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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2024

EIne Leseempfehlung!

Acqua alta
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Isabelle Autissier stellt in ihrer Dystopie die Zerstörung Venedigs im Jahre 2021 durch ein gewaltiges Naturereignis dar. Doch ist es wirklich das Zusammenspiel zwischen Sturm und Wasser, das auf die maroden ...

Isabelle Autissier stellt in ihrer Dystopie die Zerstörung Venedigs im Jahre 2021 durch ein gewaltiges Naturereignis dar. Doch ist es wirklich das Zusammenspiel zwischen Sturm und Wasser, das auf die maroden Mauern der Serennissa, die die Stadt zerstören? Oder ist es vielmehr die Gier nach noch mehr Umsatz, noch mehr Gewinn in Kombination von Ignoranz und Korruption? Mahner, die zum Schutz der Stadt und der Lagune aufrufen, gab und gibt es schon lange. Hat die Technikgläubigkeit der Menschen nun ein Ende?

Ob das mehr als sechs MilliardenEuro teure und jährlich rund 100 Millionen Euro an Unterhaltskosten verschlingende Sperrwerk Modulo Sperimentale Elettromeccanico (kurz MO.S.E.) Venedig wirklich schützen kann, wird die Zukunft zeigen.

Stadtrat Guido Malegatti irrt mit seinem Boot durch die Kanäle der zerstörten Stadt Venedig und lässt die Katastrophe Revue passieren, als müsse er sich noch einmal davon überzeugen, dass sie wirklich geschehen ist.

„Die Stadt, in der kein Stein mehr auf dem anderen liegt, wirkt abstoßend wie ein vor aller Augen verwesender Kadaver, wie ein geschändeter Körper. Mancherorts haben Gasexplosionen ganze Stockwerke zertrümmert und zusammen mit Kurzschlüssen anschließend Brände ausgelöst, deren Trümmer und rußige Holzbalken im Dunst aussehen, als würden sie noch immer qualmen. Hinter solchen Mauern haben Menschen gelebt, Pläne geschmiedet, Lust und Leid und großes Glück empfunden. Mit dem Einsturz ist nicht nur die prächtige Architektur verschwunden, sondern mit ihr auch das unscheinbare Leben, das die Stadt zusammengehalten hat.“

An jenem Abend, an dem sich die Katastrophe zusammenbraut, lassen sich die Tore des Sperrwerks nur halb aufrichten und der Chefingenieur spricht von Sabotage ...

Meine Meinung:

Die Zerstörung Venedigs durch Naturgewalten ist hier nur Fiktion. Doch was, wenn MO.S.E wirklich nicht hält? Es bliebe kaum Zeit, die Bevölkerung zu evakuieren.

Isabelle Autissier hat hier eine äußerst fesselnde Dystopie geschaffen. Sehr gut haben mir die Erklärungen von Professore Boldi gefallen, in denen er seine Studenten, darunter Léa auf die Schäden der Mauern der Palazzi hinweist, während alle Welt nur den Canaletto-Blick bewundert.

Während die Katastrophe Guido schwer verletzt auf der Terrasse überlebt hat, ist seine Ehefrau Maria Alba, Nachfahrin eines Dogen von der herabstürzenden Decke im Schlafzimmer getötet worden. Auf seiner Fahrt durch die Kanäle Venedigs können wir Leser die Geschichte bis zum Untergang miterleben. Wir erfahren aus der Sicht von Maria Alba, Guido und Léa was Venedig für jeden einzelnen von ihnen bedeutet. Maria Alba, die Traditionsbewusste, die fest an den Fortbestand Venedigs glaubt und Guido, der ausschließlich an den Profit denkt, den die Touristen mit ihren Kreuzfahrtschiffen erwirtschaften (wobei nachgewiesen ist, dass diese Besucher kaum einen Cent ausgeben innerhalb der Stadt ausgeben, sondern lediglich gaffen).

Wir erleben allerdings auch mit, wie aus einer Tochter aus gutem Haus, der an nichts gemangelt hat (außer vielleicht an Zuneigung) eine militante Gegnerin ihres Vaters wird, die sogar bereits ist, das Sperrwerk Mo.S.E. zu sprengen.

