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Veröffentlicht am 04.09.2024

Ein Motiv ist niedlicher als das andere

200 Süße Dinge zeichnen
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Inhalt:

Wie der Titel und Cover bereits verraten, enthält „200 süße Dinge zeichnen“ allerhand niedliche Zeichnungen im Kawaii-Stil aus den Rubriken Snacks & Leckereien, Getränke & Küche, Badezimmer & ...

Inhalt:

Wie der Titel und Cover bereits verraten, enthält „200 süße Dinge zeichnen“ allerhand niedliche Zeichnungen im Kawaii-Stil aus den Rubriken Snacks & Leckereien, Getränke & Küche, Badezimmer & Beauty, Schule & Freizeit, Natur & Reise sowie Feste & Feiern. Darüber hinaus findet sich am Ende noch ein Grundlagenteil und am Anfang eine Einleitung.



Eigene Meinung:

Als ich dieses Buch auf der Verlagsseite das erste Mal gesehen habe, war für mich klar, dass ich es haben musste. Die Zeichnungen im Buch treffen zu hundert Prozent meinen Geschmack.

Bereits der erste Blick ins Buch schafft es Begeisterung zu schüren. Zwingt einen dazu, den Stift in die Hand zu nehmen und sofort mit dem ersten Motiv loszulegen. Denn wirklich alle Zeichnungen sind einfach nur unglaublich niedlich und die Umsetzung erschien vergleichsweise niedrigschwellig.

Das Buch beginnt mit einer einseitigen Einleitung. Hier wird wirklich sehr kurz darauf eingegangen, was man beim Zeichnen beachten muss. Miriam Tesla Kaniß weist darauf hin, dass es bei ihren Motiven völlig egal ist, womit man zeichnet. Für Unentschlossene stellt sie die Möglichkeiten „traditionell“ und „digital“ in kurzen Stichpunkten vor. Welche Schritte musst du ausführen, welche Stifte empfehlen sich bzw. beim digitalen Zeichen: was kommt auf die verschiedenen Ebenen und in welcher Reihenfolge.

Einen Absatz widmet die Autorin dem Thema Schattierungen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten und keine davon ist falsch.

Das Buch deckt die von mir unter „Inhalt“ genannten Rubriken ab. Hier findet sich (außer Tieren und Insekten) so ziemlich alles, was das Zeichenherz begehrt. Alles erdenkliche an Obst, Süßigkeiten, Gebäck, herzhafte Snacks, Gewürze, Küchenutensilien (wie Toaster, Picknickkorb, Teekännchen u.v.m.), Tassen, To-Go-Becher und Gläser, Teebeutel, Cocktailvarianten, so ziemlich alles, was sich im Bad finden lässt, Schulutensilien, einiges, was im Chemieunterricht gebraut werden kann, was sich im Musik, Kunst und Sportunterricht finden lässt, aber auch die Natur wird abgedeckt (alles erdenkliche zum Thema Wetter, Grünpflanzen, aber auch Pilze); und vieles mehr. Die Motive sind Legion.

Die meisten Motive kommen mit einer Vier-Schritt-Anleitung daher. Nur wenige Bilder benötigen sechs Schritte bis zur Fertigstellung.

Zum Schluss gibt es noch einen weiteren Grundlagenteil. Dieser kommt ohne Text und nur mit Bildern aus. Du findest hier allerhand Münder, Augen und Gesichter, die sich auf eigenen Werken verwenden lassen oder mit denen man die verschiedenen Bilder im Buch abwandeln kann. Wie setzt man einfache Formen zusammen und schafft daraus neue Motive? Fürs nächste Level, wartet zum Abschluss noch ein komplexeres Motiv auf den Anwender.




Fazit:


Dieses Buch gehört ins Regal und sollte stets ständig griffbereit dort ausliegen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist zudem unschlagbar. Die niedlichen Motive sind unglaublich facettenreich; im Übrigen niedrigschwellig. Das bedeutet: Hier wird nichts vorausgesetzt – außer vielleicht die Motivation. Die stellt sich aber schnell von selbst ein. Man kommt in die Versuchung, ein Motiv nach dem anderen aufs Papier (oder aufs IPad) zu zeichnen, um sich oder andere daran zu erfreuen.
Versprechen kann ich, dass hier ein Motiv niedlicher als das andere ist. Ich wollte sie sofort alle einmal selbst zeichnen.

