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Veröffentlicht am 15.04.2024

Licht und Schatten in Berlin

Doch das Messer sieht man nicht
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" Doch das Messer sieht man nicht" von I.L. Callis ist ein Kriminalroman, der uns ins Berlin der Goldenen Zwanziger entführt.
Dieses Buch ist aber weit mehr als nur ein spannender Kriminalfall, der gelöst ...

" Doch das Messer sieht man nicht" von I.L. Callis ist ein Kriminalroman, der uns ins Berlin der Goldenen Zwanziger entführt.
Dieses Buch ist aber weit mehr als nur ein spannender Kriminalfall, der gelöst werden muss, er ist eine historische Zeitreise, die die Lesenden auf so einige gesellschaftspolitische Probleme stößt, die man selten so in einem Krimi liest. Das macht es zu etwas ganz Besonderem.
Anaïs Maar ist eine junge Frau, di sich eine große Karriere als Journalistin erhofft, allerdings ist sie dazu auch eine Frau, sie ist schwarz, sie ist Boxerin und sehr intelligent. Alles das zusammen ist mehr als ein Grund für Diskriminierung.
Es gibt einen Mörder in Berlin, der Prostituierte im Milieu brutal ermordet. Diese Story landet auf dem Schreibtisch von Anaïs Maar und sie setzt alles daran den
“Ripper von Berlin” zu überführen.
Dabei wird die Story sehr geschickt aufgebaut, als Leserschaft begleiten wir abwechselnd die Opfer, meistens Anaïs Maar selber bei ihren alltäglichen Problemen und ihren Ermittlungen, aber auch den Täter selbst und andere wichtige Nebenfiguren.
Dabei wird so fast nebenbei ein ganz wichtiges Zeitbild gezeichnet, der Aufstieg des Nationalsozialismus, die Armut und Arbeitslosigkeit in einigen Vierteln und auch der Glanz und Glamour in anderen.
Das alles wird in einer unnachahmlichen, spannenden und bildgewaltigen, Art beschrieben, dass man sich mitten im Geschehen befindet. Es wird geflucht, geboxt und auch berlinert, was das Zeug hält. Mir hat das sehr gefallen, ich fühlte mich in dieser vielschichtigen Erzählung sehr gut aufgehoben.
Auch wenn der Kriminalfall öfter mal aus dem Fokus verschwand, war der sehr gut aufgebaut und die Suche nach dem Täter blieb für mich bis zum Ende spannend und nicht vorhersehbar.
Ich würde sehr gerne weitere, so gut angelegte Krimis lesen und auch anderes von dieser Autorin, eine absolute Empfehlung.

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Veröffentlicht am 12.04.2024

Farben können so viel mehr

Die Kunst der reduzierten Farbpalette
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"Die Kunst der reduzierten Farbpalette" von Hazel Soan ist ein Buch, welches wunderschön gestaltet ist. Man kann hier wirklich einfach anfangen durchzublättern und sich hier und dort festlesen. Man kann ...

"Die Kunst der reduzierten Farbpalette" von Hazel Soan ist ein Buch, welches wunderschön gestaltet ist. Man kann hier wirklich einfach anfangen durchzublättern und sich hier und dort festlesen. Man kann es aber auch Seite für Seite von vorne bis hinten durchlesen oder sich mit dem gut gemachten Inhaltsverzeichnis einzelne Kapitel zum nachschlagen wählen.
Egal ob man Anfänger ist oder schon länger malt, hier findet man ganz sicher noch hilfreiche Informationen.
Es gibt hier nicht nur eine umfangreiche Farbenlehre, sondern auch ganz viel Wissenswertes zu den einzelnen Farben an sich, die Transparenz, die Pigmentierung, Deckkraft, mischen und auch verblenden und das nebeneinander.
Sehr eindrucksvoll sind für mich die vielen Beispiele der Autorin, bei denen auch gut verständlich erklärt wird, wie sie entstanden, wie die Farben verwendet wurden und worauf ihre Wirkung beruht.
Abgerundet wird das Ganze dann durch sehr brauchbare Schritt-für-Schritt- Anleitungen.
Sehr vieles, was ich dachte, über Farben zu wissen, wurde hier über den Haufen geworfen und ich habe so viel neues und sinnvolles praxisnah gelernt.
Das Buch ist ein Werk, dass man echt als Grundlagenwerk bezeichnen kann und griffbereit an meinem Zeichenplatz mich begleiten wird, um immer mal wieder was nachzulesen und zu probieren.

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Veröffentlicht am 10.04.2024

Was wird aus den Kindern

Der Wind kennt meinen Namen
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"Der Wind kennt meinen Namen" von Isabel Allende ist nicht min erster Roman dieser Autorin, ich habe mich schon sehr auf das Buch gefreut und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Kein Kind sollte aus ...

