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Veröffentlicht am 28.03.2024

Highlight - sprachlich herausragend

Krummes Holz
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MEINUNG:
Krummes Holz ist mir schon vor ein paar Monaten in den Vorschauen aufgefallen und nachdem ich so begeistert von Alina Herbings Tiere, vor denen man Angst haben muss gelesen hatte, erschien mir ...

MEINUNG:
Krummes Holz ist mir schon vor ein paar Monaten in den Vorschauen aufgefallen und nachdem ich so begeistert von Alina Herbings Tiere, vor denen man Angst haben muss gelesen hatte, erschien mir dieses Buch als ideale und vergleichbare Literatur.
Krummes Holz ist eine Gegend in der Mitte Deutschlands, im ländlichen Südwestfalen. Dort der heruntergewirtschaftete Gutshof von Jirkas Familie. Nun kehrt er nach 5 Jahren dahin zurück. Wir befinden uns im Sommer 1987 und das spürt man auch. Die Autorin gibt immer wieder Hinweis auf die Zeit. Jirka hat eine ältere Schwester, Malene. Jirkas Rückkehr löst bei Malene keine Freundenstürme aus, sondern eher das Gegenteil. Zwischen den beiden Geschwistern gibt es so viel aufgestaute Emotionen und auch Wut, was ich nachvollziehen konnte. Ich habe so oft gedacht, dass sie doch einfach nur miteinander zu reden bräuchten, aber das ist einfach nicht so einfach. Schweigen bis es eh weh tun steht auch so im Text. 
Nach und Nach erfährt man zwischen dem herausragenden poetischen Schreibstil, was so in der Kindheit der beiden passiert ist und das ist nicht ohne. Jirka und seine Schwester müssen durch den Vater körperlich Misshandlungen und Züchtigungen ertragen. Ihre Mutter verstirbt früh und sie bleiben mit dem Vater und der Großmutter zurück. Auch von dieser gibt keinerlei Nähe und Geborgenheit. Ich habe oft gedacht, dass es für Jirka wohl das Beste war, auf dem Internat zu sein. Malene, auch wenn vier Jahre älter, musste zurück bleiben und musste vieles weiterhin ertragen. Malene Wut würde ich daher als im Stichlassen deuten. Mir Jirkas Rückkehr gibt es einen Punkt, nämlich die Abwesenheit des Vaters, die zunächst nicht erklärt wird. Die Autorin verwebt sehr geschickt Gegenwart und Vergangenheit. Beim Lesen erfordert es etwas größere Konzentration, aber ich mochte es, wie es alles miteinander verschwimmt und wie Jirka auch so langsam das Erinnern wieder einsetzt. Lobend ist auch die Atmosphäre auf dem Hof zu erwähnen. Ich habe förmlich gespürt, wie die Sonne mir auf die Haut scheint und auch das Haus konnte ich mir sehr gut vorstellen.
FAZIT:
Krummes Holz hat mich sofort begeistert. Ich mochte diese raue, ländliche Atmosphäre, die im krassen Gegensatz zu den sensiblen Charakteren Jirka, Madlen und Leander stehen, die so viel ertragen mussten. Vor allem die Sprache der Autorin konnte mich begeistern. Für mich ein Highlight!

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Veröffentlicht am 28.03.2024

Geordnete Verhältnisse

Geordnete Verhältnisse
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MEINUNG:
Lana Lux gehört auf jeden zu den Autorinnen, von denen ich jedes Buch lesen würde. Nun musste ich nach Kukolka und Jägerin und Sammlerin nun lange auf eine neues Buch warten. Dementsprechend war ...

