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Veröffentlicht am 30.04.2024

Dreifachmord auf Bornholm

Nebel über Rønne
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Dreifachmord auf Bornholm
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Mit “Nebel über Rønne” setzt Michael Kobr seine auf der dänischen Insel Bornholm spielende Krimireihe um den Ermittler Lennart Ipsen fort. Und das wieder in sehr unterhaltsamer ...

Dreifachmord auf Bornholm
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Mit “Nebel über Rønne” setzt Michael Kobr seine auf der dänischen Insel Bornholm spielende Krimireihe um den Ermittler Lennart Ipsen fort. Und das wieder in sehr unterhaltsamer Manier.
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Darum geht’s: Über dem Flughafen von Rønne hängt dichter Nebel. Nach der Landung eines Privatjets bleiben die Türen verschlossen. Auf Funksprüche reagiert plötzlich niemand mehr. Die drei Insassen sind tot - Opfer eines raffinierten Mordanschlags. Lennart Ipsen und seine Kollegen stehen vor einem Rätsel.
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Mit lockerer Schreibe hat Michael Kobr erneut einen angenehm lesbaren und unterhaltsamen Krimi zu Papier gebracht. Vom Hygge-Gefühl getragen, habe ich das schöne Setting genossen. Kobr räumt den Beschreibungen und der Atmosphäre Bornholms viel Raum ein und ich habe die ausgiebigen Streifzüge über die dänische Insel sehr genossen. Auch die Figuren haben Platz, sich zu entfalten. Die teilweise schrulligen Charaktere mochte ich schon im ersten Band der Reihe gerne leiden. Jetzt habe ich sie noch ein bisschen besser kennengelernt. Sie sind quasi schon zu Freunden geworden und ich konnte über viele Szenen und Dialoge wieder so richtig schön schmunzeln.
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Der Krimi ist bei aller Hyggeligkeit zuweilen etwas ins Hintertreffen geraten. Kobr kriegt aber immer wieder die Kurve. Er füttert die Leser*innen häppchenweise mit Informationen, so dass man miträtseln kann. Die Auflösung kam für mich letztendlich aber doch überraschend, weil ich mich vorher überaus bereitwillig habe einlullen lassen.
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Alles zusammengenommen fühlt der Krimi sich an wie ein Kurzurlaub und ist ein rundum hyggeliges Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 25.04.2024

London, Baby!

Am Himmel funkelt ein neuer Tag
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“Am Himmel funkelt ein neuer Tag” von Meike Werkmeister ist ein leichter, lockerer und schöner Sommer- und Wohlfühlroman. Das Cover kommt genauso frisch daher, wie die Erzählweise der Autorin. Protagonistin ...

“Am Himmel funkelt ein neuer Tag” von Meike Werkmeister ist ein leichter, lockerer und schöner Sommer- und Wohlfühlroman. Das Cover kommt genauso frisch daher, wie die Erzählweise der Autorin. Protagonistin Zoe verschlägt es hier für ein Praktikum ein Jahr lang nach London. Das Setting zeigt die cosy Seite der Metropole. Ein nettes Café, kleine Gässchen, erholsame Parks und ein Schwimmteich - einfach süß.
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Bei der Geschichte war mir nicht von Anfang an klar, in welche Richtung sie sich entwickeln wird. Ich habe mich einfach treiben lassen und geschaut, wohin mich der Weg führt. Die Handlung plätschert zwar irgendwie ruhig und angenehm dahin, hält aber doch ein paar Überraschungen bereit. Zum Beispiel, wenn es um das Wer-mit-Wem geht. Außerdem hat mir der Hauch von Mystik gefallen, der zeitweise mitschwang. Nicht so richtig nachvollziehen konnte ich, dass Zoe mit ihrem Verhalten zuweilen aneckt. Ich fand sie gar nicht so übergriffig, wie es bei einigen Personen ankommt - und wenn, dann höchstens im gutgemeinten, lieben Sinn. Ich mochte sie jedenfalls gerne und fand sie insgesamt sympathisch. Zoe ist zugegebenermaßen aber so beherrschend, dass die vielen anderen tollen Charaktere neben ihr fast ein bisschen blass bleiben. Das hat den insgesamt positiven Leseeindruck aber auch nicht gestört.
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Ich mochte diesen Sommerroman von Meike Werkmeister von Anfang bis Ende gerne. Mir hat die Story um Freundschaft, Liebe und das Zwischenmenschliche im Allgemeinen gut gefallen. Über das Setting muss ich wohl nichts mehr sagen.

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Veröffentlicht am 22.04.2024

Krimi-Spannung made in Island

Hildur – Das Grab im Eis
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Die isländische Krimi-Trilogie geht weiter. Und wie! Was der Auftakt versprochen hat, wird von der Fortsetzung gehalten. Auch Band 2 ist gute und spannende Unterhaltung. Dem Abschluss der Reihe blicke ...

