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Veröffentlicht am 23.03.2024

Ein unheimlich wichtiges Buch!

Das Ende der Unsichtbarkeit
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In Hami Nguyens Sachbuch "Das Ende der Unsichtbarkeit" geht es um anti-asiatischen Rassismus, der auch heutzutage immer noch in Deutschland präsent ist. Die Autorin ist selber in Vietnam zur Welt gekommen ...

In Hami Nguyens Sachbuch "Das Ende der Unsichtbarkeit" geht es um anti-asiatischen Rassismus, der auch heutzutage immer noch in Deutschland präsent ist. Die Autorin ist selber in Vietnam zur Welt gekommen und ist gemeinsam mit ihrer Mutter im Alter von zwei Jahren nach Deutschland geflohen. Von Anfang an wurde es der Familie schwer gemacht. Ihr Vater war zuvor Vertragsarbeiter in der DDR. Nach dem Mauerfall drohte ihm und seinen Kolleginnen die Abschiebung. Jahrelang hatten sie in und auch für Deutschland gearbeitet, wurden dabei aber von der Dominanzgesellschaft abgeschirmt und sollten nach der Wiedervereinigung zurück in ihre Herkunftsländer. Dort waren sie zum Teil Jahrzehnte lang nicht mehr und hatten dort keine Zukunft.

Frau Nguyen beschreibt eindrücklich, wie schlimm dieser Zustand für ihre Familie war. Sie waren geduldet, aber mussten immer alle drei Monate zur Behörde, um diese Duldung zu verlängern und hatten stets die Hoffnung, eine dauerhafte Arbeitserlaubnis zu erhalten. Diese bekommt man meist nur, wenn man finanziell abgesichert ist, was aber nahezu unmöglich ist, wenn man nicht arbeiten darf.
Viele Jahre befand sich die Familie in einem Schwebezustand. Hami Nguyen hatte dadurch keine leichte Kindheit. Sie waren arm, mussten zunächst mit anderen Familien die Wohnung teilen und die ganze Situation war sehr belastend.
Eine einzelne Sachbearbeiterin hatte die ganze Macht, die Zukunft und das Leben der Nguyens zu beeinflussen. Immer war die Angst vorhanden, abgeschoben zu werden, wie es vielen anderen vietnamesischen Menschen ohne ersichtliche Gründe erging.
Diese Zeilen sind sehr bedrückend zu lesen. Die Autorin hatte eine Kindheit voller Sorgen. Erst in der Schule kam sie mit deutschen Kindern in Kontakt und erlebte dort zum ersten Mal, dass sie anders war bzw. sie anders wahrgenommen wurde. Durch Rassismuserfahrungen lernte sie, sich zu verstellen, um dazuzugehören und ihre eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken.
In dem Buch geht es auch um die Hintergründe, warum überhaupt Vertragsarbeiter
innen und Bootsflüchtlinge nach Deutschland und in die DDR kamen. Dies war mir nahezu unbekannt, da dies in der Schule (wie so vieles wichtige) nicht behandelt wird. Auch die rassistischen Gewalttaten in Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda werden erläutert, von denen in der Öffentlichkeit nicht genug berichtet wird.

Rassismus ist ein strukturelles Problem. Autoritätspersonen haben viel Macht, um über das Leben von Menschen zu entscheiden, die sich nicht wehren können. Dies zieht sich durch das Buch. Vor allem weiße Deutsche ohne Migrationshintergrund sind in Behörden oder haben die finanziellen Mittel, um Firmen zu gründen oder Mietshäuser zu erwerben. Rassifizierte Menschen haben es oft schwer, sich selber etwas aufzubauen, da ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Rassismus findet aber auch immer wieder im Alltag statt, oft ohne, dass es den Personen, die ihn ausüben, auffällt. Viele meinen es nicht böse und tun es aus Versehen, einfach weil sie so aufgewachsen sind. Spätestens in den letzten Jahren sollte man aber gelernt haben, dass man Betroffenen zuhört und ihre Kritik nicht einfach abtut. Man sollte überlegen, ob man Kritik auch einfach abwehren würde, wenn eine weiße Person sie äußern würde.

