Eher anspruchslos, verstehe den Hype nicht
The Games Gods Play – SchattenverführtÄußerlich ist das Buch wirklich sehr schön aufgemacht, vor allem in der Variante mit dem hübschen Farbschnitt. Die Geschichte an sich ist leider recht anspruchslos und auch nicht so originell. Die Bezeichnung ...
Äußerlich ist das Buch wirklich sehr schön aufgemacht, vor allem in der Variante mit dem hübschen Farbschnitt. Die Geschichte an sich ist leider recht anspruchslos und auch nicht so originell. Die Bezeichnung ein Mix zwischen den Tributen von Panem und Percy Jackson passt eigentlich ganz gut, weil alles gute, was das Buch hatte, gefühlt davon geklaut wurde. Okay, das Crucible ist an sich nicht schlecht, aber die Aufgaben oftmals sehr schnell abgehandelt und irgendwie auch recht gleichförmig.
Die Charaktere sind insgesamt für meinen Geschmack ein bisschen zu blass. Lyra ist nicht unsympathisch und grundsätzliche mochte ich sie, ihr Charakter ist aber recht widersprüchlich aufgebaut. Sie glaubt ganz fest an ihren Fluch und versucht deshalb nicht einmal Freundschaften zu schließen. Obwohl nie die Rede davon war, dass sie keiner MÖGEN kann. Das erschien mir sehr unlogisch, wo sie sich doch so verzweifelt danach sehnt Kontakte zu haben. Beim Crucible lässt sie jedenfalls ihr Helfersyndrom komplett raus und will jeden retten, egal wie mies er auch zu ihr war. Das kann man auf der einen Seite sympathisch finden, ich fand es aber irgendwann too much und etwas nervig.
Hades wird als der absolute Badboy hingestellt, ist aber ein extremer Softie. Er ist einfach nur lieb zu Lyra und ich kann null nachvollziehen, wieso sich irgendwer vor ihm fürchtet. Es reicht meiner Meinung nach nicht aus, einfach nur zu sagen, dass jemand böse ist und ihn dann komplett anders handeln zu lassen. Die Chemie zwischen den beiden habe ich nicht ganz verstanden. Auf mich wirkte die Anziehung recht hölzern, wenn überhaupt dann gab es nur eine körperliche Anziehung. Am Ende erfährt man dann weshalb er sie von Anfang an so toll findet und die Erklärung fand ich etwas unkreativ.
Da haben mir fast schon die Nebencharaktere besser gefallen. Ich mochte Boone, Cerberus, Zai und Charon echt gern. Leider haben sie nicht so viel Raum bekommen.
Das Buch lässt sich wirklich leicht und gut lesen, wie schon erwähnt ist es aber nicht besonders anspruchsvoll. Ich denke erfahrene Fantasyleser:innen (und ich rede hier nicht von Romantasy!) werden sich hier etwas langweilen. Es gab viel action und die Autorin hat auch versucht Überraschungen einzubauen, mich konnte sie damit aber nicht umhauen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich den zweiten Band lesen möchte. Von mir gibt es knappe 3 Sterne. Diese gebe ich aufgrund der Tatsache, dass ich trotz meiner vielen Kritikpunkte auch ein bisschen Spaß beim Lesen hatte und ich das Buch im Vergleich zu 2 Sterne Büchern sehr viel lieber gelesen habe!