"Der Wind kennt meinen Namen" von Isabel Allende ist nicht min erster Roman dieser Autorin, ich habe mich schon sehr auf das Buch gefreut und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Kein Kind sollte aus seiner Heimat fliehen müssen und ohne Eltern, allein in einem fremden Land aufwachsen. Und doch ist das ein Schicksal, dass noch immer sehr viele Kinder erleiden. In dieser Geschichte werden zwei davon begleitet, in unterschiedlichen Zeiten und Situationen und doch sind ihre Leben eng verflochten.
Samuel Adler muss als jüdisches Kind 1938 aus Wien fliehen, um sein Leben vor den Gräueltaten der Nazis zu retten. Er kommt mit einem Kindertransport nach England und beginnt dort ein ganz neues Leben.
2019 ist es Anita Díaz, die mit ihrer Mutter aus El Salvador in die USA flieht, um einem Mörder zu entgehen und an der Grenze werden Mutter und Tochter aus Willkür getrennt.
Der Autorin gelingt es die Schicksale dieser Kinder glaubwürdig darzustellen, der Leser begreift das ganze Ausmaß der Katastrophe der Trennung und der Flucht, der Hilflosigkeit und Menschenverachtung. Es ist umso schmerzlicher, da einem bewusst wird, es geht hier um Schicksale, die auch heute noch so geschaffen werden.
Es ist aber nicht nur eine Geschichte der Schrecken, sondern auch eine Erzählung über Liebe, Vertrauen, Menschlichkeit und Nächstenliebe.
Die Geschichte ist fiktiv, aber viele der Geschehnisse sind sehr real und wirklich. Die unnachahmliche Erzählweise von Frau Allende macht die Geschichte so menschlich und wahr, eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.04.2024

Absolut viel Wissenswertes

Das große Hochbeet-Buch
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"Das große Hochbeet-Buch" von Doris Kampas ist ein wunderschön gestalteter Ratgeber aus dem Löwenzahn-Verlag.
Je nach vorhandenem Kenntnisstand kann man dieses Buch einfach von der ersten bis zur letzten ...

"Das große Hochbeet-Buch" von Doris Kampas ist ein wunderschön gestalteter Ratgeber aus dem Löwenzahn-Verlag.
Je nach vorhandenem Kenntnisstand kann man dieses Buch einfach von der ersten bis zur letzten Seite lesen oder sich gezielt die benötigten Informationen suchen. Ich habe es mit großem Interesse komplett gelesen und jetzt bekommt es einen festen Platz im Regal, für sicher häufiges nachlesen.
Bei diesem Buch bleiben echt keine Fragen offen, wo baue ich ein Hochbeet und woraus, kann ich das kaufen oder selber machen, was kommt da eigentlich rein und wohin dann damit, woher bekomme ich die Füllung und was pflanze ich an. Auch Fruchtfolgen, Pflanzpläne, Jahreszeitenbeete und andere Themenbeete werden angesprochen. Es geht aber auch um Düngung und Pflanzengesundheit. Hier wird sowohl der absolute Gartenneuling, wie auch der schon versierte Hobbygärtner angesprochen und ich glaube, für jeden ist da etwas dabei.
Sehr gut gefällt mir auch, wie die Seiten gestaltet sind, die Mischung von Text und Fotos. Zusätzlich gibt es Pläne, Listen und Grafiken, alles ist sehr locker und übersichtlich gestaltet.
In meinen Augen ist das ein richtig wertvoller Ratgeber, der Einzige, den ich zu diesem Thema jemals brauchen werde.

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Veröffentlicht am 31.03.2024

Ein Ritt in eine Zukunft

Ghostnet – Die Letzte Stadt
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"Ghostnet - Die Letzte Stadt" ist der erste Teil einer geplanten Trilogie von Fabian Roth im Science Fiction Bereich. Es ist zugleich eine Dystopie und irgendwie auch spannend wie ein Thriller.
Ich habe ...

"Ghostnet - Die Letzte Stadt" ist der erste Teil einer geplanten Trilogie von Fabian Roth im Science Fiction Bereich. Es ist zugleich eine Dystopie und irgendwie auch spannend wie ein Thriller.
Ich habe lange keine Science Fiction Geschichte mehr gelesen, die es so schaffte, mich von der ersten Seite an zu fesseln und dann im Verlauf sogar noch spannender wurde.
Wir werden hier in eine Welt geworfen, die aus unserer wurde und in der wir nicht leben wollten, sie ist aber schon noch menschlich und wieder erkennbar.
Die letzten Menschen, die um ihr überleben kämpfen, haben sich in die letzte Stadt zurückgezogen und müssen hart arbeiten für ihr überleben.
So auch Glitch, Nikka und Zhu, wobei Zhu ein Kampfroboter ist und kein Mensch. Glitch ist irgendwie ein Cowboy auf seinem Roboterpferd, auf der Jagd nach elektronischen Implantaten, entnommen von sogenannten Gesetzlosen, die sich zu Geld machen lassen. Nikka ist irgendwie Punk, aber auch eine begabte Hackerin. Eine tolle Truppe, die mir im Verlauf der Geschichte richtig ans Herz gewachsen ist.
Wir begleiten das Team hier auf einem ganz speziellen Auftrag und lernen dabei sie und die feindliche Umgebung nach und nach besser kennen. Das ist total spannend und düster.
Mir gefällt hier sehr gut der Schreibstil, einfach zu lesen und einprägsam, bildhaft geschildert, ich sehe die Szenen direkt vor mir.
Mir gefällt auch die Welt, die er hier erschafft, alles ist in sich stimmig und logisch, es gruselt mich direkt bei dem Gedanken, was davon schon jetzt Realität ist.
Sehr gut auch die Charaktere, einzigartig und echt wirkend, sie entwickeln sich weiter, machen Fehler und haben Humor, ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit ihnen.
Nicht zuletzt hat mich hier begeistert, wie der Autor es schafft, mich sehr nachdenklich zurückzulassen, er verpackt hier sehr viel unserer Realität, des Konsums um des Konsums willen, der um sich greifenden Vernetzung, der trügerischen Illusionen, denen wir und hingeben und letztlich damit eines Verarmens an Emotionen.
Kurzum ein sehr spannendes Buch, genreübergreifend und absolut eine Empfehlung wert.

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