Anti-asiatischer Rassismus wird oft nicht ernst genommen. Asiatisch gelesene Menschen spricht man oft ab, dass sie solche Erfahrungen machen. Sie gelten als "angepasst". Diese "Angepasstsein" ist aber oft vorhanden, weil diese Personen sich verstellen müssen, um akzeptiert zu werden. Sie müssen ihre eigene Identität verbergen, was auch psychische Folgen haben kann. Asiatisch gelesene Menschen sind unsichtbar, weshalb der Titel das Buches sehr gut passt. Diese Unsichtbarkeit soll endlich ein Ende haben.

Das Buch handelt von Einsamkeit, Ausgrenzung, Identitätsverlust und zum Schluss von der Hoffnung, dass sich all dies ändert wird. Dieser Hoffnungsschimmer ist bitter nötig, denn "Das Ende der Unsichtbarkeit" ist bedrückend, schonungslos und bringt Sachen auf den Punkt, die die Dominanzgesellschaft oft immer noch nicht wahrhaben will. Aber sie müssen gesagt werden.
Hami Nguyen schafft es, das schwierige Thema klar verständlich zu erläutern. Anhand ihrer Familiengeschichte, (historischen) Ereignissen sowie kulturellen und gesellschaftlichen Vorkommnissen gelingt es ihr, anti-asiatischen Rassismus darzustellen und ihm die dringend benötigte Aufmerksamkeit zu geben.
Ich, die zur Dominanzgesellschaft gehört, habe vieles gelernt und ich habe viel Stoff zum Nachdenken bekommen. Dieses Buch kann man auf jeden Fall auch im Schulunterricht benutzen, denn auch in Schulen sind solch wichtige Themen leider noch viel zu wenig präsent.

Veröffentlicht am 23.03.2024

Ins Herz der Angst!

Stark gegen Ängste
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Jeder Mensch kennt Ängste. Doch bei manchen nimmt die Angst einen so großen Stellenwert im Leben ein, dass sie eingeschränkt sind und Dinge vermeiden, die sie eigentlich tun wollen. Der Autor Andreas Hillert ...

Jeder Mensch kennt Ängste. Doch bei manchen nimmt die Angst einen so großen Stellenwert im Leben ein, dass sie eingeschränkt sind und Dinge vermeiden, die sie eigentlich tun wollen. Der Autor Andreas Hillert erklärt zunächst, dass die Angst genau wie andere Emotionen wichtig im Leben ist, vermutlich sogar die wichtigste Emotion überhaupt ist. Doch wir Menschen wollen nichts mit ihr zu tun haben und verdrängen sie. Kurzfristig scheint dies sinnvoll zu sein, dadurch taucht sie jedoch immer wieder auf, ohne dass sich die Situation, die einem Probleme macht, ändert.
Herr Hillert beschreibt relativ zu Beginn, wie die Angst im Körper entsteht, welche physiologischen Abläufe im Körper stattfinden. Dadurch versteht man besser, was genau im eigenen Körper bei einer Angstreaktion abläuft. Immer wieder gibt es im Buch Seiten, bei den man eintragen oder ankreuzen kann, wie man selber Angst erlebt, wie die letzte Angsterfahrung war oder welche körperlichen Symptome man bei verschiedenen Angstsituationen hat. Dies ist hilfreich, um die eigenen Gedanken zu sortieren. Zudem wird bspw. die Hyperventilationsübung vorgestellt, damit man dieser sich selber und den eigenen Körper verstehen kann.