Fazit:

Isabelle Autissier gelingt es meisterhaft, das Katastrophenszenario realistisch darzustellen. Ob es den Verantwortlichen von Venedig gelingen wird, ähnliches in Zukunft zu verhindern? Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.04.2024

Die Stadts Salzburg mit KInderaugen sehen und erleben

Salzburg für Kinder
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Dieser illustrierte Stadtführer für Kinder zwischen 6 und 99 Jahren hat mich begeistert!

Da ist zunächst die Aufmachung: Coole lllustrationen, die zum Ausmalen anregen, hat Jill Goritschnig gestaltet. ...

Dieser illustrierte Stadtführer für Kinder zwischen 6 und 99 Jahren hat mich begeistert!

Da ist zunächst die Aufmachung: Coole lllustrationen, die zum Ausmalen anregen, hat Jill Goritschnig gestaltet. Die informativen Texte, die Sandra Klammer geschrieben hat, machen Lust, das eine oder andere im Buch enthaltene Rätsel direkt vor Ort zu lösen.

In elf Kapiteln wird den kleinen und großen Lesern die Landeshauptstadt des gleichnamigen Bundeslandes und ihre Geschichte vorgestellt.

Sehr gut gefällt mir, dass auch andere Berühmtheiten aus Salzburg vorgestellt werden (siehe S. 157 ff). Denn die Stadt hat mehr zu bieten als die Familie Mozart.

Paracelsus (1493-1541)
Christian Doppler (1803-1853)
Hans Makart (1840-1884)
Irma von Troll-Borostyáni (1847-1912)
Rosa Kerschbaumer-Putjata (1851-1923)
Stefan Zweig (1881-1942)
Grete Weiskopf (1905-1966)
Hans Holztrattner (1939-2013)

Weshalb diese Personen berühmt waren, müsst ihr selbst herausfinden.

Dieser tolle Stadtführer ist eine Mischung aus Geschichts- und Malbuch. Zahlreiche weiterführende Tipps regen an, sich in der Stadt an der Salzach weiter umzusehen, vielleicht den Rupertikirtag zu besuchen oder einen der angegebenen Ausflüge zu unternehmen. Hier ist für jede und jeden etwas dabei. Denn, langweilig wird einem in der Mozartstadt nie!

Wer Lust auf etwas Süßes hat, findet im Café Tomaselli oder in der Konditorei Fürst die eine oder ander Torte (Aber, das ist mein ganz persönlicher Tipp!).

Das Buch ist ein ideales Geschenk zum Vorlesen und selber lesen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem toll illustrierten und informativen Stadtführer für jung und alt 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.04.2024

Eine Hommage an das Wasser

Die Gaben des Wassers
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Mit ihren Gedanken zum Wasser in all seinen Erscheinungsformen wie Nebel, Tau, Regen, Schnee, Eis, schlammiger Pfütze, Moor, See, Bach, Fluss, Strom oder dem Ozean zollt sie ihm ihre Bewunderung.

Das ...

Mit ihren Gedanken zum Wasser in all seinen Erscheinungsformen wie Nebel, Tau, Regen, Schnee, Eis, schlammiger Pfütze, Moor, See, Bach, Fluss, Strom oder dem Ozean zollt sie ihm ihre Bewunderung.

Das Wasser ist unsere Lebensgrundlage, das es zu behüten gilt. Wir Menschen sind Teil des Kreislauf, bestehen wir Erwachsene doch zu 70 Prozent Wasser (Neugeborene zu rund 95%).

In ihrer Hommage an lebendiges und stilles Wasser betrachtet Autorin Karin Hochegger vor allem die unterschiedlichen Süßgewässer und erzählt aus ihrem reichen Schatz aus ökologischem und kulturgeschichtlichem Wissen.

