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Veröffentlicht am 09.04.2024

Ein amüsanter, wilder und unterhaltsamer Roadtrip ...

Die Reise
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Inhalt:

Der Schweizer Schriftsteller Marco Stalder braucht dringend Urlaub. Urlaub von seinem Leben, welches desolat vor ihm liegt, seit seine langjährige Beziehung zerbrochen ist, und vor allem aber ...

Inhalt:

Der Schweizer Schriftsteller Marco Stalder braucht dringend Urlaub. Urlaub von seinem Leben, welches desolat vor ihm liegt, seit seine langjährige Beziehung zerbrochen ist, und vor allem aber auch Abstand von seiner Verlegerin Kathrin Zürcher, die ihm unablässig in den Ohren liegt endlich sein Buch zu beenden. Dumm nur, dass ihm gerade aus eben jenen Gründen eine Schreibblockade hindert irgendetwas zu Ende zu bringen und somit auch kaum Besserung in Sicht ist.

Also überredet er kurzerhand seine Verlegerin ihm die wichtige Auszeit in Italien zu gönnen, um danach tatkräftig wieder ans Werk gehen zu können. Soweit, so gut. Sein schicker VW Camper steht bereit. Der Laptop sowie das Notizbuch sind gut verstaut und Marco steigt voller Vorfreude auf Bella Italia in sein Auto. Doch diese Reise steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Nach etlichen Planänderungen seiner bevorzugten Route, aufgrund von kilometerlangen Staus, Unfällen und Schneefalls bleibt ihm nur noch eine Variante zu fahren. Anscheinend hat sich alles gegen ihn verschworen. Aber es kommt für Marco noch viel schlimmer, denn nach einer kurzen Kaffee- und Pinkelpause, muss er entsetzt feststellen, dass ihm sein Camper gestohlen wurde.

Nachdem ihm die italienische Polizei nicht wirklich helfen kann oder will, beginnt er auf eigene Faust nach seinem Camper zu suchen. Seine Ermittlungen führen ihn schnell in die Hafenstadt Livorno. Dort strandet Marco als blinder Passagier auf der Fähre „Barbarossa“, die scheinbar nicht nur Autos legal überführt, sondern auf der auch vermutlich ein Menschenhändlerring am Werk ist. Hier trifft er auf die italienische Sängerin Elena Pignatelli, die nicht das zu sein scheint, was sie vorgibt und auf den aus dem Kongo stammenden Koch Umbigwe. Zusammen versucht dieses vermeintlich ungleiche Trio sieben entführte Frauen zu befreien und geraten dadurch ziemlich schnell zwischen die Fronten unterschiedlichster Mafiaorganisationen.

Und somit wird Marcos Reise quer durch Italien zu einer unglaublichen Irrfahrt, die ihn bis ins weit entfernte Tunis führt. Aber sie wird ihn auch öfters an seine moralischen und seelischen Grenzen bringen und Marco muss entscheiden was richtig und vor allem wichtig für ihn ist.


Eindrücke am Buch:

Dem Schweizer Autor Bruno Heter merke ich sofort seine Vorliebe für jegliche fahrbare Untersätze an. Er schildert immer wieder liebevoll bis ins kleinste Detail die Vorzüge der jeweiligen Fahrzeuge, die einem im Buch begegnen, ohne dabei aber zu langweiligen. Eher im Gegenteil sind es doch sehr interessante Fakten, die er aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz hier teilt.

Auch wohl kommt seine Zuneigung zum Land Italien in diesem Buch deutlich zum Vorschein, welches er oft malerisch verzaubert und kulinarisch auf Höchstniveau, oder eben auch aufrichtig und kritisch darstellt und dadurch klar wird, dass er diese Orte wohl schon alle besucht und erkundet haben muss.

Bruno Heter hat einen sehr eigenen und angenehmen Schreibstil. Er ist klar, leicht verständlich und dennoch bildhaft. Immer wieder kommen sein gelungener Wortwitz, sein Einfühlungsvermögen und seine Beobachtungsgabe für die Menschen und deren Umgebung deutlich zum Vorschein.

