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meggie3

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2024

Lohnender, aber fordernder Thriller

All das Böse, das wir tun
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Der Thriller bewegt sich auf zwei Zeitebenen: in der Gegenwart und vor 30 Jahren.
In der Gegenwart wird Amala, Teenager und Nichte der Anwältin Francesca Cavalcante, kurz vor Betreten des eigenen Hauses ...

Der Thriller bewegt sich auf zwei Zeitebenen: in der Gegenwart und vor 30 Jahren.
In der Gegenwart wird Amala, Teenager und Nichte der Anwältin Francesca Cavalcante, kurz vor Betreten des eigenen Hauses entführt. Die örtliche Polizei ermittelt und auch Francesca beginnt, Nachforschungen anzustellen. Schon bald vermutet sie einen Zusammenhang zu einem Fall vor dreißig Jahren. Damals wurden Mädchen entführt und ermordet, sie hat den vermeintlichen Täter verteidigt. Allerdings erfolglos. Francesca bekommt bei ihren Ermittlungen unverhofft Unterstützung von Gerry, der allerdings sehr fragwürdige Methoden einsetzt.
Der zweite Zeitstrang vor dreißig Jahren begleitet die Polizistin Itala Corruso, wie sie den verdächtigen Giuseppe verhaftet. Es stellt sich heraus, dass dieser unschuldig ist. Als Itala das bewusst wird, beginnt sie Nachforschungen anzustellen.

Neben den beiden Zeitebenen werden in der Gegenwart auch die Perspektiven gewechselt. So werden Amalas Entführung aus ihrer, aber auch der Sicht des Entführers, beschrieben sowie die Handlungen und Gedanken von Francesca und von Gerry. Dies führt zu einem Spannungsaufbau, macht es aber zum Teil schwierig, durchzusteigen. Es sind viele verschiedene Namen im Spiel, die in den unterschiedlichen Zeitebenen auftauchen, dort dann aber jeweils andere Positionen bzw. Posten bekleiden. Ich würde genau deshalb empfehlen, so wenig Lesepausen wie möglich einzubauen.

Sandrone Dazieri spricht gesellschaftlich relevante Themen an, wie zum Beispiel Rassismus und vor allem Korruption. Das Ausmaß der Korruption in diesem Thriller hat mich erschüttert und teils fassungslos zurückgelassen. Besonders gut gelungen sind die Beschreibungen der Charaktere und der zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Protagonist*innen haben ihre Ecken und Kanten, insbesondere Gerry und Itala, und sind nicht unbedingt alle sympathisch. Trotzdem haben sie mich in den Bann gezogen.

Insgesamt hat mir der Thriller gut gefallen, auch wenn ich ihn zwischenzeitlich, insbesondere nach Lesepausen, etwas anstrengend und fordernd fand. Ich würde ihn allen empfehlen, die Thriller mögen und beim Lesen dranbleiben können und wollen.

Veröffentlicht am 18.08.2024

Unterhaltsame Geschichte

Das größte Rätsel aller Zeiten
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Clayton ist Mitte 20 und muss Pippa beerdigen. Sie hat die Rolle seiner Mutter übernommen, nachdem er als Baby vor ihrer Tür in einer Hutschachtel abgelegt wurde. Außerdem hat sie die Gemeinschaft der ...

Clayton ist Mitte 20 und muss Pippa beerdigen. Sie hat die Rolle seiner Mutter übernommen, nachdem er als Baby vor ihrer Tür in einer Hutschachtel abgelegt wurde. Außerdem hat sie die Gemeinschaft der Rätselmacher gegründet. Nach dem Tod von Pippa möchte Clayton erst recht mehr zu seiner Herkunft erfahren. Unterstützt von seinen Freunden aus den Reihen der Rätselmacher begibt er sich auf die Suche nach Antworten, die Pippa vor ihrem Tod mit angefertigten Rätseln für ihn vorbereitet hat. Auf seiner Suche wächst Clayton über sich hinaus und entwickelt sich persönlich weiter. Neben Claytons Suche in der Gegenwart wird auch die Gründung und Entwicklung der Gemeinschaft der Rätselmacher aus Pippas Perspektive beschrieben.