MEINUNG:
Lana Lux gehört auf jeden zu den Autorinnen, von denen ich jedes Buch lesen würde. Nun musste ich nach Kukolka und Jägerin und Sammlerin nun lange auf eine neues Buch warten. Dementsprechend war meine Vorfreude riesig auf Geordnete Verhältnisse.
Die Geschichte ist in drei Teile eingeteilt, was ich gleichzeitig sehr logisch und genial fand. Als erstes lernen wir Philipp aus der Ich-Perspektive kennen. Ich muss sagen, dass ich absolut begeistern davon war, wie gut Lana Lux hier aus dieser Ich-Perspektive geschrieben hat und sich in einen Mann bzw. einen Mann wie Philipp "reinfühlen" konnte. Philipp wirkte für mich zunächst nicht unbedingt der Durchschnittsmann. Seine Kindheit war nicht einfach mit einer alleinerziehenden, alkoholabhängigen Mutter. Philipp hat auch ein paar gesundheitliche Themen, die ihm bis in das Erwachsenenalter Scham verursachen. Das Verhältnis zu Frauen ist schwierig. Schon im ersten Teil ist durchaus sichtbar, dass er misogyn ist. Außer Faina interessiert ihn eigentlich keine Frau. Generell hat er kein großes sexuelles Interesse, auch an Faina nicht. Kontrolle und Macht sind ihm sehr wichtig. Außerdem führen kleinste Situationen dazu, dass er ausrastet. In diesem ersten Teil schwimmt schon so eine unterschwellige Ahnung auf das was noch kommen wird.
Auch Fainas zweiter Teil ist aus der Ich-Perspektive geschrieben. Ich fand sehr beeindruckend, dass man es sogar in der Art der Sprache merkt, dass wie hier in anderen Gedanken sind. Generell ist man sowohl an Faina als auch an Philipp sehr nah dran, was ich sehr mag und was auch schon nach wenigen Seiten einen großen Sog ausgelöst hat bei mir. Faina hat einen ukrainischen Migrationshintergrund. Auch ihre Kindheit war nicht einfach. Faina und Philipp waren schon früh füreinander eine Art Rettungsanker. Mir fiel es schwer die Beziehung der beiden so richtig auf Augenhöhe zu betrachten. Vor allem als Faina vor Philipps Tür steht, schwanger, obdach- und mittellos ist. Freunde scheiden aus und ihren Eltern sind auch keine große Hilfe, denn die hätten lieber, dass sie abtreibt. Zwischen Faina und Philipp gab es in der Vergangenheit mal einen sehr großen Bruch, bei dem Faina die richtige Entscheidung getroffen hat, dennoch war auch nachvollziehbar, dass sie in einer Notsituation steckt. Faina mochte ich im Gegensatz zu Philipp sofort. Sie ist eigentlich das komplette Gegenteil. Sie ist kompliziert, aber sie genießt auch das Leben.
Der dritte Teil geht dann die beiden und wie es weiter geht, nach dem Faina vor Philipp Tür stand. Mehr will ich dazu hier auch gar nicht verraten, außer dass nach den beiden "Kennenlernen" Teilen der härteste Teil ist. Eigentlich hätte ich es mir denken können, dass das Buch so enden wird. Die Autorin hat gut darauf hingearbeitet, aber ich war trotzdem schockiert und traurig. Leider ist genau das harte Realität. Meiner Meinung nach hat Lana Lux sehr herausgearbeitet, wie es soweit kommen kann, dass Frauen bei gewalttätigen Partnern bleiben und das ein Loskommen nicht so einfach ist, was auch an unseren gesellschaftlichen Strukturen liegt.

FAZIT:
Geordnete Verhältnisse haben ich praktisch an einem Tag gelesen, wenn da nicht der Schlaf dazwischen gekommen wäre. Die Autorin nimmt uns sehr nah mit an die beiden Charaktere. Unterschwellig ist von Anfang klar, dass es nicht gut ausgehen wird, aber ich war doch ziemlich schockiert und es hinterlässt bei mir einen bitteren Beigeschmack. Jetzt heißt es wieder Warten.

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Veröffentlicht am 18.01.2024

So eine schöne Geschichte

we fell in love in october
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MEINUNG:
Das Buch viel mir zufällig in die Hand, weil es sehr viele gute Bewertungen hatte und ich ehrlich gesagt, auch sofort in das Cover verliebt war. Es strahlt so viele Wärme und Geborgenheit aus. ...