Da dieses Buch vordergründig Marco gewidmet ist, steht in erster Linie auch seine Gefühls- bzw. Gedankenwelt im Mittelpunkt. Also begleitet dieses Buch Marco durch seine abenteuerliche und zum Teil doch recht aberwitzige Irrfahrt, die mit dem Diebstahl seines Autos beginnt und ihn schlussendlich mit Menschen zusammenbringt, die für sein weiteres Leben von großer Bedeutung werden.

Anfänglich hatte ich mein Tun, alle neueingeführten Charaktere einzuordnen und vor allem mir zu merken. Dies verläuft sich aber im Laufe der Geschichte, da alle sehr gut zusammengeführt werden. Der Autor stellt all seine Figuren mit ihren unterschiedlichsten Charakterzügen sehr authentisch, unverfälscht und lebensnah dar. Seine drei Hauptdarsteller Marco, Elena und Umbigwe sind Menschen mit dem Herzen am richtigen Fleck. Sie sind sympathisch, empathisch und humorvoll. Jeder von den Dreien hat seine Ecken und Kanten sowie Geheimnisse oder eben auch Träume und sie sind dadurch unwahrscheinlich gut greifbar. Diese drei Charaktere haben so wunderbar miteinander harmonisiert, dass es richtig Spaß gemacht hat, ihnen durch dieses Abenteuer zu begleiten. Aber auch die Nebenfiguren haben sich sehr gut in die Handlung eingefügt, so dass alles zu einem wunderbaren Gesamtbild zusammengewachsen ist.

Bruno Heter beschreibt wortgewandt einen sehr dichten und gut recherchierten Thriller, der ohne blutrünstigen Morde und aufwendige Wendungen auskommt, aber dennoch mit so einigen actionreichen Szenen gespickt ist und eher den Blick auf reale Probleme im Weltgeschehen lenkt. In dieser Geschichte passiert eigentlich immer etwas, sie wird stetig vorangetrieben, hat keine gefühlten Längen, und kommt ganz ohne überspitzte Handlungsdarstellungen aus. So hält der Autor gekonnt über das gesamte Buch die Spannung aufrecht und gewährt mir am Ende diese Buches schon einen Blick in den zweiten Teil dieser fünfteiligen Romanreihe.

Fazit:

Bruno Heters Geschichten sind immer wieder witzige, wilde und sehr unterhaltsame, aber auch nachdenkliche Roadtrips, bei denen die Gefühle nie zu kurz kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2023

Eine unerwartet rasante Jagd nach der menschlichen Gier ...

In verfluchter Gesellschaft
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Wusstet ihr, dass menschlich gewordene Flüche unter uns weilen. Nein?!? Dann seid auf der Hut! Denn sie können uns alle treffen. Diese grauenvollen und schwer zu fangenden Monster, die einst Menschen waren, ...

Wusstet ihr, dass menschlich gewordene Flüche unter uns weilen. Nein?!? Dann seid auf der Hut! Denn sie können uns alle treffen. Diese grauenvollen und schwer zu fangenden Monster, die einst Menschen waren, haben alle eins gemeinsam. Sie wurden von ihrem eigenen unersättlichen Verlangen verdorben. Nun lauern diese Schatten ihrer Selbst in der Düsternis und warten auf den einen, den richtigen Moment, um zuzuschlagen und um ihre unermessliche und ungezügelte Gier zu befriedigen. Und dass sie darüber über Leichen gehen, brauche ich nicht zu erwähnen, das versteht sich von selbst.

Story

„Versuchen Sie nie – ich wiederhole mich – versuchen Sie niemals einen Fluch zu töten!“
-Prof. Atticus Delacroix-

