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Veröffentlicht am 05.03.2024

Zwiegespalten

Last Exit. Mein gefährliches Leben im Schnee
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Benedikt "Bene" Mayr war als Skisportler Teilnehmer an Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und drehte spektakuläre Filme in atemberaubender Kulisse. Ein Leben auf der Überholspur, das er letztendlich ...

Benedikt "Bene" Mayr war als Skisportler Teilnehmer an Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und drehte spektakuläre Filme in atemberaubender Kulisse. Ein Leben auf der Überholspur, das er letztendlich aber nicht durchstehen konnte und fast weggeworfen hätte. Das Buch ist eine Abrechnung damit und ein Bericht darüber.

Vorab sei gesagt, dass ich persönliche Berichte und Biografien sehr gerne lese und die Menschen bewundere, die so offen darüber sprechen möchten und auch über ihre Fehler und Fehlentscheidungen. Ich achte Bene Mayr für seine Leistungen und für seine Ehrlichkeit. Trotzdem lässt das Buch mich etwas zwiegespalten zurück. Zum einen ist es inhaltlich gemeint. Die Sprache ist gerade im ersten Teil oft sehr speziell und mir war es für meinen Geschmack einfach oft ein wenig zu viel ist "Slang“, manchmal fehlte mir irgendwie der Stil. Mein größeres Problem war allerdings, dass ich gerade bei den Beschreibungen am Anfang und bei den ersten Drogenversuchen niemals das Gefühl hätte, als bereut Bene hier irgendetwas. Es war alles so selbstverständlich, kein Gedanke, dass es irgendwie ein Fehler ist. Das kommt erst ganz, ganz am Ende und für mich dort auch ein wenig zu kurz. Gerade den Teil der Aufarbeitung hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht. So bleibt eine starke Befürchtung, ob er es wirklich schaffen wird, was ich ihm natürlich sehr wünsche. Das Buch bleibt trotzdem gut zu lesen und dient für mich auch als eine Art Warnung für eventuelle Nachahmer

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Veröffentlicht am 29.02.2024

Rache

Mayfair House
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Eines der größten Herrenhäuser in London wird von einer neureichen Familie bewohnt. Mrs. King war lange die Haushälterin und wird überraschend entlassen. Als der Hausherr stirbt, übernimmt seine Tochter ...

Eines der größten Herrenhäuser in London wird von einer neureichen Familie bewohnt. Mrs. King war lange die Haushälterin und wird überraschend entlassen. Als der Hausherr stirbt, übernimmt seine Tochter das Regime. Doch Mrs. King denkt nicht daran, sich alles gefallen zu lassen. Ihr großer Plan: in der Nacht eines riesigen Kostümballs will sie das Haus ausräumen und zwar wirklich alles und jedes noch so kleinste Stück. Dafür sucht sie sich Verbündete...

Das Buch hat von allem etwas. Es ist eine Art historischer Abenteurerroman, gleichzeitig auch eine Kritik an den damals herrschenden (Familien)Verhältnissen zwischen Arm und Reich und speziell der wenigen Rechte von Frauen und der Ausnutzung der untergeordneten Stellungen, z. B der Bediensteten. Die Idee, das alles in einen großen Raub einzubinden, gefällt mir gut. Ebenso gut gefällt mir, dass gesellschaftliche Dinge angesprochen und die Verhältnisse offengelegt werden. Im ersten Teil fand ich die Vorbereitung für den Raubzug ein wenig zu ausführlich für meinen Geschmack und ich musste mich dann ein bisschen durch diese Seiten quälen. Alles, was davor und danach war, war sehr gut lesbar und auch unterhaltsam, aber eben auch mit einigen Überraschungen. Daher würde ich für das Buch eine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 25.02.2024

Familiengeschichte

Der Lärm des Lebens
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Der bekannte Schauspieler Jörg Hartmann erzählt in dem Buch über seine Familie. Großen Raum nimmt sein Vater ein. Aber auch seine Kinder und sein Beruf werden vorgestellt.

Mir hat das Buch gut gefallen. ...

Der bekannte Schauspieler Jörg Hartmann erzählt in dem Buch über seine Familie. Großen Raum nimmt sein Vater ein. Aber auch seine Kinder und sein Beruf werden vorgestellt.