Ich bin einfach nur vollauf begeistert. Dieses Buch ist genau das, was ich gesucht habe.

Ich kann nicht anders und muss hier eine klare Empfehlung aussprechen.

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  • Cover
Veröffentlicht am 20.08.2024

Hier stimmte einfach alles: Absolutes Must-Read!

Golden-Heights-Reihe, Band 1 - Unlock My Heart
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Inhalt:


Lexie akquiriert ihre Kundschaft ausschließlich über Mund-zu-Mund-Propaganda und ausschließlich über Leute, mit denen sie bereits Geschäfte abgeschlossen hatte. Sie weiß, wem sie trauen kann ...

Inhalt:


Lexie akquiriert ihre Kundschaft ausschließlich über Mund-zu-Mund-Propaganda und ausschließlich über Leute, mit denen sie bereits Geschäfte abgeschlossen hatte. Sie weiß, wem sie trauen kann und wem nicht. Eigentlich waren ihr bislang noch nie Fehler unterlaufen. Bis zum heutigen Tag. Denn bei ihrer aktuellen Unternehmung, bei der es nicht nur darum ging einen Ausweis zu fälschen, sondern auch gleich noch die Lösungsergebnisse für eine Prüfung zu besorgen, wurde sie beobachtet.

Wenigstens hatte der Typ Anstand und kam erst zu ihr, als das Geschäft abgeschlossen war. „Du bist zu auffällig“, stellte er fest. Und als hätte er nicht bemerkt, dass Lexie versuchte ihn loszuwerden, begann er neben ihr herzuschlendern und fügte noch hinzu, dass er sie schon seit Wochen beobachtet habe.

Lexie ging dieser Junge, der sich im weiteren Verlauf ihres Gesprächs als Logan vorstellte, nicht mehr aus dem Kopf. Doch das Schlimmste sollte noch kommen, denn bei Logan handelte es sich nicht um irgendeinen Jungen vom Campus, sondern, wie ihr Lexies Freundin bei einem Gespräch eröffnete, um den sogenannten Prince of Golden Heights. Den Sohn eines der reichsten Männer des Landes. Demjenigen, dem das milliardenschwere Medienunternehmen Maxx Industries gehörte. Und Logan würde irgendwann in die Fußstapfen seines Vaters treten.

Logan Maxx war einer der Menschen, die Lexie Zeit ihres Lebens gemieden hatte. Leute, die sie ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Schließlich muss sie befürchten, dass sie ihre kriminelle Vergangenheit einholt.

Doch Logans Pläne sahen ganz anders aus. Ab diesem Tag klebte er an Lexie, wie eine Klette. Er möchte einen Auftragsdiebstahl beuftragen. Lexie soll seinem Vater ein Dokument entwenden. Für Lexie ein Hochrisikounternehmen. Doch dann wird sie Opfer einer Erpressung.

Der Erpresser kennt Lexies Geheimnis und er möchte 20.000 Dollar, damit er es für sich behält. Da sie - und mit ihr ihr Bruder - in der Klemme steckt, muss sie schnell Geld auftreiben und versuchen, die Situation zu retten.



Meinung:


Eigentlich brauchte es bei diesem Buch nur den Prolog. Spätestens aber mit der ersten Seite der darauf folgenden Erzählung hatte Saskia Louis mich dann. Denn hier lernt man eine Protagonistin kennen, die in ihrem Leben eines gelernt hat: Nämlich, dass die Welt nicht fair ist. Das Buch dekonstruiert dabei den Glauben an die individuelle Autonomie, die in unser Leistungsgesellschaft oft als Garant für den gesellschaftlichen Erfolg gesehen wird.