MEINUNG:
Das Buch viel mir zufällig in die Hand, weil es sehr viele gute Bewertungen hatte und ich ehrlich gesagt, auch sofort in das Cover verliebt war. Es strahlt so viele Wärme und Geborgenheit aus. Es hat mich sofort angesprochen.
We fell in love in october ist auch eine Liebesgeschichte, aber es ist noch so viel mehr. Es ist auch die Geschichte einer Emanzipation und des Loslassens. Genau das macht Lisa. Sie erkennt, dass die keine Bankkauffrau werden will und dass sie die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz auch nicht mehr ertragen kann, genauso wie die Enge des bayerischen Dorfes. Sie flieht spontan nach Köln, weil die Busfahrkarten dahin am billigsten waren. Sie findet spontan eine WG per Couchsurfing und lernt dort Tätowierein Karla kennen. Für Lisa beginnt die Reise zu sich selbst, vor allem als sie feststellt, dass sie bei Karla mehr empfindet als nur bloße Freundschaft. Diese Gefühle übermannen Lisa, denn so richtig passt es nicht in ihr bisher gekanntes Weltbild. Auch wenn es für mich, die in der Großstadt groß geworden ist, nur schwer nachvollziehbar war, dann man wie Lisa sprichwörtlich hinter dem Mond groß geworden ist, schildert die Autorin es wirklich voller Wärme und auch Authentizität. Es ist absolut klar, dass Lisa total verunsichert ist, viele Ängste hat und viele Leute damit auch vor den Kopf stößt. Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und sie nimmt aber nicht den ganzen Raum ein, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Die Autorin nimmt dabei vielen Themen wie Outing und gibt Einblick in die LGBTQ+ Welt auf, die mir teilweise schon bekannt waren, aber für viele LeserInnen sicher richtig spannend ist. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Am Ende hätte gerne Karla noch ein bisschen besser kennen gelernt. Ihre Sichtweise wäre wirklich toll und spannend gewesen.

FAZIT:
We fell in love in october ist eine ganz zauberhafte, queere Liebesgeschichte, aber es ist auch noch so viel mehr und ich finde, das Buch hebt sich wirklich ab in LGBTQ+ Kosmos und unter den New Adult Liebesgeschichte, weil es so herrlich authentisch ist und auch mal in Deutschland spielt. Ich freue mich auf weitere Romane von der Autorin!

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Veröffentlicht am 18.12.2023

Sehr intensiv

Endstation Malma
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MEINUNG:
Bisher habe ich alle beide Romane - Verbrenn all meine Briefe und Die Überlebenden von Alex Schulman gelesen und für sehr gut befunden. Ich liebe vor allem von schwedischen AutorInnen die Spannungsliteratur, ...

MEINUNG:
Bisher habe ich alle beide Romane - Verbrenn all meine Briefe und Die Überlebenden von Alex Schulman gelesen und für sehr gut befunden. Ich liebe vor allem von schwedischen AutorInnen die Spannungsliteratur, aber Alex Schulman beweist, dass die Schweden auch sehr gute Belletristik können.
Das Buch ist aus drei abwechselnden Sichten  und drei Zeiten - 1976, 2001 und heute geschrieben. Alle Protagonisten sind auf dem Weg nach Malma, einem kleinen Ort ein paar Stunden von Stockholm entfernt. Da ist ein Ehepaar, deren Ehe in der Krise ist. Außerdem ist ein Vater meiner seiner kleinen Tochter unterwegs und eine junge Frau versucht das Rätsel ihres Lebens zu lösen.
Am Anfang fand ich am spannendsten herauszufinden, wie alle Charaktere miteinander verbunden sein könnten. Vermutlich liegt es daran, dass viele Krimis und Thriller lese und immer Rätsel aufdecken möchte. Es stellt sich relativ schnell heraus, wie alle Personen miteinander zusammenhängen. Die Harriet, die mit ihrem Vater unterwegs ist, ist die Mutter von der jungen Frau, Yana, deren Name übrigens eine tief Bedeutung hat, die sich später noch erklärt. Bei dem Ehepaar handelt es sich um die erwachsene Harriet und Oskar, ihren Mann. 
Jede Person hat ihr wirklich eigenes, teilweise großes Päckchen zu tragen. Es gibt ein großes Ereignis in der Vergangenheit von Harriet, was schon als Trauma bezeichnen kann, was alle das Leben aller Protagonisten praktisch für ihr ganzes Leben stark beeinflusst. Für mich ist Harriet auch der Dreh- und Angelpunkt gewesen, denn ihr Probleme und das Traum in der Kindheit, haben die Ehe mit Oskar und die Kindheit und das spätere Leben von Yana beeinflusst. Manchmal war da schwer zu ertragen, vor allem Harriets Selbstzerstörung und teilweise Zerstörung ihrer Beziehungen, was ich auf Grund der Kindheit verstanden habe, aber andererseits auch schwierig fand als sie erwachsen wurde. Oskar ist in meinen Augen damit auch nicht gerade gut umgegangen, aber er wird es nicht besser gewusst haben. In diesem Kosmos, der Eltern, die oft mit sich beschäftigt sind, befindet sich Yana. Mir schien sie manchmal verloren, vor allem als man dann liest, wie schlecht das Verhältnis dann später wird zu ihren Eltern. Bei mir hat sich manchmal das Gefühl entwickelt, alle in den Arm nehmen zu wollen, um die große Einsamkeit zu lindern, die fast alle verspüren. Alex Schulman schafft es wieder als kluger und feiner Beobachter sehr ausgeprägte Charaktere zu schaffen, die in mir viele Gefühle ausgelöst haben.