Ein zentrales Thema ist die Exposition. Dabei begibt man sich direkt in eine Situation, bei der man (erhebliche) Ängste erleidet. Hierbei ist es wichtig, dass man sich nicht ablenkt, bewusst oder unbewusst. Man muss die Angst "aushalten", was natürlich sehr schwierig und beängstigend ist. Für mich ist es jedoch sehr verständlich, dass dies eine wirksame Strategie ist. Wenn das Maximum der Angst erreicht ist, kann es nur noch besser werden. Angst kann sich nicht ins unermessliche steigern, sondern sie flacht (bei wirklich maximaler Angst) nach ca. 1 Minute ab, da der Körper dann Adrenalin und Noradrenalin komplett ausgeschüttet hat und diese Stoffe erst neu bilden muss. Wenn man sich bei einer Exposition jedoch ablenkt und die Angst erst einmal etwas sinkt, hat der Körper Zeit, dieses bisschen Adrenalin und Noradrenalin ziemlich schnell zu bilden und die Angst steigt wieder. Dadurch befindet man sich in einem Teufelskreislauf und der Stress nimmt nie wirklich ab. Wenn man eine Exposition "richtig macht" bzw. sie einem gelingt, dann entsteht Erleichterung, dass man die Situation gemeistert hat und bei weiteren Expositionen flacht die Angstkurve immer schneller ab. In dem Buch gibt es Tipps, wie man am besten eine Exposition angeht, wie z.B. dass man die jeweiligen Angstsituationen von schwach bis extrem bewertet, damit man weiß, wo man genau steht und womit man anfangen könnte.
Zum Schluss geht der Autor noch auf Entspannungs- und Atemübungen, Therapien, Apps wie auch moderne Techniken ein. Stress zu reduzieren kann natürlich immer hilfreich sein und gegen Ängste helfen. Ausdrücklich warnt er selbstverständlich vor Alkohol und anderen Drogen. Diese helfen natürlich nicht gegen Angststörungen und sollten daher auf keinen als "Selbstmedikation" dienen. Auch bei verschriebenen Medikamenten sollte man aufpassen, da keine langfristig Angststörungen "heilen". Sobald man sie wieder absetzt, sind die Ängste wieder da. Daher sollte man sich lieber Expositionen aussetzen, in Therapie gehen und/oder auf anderen Wegen versuchen, besser mit Ängsten zu leben.
Denn eins ist klar: Ängste gehören zu uns Menschen und beschützen uns vor gefährlichen Situationen. Doch manchmal nehmen sie Überhand und versuchen uns zu schützen, obwohl dafür gar kein Grund besteht. Die Angst ist nicht unser Feind, sondern unser Freund, der manchmal zu fürsorglich ist und über reagiert.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Zeitreisen im Mystery-Hotel

Das White Octopus Hotel
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"Das White Octopus Hotel" zieht einen gleich zu Beginn in den Bann. Wir lernen Eve kennen. Sie ist eine zurückgezogene junge Frau, welche von einem Kindheitstrauma verfolgt wird. An ihrem Arbeitsplatz ...

"Das White Octopus Hotel" zieht einen gleich zu Beginn in den Bann. Wir lernen Eve kennen. Sie ist eine zurückgezogene junge Frau, welche von einem Kindheitstrauma verfolgt wird. An ihrem Arbeitsplatz hat sie eines Tages eine mysteriöse Begegnung. Ein älterer Mann besucht sie, der offenbar viel über sie weiß, obwohl sie der Meinung ist, dass sie ihn noch nie gesehen hat. Schließlich bittet er sie, in das Hotel zurückzukehren. In das "White Octopus Hotel". Aber dort war sie noch nie. Oder etwa doch...?


Der Schreibstil ist eher einfach, was keinesfalls negativ gemeint ist. Das Thema Zeitreisen und deren Folgen ist sowieso schon etwas komplex, daher bin ich froh, dass die Sprache nicht extra eloquent gewählt ist. In der Übersetzung haben sich ab und zu Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen. So stand "die" statt "sie" oder "wie" statt "wir" (oder andersherum; genau weiß ich es nicht mehr) Bei einer Szene habe ich gestutzt. Einmal war von "Anzügen" und Krawatten die Rede, später von "Pyjamas". Ich weiß jedoch nicht, was im englischen Original steht.

Anhand des Klappentextes könnte man vermuten, dass es in der Geschichte "nur" um die Liebe geht, aber es geht auch viel um Trauer und Schuldgefühlen. Wie man überhaupt noch leben kann, wenn man schreckliche Dinge erlebt hat. Aber zum Glück geht es nicht nur um schwere Themen. Rätsel, Geheimnisse, mysteriöse Geschehnisse im Hotel spielen eine große Rolle. Magische Objekte, von denen man nicht weiß, wo sie zu finden sind oder ob sie überhaupt existieren. Dieses märchenhafte hat mir gut gefallen, da es einen guten Kontrast zu dunklen Szenen bildet. Miträtseln konnte man aber nur bedingt. Gruselige Momente kommen auch hier und da vor, sowie skurrile und bizarre Begebenheiten.