Nach klugen Worten folgt eine gute Portion Humor, mit dem die Autorin über die ganze Länge des Buches zu überzeugen weiß. Wir beginnen also mit einer Protagonistin, die dem Leser erzählt, dass sie eigentlich keine Zeit hätte über Mamor nachzudenken, ihr aber einfach nicht in den Sinn kommen will, wie sich Geologen mit einem so langweiligen und uninteressanten Thema wie Gestein Tag für Tag beschäftigen können. Schließlich gäbe es wichtigere Dinge, wie dreckige Wattestäbchen, Flusen im Bauchnabel, eine Plastiktüte im Wind ... Mamor sähe einfach so aus, als wären auf ihm zu viele Insekten mit einem Hammer getötet worden. Und während ich mich noch fragte, was um alles in der Welt ich hier gerade über Mamor lese und ob mich dieses Gestein vielleicht genauso wenig interessiert wie Lexie, merkte ich, dass sich Lexie innerhalb kürzester Zeit in mein Herz geschlichen hatte.

Und so erging es mir eigentlich mit jedem Charakter in diesem Buch. Denn alle Figuren besitzen kleine Schrulligkeiten und liebenswerte Eigenschaften. So lernt man hier Ty, Lexies Bruder, kennen, der auf geheimnisvolle Art und Weise ständig Tupperdosen verschwinden lässt. Oder Lexies beste Freundin Carly, die es schafft mit jedwedem elektrischen Gerät die Küche in Brand zu setzen. Während Tys Superfähigkeit zur Alltagsbewältigung in seinem schauspielerischem Talent liegt, ist Carly eine hoffnungslose Optimistin, der man keine zwei Sekunden zürnen kann, weil sie einfach so liebenswürdig nett ist.

Die vorgenannten Figuren stehen nur pars pro toto. Es gibt in diesem Buch auch Logans Mitbewohner und besten Freund Aiden, der stets einen Mutterteig für Sauerteig im Kühlschrank aufbewahrt und der gerne mal einem regelrechten Backrausch verfällt. Damit zählt er aber nicht einmal zum Interessantesten, was das Figurenkabinett des Buchs zu bieten hat.

Zudem besteht das Ensemble nicht nur aus bloßen Typen, sondern individuell gestalteten Charakteren, deren Geschichten, ich unbedingt erlesen wollte. Ich wollte jedes kleine Geheimnis in diesem Buch erkunden. Ich wollte mehr wissen über den Erpresser, der so unerwartet in Lexies Leben getreten ist, und war neugierig auf die Antwort, was es mit diesem ominösen Zettel auf sich hatte, den Lexie für Logan stehlen sollte. Und nebenher habe ich mich über die kleinen Einblicke in den Alltag der Figuren gefreut und so sehr gehofft, dass es für Lexie und Logan eine Zukunft geben würde.



Fazit:


Ach, was hatte ich doch für einen Spaß mit diesem Buch. Schlagfertige und kluge Dialoge, ein Humor, der zu hundertprozent meinen Geschmack getroffen hat und so viele Sätze, die ich mir am liebsten in ein Zitateheft notiert hätte.

Jede Zeile dieses Buches habe ich genossen und umso weiter das Buch vorangeschritten ist, umso mehr habe ich gehofft, dass das Ende nicht so bald kommen würde. Es war spannend, es gab gelungene Plotttwists.

Das Protagonistenduo wird durch ein umfangreiches Figurenkabinett ergänzt, von dessen Charakteren fast alle ebenso vielschichtig sind wie die Erstgenannten. Die Gespräche sind schlagfertig und schnelltaktig. Das Buch ist mit Humor gesegnet und stellt dennoch eine ausgeprägte Sensibilität zur Schau.

Ihr braucht gute New-Adult-Geschichten auf dem Lesestapel? Hier habt ihr eine! Lest dieses Buch und genießt jede Zeile. Denn dieses Buch verhält sich wie Eis auf der Zunge. Gerade ist man dabei es so richtig zu genießen, da ist es leider schon wieder vorbei.

Ein kleiner Trost: Im Frühjahr 2025 erscheint eine weitere Geschichte vom Campus der University of Golden Heights. Für mich ist dieser Termin bereits fett im Kalender markiert.

