Tolle Fortsetzung
Blankenese - Zwei FamilienWer den ersten Teil nicht gelesen hat, tut sich hier vielleicht mit den Personen etwas schwer, für alle anderen ist es bestimmt so, wie für mich: es fühlt sich ein bisschen an wie Heimkommen.
Gefiel mir ...
Wer den ersten Teil nicht gelesen hat, tut sich hier vielleicht mit den Personen etwas schwer, für alle anderen ist es bestimmt so, wie für mich: es fühlt sich ein bisschen an wie Heimkommen.
Gefiel mir der erste Teil schon sehr gut, konnte Michaela Grünig dies sogar noch toppen. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Herzblut erzählt sie die Geschichte der Hamburger Familien weiter. Von Kindern, die nach England geschickt wurden, von vielen schrecklichen Kriegserlebnissen der in Deutschland verbliebenen. Nicht alle mir lieb gewonnenen Protagonisten erleben das Ende des Buches, was natürlich sehr traurig ist, aber der damaligen Zeit geschuldet ist.
So ganz nebenbei erfährt man auch noch von den vielen kleinen Grausamkeiten der Nazis, die ja nicht nur die Juden drangsaliert und später getötet haben, auch unschuldige Kinder waren Opfer. Sei es, weil sie nicht ganz gesund waren, oder weil sie „arisch“ aussahen und ihren nicht arischen Eltern weggenommen wurden, um ein regimetreues Ehepaar damit zu beglücken. Eigentlich alles Tatsachen, die man irgendwann schon einmal gehört hat, aber im Kontext dieser Geschichte nochmal besonders berührend.
Auch die Schilderungen von Kurt, der ja als Kind nach England geschickt wurde und dort später zum RAF-Piloten ausgebildet wurde, haben mich tief bewegt. Was ist bloß für ein toller Kerl aus diesem einst schüchternen jüdischen Jungen geworden! Er ließ sich ja wirklich durch nichts aus der Bahn werfen.
Ich könnte jetzt noch ewig so weiterschreiben, z. B. über Fanny und Sonja, die es auch nicht immer leicht hatten, aber dann verrate ich bestimmt zu viel aus dem Buch. Also unbedingt lesen, es lohnt sich!!!