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Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein ganz persönlicher Fall für Ann-Kathrin Klaasen

Ostfriesenfeuer
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Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (21. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596520664
Preis: 9,99€

Ein ganz persönlicher Fall für Ann-Kathrin Klaasen

Inhalt:
Im Osterfeuer ...

Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (21. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596520664
Preis: 9,99€

Ein ganz persönlicher Fall für Ann-Kathrin Klaasen

Inhalt:

Im Osterfeuer wird eine Leiche gefunden. Ann-Kathrin Klaasen und Frank Weller, die auf dem Weg in die Flitterwochen sind, müssen diese erst einmal verschieben. Dann gibt es auch schon eine weitere Leiche, und bald ist Ann-Kathrin Klaasen ganz persönlich in den Fall verstrickt.

Meine Meinung:
„Ostfriesenfeuer“ ist ein spannender Kriminalroman, allein schon durch den Plot, der uns einen Serientäter bietet. Da geht es ja immer darum, dass die Polizei dem Täter endlich auf die Spur kommen muss, um weitere Opfer zu retten bzw. weitere Morde zu verhindern, ein Wettlauf mit der Zeit. Dabei schien mir Ann-Kathrin Klaasen anfangs nicht ganz so eigensinnig wie sonst, aber später dreht sie dann wieder voll auf und wütet wie eine Dampfwalze durch Ostfriesland. Im echten Leben könnte sich wohl kein Polizist ein solches Verhalten erlauben.

Noch viel schlimmer finde ich aber Rupert. Er ist in meinen Augen bei der Kriminalpolizei absolut untragbar und nervt mich mit seinem minderbemittelten Gelaber und seinem frauenverachtenden Verhalten einfach nur. Witzig kann ich diesen Typ nicht finden. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob diese Ostfriesenkrimis ernst gemeint sind oder satirisch. Die Polizei steht über weite Strecken ziemlich dumm da. Die Ermittler verhalten sich absolut unprofessionell. Ich hoffe wirklich, dass es in der Realität anders ist.

Da haben mir die Beschreibungen von Ostfriesland und der Menschen dort doch gleich viel besser gefallen. Klaus-Peter Wolf versteht es wirklich, dem Leser diese Region nahezubringen. Fast sieht man die kleinen Städte, das Meer und die Inseln vor sich und kann vergessen, dass man auf dem heimischen Sofa sitzt.

Das Buch lässt sich locker und leicht lesen, die häufigen Perspektivwechsel bringen Abwechslung mit sich. Zuweilen enden die Abschnitte mit einem kleinen Cliffhanger, bevor es mit einer anderen Perspektive weitergeht. Das sorgt dann natürlich auch für zusätzliche Spannung.

Die Handlung ist schlüssig und gewährt einen tiefen Einblick in die kranke Seele des Täters.

Die Reihe:
1. Ostfriesenkiller
2. Ostfriesenblut
3. Ostfriesengrab
4. Ostfriesensünde
5. Ostfriesenfalle
6. Ostfriesenangst
7. Ostfriesenmoor
8. Ostfriesenfeuer
9. Ostfriesenwut

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schweigen ist nicht immer Gold

Die Geheimnisse der Welt
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Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (22. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3832197797
Originaltitel: Closed Doors
Preis: 18,99 €

Schweigen ist nicht immer Gold

Inhalt:
Der ...

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (22. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3832197797
Originaltitel: Closed Doors
Preis: 18,99 €

Schweigen ist nicht immer Gold

Inhalt:
Der elfjährige Michael lebt mit seinen Eltern und seiner Granny auf einer schottischen Insel vor Glasgow. In der Siedlung kennt jeder jeden, und Tratsch und Pubbesuche sind oft die liebsten Beschäftigungen der zum Großteil arbeitslosen Menschen zu Beginn der 1980er Jahre. Als Michaels Mutter Rosemary das Opfer eines Verbrechens wird, deckt die Familie den Mantel des Schweigens darüber. Michael macht es schwer zu schaffen, dass er zum einen nicht genau weiß, was passiert ist, und dass er zum anderen nicht darüber reden darf.