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Veröffentlicht am 11.05.2024

Ein bildgewaltiges tierisches Abenteuer für Jung und Alt

Die Augen und das Unmögliche
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Inhalt:


Johannes liebt seine Freiheit, die er in vollen Zügen Tag für Tag im Nationalpark genießt. Er rennt durch den Park, durch den kleinen Wald, bis hin zum Meer. Seine Augen sind überall. Gemeinsam ...

Inhalt:


Johannes liebt seine Freiheit, die er in vollen Zügen Tag für Tag im Nationalpark genießt. Er rennt durch den Park, durch den kleinen Wald, bis hin zum Meer. Seine Augen sind überall. Gemeinsam mit seinen tierischen Freunden, einem Erdhörnchen, einer Pelikandame, einem Waschbären und seinem engsten Vertrauten, Bertrand der Möwe, liefert er Tag für Tag den drei Bisons im Gehege Bericht ab.

Auch wenn Samuel, Freya und Meredith nicht mehr ganz so beweglich sind, so sind sie wegen ihres Alters auch unglaublich weise. Die drei Bisons haben stets Rat für die Probleme des Alltags.

Für einen Hund, das hört Johannes sehr oft, ist er unglaublich schnell. Auf dieses Wesensmerkmal ist er natürlich sehr stolz. Keiner kann ihn fangen, keiner kann ihn sehen, wenn er mit Schallgeschwindigkeit durch den Park rennt. Das macht ihn perfekt für seine Tätigkeit als „Die Augen“ - den Kundschafter des Parks und den Berichterstatter für die Bisons.

Es ist normal, dass die Menschen Unruhe in den Park bringen. Eigentlich steht jeden Tag ein Abenteuer an. Besonders gerne mag Johannes die Rollschuhläufer, die interessante Choreografien auf dem Gelände vorführen. Aber eines Tages passiert etwas Großes.
Ein neues Gebäude ist entstanden. Darin, das haben die Vögel durch die Fenster erspähen können, sind eine Menge rechteckiger Kästen in denen sich Menschen, Tiere und Landschaften befinden. Als Johannes einen Blick auf eines dieser Bilder wirft, die auch vor der Tür aufgestellt wurden, verliert er sich in dem Anblick. Er weiß, dass diese Kästen ein großes Problem für ihn darstellen. Er wird unachtsam und das darf er nicht werden. Denn er möchte auf keinen Fall in Gefangenschaft geraten.



Meinung:


Es war wohl zuerst das wunderschöne Cover mit dem kunstvollen Motiv eines verwunschenen Waldes und eines wolfsähnlichen Hundes, das mich auf „Die Augen und das Unmögliche“ aufmerksam gemacht hat.

Ich kann verraten, dass sich in dem Buch allerhand weiterer dieser detaillierten Naturbilder, stets über eine Doppelseite hinweg, befinden, die zum Wegträumen und Verweilen einladen.

Darüber hinaus hat mich der Klappentext dieses Buches sehr angesprochen. Dessen Versprechen wird beeindruckend übererfüllt.

Es brauchte ein paar Seiten, bis ich mich eingelesen hatte und die Sprache sogar als immer passender für einen selbstbewussten Hund empfand.

Johannes ist sehr stolz auf seine Schnelligkeit. Er hält sich für extrem schnell, ja für eine Naturgewalt. Und in einem gewissen Maße ist er das auch. Geschickt entkommt er jedem, der seine Verfolgung aufnehmen möchte. Gemeinsam mit seinen Freunden ist er unschlagbar, wenn es darum geht, im Park wieder für das Gleichgewicht zu sorgen, das die Menschen gelegentlich durcheinanderbringen.