Professor Atticus Delacroix lehrte an den verschiedensten Universitäten Englands, zuletzt an der Universität von Oxford. Er war und ist ein vielgelobter Wissenschaftler, der sich aber keineswegs zur Ruhe setzt, sondern ausgesprochen düstere Geheimnisse mit sich herumträgt. Professor Delacroix begibt sich auf die Suche nach den dreizehn Flüchen, die ihr Unwesen im spätviktorianischen Großbritannien treiben und richtet sein ganzes Leben danach aus. Sein erklärtes Ziel ist es, diese zu fangen und ruhig zu stellen, bevor sie noch mehr Unheil anrichten. Er schmiedet seit Jahren im Geheimen Pläne um die Flüche, einen nach dem anderen dingfest zu machen. Er bekommt unerwartet Hilfe durch einen jungen Mann, Silias Bennet, der ihm nicht mehr von der Seite weicht und durch einige gewagte und schmerzhafte Prüfungen gehen muss, um sich des Professors Vertrauen zu gewinnen. Und ehe sich Silias Bennet versieht, ist er in einer Hatz voller Geheimnisse und monströsen Biestern gefangen, die ihn gemeinsam mit dem Professor ziemlich oft in missliche Lagen bringt, aus denen es scheinbar kein Entrinnen gibt.
Mit seinem hohen Intellekt, aberwitzigen Einfallsreichtum und Geschick, sowie unbestreitbar mit seinem trocknen britischen Humor löst Professor Delacroix seine äußerst brisanten Fälle. Doch trotz all seiner Gerissenheit scheint nicht der Professor die Fäden in der Hand zu halten. Ein Fluch, der ihm persönlich sehr nahestand, hat es auf ihn abgesehen und versucht die Pläne des Professors zu durchkreuzen.
Ob es dem Professor und seinem jungen Assistenten gelingen wird, diese scheinbar übermächtigen, unkontrollierbaren und rücksichtslosen Dämonen zu fassen? Und welchen hohen Preis sie beide letztendlich dafür bezahlen müssen, erfahrt ihr nur, wenn ihr das Buch lest.

„Vergessen Sie eines nicht, Mr. Bennet! Sie hatten die Wahl, ob Sie sich dieser Gefahr aussetzen.“
-Prof. Atticus Delacroix-

Eindruck am Buch

Der Autor H. D. Grochowski schickt mich sehr wortgewandt in die doch recht dunkle spätviktorianische Ära Delacroix und ich bin sofort im Geschehen bei regendunkler Nacht eingebunden. Der Schreibstil des Autors ist dem Zeitalter hervorragend angepasst und er liest sich weder staubtrocken noch öde, wie es vielleicht diesem Zeitalter anmuten würde, sondern sehr angenehm locker, leicht und in weiten Teilen auch recht amüsant. Aber trotz allem verliert der Autor den düsteren und melancholischen Grundton seines Dark Fantasy Romans nicht aus den Augen. Er spielt mit seinen schaurigen Flüchen gekonnt die menschlichen Abgründe sowie deren finstere Leidenschaften aus. So treffe ich unter anderem auf tollwütige Biester, steinernen Riesen, flinken Strippenziehern und monströsen Blickfängern, nur um einige dieser interessanten Wesen zu nennen, die alle das gleiche antreibt, nämlich den unersättlichen Hunger auf ihre jeweiligen Gelüste. Und der Autor nimmt mich mit zu den unterschiedlichsten Orten, sei es ein Friedhof in dunkler Nacht, gewaltige Schlösser und andere Prunkbauten jener Zeit in denen rauschende Feste gefeiert werden, und es ein leichtes für die Flüche ist, sich unbehelligt dort zu bewegen.
Im diesem ersten Teil geht es also vordergründig um die Suche der besagten Flüche und deren Bekämpfung. Eingebettet in dieser kuriosen und spannenden Verfolgungsjagd, die beinahe ein Schleudertrauma verursacht, ist der Protagonist Professor Delacroix. Es haftet ihm dieser typische snobistische Charakterzug des englischen Adels an, aber dennoch hat er etwas an sich, das ihn keineswegs unsympathisch wirken lässt. Ich mag, wie der Autor seine trockene Art von Humor herausgearbeitet hat, sehr. Aber dennoch lässt mich der Autor bewusst an vielen Stellen im Dunklen wandeln, gerade wenn es um seinen Hauptcharakter geht, oder auch um dessen Kontaktmann Old Crook Cooseman. Beides, nebenbei erwähnt, sehr interessante Charaktere, deren Unterhaltung ich sehr gerne gelauscht habe und von denen ich im zweiten Band gern mehr erfahren möchte.
So bleiben einige Geheimnisse nebelverhangen in den dunklen Gassen des ersten Teils. Andere wiederum werden in diesem Buch schaurig gut in Szene gesetzt.
Und all diese aufgeworfenen Fragen die sich darauf im Laufe der Geschichte entwickeln, sowie dieses doch recht missliche Ende seitens des Professors, halten die Spannung gekonnt hoch und wecken die Vorfreude auf den zweiten Band.