Meine Meinung:
Lisa O’Donnell katapultiert uns um mehr als drei Jahrzehnte zurück. Es gelingt ihr gut, das Leben einer Arbeiterfamilie in der Ära Thatcher darzustellen. Es unterscheidet sich doch in einigem von der heutigen Zeit und vor allem von der heutigen Zeit in Deutschland. Diesen Blick über den Tellerrand habe ich ziemlich genossen.

Erzählt wird die Geschichte von dem elfjährigen Michael, einem ganz normalen Kind, das seinen Platz im Leben noch finden muss und die Geborgenheit der Familie nicht missen möchte. Sein Leben besteht aus Schule mit allem Drum und Dran, seinen Freunden, mit denen er Fußball spielt oder auch mal heimlich „Nacki-Hefte“ anschaut, den Mädchen, die er mal hübsch, dann wieder doof findet, und natürlich seiner Familie, die er über alles liebt. Umso mehr leidet er darunter, dass es seiner Mutter plötzlich so schlecht geht und sie sich auch nicht mehr so auf ihn einlassen kann, wie er das gewohnt ist. Alleingelassen lauscht er hinter der Tür und reimt sich aus den aufgeschnappten Brocken mit Hilfe eines Lexikons zusammen, was seiner Mutter zugestoßen ist. Und er versteht nicht, warum es ein Geheimnis bleiben soll.

Die kindlich-naive Sprache des Jungen fand ich recht ermüdend – ich konnte mich bis zum Schluss nicht ganz damit anfreunden. Es wird aber dadurch gut seine bruchstückhafte Sicht auf die Welt, wie er sie sich zusammenreimt, dargestellt. Vieles muss und kann man auch zwischen den Zeilen lesen. Wir begleiten die Familie über einige Monate – eine Zeitspanne, in der der kleine Michael einen großen Schritt Richtung Erwachsenwerden macht.

Subtil und doch eindringlich beschreibt die Autorin, welche Auswirkungen das Verbrechen an Michaels Mutter auf die ganze Familie hat, die zwiespältigen Gefühle der Beteiligten, die Auswirkungen des Schweigens, die Lawine, die dadurch ins Rollen kommt und nicht aufzuhalten zu sein scheint. Man kann sich in alle Protagonisten gut hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen, wenn man sie auch nicht immer gutheißen kann.

Mir persönlich war das Ende dann zu überspitzt und kitschig. Der Vollständigkeit halber möchte ich aber erwähnen, dass meine Mitleserinnen in der Leserunde es gut fanden, so wie es ist.

Ganz konnte mich Lisa O’Connor leider nicht für ihren neuen Roman einnehmen. Ich gebe 3,5 Sterne, aufgerundet 4.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Auftakt eines komplexen Fantasy-Epos

Imperium der Drachen - Das Blut des Schwarzen Löwen
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Taschenbuch: 480 Seiten
Preis: 12,99 €
Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (6. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3863960704

Auftakt eines komplexen Fantasy-Epos

Inhalt:
Iolan wird als Findelkind ...

Taschenbuch: 480 Seiten
Preis: 12,99 €
Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (6. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3863960704

Auftakt eines komplexen Fantasy-Epos

Inhalt:

Iolan wird als Findelkind von einem Fischer und seiner Frau aufgezogen. Zusammen mit deren leiblichen Kindern Markos und Mirene wächst er behütet in der Gemeinschaft des kleinen Dorfes Efthaka auf. Doch als Iolan 17 Jahre alt ist, wird das Dorf überfallen und die Einwohner getötet. Iolan und Mirene werden von einem Freund der Familie, dem Magier Arastoth, gerettet und in die Hauptstadt gebracht. Arastoth erzählt Iolan nun auch von seiner wahren Herkunft und entfacht in diesem somit den Zorn auf den König. Er sinnt auf Rache.


Meine Meinung:
Anfangs tat ich mich schwer mit den vielen ungewöhnlichen Namen und Details. Doch sobald der Protagonist erscheint, tritt alles andere etwas in den Hintergrund. Die ersten Kapitel dienen lediglich dazu, eine Atmosphäre zu schaffen, dem Leser zu zeigen, in was für einer Welt sich die Geschichte abspielt. Man muss sich also diese ganzen Namen nicht merken. Im Übrigen gibt es hinten im Buch ein ausführliches Personen- und ein Götterverzeichnis, das man notfalls zu Rate ziehen kann. Auch die Landkarte im Klappenumschlag kann sich zur besseren Orientierung als nützlich erweisen.

