der nicht nur an der Oberfläche kratzt und sich nicht davor scheut auch sehr tiefgründige Themen zu behandeln.

Viel Spaß beim Lesen!

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