Wasser - Bedingung des Lebens
Quelle und Ursprung
Rinnsal, Bach und Wasserfall - Aqua viva
Jeder Fluss ist eine Reise
Von kleinsten Gewässern, Tauperlen und Wassertröpfchen - dem Marginalen Bedeutung schenken
Stille Wasser - Tümpel, Teich und Weiher
Königin See
Aus dem Wasser wächst das Moor
Die Begabungen des Wassers

Die Autorin bringt uns die vielen Begabungen des Wasser in einer fast schon poetisch anmutenden Weise näher. Zahlreiche eindrucksvolle Fotos sowie eine lange Liste weiterführender Literatur runden diese Hommage an das Wasser ab.

Das Buch ist, wie könnte es anders sein - am 22 März, dem Tag des Wassers - im Verlag Anton Pustet in gediegener Ausführung, als Hardcover mit Lesebändchen, erschienen. Es eignet sich perfekt als Geschenk für Menschen, die sich gerne am Wasser aufhalten, das kühle Nass schätzen und ihm seine Ehrerbietung darbringen.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser Hommage an das Wasser 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.04.2024

Macht Lust auf Schusters Rappen Burgen, Schlösser & Ruinen im Mühlviertel zu erwandern

Burgen, Schlösser und Ruinen
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Autorin Nina Stögmüller und Fotograf Robert Versic nehmen uns in diesem Buch auf 25 Wanderungen in das oberösterreichische Mühlviertel mit. Der Fokus der Wanderungen liegt auf Burgen, Schlössern und Ruinen. ...

Autorin Nina Stögmüller und Fotograf Robert Versic nehmen uns in diesem Buch auf 25 Wanderungen in das oberösterreichische Mühlviertel mit. Der Fokus der Wanderungen liegt auf Burgen, Schlössern und Ruinen. Einige sind davon bewohnt und repräsentativ, andere haben ihre beste Zeit leider schon hinter sich und wieder andere sind dem Zahn der Zeit anheim gefallen.

Um die Orientierung zu erleichtern, sind die 25 Routen in vier Gebiete, die den politischen Bezirken entsprechen eingeteilt:

Bezirk Freistadt
Bezirk Perg
Bezirk Rohrbach
Bezirk Urfahr

Es gibt natürlich noch viel mehr Burgen, Schlössern und Ruinen zu sehen, und die Auswahl für dieses Buch ist dem Duo dem Vernehmen nach schwer gefallen.

Nehmen wir uns die Zeit, die 25 Burgen, Schlössern und Ruinen zu erwandern. Zur Einstimmung gibt es örtlich Sagen und Hintergrundinformationen zu lesen.

Wie in allen ihren Wanderführern weist Nina Stögmüller auf die richtige Ausrüstung und eine sorgfältige Tourenplanung hin. Ihr Beitrag ist die genaue Vorstellung der einzelnen Wanderung, die neben Charakter, Wegbeschreibung, einen Kartenausschnitt und gleich zu Beginn eine Art „Steckbrief“ enthält. Zahlreiche Fotos, die Lust machen, die Wanderschuhe zu schnüren und den Rucksack zu packen, sowie ein Glossar der Burgen, Schlösser und Ruinen vervollständigen diesen Wanderführer.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem tollen Wanderführer, der Lust macht, die eine oder andere Burg zu besuchen, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 02.04.2024

Endlich ein sachliches Buch zur Klimadebatte

Im Namen des Klimas
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Endlich ein intelligentes Buch zur Klimadebatte, das sachlich mit diesem komplexen Thema umgeht! Für mein persönliches Empfinden gibt es nämlich viel zu wenig politische Sachbücher, die von Frauen verfasst ...

Endlich ein intelligentes Buch zur Klimadebatte, das sachlich mit diesem komplexen Thema umgeht! Für mein persönliches Empfinden gibt es nämlich viel zu wenig politische Sachbücher, die von Frauen verfasst sind. Bücher, die sich sachlich mit jenen Themen, die jeden von uns betreffen, auseinandersetzen, abseits von populistischen und polemischen Geschrei und Geschwurbel.

