Platzhalter für Profilbild

_Le4_

Lesejury Star
offline

_Le4_ ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit _Le4_ über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2025

Enttäuschend

Die Sprache der Drachen
0

Vivien Featherswallow ist ein Ass in Sprachen. Sie spricht sowohl mehrere Menschen- als auch Drachensprachen und möchte an der Akademie studieren. Doch als ihre Eltern als Rebellen verhaftet werden, sieht ...

Vivien Featherswallow ist ein Ass in Sprachen. Sie spricht sowohl mehrere Menschen- als auch Drachensprachen und möchte an der Akademie studieren. Doch als ihre Eltern als Rebellen verhaftet werden, sieht sie keinen anderen Ausweg, als an einem Geheimprojekt der Regierung teilzunehmen. Dabei soll sie eine bisher unbekannte Drachensprache übersetzen, von der die Drachen, auch die auf der Seite der Regierung, nicht wollen, dass die Menschen sie erlernen. Umso weiter Viv in ihrer Übersetzung fortschreitet, umso klarer wird, dass sie alle angelogen werden.

Der Anfang des Buches hat mir gut gefallen. Ich fand es spannend, dass wir in unserer Welt sind, die Drachen aber vollständig als Mythologie integriert sind. Ich war gespannt, wie die Autorin das umsetzen würde. Nachdem ich das Buch fertig gelesen habe, kann ich sagen: Nicht besonders gut.
Zuerst einmal gibt es eine Segregation der Drachen und Menschen, was für die Geschichte zwar Sinn macht, aber leider verhindert, dass die Mythologie gut in die Welt integriert ist.
Außerdem sind die Beziehungen zwischen den Charakteren bestenfalls lauwarm. Sie werden einfach nicht natürlich aufgebaut. Stattdessen interagieren sie kaum und plötzlich sind sie Freunde oder hassen sich. Die Liebesgeschichte ist davon auch betroffen.
Auch die ganze Geschichte der Rebellion war schwach aufgebaut. Sie sind an Stellen stehen geblieben, die sie sabotiert haben, oder haben lautstark über ihre Umsturzpläne gesprochen. Es hat sich einfach albern angefühlt.
Viv ist eine sehr anstrengende Charakterin. Ich verstehe, dass es darum geht, dass sie versucht, damit klarzukommen, dass sie ihr gesamtes Leben Propaganda gehört hat und diese internalisiert hat und nun muss sie versuchen, ihrer Moral zu folgen. Das hätte auch unheimlich spannend sein können, aber leider schwankt sie ständig hin und her und trifft teilweise die hirnrissigsten Entscheidungen.

Die Geschichte hat ein beeindruckendes Gerüst, in das dann leider jede Menge Müll gekippt wurde. Folglich kann ich persönlich nur von dem Buch abraten.

Veröffentlicht am 20.09.2024

Alles etwas unklar

Immortal Longings
0

Im Buch geht es um Calla Tuoleimi, die geächtete Prinzessin. Der Grund, warum sie geächtet wird, ist, weil sie ihre Eltern, das Königspaar von Er, ermordet hat. Da sie ihre Mission nicht vollenden konnte, ...

Im Buch geht es um Calla Tuoleimi, die geächtete Prinzessin. Der Grund, warum sie geächtet wird, ist, weil sie ihre Eltern, das Königspaar von Er, ermordet hat. Da sie ihre Mission nicht vollenden konnte, nimmt sie sich vor, bei den Spielen in San-Er teilzunehmen, um dem König von San entgegentreten zu können, um diesen auch noch umzubringen. Dafür muss sie aber die Spiele gewinnen und ihre Gegner loswerden. Das inkludiert auch Anton Makusa, der die Spiele für das Preisgeld gewinnen möchte, um seiner Kindheitsliebe zu helfen. In diesem schweren Kampf sind Verbündete wichtig, weswegen die beiden sich zusammentun und sich näherkommen. Am Ende jedoch kann es trotzdem nur einen Gewinner geben.

Das Buch hat mir nicht besonders gefallen. Die Story war insgesamt eher nichtssagend, auch wenn es ein paar Plottwists gab, die die Dynamik auf spannende Weise geändert haben. Es war anfangs alles sehr unklar und es wurde im Buch zum Teil auch nicht viel klarer. Das Reich und die Fähigkeiten des Springens wurden nicht besonders gut abgesteckt. Auch andere Plotpunkte, die neu aufgeworfen wurden, waren unklar und wurden dann nebenbei abgehandelt. Ich habe mich oft gefühlt, als hätte ich irgendwas verpasst.
Die Beziehung zwischen Calla und Anton mochte ich nicht. Sie ging mir nicht besonders nahe, weil sie sich einfach nicht emotional und natürlich entwickelt hat.
Calla selbst hat leider auch oft Entscheidungen getroffen, die ich super dumm fand.