Die Welt, die Bernd Perplies sich mit viel Fantasie ausgedacht hat, erinnert entfernt an das antike Griechenland und seine Umgebung. Und natürlich spielt auch Magie eine große Rolle. Leider ist mir diese Quano-Magie ziemlich fremd geblieben. Hier hätte ich mir noch mehr Erklärungen gewünscht, wie sie funktioniert und was sie alles kann.

Die Handlung teilt sich in verschiedene Erzählstränge. Einmal sind wir bei Iolan, einmal bei Markos, dann wieder im cordurischen Königshaus oder an anderen Orten. Es werden politische Ränke geschmiedet, Schlachten geschlagen und verschiedene Gefühle ausgelebt. So gestaltet sich die Geschichte insgesamt sehr abwechslungsreich und spannend.

Der Protagonist Iolan war mir sehr sympathisch. Meistens konnte ich seine Handlungsweisen auch gut nachvollziehen. Als Leser weiß man immer etwas mehr als er und so manches Mal muss man bibbern, wenn er den falschen Leuten vertraut. Denn um ihn herum werden Intrigen gesponnen, sein ganzes Leben baut auf Lügen auf und auf einem Fluch, der erst nach und nach zum Tragen kommt.

Am Ende hat Iolan einen kleinen Etappensieg erreicht, aber es bleiben mehr Fragen offen als es Antworten gibt. Auch von Drachen ist in diesem ersten Band noch nicht allzu viel zu sehen. Jetzt heißt es, die Zeit bis zum zweiten Band, der im Sommer 2015 unter dem Titel „Kampf um Aidranon“ erscheinen soll, zu überbrücken. Ich freue mich darauf und bin schon sehr gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

Die Reihe:
1. Das Blut des Schwarzen Löwen
2. Kampf um Aidranon

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein schönes Jugendbuch

All die schönen Dinge
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Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Oetinger (22. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3789103711
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre
Preis: 14,99€
auch als E-Book erhältlich

Ein ...

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Oetinger (22. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3789103711
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre
Preis: 14,99€
auch als E-Book erhältlich

Ein schönes Jugendbuch

Inhalt:

Tammie war zehn Jahre alt, als die Ärzte ein Aneurysma in ihrem Kopf gefunden haben. Es kann jederzeit platzen – oder auch nicht. Eine tickende Zeitbombe. Seit der Diagnose dreht sich Tammies Leben und das ihrer Familie praktisch nur noch um diese potentiell tödliche Krankheit. Tammie treibt sich gerne auf dem Friedhof herum, wo sie nach dem ultimativen Spruch für ihr eigenes Grab sucht. Dabei lernt die inzwischen Sechzehnjährige Fynn kennen, der auf dem Friedhof jobbt. Als sie sich in ihn verliebt, muss die Liste der verbotenen Dinge, noch einmal überdacht werden, denn da stehen auch solche schönen Dinge wie starke Emotionen oder Sex drauf …

Meine Meinung:
„All die schönen Dinge“ ist der Debütroman von Ruth Olshan und überaus gelungen. Er lässt sich locker lesen, die Dialoge sind spritzig und zum Teil witzig – trotz dieses ernsten Themas.

Die Protagonisten sind (fast) alle supersympathisch. Man fühlt sich von Anfang an mit Tammie verbunden und möchte mehr über sie erfahren und ihr helfen. Ihr Umgang mit ihrer Krankheit ist recht pragmatisch, was mir gut gefallen hat. Nichtsdestotrotz fürchtet sie sich natürlich vor dem Tod, aber deshalb auf all die schönen Dinge verzichten und damit praktisch gar nicht richtig leben? Das kann es doch auch nicht sein. In Fynn findet sie einen Partner, der sie nimmt, wie sie ist und der ihr viel Lebensfreude gibt.