„Das größte Rätsel aller Zeiten“ ist ein schön gestaltetes Buch, insbesondere das Cover hat mich beeindruckt. Die Rätsel, die Clayton auf seiner Suche nach seiner Herkunft lösen muss, sind abgedruckt, sodass mitgerätselt werden kann.
Zum einen geht es in dem Roman natürlich um Claytons Suche nach seiner Herkunft und den Rätseln, die er bei der Suche lösen muss. Es geht aber auch um zwischenmenschliche Beziehungen, um Zuneigung, um Lebensgeschichten und um die Offenheit für Neues, die Clayton entwickelt. Er muss immer wieder seine Komfortzone verlassen, um weiterzukommen.
Die Charaktere sind sehr liebevoll beschrieben und vor allem bei Clayton ist eine deutliche Weiterentwicklung zu beobachten. Aber auch die anderen Charaktere, die Clayton auf seiner Suche begegnen, und die Geschichten der anderen Rätselmacher sowie Pippa bekommen genug Raum. Die Abschnitte aus Pippas Perspektive haben mir ebenfalls gefallen, die unter anderem thematisieren, wie schwierig es für Frauen war (und ist?), sich zu behaupten und in einer Männerwelt zu etablieren. Es geht aber auch um das Gefühl von Zugehörigkeit und die Suche nach Familie.

Das Buch ist für mich eine Hommage an das Rätseln und die Kreativität, mit der Rätsel geschaffen werden. Es ist eine schöne und gut geschriebene Geschichte, die ich gerne gelesen habe.

Veröffentlicht am 03.04.2024

Neue gute Runde für Krammer und Alexa

Grenzfall – In den Tiefen der Schuld
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Direkt im Anschluss an die abgeschlossenen Ermittlungen des letzten Krimis um Alexa und Krammer, verschwindet Krammers langjährige Kollegin Roza Szabo. Auf Videoaufnahmen ist zu erkennen, dass sie fluchtartig ...

Direkt im Anschluss an die abgeschlossenen Ermittlungen des letzten Krimis um Alexa und Krammer, verschwindet Krammers langjährige Kollegin Roza Szabo. Auf Videoaufnahmen ist zu erkennen, dass sie fluchtartig das Polizeirevier in Innsbruck verlässt. Kurze Zeit später wird in ihrer Wohnung ein unbekannter Toter gefunden, im Gesicht eine Tauchermaske eines Verleihs am Walchensee in Deutschland. Krammer und seine Kolleg:innen Alexa und Huber aus Deutschland beginnen zu ermitteln. Und schnell wird klar: Roza verbirgt etwas und scheint in Gefahr zu schweben.

Ich mag die Krimis um Krammer und Alexa Jahn sehr gerne, mir gefallen die Protagonist:innen und wie sie zueinander in Beziehung stehen bzw. wie die Autorin die Beziehungen authentisch entwickelt.
Der Plot ist komplex, die verschiedenen Ermittlungsstränge scheinen zu Beginn noch nirgendwo hinzuführen. Die persönliche Geschichte von Roza steht im Mittelpunkt sowie Krammers Zweifel an der Beziehung zu Roza und ihrer Integrität. Trotzdem handelt es sich um einen klassischen Krimi mit polizeilicher Ermittlungsarbeit, der man gut folgen und miträtseln kann. Die österreichisch-deutsche Grenzregion bekommt wie in den bisherigen Krimis ebenfalls viel Raum. Die Autorin beschreibt die Schönheit der Region, gleichzeitig aber auch Gefahren, die bestimmte Gegenden unter Umständen bergen.
Einziger Minuspunkt des Krimis war für mich, dass sich relativ früh abgezeichnet hat, was hinter dem komplexen Fall und Rozas Verschwinden steckt. Dennoch habe ich gerne weitergelesen. Letztlich fand ich den sich immer mehr zuspitzenden Plot und die Auflösung sehr rund.

Der neue „Grenzfall-Krimi“ hat meine Erwartungen erfüllt. Wer Lust auf einen gut geschriebenen Regionalkrimi hat, kommt hier auf seine Kosten. Den schon angekündigten fünften Teil werde ich sicherlich auch lesen.

Veröffentlicht am 03.04.2024

Informatives, lexikonähnliches Sachbuch zu ernsten Themen der Gegenwart und Zukunft

Das kleine Buch der großen Risiken
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Dieses Sachbuch ist in 26 kurze Kapitel von A-Z aufgeteilt, zu jedem Buchstaben gibt es ein Risiko, das erläutert wird. Es geht u.a. um Cyberrisiken, Schwarze Löcher, Hitze und Klimawandel, totalitäre ...