Mir hat das Buch gut gefallen. Der Autor erzählt sehr sachlich, mit großer Liebe zu seiner Familie und seinem Beruf, nimmt sich selbst aber nicht wirklich wichtig (so in Richtung Star), was ich als sehr angenehm empfunden habe. Ich hätte mir gewünscht, dass ein wenig mehr über seine Großeltern geschrieben wird, sicherlich war es für sie in der Nazizeit sehr schwer. Das wurde nur in wenigen Zeilen ausgeführt.
Und außergewöhnlich gut hat mir aufgefallen, wie Jörg Hartmann über seinen Beruf reflektiert. Es wird ganz deutlich, welche Einschränkungen dieser Beruf (natürlich auch viele andere) für ein Familienleben bedeutet. Weniger gut gefallen hat mir, dass die Kapitel nicht mit einer Jahreszahl versehen wurden. So musste ich anfangs oft ein wenig ein raten, in welcher Zeit das entsprechende Kapitel gerade spielt. Doch insgesamt gibt es von mir eine Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 23.02.2024

Außergewöhnliche Suche

Die verschollene Bernsteinkette
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Alex lebt in München als Schriftsteller und hat gerade eine Schreibblockade und irgendwie viel Zeit. Durch familiären Zufall trifft er Anne wieder, die er von einem Urlaub auf Sylt kennt und mit der 40 ...

Alex lebt in München als Schriftsteller und hat gerade eine Schreibblockade und irgendwie viel Zeit. Durch familiären Zufall trifft er Anne wieder, die er von einem Urlaub auf Sylt kennt und mit der 40 Jahre keinen Kontakt hatte. Gleiches gilt für die anderen Jugendlichen aus der damaligen Urlaubsgruppe. Irgendwie verselbständigt sich die Suche nach den anderen und vor allem nach Tina, die kurz nach dem Urlaub verschwand. Die Vermutung, es könnte eine Straftat begangen worden sein (und Alex der Täter) steht urplötzlich im Raum …

Eine interessante Suche, bei der ich mich anfangs aber an den Schreibstil gewöhnen musste. Sehr kurze und extrem schnell wechselnde Kapitel, die vorwiegend an sehr schönen Orten dieser Welt spielen, machten mir am Anfang die Zusammenhänge etwas schwer. Leider empfand ich das extrem Kurze auch als Nachteil. Das zufällige Treffen empfand ich als möglich, die daraus resultierenden Schlussfolgerungen aber etwas überzogen (hier fehlten mir eben einfach ein paar ausführlichere Begründungen). Schließlich gab es danach nicht nur einfache, sondern schon sehr komplexe Nachforschungen. Ich gehe davon aus, dass der Autor recherchiert hat: Wenn man allerdings so einfach an diverse Informationen bei einer Stadtverwaltung kommt als „Normalbürger“, kann es mit dem Datenschutz nicht so weit sein. Das macht mir ein wenig Angst.

Das Ende/die Auflösung der Suche empfinde ich als sehr gut gelungene Idee.

Falls das Buch in einer späteren Auflage erscheint, sollte nochmals Korrektur gelesen werden. In einigen Sätzen fehlte ein „er“. Einige Formulierungen sind zwar verständlich, aber nicht unbedingt grammatikalisch richtig (Bespiel: eine erholsame und warme Badewanne … statt Badewanne wäre hier Bad korrekt). Das ist aber nur als Anregung gemeint. Da es nur Einzelfälle sind, beziehe ich das nicht in die Bewertung ein.

Insgesamt würde ich 3,5 Punkte vergeben, da es ein erstes Buch ist, runde ich auf 4 auf.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Lebensläufe

Die Hummerfrauen
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Der kleine Ort Stone Harbor am Meer in Main und die davor liegende Insel Eagle Island werden im Sommer von allerlei Touristen bevölkert. Im Winter allerdings gehört der Ort den Einheimischen allein, von ...

Der kleine Ort Stone Harbor am Meer in Main und die davor liegende Insel Eagle Island werden im Sommer von allerlei Touristen bevölkert. Im Winter allerdings gehört der Ort den Einheimischen allein, von denen die meisten seit Jahrzehnten Hummerfischer sind. Erst in letzter Zeit gibt es auch Fischerinnen, so Ann und Julie, die aus unterschiedlichsten Gründen diesen Beruf ausüben. Dazu kommt noch Mina, die es lernen will. Doch diese drei Frauen haben in ihrem Leben schon viel aushalten müssen, was sie zu dem macht, dass sie heute sind. Und woraus Hilfe und Freundschaft entsteht, die zur Familie wird.

Das Buch ist eher leise. Die Geschichte wird in der Gegenwart und in Rückblenden erzählt. Gerade das macht es am Anfang aber extrem schwer beim Lesen, weil man nicht weiß, wer wer ist und wie zusammengehört und in welcher Zeit das stattfindet (trotz der Jahreszahlen in den Kapitelüberschriften). Der Mittelteil ist dann eher ruhig und manchmal ein wenig zu lang. Das Ende birgt Überraschungen. Dazwischen liegt ganz viel Lebensweisheit und Wärme, Verständnis und besondere Frauen. Wer das alles mag und nicht unbedingt auf große Spannung aus ist, wird das Buch mögen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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