Das Buch war nicht furchtbar, aber letztendlich fand ich die Story nichtssagend und mittelmäßig und würde es daher nicht empfehlen.

Veröffentlicht am 03.09.2024

Sehr unangenehm

Wolke Sieben ganz nah
0

Das Buch beginnt, als Delphi stirbt. Sie erstickt jämmerlich an einem Mikrowellenburger. Doch als sie im Leben nach dem Tod, in Evermore, zu sich kommt, steht ein wunderschöner Mann vor ihr, mit dem sie ...

Das Buch beginnt, als Delphi stirbt. Sie erstickt jämmerlich an einem Mikrowellenburger. Doch als sie im Leben nach dem Tod, in Evermore, zu sich kommt, steht ein wunderschöner Mann vor ihr, mit dem sie sich gleich verbunden fühlt. Leider ist er auch ganz schnell wieder weg. Ein Fehlalarm, wie ihre Evermore Therapeutin sagt, und auch Delphis Seelenverwandter. Delphi bekommt die Chance auf ihr Leben, wenn sie es nur schafft, dass der Mann sie küsst. Ganz schön schwierig ohne romantische Vorerfahrungen. Aber für Delphi geht es nun wortwörtlich um Leben und Tod.

Leider hat mir das Buch nicht besonders gefallen. Ich fand, dass der Klappentext sehr gut klang, weil es eine romantische Geschichte mit leicht paranormalen Elementen ist. Was auch stimmt, aber leider ist da noch so viel mehr. Oder weniger.
Der Humor im Buch kam für mich persönlich sehr gewollt herüber. Es hat sich nicht besonders natürlich oder charmant, sondern gezwungen angefühlt. Auch die Gespräche zwischen Love Interest und Delphi waren nicht besonders charmant, sondern eher unangenehm. Delphi selbst ist wahnsinnig unsympathisch. Sie sieht in allen nur das Schlechteste und ist super negativ und egozentrisch. Das ist auch definitiv gewollt, da es im Buch darum geht, dass sich ihre Einstellung zum Leben massiv ändert, aber leider war ich unfassbar genervt von ihr.
Die Message selbst war eigentlich ganz nett. Delphi hat sich ihr Leben lang abgeschottet, aber im Versuch, sich ihrem Seelenverwandten anzunähern, begibt sie sich in neue Situation, probiert neue Dinge aus und ist offener für andere Menschen. Das hätte so schön sein können, wenn es sich nicht die ganze Zeit so angefühlt hätte, als wäre die Aussage irgendwie, dass Liebe deine Angststörung heilen wird.
Ein weiterer Punkt, den ich unfassbar störend fand, war, dass viele Situationen übertrieben und überspitzt waren wie in einer Sitcom. Ich bin in Büchern zumeist gewillt zu akzeptieren, dass manche Plotpunkte ganz zufällig passen, aber das Ausmaß in diesem Buch fand ich unerträglich. Situationen verlaufen im Buch immer in möglichst den absurdesten Bahnen und die Menschen reagieren fast immer auf die absurdesten Weisen, sodass ich ständig dasaß und mir dachte, dass doch kein Mensch sowas wirklich machen würde.

Ich fand das Buch trotz grundsätzlich guter Message schlecht. Ich kann es nicht weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 04.03.2024

Leider nicht mein Fall

Hallo, du Schöne
0

Im Buch geht es um die Familie Padavano. Wir lernen sie kennen, als William Julia, die älteste der Padavano Schwestern, heiratet. Die Schwestern sind in ihrer Jugendzeit unzertrennbar, aber als Erwachsene ...

Im Buch geht es um die Familie Padavano. Wir lernen sie kennen, als William Julia, die älteste der Padavano Schwestern, heiratet. Die Schwestern sind in ihrer Jugendzeit unzertrennbar, aber als Erwachsene folgt ein Schlag auf den anderen, wodurch sie sich immer weiter voneinander entfernen. Als dann ein besonders schlimmer Schicksalschlag sie trifft, muss sich die Familie Padavano endlich wieder zusammenraffen.