Die Zeitreisen an sich sind natürlich ein faszinierendes Thema. Wer möchte nicht gern in die Vergangenheit, um etwas zu ändern oder aufzuhalten. Wir alle haben vermutlich Dinge erlebt oder selber getan (oder eben nicht getan), die man mit dem heutigen Wissen anders angehen würde. Ein paar Szenen gibt es auch aus einer anderen Perspektive, dennoch sind diese nicht langweilig. Ganz im Gegenteil. Man erfährt dadurch andere Aspekte, die aus der Sicht der anderen Figur nicht vorkommen.

Eve ist felsenfest überzeugt, die Vergangenheit zu ändern. Aufgrund ihres Verlustes ist dies absolut nachvollziehbar. Wie sie aber sich selber bezeichnet, kann ich aber nur zu einem Teil nachvollziehen. Aber zum Glück habe ich aber auch nicht das gleiche wie sie erlebt. Zudem finde ich sie etwas naiv, dass sie glaubt, mithilfe eines Gegenstandes alles zum Besseren zu wenden. Aber da muss ich auch wieder sagen, dass ich nicht weiß, wie man nach einem Trauma reagiert und wie rational man ist. Zudem bin ich vielleicht auch zu sehr durch andere Zeitreisegeschichten beeinflusst.
Max hat ebenfalls schreckliche Dinge erlebt. Das historische Ereignis, in welchem er verwickelt ist, hat mich überrascht. Zunächst war ich etwas skeptisch, ob ein so furchtbares Ereignis wirklich so passend ist für ein Buch über ein mysteriöses Hotel. Aber nach Beenden des Buches finde ich es absolut in Ordnung. Bei Max wundere ich mich nur, warum er eine Person nicht erkennt, obwohl er sie eigentlich schon sehr gut kennt. Auch dass er nicht überzeugt ist, dass es magische Objekte oder Fähigkeiten gibt, obwohl er schon in der Hinsicht Erfahrungen gesammelt hat.


Das Cover ist nicht ganz mein Fall. Nur durch Zufall habe ich zunächst den Klappentext und anschließend die Leseprobe gelesen, die mich überzeugt hat. Für diese Geschichte finde ich das Cover nicht ganz passend, da es meiner Meinung nach falsche Erwartungen weckt. Mich erinnert es eher an eine etwas seichte Liebesgeschichte. Die dunkleren Aspekte der Geschichte waren für mich daher etwas überraschend, da man beim Anblick des Buches dies vermutlich erstmal nicht erwartet.

Das Ende hat mir gut gefallen. Wobei man schon vielleicht ein bisschen überlegen muss, um die Zusammenhänge und Geschehnisse zu verstehen und für sich zu ordnen. Wie bei vielen Zeitreisegeschichten ist es schon etwas paradox, dass Sachen passieren, weil sie schon in der Zukunft (oder Vergangenheit? Es ist kompliziert!) passiert sind. Da stellt sich die Frage, wie viel Handlungsspielraum man hat, wenn man weiß, dass man etwas schon getan hat und ob man überhaupt etwas ändern kann. Damit kann ich mich aber arrangieren. Ob der Autorin gelungen ist, die Handlung fehlerfrei zu gestalten, kann ich nicht mit absoluter Sicherheit behaupten. Mir sind keine Schnitzer aufgefallen. Bei der komplexen Zeitreisehandlung kann es aber auch sein, dass es mir nicht aufgefallen ist. Ich habe es einfach akzeptiert, dass Dinge geschehen, weil sie schon geschehen sind. Es kann natürlich sein, dass andere Lesenden damit ein Problem haben.
Die wichtigsten Fragen werden beantwortet, manches bleibt aber unbeantwortet. Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat, ist, dass man nach Beenden des Buches gleich zurück blättern möchte, um bestimmte Szenen noch mal zu lesen. Dann bekommen diese eine ganze andere Bedeutung! Und das ist bei ganz vielen so. Ich liebe sowas!
Insgesamt hat mir dieses Buch, mit kleinen Abstrichen, sehr gefallen und ich werde in Zukunft schauen, was für andere Geschichte Alexandra Bell noch veröffentlicht.