Jeder der Tiere aus dem Nationalpark bringt ein besonderes Talent mit sich. Bertrand, die Möwe, ist vielleicht manchmal etwas zu risikofreudig und wagemütig, wenn er durch Schusslinie der Bogenschützen fliegt, um seinen Adrenalinspiegel mal wieder ein wenig in die Höhe zu treiben. Doch seine nachdenkliche Art und die tiefsinnigen Dinge, die er manchmal sagt, machen ihn zu einem unverzichtbar wichtigen Gefährten für Johannes.
Sonja, das Erdhörnchen hat nur noch ein Auge. Sie ist unglaublich schüchtern und verträgt nur wenig Lob. Aber sie ist auch sehr klug und mit ihren kleinen Fingern ist sie fast so talentiert, wie Angus der Waschbär, der sogar im Dunkeln sehen kann. Yolanda, die Pelikandame, kann, auch, wenn ihre Landeanflüge als tollpatschig gelten, als einzige Menschenwörter lesen.

Diese Talente werden im Alltag auch immer wieder dringend benötigt, denn die Menschen, die im Park verkehren, bedeuten auch Konflikte und unliebsame Veränderungen.

So entsteht plötzlich ein neues Gebäude, das die Tiere in Unruhe versetzt. Johannes erkennt seine Liebe für die Kunst. Und seine Freunde schmieden einen Plan, nämlich den, ihm einen großen Wunsch zu erfüllen und ihn näher an die komischen Kästen mit den merkwürdigen blauen Händen, den goldenen Bäumen sowie den Kind im Sturm darin, heranzuführen. Johannes wird unachtsam und gerät in die Hände von Gangstern. Er verliert seine Freiheit und findet sie wieder.

Gemeinsam mit seinen Freunden überlegt er den Bisons die Freiheit zu schenken und verbündet sich hierzu mit den Neuankömmlingen, den Vierbeinern mit den gekrümmten Hörnern, die plötzlich an der Küste gestrandet sind und dort das dornige Gestrüpp auffuttern. Er findet neue Freunde und verliert dabei fast die alten.

Unglaublich intensiv, fesselnd und spannend beschreibt Dave Eggers die Abenteuer eines ganz besonderen Hundes. Er erzählt von Freiheit, Helden, von Mut und Zusammenhalt. Lebendig sein, heißt seinen Weg zu gehen, so schreibt der Autor auf den letzten Seiten seines Buches und fängt damit eigentlich die gesamte Geschichte und so viel mehr ein.

Auch, wenn ich mir noch lange nach dem Zuklappen des Buchdeckels nicht sicher bin, wie ich das Ende der Geschichte finde. Johannes ist Identifikationsangebot und Rollenvorbild zugleich.
Ein unglaublich mutiger tierischer Held, den man während des Lesens ins Herz schließt und der sich auch lange darüber hinaus einen festen Platz darin sichern wird. Soviel sei an dieser Stelle versprochen.



Fazit:


Im Englischen gibt es die bekannte Redensart, „don't judge a book by its cover“. Über 240 Seiten hinweg tritt Dave Eggers in seinem Kinderbuch, „Die Augen und das Unmögliche“, das sich durchaus auch als Erwachsenenlektüre eignet, den Gegenbeweis an. Ein großes Abenteuer, das von Freundschaft berichtet, zwischen zwei wunderschönen Buchdeckeln.

Es ist kein 08/15-Heroismus, der hier präsentiert wird, sondern vielmehr der Heroismus der Herausforderung, der gefeiert wird.

Keine Kritik kommt ohne den Hinweis auf die von Shawn Harris illustrierten Doppelseiten aus. Dieser lädt den Leser dazu ein, sich vom Schwung seiner Phantasie davontragen zu lassen.

Großartige Lektüre, die die Augen öffnet und Mut für Veränderungen schenkt.




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Veröffentlicht am 04.04.2024

Mustread

Letztendlich sind wir dem Universum egal
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Inhalt:


„A“ befindet sich exakt 24 Stunden im Körper eines Menschen. Um Mitternacht wechselt er zur nächsten Person. Er kann diese Sprünge nicht steuern. Er weiß nie, welcher Körper ihn als nächstes ...

Inhalt:


„A“ befindet sich exakt 24 Stunden im Körper eines Menschen. Um Mitternacht wechselt er zur nächsten Person. Er kann diese Sprünge nicht steuern. Er weiß nie, welcher Körper ihn als nächstes in Empfang nehmen wird. Sicher ist nur, dass es niemals der gleiche wie am Tag zuvor sein wird. Die Person, in dessen Körper er erwacht, war bislang immer genauso alt war wie er selbst. Und Sprünge über weite Strecken scheinen auch nicht möglich zu sein.

