Das Buch betrachtet aus zwei Perspektiven. Die von Emilie, deren Sohn Michel ein gelbes Notizbuch findet, und die von Rudi, der es geschrieben hat.
Neugierig geworden, beginnt Emilie in dem handschriftlich ...
Das Buch betrachtet aus zwei Perspektiven. Die von Emilie, deren Sohn Michel ein gelbes Notizbuch findet, und die von Rudi, der es geschrieben hat.
Neugierig geworden, beginnt Emilie in dem handschriftlich geschriebenen Manuskript zu lesen. Sieht aus wie ein Krimi, der die Taten eines Serienmörders beschreibt. Das perfide daran ist, dass die beschriebenen Morde offenbar alle real passiert sind und seinerzeit nicht aufgeklärt wurden.
Ebenso perfide ist, dass der Eigentümer sein Buch gerne zurück hätte.
Das Buch von Andreas Sittmann legt dar, wie die Gedankengänge von Emilie sich beim Lesen entwickeln, und gleichzeitig der echte Mörder seinem Manuskript auf die Spur kommt. Das handgeschriebene Manuskript wird ebenso kapitelweise (das ist mord-weise) eingestreut, und die persönliche Entwicklung von Rudi wird dargestellt. Sowohl die Handlungen als auch die Gedankengänge. Es beginnt 1983, die Szene-Begriffe hören sich authentisch an (bei einigen kann ich das bestätigen).
Nach und nach bewegen sich beim Lesen des Manuskripts Emilie und Rudi aufeinander zu.
5 Hexen und Hexer lernen sich kennen, aber nicht wirklich lieben. Der einzige Zusammenhalt sind schattenhafte Wesen, die die 5 jungen Menschen bedrohen. Die Story „lebt“ von der Furcht vor den unbekannten ...
5 Hexen und Hexer lernen sich kennen, aber nicht wirklich lieben. Der einzige Zusammenhalt sind schattenhafte Wesen, die die 5 jungen Menschen bedrohen. Die Story „lebt“ von der Furcht vor den unbekannten Dämonen.
Es beginnt mit dämonischen Ereignissen, denen die 5 späteren Hexen/Hexer gegenüber stehen. Sie werden von Noah (glücklicherweise?) zusammen geführt und lernen nach und nach ihre speziellen Kräfte kennen, die jeweils unterschiedlich sind. Einige kennen sich bereits, sind anfangs jedoch eher verfeindet. Nach und nach werden die dämonischen Angriffe schwerer, und das schweißt die Jugendlichen zusammen. Das Ganze spitzt sich zu: einerseits werden die Angriffe schwerer, es scheint aber auch jemand dahinter zu stecken, der das alles plant. Den Rest müsst ihr selber lesen.
Neben der dämonischen Welt, die sich auf tut, spielen aber auch zwischenmenschliche Beziehungen eine nicht unerhebliche Rolle. Das führt natürlich zu intensiver gegenseitiger Unterstützung, lenkt aber auch vom magischen Geschehen ab.
Im letzten Abschnitt wird der Grundstein für den zweiten Band der Serie gelegt.
In der Erzählung verliert die 10-jährige Mona plötzlich für 1 Stunde ihr Augenlicht. Die Ärzte finden keine medizinische Ursache, und die Eltern, die eigentlich keine Zeit für Mona haben, schicken sie ...
In der Erzählung verliert die 10-jährige Mona plötzlich für 1 Stunde ihr Augenlicht. Die Ärzte finden keine medizinische Ursache, und die Eltern, die eigentlich keine Zeit für Mona haben, schicken sie zu einem Kinderpsychiater. Mangels eigener freier Zeit bitten sie den Großvater Henry, Mona zum Psychiater zu begleiten. Henry akzeptiert, hat aber eigene Pläne. Anstatt Mona zum Psychiater zu begleiten, geht er mit ihr in die berühmten Pariser Museen, um dort jede Woche ein Kunstwerk zu betrachten und zu analysieren.
Soweit die Rahmenhandlung. In dem Buch wird dem entsprechend in jedem Kapitel ein Bild ausführlich besprochen und analysiert. Insgesamt werden 52 Bilder detailliert beschrieben und ausführlich interpretiert. Der Umfang manifestiert sich ganz nebenbei in der Seitenzahl des Buches: 494 Seiten für 52 Bilder. In der Rahmenhandlung entspricht das einem Jahr (jede Woche ein Bild). Das eigentliche Highlight des Buches sind aber die Interpretationen der bedeutendsten Bilder unserer Zeit, die in den Museen: Louvre (19 Bilder, Nr. 1-19), Musée d’Orsay (15 Bilder, Nr. 20-24) und dem Centre Pompidou (18 Bilder, Nr. 35-52) ausgestellt sind. Das Buch lässt sich ganz entspannt kapitelweise lesen, die Reihenfolge ist egal. Die Rahmenhandlung tritt in den Hintergrund, wird am Ende des Buches im Epilog aber wieder aufgegriffen. Mehr soll dazu hier nicht verraten werden.
Positiv: das Buch ist eine exzellente Vernissage der bedeutendsten Bilder, die in Paris verfügbar sind. Es gibt aber auch ein ganz deutliches Manko des Buches: die 52 Bilder sind im Klappenteil des Buches auf insgesamt 5 Seiten, je zweieinhalb Klappenseiten vorn und hinten, auf demselben Papier abgebildet, auf dem der Buchtext gedruckt ist. Das ist einerseits sehr wenig Platz für jedes einzelne Bild, und darüber hinaus in einer mittelmäßigen Qualität. Die sehr ausführliche Beschreibung der Bilder in den einzelnen Kapiteln hätte erwarten lassen, dass jedes Bild seitenfüllend auf Kunstdruckpapier gedruckt wäre. Das wären 26 Blätter Kunstdruckpapier gewesen, die man hätte in das Buch einfügen können. Bei dem Preis, den ein Hardcover sowieso kostet, wären wenige Euro mehr für eine solche Ausstattung leicht verschmerzbar gewesen.
Das Cover des Buches zeigt Mona mit ihrem Großvater, die eines der Bilder betrachtet. Das repräsentiert in hervorragender Weise das Thema der einzelnen Buchkapitel, eingebettet in die Rahmenhandlung. Das Cover selber ist wiederum die Reproduktion eines Kunstwerkes (keines der 52 besprochenen Bilder), thematisch eine exzellente Wahl. Weil das Cover seitenfüllend ist, ist dessen Reproduktionsqualität deutlich besser als die jedes einzelnen der 52 besprochenen Bilder.