Fazit

Alles in allem ist dieser erste Teil eine unterhaltsame und rasante Lektüre, die viele schaurige Ecken und ideenreiche Wendungen in sich hatte.

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  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2026

Eine süße kleine Geschichte über den ganz normalen Wirrwarr der Liebe und diese auch zu erkennen …

Deep End – Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe
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Inhalt:

Scarlett Vandermeer, für die meisten einfach Vandy, ist Turmspringerin des Schwimmteams an der Universität Stanford in Kalifornien und steht nach einem schweren Unfall am Scheideweg ihrer Sportlerkarriere. ...

Inhalt:

Scarlett Vandermeer, für die meisten einfach Vandy, ist Turmspringerin des Schwimmteams an der Universität Stanford in Kalifornien und steht nach einem schweren Unfall am Scheideweg ihrer Sportlerkarriere. Entweder sie bekommt den verdammten Delphinsprung wieder gesprungen oder sie kann einpacken. Tschüss Weltmeisterschaft, Tschau Olympia … alles, für das sie so hart seit ihrer Jugend gearbeitet hat, wäre dahin. Dieser Sprung ist zu einer mentalen Blockade geworden. Der Druck von außen und auch ihr ganz persönlich auferlegter Perfektionismus machen es ihr verdammt schwer. Auch ihre Therapie scheint keine Fortschritte zu bringen.

Doch sie hat nicht mit Lukas Blomqvist gerechnet, den schwedischen Topathleten, der Schwimm-Gott schlechthin. Alles scheint ihm mühelos zu gelingen. Er ist der Meister der Selbstdisziplin und tritt so völlig unverblümt, im wahrsten Sinne des Wortes, in ihr Leben oder vielmehr wird er ihr von Teamkollegin und Freundin Penelope Ross quasi an die Brust geworfen.

Er und Scarlett teilen die gleichen sexuellen Vorlieben, die sie Pen im Vertrauen erzählt haben. Lukas ist Pens bester Freund und seit kurzem auch ihr Ex-Freund. Beide haben so einiges gemeinsam erlebt, sie sind quasi zusammen erwachsen geworden. Der eine mehr, der andere weniger. Und anfänglich denkt Pen, es wäre eine ganz wunderbare Idee die beiden einander näherzubringen, um selbst wieder frei für andere Optionen zu sein. Was Pen nicht dabei bedacht hat, ist, dass die zwei tatsächlich mehr verbinden könnte als ihre speziellen Vorlieben und sie somit nicht mehr der Mittelpunkt seines Lebens ist.

Scarlett weiß nicht wie sie mit den neuen Informationen und der extrem unangenehmen Situation umgehen soll, die Pen ihr eingebrockt hat. Als introvertierter Mensch fällt es ihr auch so schon ungemein schwer mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Sie ist eher der Beobachter von außen, selten war sie im inneren Kern zu finden. Doch nun steht sie im Zentrum eines ungemein selbstbewussten und dazu noch extrem unwiderstehlichen Schwimmers, der plötzlich zu viel über sie weiß und obendrauf wurde sie ihm als Ablenkung und Spielzeug angeboten.

Und wo sie vorher völlig versunken in ihrem ganz eigenen Dilemma war, ist Lukas ihr erschreckend allgegenwertig. Plötzlich ist er überall dort, wo auch sie ist. Oder ist es ihr bloß vorher nie aufgefallen. Sie versucht es mit der Strategie all das irgendwie zu ignorieren, aber da hat sie die Rechnung nicht mit Lukas gemacht. Er scheint keineswegs ein Problem damit zu haben, eher das Gegenteil.

Und so verbinden sich ihre Wege durch den Sport, aber auch durch ihr Studium und es kommt wie es kommen muss … sie kommen sich näher … aber Pen, der verdammte Delphinsprung, ihr klitzekleines Unvermögen richtig zuzuhören, aber auch der fehlende Mut zum Sprung ins Leben, machen es Scarlett schwer den richtigen Weg zu finden.