Als „A“ eines Morgens im Körper eines Jungen namens Justin erwacht, verändert sich sein Leben von Grund auf. Justin ist kein pflichtbewusster Mensch, das begreift „A“ schnell. Er hat nach einer durchzechten Nacht kaum geschlafen. Seine Eltern sind es gewohnt, dass er nicht viel mit ihnen spricht. Justin hört laute, schlechte Musik und er hat eine Freundin.

„A“ trifft das erste Mal am Schulspind auf Rhiannon. Diese ist so ganz anders als Justin. Sie ist aufmerksam, sie ist liebevoll, sie verhält sich anderen Menschen gegenüber aufgeschlossen und herzlich. Und sie liebt Justin von ganzem Herzen. Einen Jungen, der ihre Gefühle scheinbar gar nicht erwidert. Der ihre Anwesenheit kaum wahrnimmt und schon gar nicht zu schätzen weiß.

Doch heute steckt „A“ im Körper dieses gleichgültigen Jungen. Und „A“ sieht Rhiannon. Ihre Herzensgüte, die Liebe, die sie zu geben hat. Heute muss Rhiannon nicht zwei Mal fragen, ob Justin Zeit für sie hat. „A“ beschließt Rhiannon den schönsten Tag ihres Lebens zu schenken. Gemeinsam fahren sie ans Meer. Sie erzählen sich von ihren Träumen und Erinnerungen. Rhiannon wagt zu hoffen, dass Justin ihr mehr dieser Tage schenken wird. Doch „A“ weiß, dass ihre Hoffnungen bald zerstoben sein werden.

24 Stunden sind es, die „A“ mit Rhiannon hatte. Ob er will oder nicht. Dieser Tag findet sein Ende. Der nächste beginnt. In dem Körper eines anderen Menschen. Doch dieses Mal ist etwas anders. „A“ kann Rhiannon nicht vergessen. Er kann dieses Mädchen nicht gehen lassen. Und er wagt etwas, was er noch nie im Leben getan hat. Er öffnet sich ihr. Er verrät sein größtes Geheimnis und schenkt sich selbst und einer Fremden ein Stück weit Hoffnung. Es bleibt die Frage, welche Hindernisse die Liebe und das Sichverzehren nach einem Menschen überwinden kann.



Meinung:


„Letztendlich sind wir dem Universum egal“ war für mich ein Reread. Eine Geschichte, die ich nicht nur schon einmal gelesen, sondern auch bereits als Verfilmung erleben durfte. Ich wusste also, was mich in diesem Buch erwartet und dennoch – oder vielleicht auch gerade deswegen – habe ich diese Lektüre nahezu verschlungen.

David Levithan präsentiert seinen Lesern mit diesem Buch nicht nur eine herzerwärmende und unglaublich intensive Liebesgeschichte, sondern er regt mit „A“s Geschichte auch stark zum Nachdenken an.

Jeden Morgen erwacht „A“ im Körper eines anderen Menschen. Nie weiß er, was ihn am nächsten Tag erwartet. Manchmal wird der Körper von anderen als schön wahrgenommen. Es kann passieren, dass er als übergewichtiger Mensch kaum in der Lage ist, sich zu bewegen und vor Herausforderungen gestellt wird, die anderen fremd sind. An einem Morgen erwacht „A“ und merkt, dass er seinen Körper gar nicht mehr kontrollieren kann. Alles, was dieser möchte, ist vor die Tür gehen und sich etwas zu besorgen, dass ihm ein Gefühl von Kontrolle verleiht. Er verbringt einen Tag als ein Mädchen, das lebt, um zu arbeiten. Einen anderen als Leistungssportler, als Familienmensch, als jemand der geliebt wird und als jemand, der jeden Tag um die Aufmerksamkeit seiner Eltern und Freunde kämpfen muss. Geschlecht, Hautfarbe, Größe, Aussehen all das spielt für „A“ keine Rolle. Denn jeden Tag ist er jemand anders. Er lebt tagtäglich unzählige Leben und Schicksale.