Noch ein Hinweis: Enten sollte man nicht füttern, vor allem niemals mit Brot! Es quillt im Magen auf und kann daher tödlich sein. In der Natur finden die Tiere in der Regel schon genügend zu fressen. Im Buch gibt es eine Szene, in der Charaktere Enten mit Brot füttern, daher wollte ich noch mal darauf hinweisen, dass man das nicht tun sollte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2024

Rätseln bis zum Schluss

Wer war Alice
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Der Roman "Wer war Alice", verfasst von T.R: Richmond, handelt von der Journalistin Alice Salmon, welche tot in einm Fluss gefunden wurde. Die Todesursache ist nicht eindeuitg geklärt und somit gibt es ...

Der Roman "Wer war Alice", verfasst von T.R: Richmond, handelt von der Journalistin Alice Salmon, welche tot in einm Fluss gefunden wurde. Die Todesursache ist nicht eindeuitg geklärt und somit gibt es einige Verdächtigungen und Mutmaßunge, ob es ein Unfall, Selbstmord oder sogar Mord war. DIe Medien stürzen sich auf Luke, Alice´s Freund, ihre Freundinnen, mit welchen sie in der Nacht unterwegs war, und auf ihre Familie. Professor Cooke, an dessen Uni Alice studiert hat, möchte so viele Informationen über Alice sammeln, um daraus ein Buch entstehen zu lassen, um, wie er selber behauptet, zu verhindern, dass Alice in Vergessenheit gerät. Die Familie ist nicht begeistert, da er in dem Privatleben von Alice wühlt, und mit der geplanten Veröffentlichung des Buches die Aufmerksamkeit der Medien auf den Fall noch vergrößert.

Der Roman wird nicht, wie man zuerst vermutet, in Kapitel gegliedert, sondern es werden Briefe, Emails, Twitternachrichten u.ä. abgedruckt. Somit erfährt über Alice´s Leben aus verschiedenen Blickwinkel, sodass man auch verschiedene Seiten von ihr kennenlernt. Sie hatte einige Freunde, jedoch auch manche Menschen, die nicht gut auf sie zu sprechen waren. In den sozialen Medien werden Behauptungen aufgestellt, dass Luke etwas mit ihrem Tod zu tun hat und daraufhin wird er festgenommen. Aber auch Cooke erscheint verdächtig, da er von dem Fall Alice und ihrer Person scheinbar besessen ist, da er schon mit ihrer Mutter ein Verhältnis hatte.

Der Aufbau des Romans ist erst einmal ungewohnt, da es meist eher kurze Texte sind (wie schon oben geschrieben. Briefe, Emails, Twitternachrichten, Chat-Verläufe...) VIele Leute, die Alice kannten, aber auch viele Fremde beschreiben, wie Alice angeblich war und welche Erinnerungen sie an sie haben. Dabei bemerkt man, dass jeder eine andere Meinung über sie hat, und insbesondere die Bemerkungen von Fremden im Internet sind oftmals eher negativ, was man ja aber auch aus der Realität kennt. Aus diesen verschiedenen Blickwinkel muss der Leser für sich selber herausfinden, wer Alice letztendlich war, und auch selber entscheiden, ob die Wahrheit über sie geschrieben wurde, oder doch eher Lügen, Beschönigungen und Verleumdungen. Die Texte sind meistens nicht chronologisch abgedruckt, sondern wecheln sich oftmals bei den Monaten oder sogar Jahren ab. Am Anfang erfährt man aber Sachen über Alice die ab und zu in ihrer Jugend waren und im Verlauf des Romans eher spätere Ereignisse ihrers Lebens. Dennoch gibt es öfters auch Texte, die schon vor längerer Zeit verfasst wurden.

Der Schreibstil war unterschiedlich, je nachdem wer den Text verfasst hat. So sind die Twitternachrichten eher in der Jugendsprache mit Abkürzungen bspw.verfasst und die Briefe des Professors haben einen komplexeren Satzbau mit einigen Fremdwörtern. Bis zum Ende hin habe ich gerätselt, was mit Alice passiert ist. Ich hatte im Verlauf des Romans immer wieder Vermutungen ,die ich dann aber immer wieder verworfen und wieder aufgenommen habe. Erst ganz zum Schluss hatte ich eine Vermutung, die sich dann auch bestätigt hatte. Die Erklärung dazu hatte ich aber nicht erwartet und war deshalb auch überrascht, was mir dann auch gefallen hat

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, weil ich bis zum Schluss gerätselt habe, was nun mit Alice passiert ist. Die Auflösung fand ich gut und logisch, das Ende ist jedoch zum Teil noch offen, was mich aber nicht stört.