Dieses Sachbuch ist in 26 kurze Kapitel von A-Z aufgeteilt, zu jedem Buchstaben gibt es ein Risiko, das erläutert wird. Es geht u.a. um Cyberrisiken, Schwarze Löcher, Hitze und Klimawandel, totalitäre Staaten und Ufos, also um unterschiedlich wahrscheinliche Risiken aus verschiedensten Bereichen.

Der Aufbau der einzelnen Einträge bzw. Kapitel sorgt für eine gute Strukturiertheit: zunächst wird das Risiko in einem Satz beschrieben und dann kurz eingeordnet, inwiefern es sich lohnt, sich zu sorgen. Im Anschluss daran wird das jeweilige Risiko auf 5 – 10 Seiten genauer beschrieben. Hinten im Buch ist ein Literaturverzeichnis zu finden, das auf Studien und Bücher hinweist und Anregung für eine weitere Vertiefung bietet.

Jakob Thomä gelingt es, Risiken zu benennen und einzuordnen. Auch schwerwiegende Risiken werden in einem lockeren Ton behandelt, der den Themen etwas die Schwere nimmt. Der Umfang der Kapitel ist sehr angenehm. Sie haben genau die richtige Länge, um zu informieren und Zusammenhänge zu erklären, ohne dass sich in (unnötigen) Details verheddert wird. Ich habe wirklich viel gelernt, auch zu Themen, bei denen ich dachte, mich schon gut auszukennen.

Dennoch hat mich das Buch, insbesondere einige Kapitel, immer wieder stimmungsmäßig ganz schön heruntergezogen. Dies ist sicherlich keine Überraschung angesichts der Thematik, trotzdem hat es mich an einigen Stellen kalt erwischt. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, das Buch nicht in einem Rutsch durchzulesen, sondern immer wieder Pausen einzulegen und die Risiken gut zu portionieren. Außerdem würde ich das Buch bei bereits gedrückter Stimmung nicht empfehlen.

Wer aber weiß, auf was er oder sie sich einlässt, kann viel lernen und durch „Das kleine Buch der großen Risiken“ gut unterhalten werden.

Veröffentlicht am 16.11.2023

Komplexer Reihenbeginn mit Luft nach oben für die kommenden Bücher

Glutspur
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Die ehemalige Kriminalbeamtin Liv, seit neuestem Privatdetektivin, wird von ihrem Mentor bei der Polizei um Mithilfe in einem Fall gebeten. Es geht um einen Mord an einem Journalisten vor drei Jahren, ...

Die ehemalige Kriminalbeamtin Liv, seit neuestem Privatdetektivin, wird von ihrem Mentor bei der Polizei um Mithilfe in einem Fall gebeten. Es geht um einen Mord an einem Journalisten vor drei Jahren, der bisher ungelöst blieb.
Hannah, Livs Vermieterin, beschäftigt sich mit dem Suizid ihres Bruders Daniel, der wegen Mordes an seiner Frau im Gefängnis gesessen hat.
Nima arbeitet in der Nähe von Hannah und Liv und ist Spezialist für Oldtimer. Er wird von der Polizei verdächtigt, eine Museumsangestellte getötet zu haben.

Die Zusammenhänge werden erst relativ spät deutlich, sodass ich viel Zeit hatte, um mitzurätseln. Insgesamt habe ich den Plot als stimmig und auch durchaus als realistisch empfunden.
Leider war mir der Krimi etwas zu überfrachtet, worunter die Spannung zu leiden hatte. Engberg hat viele mögliche Spuren, Motive und Themen aufgemacht, die für sich alle interessant sind. Nur leider hat die Fülle der Themen ein tieferes Eindringen verhindert. Da wäre etwas weniger vielleicht mehr gewesen.
Dennoch gefällt mir Katrine Engbergs Schreibstil gut und auch die Charaktere Nima, Liv und Hannah finde ich spannend. Alle drei haben ihre Themen, die bestimmt in den kommenden Büchern noch mehr Platz finden. Besonders überzeugend fand ich die Beschreibung von Livs Ermittlungsarbeit, die sehr detailliert beschrieben wird.

Insgesamt habe ich „Glutspur“ gerne gelesen. Im Vergleich zu der Reihe um Jeppe Körner und Anette Werner ist aber noch Luft nach oben. Den nächsten Band werde ich aber sicher lesen.