Gute Idee, aber enttäuschende Umsetzung
Gazing into the StarsEin schwerer Einstieg in eine unbekannte Welt
Gazing into the Stars begleitet mich nun schon eine Weile, doch leider nicht mit einem guten Gefühl. Obwohl die Idee einer Science-Fiction-Fantasy-Welt viel ...
Ein schwerer Einstieg in eine unbekannte Welt
Gazing into the Stars begleitet mich nun schon eine Weile, doch leider nicht mit einem guten Gefühl. Obwohl die Idee einer Science-Fiction-Fantasy-Welt viel Potenzial hat, fiel es mir unglaublich schwer, mich in die Geschichte einzufinden. Schon zu Beginn fühlte ich mich orientierungslos, da kaum Erklärungen gegeben werden.
Wir begleiten Gazing, einen sogenannten Yaahk, also einen Menschen mit Hasenohren. Doch genau wie er selbst, weiß auch der Leser nicht, warum er dort ist oder wer er eigentlich ist. Die Handlung setzt sofort ein, ohne dass man eine Einführung in die Welt oder die Hintergründe bekommt. Gemeinsam mit dem siebenjährigen Mädchen Amber begibt sich Gazing auf eine Reise, doch wohin es geht und was das Ziel ist, bleibt lange Zeit unklar.
Kein roter Faden und fehlende Orientierung
Besonders schwierig war für mich, einen roten Faden zu entdecken. Eigentlich hatte ich durchgehend das Gefühl, dass es gar keinen gibt. Die Charaktere scheinen einfach von einem Ort zum nächsten zu wandern, ohne dass klar wird, warum oder wozu. Gerade die ersten 100 Seiten waren eine echte Qual, denn trotz aller Ereignisse hatte ich das Gefühl, dass eigentlich nichts wirklich passiert.
Ein Schreibstil, der das Lesen erschwert
Auch der Schreibstil machte mir das Lesen schwer. Die Autorin nutzt sehr viele Nebensätze und Kommas, wodurch der Lesefluss immer wieder unterbrochen wird. Oft musste ich nach wenigen Seiten pausieren oder Sätze mehrfach lesen, um sie überhaupt zu verstehen. Dazu kommen viele Absätze an Stellen, an denen sie nicht nötig wären, während andere Passagen durch lange, verschachtelte Sätze unnötig kompliziert wirken. Besonders störend war, dass einfache Aussagen oft in mehrere Nebensätze verpackt wurden, die es anstrengend machten, dem Text zu folgen.
Fehlendes Worldbuilding und sprunghafte Erzählweise
Einer der größten Kritikpunkte ist das Worldbuilding – oder besser gesagt, das Fehlen davon. Obwohl wir uns in einer fremden Welt befinden, gibt es kaum Erklärungen dazu, wie sie aufgebaut ist oder wie die einzelnen Orte miteinander verbunden sind. Informationen werden nur in Nebensätzen gestreut, aber nie wirklich ausgeführt. Oft hatte ich das Gefühl, dass wir mitten in eine Szene geworfen werden, ohne zu wissen, wo wir eigentlich sind, nur um dann plötzlich wieder an einem ganz anderen Ort zu landen. Diese ständigen Sprünge machten es fast unmöglich, sich die Welt oder ihre Regeln vorzustellen.
Verwirrende Erzählperspektiven und lange Kapitel
Anfangs gibt es einen Erzähler, doch im Laufe der Geschichte werden auf einmal Abschnitte aus den Perspektiven einzelner Charaktere erzählt, ohne klare Abgrenzung. Das machte es noch schwieriger, der Handlung zu folgen. Statt einer einheitlichen Erzählweise wechseln plötzlich Perspektiven und Erzählstrukturen, was oft verwirrend war.
Ein weiteres Problem war die Kapitellänge. Während die ersten Kapitel noch angenehm kurz waren, wurden einige später über 24 oder 25 Seiten lang. Das war für mich persönlich zu viel. Vor allem fiel mir auf, dass es schwer war, ein Kapitel nicht am Stück zu lesen – sobald ich eine Pause gemacht habe, wusste ich oft nicht mehr, was davor passiert war, weil die Orientierung fehlte.
Fazit:
Obwohl die Grundidee von Gazing into the Stars vielversprechend klingt, konnte mich das Buch nicht überzeugen. Die Handlung ist schwer nachzuvollziehen, es fehlt ein klarer roter Faden, und das Worldbuilding ist kaum vorhanden. Der anspruchsvolle und umständliche Schreibstil macht es zusätzlich schwer, in die Geschichte einzutauchen. Auch die wechselnden Perspektiven und die langen Kapitel haben meinen Lesespaß deutlich gemindert.
Leider konnte mich dieses Buch trotz des interessanten Konzepts nicht fesseln, weshalb ich es nur bedingt weiterempfehlen kann.
Gestaltung des Buches
Das Buch selbst ist optisch wunderschön gestaltet. Besonders die Idee mit dem Paperback, das einen farbigen Buchschnitt imitiert, ist kreativ und ansprechend. Allerdings gibt es einige praktische Nachteile:
Die Klappe kann zwar als Lesezeichen genutzt werden, aber beim Lesen stört sie eher.
Das Papier ist sehr dünn, was dazu führt, dass die Seiten leicht umknicken.
Das Buch ist insgesamt sehr floppy, was manche mögen, aber für mich eher unpraktisch war. Besonders beim Lesen im Bett war es schwer, eine bequeme Position zu finden, da die Seiten ständig umklappten. Es ist eher ein Buch, das man sitzend lesen sollte.