Veröffentlicht am 06.02.2024

Überblick über viel diskutierte Wörter

Vielfalt
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Dieses Buch bietet einen Überblick über 100 Begriffe, über die heute in Gesellschaft, Kultur und Politik zum Teil heftig diskutiert wird. Hierfür konnte der Verlag 100 Menschen gewinnen, die jeweils einen ...

Dieses Buch bietet einen Überblick über 100 Begriffe, über die heute in Gesellschaft, Kultur und Politik zum Teil heftig diskutiert wird. Hierfür konnte der Verlag 100 Menschen gewinnen, die jeweils einen Begriff erläutern. Alle diese Menschen haben entweder Expertise in dem jeweiligen Gebiet und/oder sind selber Betroffene.

Die Themen sind, passend zum Buchtitel, vielfältig. Von A wie Abtreibung bis Z wie Zionismus ist sehr viel dabei. Zu Beginn gibt es eine kurze Einleitung und man erfährt grob, wie der reguläre Duden arbeitet. Am Anfang jeden Beitrags gibt es die entsprechende Definition des Dudens und wann der Begriff zum ersten Mal aufgenommen wurde. Diese Definitionen können auch von den nachfolgenden Erklärungen abweichen, da es verschiedene Ansichten und Herangehensweisen bei bestimmten Themen geben kann. Die Artikel selber sind verständlicherweise unterschiedlich. Manche Autorinnen benutzen mehr Fremd-und Fachwörter als andere. Gelegentlich wird vorausgesetzt, dass Wörter bekannt sind, wie z.B. das Wort cis. Dieses wird zwar in zwei Beträgen erläutert, bei anderen jedoch nicht. Da wäre es sinnvoll, dies an der jeweiligen Stelle kurz zu tun, damit man nicht erst mal andere Beiträge lesen muss. Der Beitrag zu Leichte Sprache (in dem es darum geht, möglichst wenig Barrieren zu haben, damit niemand ausgeschlossen wird) ist hingegen passend einfach geschrieben.

Persönliches wird auch hin und wieder erzählt, wie z.B. bei Geschlechtsidentität. Für mich ist das ein Problem, andere möchte vielleicht mehr Objektivität, was meiner Meinung nach bei manchen Themen gar nicht wirklich möglich ist

Die Themen reichen von Medizin, Sexualität, Geschlecht, Behinderung (oder was in der Gesellschaft als Behinderung gesehen wird), Religion, Diskriminierung, Sprache und vielem Mehr. Einige Themen überschneiden sich, da Abgrenzungen oft gar nicht möglich sind.

Ich persönlich habe vieles gelernt. Viele Begriffe kannte ich vorher, bei manchen von diesen hatte ich aber nur eine sehr grobe Ahnung, was sie bedeuten. Natürlich kann es vorkommen, dass man zu manchen eine andere Meinung hat. Dies ist aber ganz normal. Diese 100 Beiträge sind von 100 verschiedenen Menschen verfasst worden. Diese Menschen haben eine eigene Meinung, die natürlich auch abweichen kann von denen anderer Mitglieder der jeweiligen Communitys Gemeinschaften, Betroffenen etc.

Zum Ende des Buches gibt es noch eine lange Liste von Quellen und Medientipps. Diese können aus (Online-)Beiträgen, Büchern, Filmen und vielem mehr bestehen. Somit kann man sich noch intensiver mit den Themen beschäftigen.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Es gibt einen guten Überblick über Themen, die in den letzten Jahren immer mehr in er Gesellschaft diskutiert werden, bei denen man aber oft nicht genau weiß, was sie eigentlich bedeuten. Sicherlich wird nicht immer jede
r mit diesen 100 Menschen 100% übereinstimmen, dafür regt das Buch zum Nachdenken an. Bestimmt könnte ein zweites Buch mit weiteren 100 Wörtern entstehen, denn es gibt noch viel ,über das man reden und schreiben kann. Von mir gibt es eine Leseempfehlung, denn alle Menschen können und sollten noch viel dazulernen.