FAZIT:
Mein einziger Kritikpunkt an Endstation Malma ist, dass ich gerne noch mehr erfahren hätte, wie es für die junge Frau weiter geht, deren Endstation Malma ist. Da kam mir das Ende etwas zu abrupt. Alle anderen losen Fäden bringt der Autor sehr gut zusammen, auch wenn das Ende bzw. die Auflösung wirklich tragisch ist. Es ist so eine Geschichte, wo man sich wieder fragt, was wäre passiert, wenn es nicht dieses eine Ereignis in der Vergangenheit gegeben hätte. Ich freue mich auf weitere Roman von dem Autor.

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Veröffentlicht am 03.12.2023

Super spannend und mitreißend

Apfelmädchen
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MEINUNG:
Ich bin schon lange große Freundin von skandinavischer Spannungsliteratur. Zum Glück erscheinen in Deutschland stetig und ständig so viele neue deutsche Übersetzungen von Autoren und Autorinnen ...

MEINUNG:
Ich bin schon lange große Freundin von skandinavischer Spannungsliteratur. Zum Glück erscheinen in Deutschland stetig und ständig so viele neue deutsche Übersetzungen von Autoren und Autorinnen in diesem Bereich. So auch die neue Reihe von der schwedischen Autorin Tina N. Martin. Apfelmädchen ist der erste Teil um die Ermittlerin Idun Lind.
Kommissarin Idun Lind und ihr Kollegin Calle werden zu einem besonders ungewöhnlichen Tötungsdelikt gerufen - Eine Lehrerin wird brutal inszeniert aufgefunden. Sie wird tot am Lampenhaken von ihrem Mann mit Nägeln durch die Hände gefunden. Idun Lind und ihr Kollege fangen an zu ermitteln, was sich zunächst als nicht so einfach herausstellt, denn die Frau scheint keine Feinde zu haben. Nur langsam finden sie eine Spur als es ein nächstes Opfer gibt...

Man ist hier sofort in der Handlung drin. Es gibt zwei Erzählstränge, die in der Gegenwart und in der Vergangenheit stattfinden. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin geschickt schafft Täter, Opfer und die beiden Ermittler vorzustellen, ohne dass es zu ausschweifend wird. Vor allem im Gegenwartspart werden immer wieder Personen zur Handlung hinzugefügt, die man eine Rolle für die Handlung spielen, aber die nicht den Fluss der Ermittlung stören. Der Vergangenheitsteil beschäftigt sich mit einer Familie, die wirklich Schreckliches durchstehen muss. Ich muss sagen, dass mich diese Teile wirklich sehr mitgenommen haben. Die Autorin geht sparsam mit den Infos um, aber sie beschreibt einige Szene auch in aller Deutlichkeit. Mir ist es auch selten so schwer gefallen, dass ich die Täter dafür verurteilen kann, was sie gemacht haben. Die Autorin schafft es sehr gut die Leserschaft bei der Stange zu halten. Die Handlung und Zusammenhänge brauchen ein bisschen, aber der Spannungsbogen ist konstant und ab ca. der Hälfte konnte ich das Buch wirklich nicht mehr zur Seite legen. Ab einem gewissen Zeitpunkt habe ich mir gedacht, wie alles zusammenhängt. Mir hat gefallen, dass zu erraten war und nicht ein Täter/ eine Täterin war, die kaum eine Rolle gespielt hat.

FAZIT:
Apfelmädchen ist ein wirklich packender und fesselnder Thrillerauftakt gewesen. Ein Buch, was ich kaum aus der Händen legen konnte. Das lag zum einen an der sehr guten Spannungsbogen, aber auch an dem geschilderten Familiendrama, was mich wirklich

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