Auch die Eltern der beiden sind supersympathisch – davon kann man als Jugendlicher nur träumen. Fast war mir ihr Riesenverständnis für alles schon etwas zu viel des Guten. Lediglich Tammies Bruder Ben ist ein Griesgram, dem man anmerkt, dass er sich hinter Tammie zurückgesetzt fühlt, weil er immer auf sie Rücksicht nehmen muss. Allerdings finde ich dieses Verhalten sehr authentisch.

Der Roman ist berührend und fesselnd, aber es war mir fast zu viel heile Welt. Ich hatte bei diesem Thema etwa Dramatischeres erwartet. Aber andere Leser werden das Buch genau so lieben, wie es ist. Es steht ja nicht jeder so auf Drama

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Fantasievolle Fortsetzung im Reich der Bücher und Bibliomantik

Die Seiten der Welt
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Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 2 (22. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421661
Preis: 19,99 €

Fantasievolle Fortsetzung im Reich der Bücher und Bibliomantik

Inhalt:
Die ...

Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 2 (22. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421661
Preis: 19,99 €

Fantasievolle Fortsetzung im Reich der Bücher und Bibliomantik

Inhalt:

Die Widerständler haben sich auf den Sitz der Familie Faerfax in den Cotswolds zurückgezogen. Die junge Bibliomantin Furia wird von Summerbelle ausgebildet. Nun wollen die jungen Leute sich auf die Suche nach dem Sanktuarium, dem Herzen der Adamitischen Akademie, machen, um sich den üblen Machenschaften des Rates der Akademie in den Weg zu stellen. Ein gefährliches und fast aussichtsloses Unterfangen.


Meine Meinung:
Manchmal wird der Mittelband von Trilogien wie ein Stiefkind behandelt. Er ist ein Lückenfüller, den man fast genauso gut auch weglassen könnte. Diesen Vorwurf kann man Kai Meyer gewiss nicht machen! Seine Fortsetzung von „Die Seiten der Welt“ sprüht vor fantastischen Ideen, und die Handlung wird konsequent vorangetrieben. Hier passiert so viel, was für die Zukunft (den dritten Band) wichtig und notwendig ist. Es werden neue Charaktere eingeführt und von lieb gewonnenen (oder auch nicht) alten müssen wir uns trennen. Dieser Autor hat keine Scheu, seine Figuren über die Klinge springen zu lassen. Man muss wirklich mit allem rechnen. Auch in anderer Hinsicht konnten mich einige Figuren, vor allem eher Nebenfiguren, wirklich überraschen.

Ich hatte allerdings größere Schwierigkeiten als sonst bei Fortsetzungen, wieder in die Geschichte hineinzufinden. Ich schreibe dies der Komplexität der Handlung zu. Es gibt hier so viele verschiedene Handlungsstränge, die sich immer wieder abwechseln. Kaum hatte ich mich in den einen wieder eingelesen, wurde ich schon wieder in den nächsten geworfen. Das machte das Lesen doch etwas anstrengend. Mir machte auch zu schaffen, dass es schon neun Monate her ist, seit ich den 1. Band gelesen habe. In dieser Zeit kann man doch sehr viele wichtige Details vergessen. Zwar streut Kai Meyer immer wieder kleine Fetzen zur Wiederholung ein, doch mir persönlich war das zu spärlich. Was ich normalerweise nicht mag und brauche, nämlich ein geballtes „Was bisher geschah“, wäre mir hier ganz recht gewesen. Wenn man die Bücher kurz hintereinander liest, sollte das aber überhaupt kein Problem darstellen.

Der Schreibstil ist, wie von Kai Meyer gewohnt, bildhaft und wortgewaltig. Das Kopfkino springt direkt an und lässt fantastische Bilder entstehen. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, gibt es doch sehr, sehr viele Kampf- und Fluchtszenen, die oft mit einem Cliffhanger enden und denen ein Perspektivwechsel folgt. So bleibt einem gar nichts anderes übrig, als einfach immer weiterzulesen. Leider endet dieser 2. Band recht offen, sodass uns Lesern die Zeit bis zum 3. Band, der 2016 erscheinen soll, ziemlich lang werden wird.

Die Reihe:
1. Die Seiten der Welt
2. Die Seiten der Welt – Nachtland
3. Die Seiten der Welt - Blutbuch