Die isländische Krimi-Trilogie geht weiter. Und wie! Was der Auftakt versprochen hat, wird von der Fortsetzung gehalten. Auch Band 2 ist gute und spannende Unterhaltung. Dem Abschluss der Reihe blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Ich hoffe einfach, dass noch weitere Krimis von der Autorin folgen.
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Darum geht’s: Der Kommunalpolitiker Hermann Hermannsson liegt erschossen im Schnee. Die Liste der Verdächtigen ist lang. Das Opfer war korrupt und ein Frauenheld.
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Ich hatte mich schon sehr auf das Wiedersehen mit dem eigenwilligen Ermittlerduo Hildur und Jakob gefreut. Sie schwimmt wieder im eiskalten Fjord. Er strickt munter weiter. Zwei tolle Charaktere, an denen ich wieder viel Freude hatte. Beide ermitteln diesmal im oben genannten Fall. Außerdem arbeitet Hildur weiter ihre eigene Vergangenheit auf. Dabei kommt sie dem Geheimnis um ihre vermissten Schwestern näher. Ich muss sagen, dass dieser Teil der Geschichte für mich eigentlich im Vordergrund steht. Er ist das Leitmotiv der Trilogie. Der aktuelle Kriminalfall ist eigentlich nur Begleitmaterial - als solches aber auch sehr interessant, spannend und gut erzählt.
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Aus Spoiler-Gründen lässt sich fast nicht viel mehr zu diesem Krimi sagen. Er ist einfach gut. Satu Rämö ist für mich eine absolute Entdeckung. Die Autorin schreibt toll. Die Charaktere sind interessant und haben Wiedererkennungswert. Außerdem schafft sie eine tolle Atmosphäre und nimmt die Leser*innen förmlich mit an die Schauplätze. Der Aufbau der Trilogie ist gut konzipiert und ist hier in Band zwei mit überraschenden Wendungen entscheidend weiterentwickelt worden.
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Krimi-Fans sollten sich die Hildur-Reihe nicht entgehen lassen. Wer Teil 1 gelesen hat, wird die Fortsetzung ohnehin auf der Leseliste haben.

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Veröffentlicht am 05.04.2024

Im gewohnten Stil

Ostseefinsternis
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OSTSEEFINSTERNIS ist der mittlerweile 19. Fall für Ermittlerin Pia Korittki. Der Verlag hat der Reihe nach so langer Zeit ein Make-Over verpasst. Etwas doof, wenn man die Bücher der Reihe bisher optisch ...

OSTSEEFINSTERNIS ist der mittlerweile 19. Fall für Ermittlerin Pia Korittki. Der Verlag hat der Reihe nach so langer Zeit ein Make-Over verpasst. Etwas doof, wenn man die Bücher der Reihe bisher optisch zueinander passend im Regal stehen hat. Aber nun gut. Wir verabschieden uns also von der bisher düster-schwarzen Optik mit dem Namen der Autorin in Knallfarbe. Das neu gestaltete Cover kommt in einem lichten Blau daher und ist von der Schriftfarbe neutraler gehalten. Auf den ersten Blick dachte ich, es handelt sich um einen neuen Band der NORDLICHT-Reihe von Anette Hinrichs. Auf den zweiten Blick hat sich mir erschlossen, dass der Verlag sich beim Erscheinungsbild jetzt an Almstädts neuer AKTE NORDSEE-Reihe orientiert und die Gestaltung entsprechend angeglichen hat. Das kann ich nachvollziehen und letztendlich werden die Bücher im Regal auch in der neuen Aufmachung gut aussehen.

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In OSTFRIESENFINSTERNIS wird eine junge Frau überfallen und ein junger Mann stirbt an einer Vergiftung. Damit geht es zu Beginn gleich Schlag auf Schlag und es wird gut Spannung aufgebaut. Kommissarin Pia Korittki schlittert bei ihren Ermittlungen in eine Familienfehde. Der im Buch vorangestellte Stammbaum ist sehr hilfreich, um bei den Personen den Überblick zu behalten.

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Wenn man die Bücher von Eva Almstädt liest, weiß man, was man bekommt. Die Autorin lässt sich auf keine Experimente ein. Ihre Krimis sind zuverlässig unterhaltsam und haben die für diese Art Krimi übliche Dosis Spannung. Nach einem guten Auftakt verlaufen die Ermittlungen eher ruhig. Es gibt etliche Lösungsmöglichkeiten. Zum Schluss ziehen Tempo und Spannung nochmal an. Die finale Auflösung ist dann recht simpel. Ich hätte drauf kommen können. Bin ich aber nicht. Ich mag den Schreibstil der Autorin und ihren klassischen Krimi-Ansatz sehr gerne. Das hat nach wie vor seine Berechtigung und für mich nichts an Reiz eingebüßt. Sowas lese ich immer wieder gerne.