Einzig Lukas scheint den Weg zu kennen, in jedweder Richtung …


Meinung:

Die Autorin Ali Hazelwood entführt mich erstmals als Leserin ihrer Geschichten an die Universität von Stanford in Kalifornien. Hier bekomme ich einen kleinen, aber feinen Einblick in das Uni- bzw. Studentenleben, welches zusätzlich als College - Sportler sehr anspruchsvoll und zeiteinnehmend ist, wobei die Autorin nicht viel Augenmerk auf die Umgebung, sondern voll und ganz auf die Hauptpersonen und deren persönliche Entwicklung legt.

Ali Hazelwood hat in diesem Roman zwei reale Hauptcharaktere erschaffen, mit denen ich stets mitfühlen konnte, so unterschiedlich sie auch sind. Scarlett ist eine introvertierte Persönlichkeit, die durch allerlei Probleme, die in ihrer Kindheit begründet liegen, und ihrem daraus resultierenden Perfektionismus alles richtig machen zu wollen, sich in vielerlei Hinsicht im Wege steht. Wie es vielen von uns wahrscheinlich ähnlich geht und deshalb so nahbar wirkt.

Mit Lukas wiederum hat die Autorin einen echt tollen Charakter beschrieben, der vielleicht von außen unterkühlt erscheinen mag, zumindest wird er anfangs so beschrieben, kommt aber nicht eine Sekunde so rüber. Lukas ist für mich der klassische Fels in der Brandung. Er ist genau das was Scarlett braucht. Er hört zu, gibt ihr Sicherheit und Vertrauen, all das, was die einzigen männlichen Bezugspersonen in ihrem Leben bisher nie getan haben.

Endlich kein männlicher Stereotype, den man mittlerweile häufiger in Romanen findet, im Sinne von unnahbar, kühl, arrogant und übergriffig, sondern ein mitfühlendes Wesen mit dem Herzen am richtigen Fleck und dabei oder gerade deswegen unglaublich nahbar, unwiderstehlich und sexy. Er weiß genau was er will und legt eine Engelsgeduld an den Tag. Lukas ist ein Mann, der sich respektvoll dem anderen Geschlecht gegenüber verhält und die Menschen um sich herum genau lesen kann und ihnen somit ihren Freiraum wahrt. Ein Mann zum Verlieben und der vor dem großen Ganzen keine Angst hat.

Einziges Manko für mich waren die allenthalben beschriebenen Sexszenen, die ich laut Klappentext auch nicht unbedingt so erwartet hätte oder vielleicht anders. Sie wirkten für mich einerseits immer wie eingeschoben, gestelzt und hart heraufbeschworen und dann aber auch irgendwie an die Kette gelegt. Auf der einen Seite haben die beiden „besondere“ Vorlieben, die im Buch dann wiederum doch recht zart behandelt wurden, aber weil es wahrscheinlich mittlerweile zum guten Ton gehört, kreiert man sexuelle Inhalte. Um vermutlich die angestrebte jüngere Leserschaft nicht allzu sehr zu schocken, eben aber mit etwas angezogener Handbremse und mit immer den gleichen wiederkehrenden Begrifflichkeiten. Ich finde es hätte der Geschichte keinen Abbruch getan, wenn gar keine oder eben nur angedeutete Handlungen stattgefunden hätten. Für mich war es nicht stimmig. Wie sagt man so schön: Manchmal ist weniger mehr. Das gewisse Kribbeln und Knistern der Vorfreude wurde dadurch für mich immer wieder kaputt gemacht, da eigentlich sonst die Chemie zwischen den beiden gut funktionierte. Aber da die sexuellen Neigungen nun mal zur Kennenlerngeschichte gehören, ist es wohl eine verzwickte Situation, die die Autorin ja nicht totschweigen kann, die aber auch gut und gern anders gelöst hätte werden können.

Fazit:

Blendet man die gestelzten Sexszenen heraus, ist es aber dennoch eine recht kurzweilige und nahbare Geschichte, die ich flugs gelesen habe und ich mich gut unterhalten gefühlt habe. Die Chemie zwischen den beiden wirklich tollen und sympathischen Charakteren war stimmig und funktionierte gut.

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