Dieses neue Buch von Elisabeth Zehetner ist mutig, sinnvoll und notwendig zugleich. Mutig, weil es dem Trend des demonstrativen „Dagegenseins“ widerspricht, notwendig, weil es eine Menge Informationen bereithält und sinnvoll, weil es ein Thema behandelt, bei dem es um viel geht und wir alle betroffen sind. Elisabeth Zehetner setzt sich in ihrem Buch mit der Instrumentalisierung von Medien und Institutionen durch den Klima-Aktivismus bewusst differenziert auseinander. Die aktuelle Ausgangslage und Zukunftsszenarien werden sachlich dargestellt. Zahlreiche Abbildungen ergänzen den Text.

Elisabeth Zehetner ist Geschäftsführerin von „oecolution austria“ und zeigt, in welche Sackgassen einseitiger Klimaaktivismus führen kann und blendet auch die Argumente der Leugner des Klimawandels nicht aus.
In insgesamt neun Thesen zeigt sie in ihrer konstruktiven Streitschrift, wie der Fokus wieder auf die sachliche Ebene zurückgeführt werden kann. Unbestritten ist, dass weltweit Maßnahmen gesetzt werden müssen.

Zu vernünftigem Klimaschutz gibt es keine Alternative - zu Panik sehr wohl
Die Endzeitstimmung in der Klimadebatte schadet der Sache
Die extremen Positionen der Klimaaktivisten sind eine Gefahr für die Demokratie
Die Ideologisierung von Klimaschutz fördert Technologiefeindlichkeit
Die Instrumentalisierung von Gerichten und Medien durch die Klimaaktivisten ist ein Problem
Klimaschutz braucht die Mitte der Gesellschaft und alle Generationen
Wirtschaftliches Wachstum ist die Grundlage für den Klimaschutz - nicht Schrumpfung
Technologien sind unser mächtigster Hebel für eine bessere Klimazukunft
Der Klimaschutz ist EIN wichtiges Ziel für Österreichs Zukunft

Elisabeth Zehetner nennt sich selbst „Öko-Optimistin“ - eine Wortschöpfung, die mit gut gefällt - und erklärt, was sie darunter versteht. Sie lädt ein, dem Thema Klimaschutz mit Offenheit, Zuversicht und Vertrauen statt mit aggressiver Ignoranz und lähmender Panikmache entgegenzutreten. Beim Thema Klimaschutz gibt es kein schwarz oder weiß, kein Allheilmittel. Es ist notwendig, alle erlernten Kulturtechniken einzusetzen, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

Elisabeth Zehetner liegt es ganz besonders am Herzen, dass sich die Politik von radikalisierten Klimaaktivisten nicht erpressen lässt, wie es in der Stadt Hannover bereits passiert ist. Einige dieser radikalen Klimaaktivisten haben autoritäres Gedankengut, das die Demokratie aushebeln könnte. Mit einem autoritären Staat ist für den Klimaschutz nicht gewonnen. Es würde nur eine kleine elitäre Gruppe oder gar ein Einzelner über Wohl oder Weh entscheiden.

Die Gestaltung der Zukunft ist ein äußerst komplexes Thema, das sich sich nicht ausschließlich auf den Klimaschutz fokussieren kann.

„Während Klimaaktivisten sich nur auf das eine Ziel ‚Klimaschutz‘ konzentrieren, müssen wir für eine gute und sichere Zukunft Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Nachhaltigkeit gemeinsam verwirklichen. Das erfordert ein Mindset in Politik und Gesellschaft, das auf Vernunft und Machbarkeit setzt“ (S. 144)

Um unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft bieten zu können, bedarf es wirtschaftlicher Vernunft, intelligente neue Technologien sowie ein gemeinschaftliches Zusammenarbeiten aller Gesellschaftsschichten und aller Generationen. Extremismus, egal ob links oder rechts oder religiös motiviert, hat hier keinen Platz.

„Wir stehen Umweltproblemen nicht machtlos gegenüber. Wir können sie lösen - mit vernünftigen Maßnahmen.“

Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem intelligenten Buch, das sich einerseits kritisch mit dem Aktionismus, der sich in Sachen Klimaschutz breit gemacht auseinandersetzt und andererseits dafür plädiert, mit mehr Vernunft der Zukunft entgegenzugehen, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.