„Letztendlich sind wir dem Universum egal“ ist ein Buch voller kleiner Geschichten. Voller Schicksale, die bewegen. Kein Leben ist gleich. Das Umfeld, das Aussehen, aber auch die Gesundheit (mental und körperlich), die Familie und Freunde. Es scheint, dass nicht das Bewusstsein der Menschen ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein ihr Bewusstsein bestimmt.

Jeden Morgen muss „A“ sich einem neuen Leben stellen. Jeden Tag muss er einen neuen Kampf ausfechten. Manchmal kann er sich entspannen und ein Leben genießen. Wichtig ist für ihn, dass er niemals ein Leben durcheinanderbringt. Er möchte sich so gut anpassen, wie es ihm möglich ist, um nur wenig zu verändern. Das ist er dem Menschen, dessen Körper er für einen Tag besitzt, schuldig, so findet „A“. Doch das ist manchmal schwieriger als gedacht.

Neben allerhand poetischen Beschreibungen und tiefsinnigen Reflexionen über das Leben sowie einer bewegenden Liebesgeschichte würzt David Leviathan sein Buch aber auch noch mit einer guten Portion Spannung. Denn eines Tages hat ein Junge nach dem Erwachen ein Gefühl davon, dass etwas nicht stimmt. Er kommt „A“ auf die Schliche. Er möchte sich wehren und andere vor diesem „Etwas“ warnen.



Fazit:


Was ist es, das unserem Leben Richtung gibt? „Die inneren Werte sind das, was zählt“, behauptet der Volksmund. Wer will das nicht glauben, wer sich nicht erhaben fühlen gegenüber Diskriminierungen, die Menschen erleben, nur weil sie nicht normschön, gehandicapt oder krank sind.

Dennoch sind gegenteilige Reaktionen auf diese Menschen allgegenwärtig. David Levithan schreibt mit „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ ein Buch, das hier zum Nach- und Umdenken anregt. Eine Aufforderung, sich gedanklich über den eigenen Tellerrand zu bewegen.

Selten bekommt man so viele überraschende und anregende Gedanken zum Zusammenhang von Sein und Psyche in so gut formulierter Form präsentiert. Ein im allerbesten Sinne erhebendes Buch.

„Letztendlich sind wir dem Universum egal“ hat daher meines Erachtens zu Recht einen Platz auf der Spiegel- und der Bestsellerliste der New York Times ergattert. Es hat zu Recht den deutschen Jugendliteraturpreis 2015 ergattert, wurde verfilmt und hat unzählige begeisterte Kritiken erhalten. 2024 hat sich der Verlag zu einer Neuauflage des Buches entschieden, das meiner Meinung nach in keinem Buchregal fehlen sollte.

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Veröffentlicht am 20.03.2024

Ein grandioses Finale

Dark Sigils – Wen das Schicksal betrügt
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Achtung! Enthält Spoiler zu den Vorbänden.




Inhalt:

Nachdem Adam von seinem Sigil getrennt wurde und damit auch seine Macht verloren hatte, musste jemand anderes seine Position als Mirrorlord übernehmen. ...

Achtung! Enthält Spoiler zu den Vorbänden.




Inhalt:

Nachdem Adam von seinem Sigil getrennt wurde und damit auch seine Macht verloren hatte, musste jemand anderes seine Position als Mirrorlord übernehmen. Auch, wenn Rayne sich dieser Aufgabe nicht gewachsen fühlte, willigte sie letztlich in Adams Wunsch ein, seine Nachfolgerin zu werden.

Die mangelnde Erfahrung glich sie durch Geist und Herz aus. Es gab dennoch einige Skeptiker, die sich gegen ihre Anwartschaft auf dem Thron aussprachen. Andererseits war sie auch für ihre Gegner schlecht einzuschätzen. Niemand kannte ihre Schwachstellen, keiner wusste von ihren Stärken.