Die Familienmitglieder haben in ihren Kapiteln unterschiedliche Stimmen, welche anfangs gut dargestellt werden. Ihre verschiedenen Perspektiven werden zu Beginn des Romans gut differenziert. Man bekommt einen guten Einblick in die komplizierten Familiendynamiken.
Der Anfang hat mir gefallen. Es gab berührende Stellen und ich fand es spannend, wie die psychischen Probleme von William in Bezug zu toxischer Maskulinität dargestellt wurden.
Dann kommen wir aber leider zu dem Punkt, der dafür gesorgt hat, dass ich den Rest des Buches mit den Augen rollen musste. Es fällt mir schwer, genauer darüber zu reden, weil es ein Spoiler wäre. Aber eine Frau verliebt sich in einen Mann, mit dem sie aus zwischenmenschlichen Gründen nicht zusammen sein sollte und im Buch wird das mehrmals mit Homosexualität verglichen, was ich unfassbar albern fand. Es wird immer wieder gesagt, dass sie ja keine Wahl hatten und die Konsequenzen für diese, meiner Meinung nach, höchst fragwürdige Entscheidung sind alle so oberflächlich. Andere Personen sind kurz enttäuscht oder wütend, innerhalb kürzester Zeit finden sie es dann aber komplett nachvollziehbar. Romantische Liebe wird so seltsamerweise ausdrücklich als besonders wichtig hervorgehoben in einem Roman über Familienbande, was ich irritierend fand. Ich habe natürlich kein Wissen zum persönlichen Leben der Autorin, aber es fühlt sich an, wie eine Rechtfertigung ihrerseits.
Abseits dessen werden die Charaktere auch irgendwann im Verlauf des Buches sehr verwaschen, weswegen ihre anfangs starken, individuellen Stimmen immer weniger klar sind.
Das Buch fühlt sich an, als hätte es zu wenig Inhalt für die Länge, die es hat.

Das Buch hat mir anfangs gut gefallen, weswegen es enttäuschend war, wie ungern ich den Rest gelesen habe. Andere Personen können möglicherweise über den Punkt hinwegsehen, der mich gestört hat, aber mich hat die Geschichte letztendlich nur noch irritiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2024

Oberflächlich

Not Your Business, Babe!
0

Das Buch behandelt die Ungerechtigkeit und den Klassismus der Arbeitswelt unter dem Fokus des Feminismus. Dabei werden auch popkulturelle Vorbilder mit einbezogen.

Ich stehe dem Buch etwas unschlüssig ...

Das Buch behandelt die Ungerechtigkeit und den Klassismus der Arbeitswelt unter dem Fokus des Feminismus. Dabei werden auch popkulturelle Vorbilder mit einbezogen.

Ich stehe dem Buch etwas unschlüssig gegenüber. Ich fand viele der Fakten zum Feminismus oberflächlich, weswegen das vermutlich unspannend ist, wenn die lesende Person schon ausgiebiger zum Feminismus informiert ist.
Die popkulturellen Beispiele waren, was mich an dem Buch besonders angesprochen hat und dahingehend kann ich auch sagen, dass ich die Infos sehr interessant fand. Teilweise waren im Text aber übermäßig viele popkulturelle Referenzen verbaut, was ich persönlich unangenehm fand. Es hat sich zum Teil so angefühlt, als sollte der Text ursprünglich auf Twitter landen, stattdessen haben sie sich aber entschieden, ein Buch daraus zu machen. Vor allem die Menge war hierbei anstrengend, was sich im Laufe des Buches meiner Meinung nach aber zum Glück gebessert hat. Diese Referenzen haben teilweise auch seltsamerweise ein bestimmtes Frauenbild gezeichnet, mit dem zumindest ich mich nicht wirklich identifizieren konnte. Da kamen dann so Aussagen wie, "Wir haben doch alle dies und das geschaut” und "Ich spreche doch für uns alle, wenn ich sage, dass…”, was ich besonders irritierend fand in einem feministischen Buch. Der Schreibstil an sich war angenehm zu lesen, sodass es nie zu trocken wirkte.
Ich hätte mir vom Buch gewünscht, dass das Thema zu popkulturellen Einflüssen auf die Wahrnehmung von Frauen in der Arbeitswelt, wie sich das auf sexistische und klassistische Bilder auswirkt und wie sich das im Laufe der Zeit auch verändert hat, einfach als klarer Fokus des Buches gesetzt und tiefer bearbeitet wird. So fand ich das Buch nicht furchtbar, aber oberflächlich und nichtssagend.

Es ist nicht so, dass ich es bereue das Buch gelesen zu haben, aber es war einfach etwas nichtssagend. Der spannende Teil war nicht so ausgiebig, wie ich es mir gewünscht hätte und der Rest waren recht oberflächliche Fakten zu Kapitalismus und Feminismus. Vielleicht war ich auch einfach nicht die Zielgruppe, aber dann weiß ich auch nicht genau, wer die Zielgruppe sein soll. Ich kann das Buch folglich leider nicht empfehlen, was schade ist, da ich die Themen grundsätzlich spannend fand.