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Fazit: Auch der neue Ostsee-Fall war für mich wieder kurzweilig und unterhaltsam. Ein Krimi, wie ich ihn von Eva Almstädt kenne und erwarte. Ich bleibe der Reihe weiterhin treu und werde gewohnheitsmäßig auch den nächsten Fall lesen.

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Veröffentlicht am 27.03.2024

Manchmal darf es simpel sein

Das Resort
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Die Buchwelt hat gerade ein Lieblings-Setting. Resorts und Retreats, wohin man schaut. Da kann man schon so ein bisschen den Überblick verlieren. Den neuen Thriller von Sarah Goodwin wollte ich eigentlich ...

Die Buchwelt hat gerade ein Lieblings-Setting. Resorts und Retreats, wohin man schaut. Da kann man schon so ein bisschen den Überblick verlieren. Den neuen Thriller von Sarah Goodwin wollte ich eigentlich erst gar nicht lesen, nachdem DIE INSEL für mich im vergangenen Jahr ein Flop war. Dann wollte ich der Autorin wiederum doch noch eine zweite Chance geben. Und jetzt bin ich nicht traurig drum, es getan zu haben.
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Darum geht’s: Mila und ihr Mann Ethan reisen nach Deutschland. Milas Schwester Jess hat zu ihrer Hochzeit in einem Resort eingeladen. Auf dem Weg dorthin, verlieren sie im Schneetreiben die Orientierung. Das Auto bleibt liegen und Mila und Ethan stranden in einem Geisterdorf mit verlassenen Hütten. Am nächsten Morgen ist dann auch Ethan spurlos verschwunden und Mila komplett auf sich allein gestellt.
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Ich weiß auch nicht, wie es passieren konnte, aber dieser Thriller hat mir tatsächlich besser gefallen, als einige andere, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Verloren in der Wildnis - ja, das Motiv hatten wir jetzt eigentlich zur Genüge. Deshalb war ich auch ohne besondere Erwartung an das Buch rangegangen. In diesem Fall war das wohl echt mal die richtige Strategie, denn DAS RESORT war für mich dann sogar ein Pageturner. Ganz ohne Sperenzchen.
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Die Hälfte des Buches ist ein Ein-Personen-Stück. Mila kämpft im Schnee ums Überleben, fühlt sich beobachtet, stößt auf Unerklärliches. Und ich hatte plötzlich das Gefühl, mitten in einem Night Shyamalan-Film gelandet zu sein. Passend dazu hätte mir die Autorin hier fast alles auftischen können. Ich wäre ihr sogar ins Paranormale gefolgt und hätte auch hingenommen, wenn auf einmal Aliens im Spiel gewesen wären. So abgefahren wurde es zwar nicht, aber ich fand für meinen Teil die Atmosphäre auch so schon bedrohlich, mysteriös und gruselig genug. Mit wirklich simplen Mitteln hat mich die Geschichte fast unerklärlicherweise gecatcht. Es stimmt schon: Die Story ist eigentlich sehr einfach gestrickt. Aber vielleicht habe ich genau das gerade gebraucht: Einen Thriller, der mal nicht vorgibt, etwas Besonderes zu sein.
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Meinetwegen hätte Mila ewig in diesem einsamen Kaff hängen bleiben können. Die zweite Hälfte hat mich aber aus der scheinbaren Parallelwelt wieder in die Realität zurückgeführt. Fand ich fast schade, denn mit Milas Solo konnte dieser Part nicht mithalten. Aber nun gut. Ich habe trotzdem gerne weitergelesen und bin dem einfachen Weg bis zur Auflösung gefolgt. Und ja, es hat mir trotz fehlender Innovation gefallen. Vielleicht gerade deshalb. Es war halt einfach so.
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Ich will euch das Buch nicht besonders schön reden und auch keineswegs als Highlight verkaufen. Das ist es sicherlich nicht. Wir bewegen uns hier weit ab von kriminalistischer Hochliteratur. Der Schreibstil und die Handlung sind wenig anspruchsvoll. Trotzdem mochte ich diesen ganz schnellen Lese-Snack, den ich wahrscheinlich einfach im für mich richtigen Moment zur Hand genommen habe. Nicht lange gefackelt und ohne viel zu überlegen einfach durchgezogen. Damit bin ich hier gut gefahren.
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Abschließend sei nochmal gesagt: Ich fand DAS RESORT tatsächlich besser, als manch anderes Buch, das aktuell große Erwartungen aufbaut und diese dann gegen die Wand fährt.

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