Während Rayne also allerhand zu tun hatte, ihre neuen Aufgaben wahrzunehmen, hatte Adam den Mirror verlassen müssen. Die Zeit in Prime nutzte er, um nach seiner Schwester zu suchen. Zugleich war sein Plan, seiner Mutter endlich das Handwerk zu legen.

Diese hatte derweil jeden Politiker mit Chaosmagie infiziert, was dazu führte, dass mittlerweile alle wichtigen Personen, ihrem Willen unterstanden.

Dadurch, dass Adam von seinen Schicksalswürfeln getrennt wurde, hatten er und Rayne keinerlei gedankliche Verbindung mehr zueinander. Die Schicksalswürfel sollten einen neuen Besitzer finden. Den Lauf der Zeit zu verändern ist verlockend. Kein Wunder also, dass bald schon einer der Magistrate, Barnabes Pelham, Anspruch auf dieses Sigil erhob.

Rayne hatte also allerhand Sorgen. Hinzu kam, dass die Oberen von der Herrscherin forderten, dass sie sich Gedanken über einen Ehepartner machen sollte. Die Erbfolge müsse schließlich gesichert sein.

An ihrem 18. Geburtstag erfährt Rayne davon, dass ihr Vater ihr ein Erbe hinterlassen hätte. Dieses sollte sich in einem Schließfach in Prime befinden. Sie entschließt sich dorthin zu reisen.

Mit dem Eintreffen in Prime jedoch scheint alles zu eskalieren. Rayne trifft zwar Adam wieder, doch zugleich nutzt auch dessen Mutter die Chance zu einem Überfall. Rayne und ihre Freunde müssen die Situation konsolidieren. Um das Momentum auf ihre Seite zu zwingen, benötigen sie die Hilfe der Rebellen. Diese stellen jedoch ihre eigenen Forderungen.



Meinung:


Anna Benning ist eine Meisterin ihres Fachs, das hat sie wohl schon mit ihrer Vortex-Reihe deutlich gemacht. Auch in Dark Sigils hat sie über die Bücher hinweg Fäden geknüpft, die sie nun im finalen Band „Wen das Schicksal betrügt“, geschickt zu einem großen Ganzen zusammenführt.

Der Leser erhält in diesem Buch weitere Informationen über die Sigils und erfährt zudem auch mehr Details aus der Vergangenheit der Figuren. Im letzten Drittel des Buches werden die Erzählebenen montageartig zusammengesetzt und erzeugen erneut Dynamik und Spannung.

In vielen Geschichten versuchen Autor/innen Dramatik zu schüren, indem sie ihre Figuren in Gefahr bringen. Der rettende Ausweg kommt oft im letzten Moment oder aber – schlimmer noch – wird durch einen „glücklichen“ Zufall künstlich herbeigeführt. Bei Anna Benning ist weit und breit kein „deus ex machina“ in Sicht. Sie setzt bei ihren Figuren den Rotstift an, zeigt dass Trauer und Verlust zum Leben dazugehören.

Im dritten Band der Dark Sigils Reihe sind mir einige der Figuren noch weiter ans Herz gewachsen. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle Adam, der mit seinen Gedanken, Entscheidungen und dem gesamten Verhalten aus meiner Sicht einfach alles richtig gemacht hat. Adam war für mich das Paradebeispiel eines Menschen, den man auch im realen Leben gerne stets an seiner Seite wissen möchte.



Fazit:


Einmal mehr erweist sich Anna Benning als Meisterin der Fiktion, die es versteht, ihre unerschöpfliche Fantasie literarisch zu verarbeiten. Es gibt keine Vereinfachung, keine Banalisierungen und dennoch ist das Buch angenehm lesbar.

Der Leser steht vor einem beeindruckend detailreichen Gewebe aus Fiktion und Spannung, das ein ungemein bereicherndes Leseerlebnis eröffnet.

Die Reihe verabschiedet sich mit einem geradezu epischen Finale und sorgt mit unerwarteten Wendungen und Höhepunkten für Fassungslosigkeit.

Leser, die gut durchdachte, komplexe Fantasy zu schätzen wissen, sollten zu Dark Sigils greifen. Für mich eine Leseempfehlung, die ich gerne immer wieder aussprechen werde.

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