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Nilchen

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Veröffentlicht am 05.05.2024

Vergessene Frau der wegweisenden Forschung

Das verborgene Genie
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Die Anwältin aus Pittsburgh Marie Benedict hat großen Respekt vor starken Frauen der Weltgeschichte und hat schon so einigen ein Denkmal gesetzt mit ihren Romanen, wie Frau Einstein und Lady Churchill. ...

Die Anwältin aus Pittsburgh Marie Benedict hat großen Respekt vor starken Frauen der Weltgeschichte und hat schon so einigen ein Denkmal gesetzt mit ihren Romanen, wie Frau Einstein und Lady Churchill. Spannend und unterschiedlich sind diese herausragenden Vorbilder. Nun hat sie sich in ihrem fünften Roman „Das verborgene Genie“ (im Original „Her hidden genius“) Rosalind Franklin vorgenommen.
Rosalind Franklin ist eine DER Frauen, die unsere Gegenwart entschieden beeinflusst hat, denn sie hat die Doppelhelixstruktur der DNA entdeckt. Nur leider waren es dann drei Männer die den Nobelpreis absahnten. Umso besser, dass Marie Benedict ihre Geschichte nun als Roman verpackt deutlich macht und ihr posthum damit ein Stück Ehre wiedergibt. Natürlich ist nicht alles so wie im Roman geschehen, natürlich wissen wir nicht genau wie und warum es zu diesem Fallstrick kam. Aber an vielem wird etwas dran sein was hier verarbeitet wurde, denn Marie Benedict ist ein Autorin die sich ihrer Recherche ausgiebige widmet.
Der Roman ist aus Franklins Ich-Perspektive geschrieben und nimmt uns sehr nah mit wie sie angetrieben ist von ihrer Forschung. So weit, dass sie sich selbst leider gesundheitlich gefährdet. In der zweiten Hälfte geht es um den Wettlauf der Publikation und wer den Ruhm einsackt und hier wurden besonders gut die enttäuschenden Momente und die Tiefpunkte wiedergegeben.
Spannend für alle die sich gerne auch mal mit Chemie, Biologie und Physik interessieren. Auch wer keine Ahnung hat im Detail wird Lesespaß haben, denn gut geschrieben ist es. Genauso wunderbar übersetzt von Kristin Lohmann.

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Veröffentlicht am 14.04.2024

Bringt die Farben wieder zum leuchten!

Hope
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Hope ist die einzige Hoffnung in einer Welt ohne Farben. Farblos, weil ein Mitglied des Königshauses die Farben für sich gestohlen hat.
Erzählt wird im Wechsel. Mal kommt Hope zu Wort und mal ein Junge, ...

Hope ist die einzige Hoffnung in einer Welt ohne Farben. Farblos, weil ein Mitglied des Königshauses die Farben für sich gestohlen hat.
Erzählt wird im Wechsel. Mal kommt Hope zu Wort und mal ein Junge, der mit seiner Großmutter auf einem Hof wohnt, der geschützt ist, da dort seine Urahnen begraben sind, die mit magischen Kräften das Land beschützen.
Hope wurde von einem Zauberer großgezogen und dieser ist Teil einer rebellischen Gruppe um die Farben wieder zu befreien, die Regenbogenliga. Es passiert viel und natürlich wird auch ordentlich gegeneinander gekämpft, wenn die Regenbogenliga sich gegen die Schwarzröcke und Fetzerhunde verteidigt.
Es liegt sehr viel Magie und Übersinnliches in dieser Geschichte und sie ist doch anders als so viele andere Geschichten die in magischen Welten den jungen Lesern feilgeboten wurden. Meine Tochter hat es sehr gerne gelesen, auch wenn der Zugang zu Beginn etwas beschwerlich ist. Sobald das erste Viertel geschafft ist, nimmt die Geschichte rasant an Dynamik zu und die Leserschaft findet sich im wechselnden Erzählton zurecht und kennt die handelnden Gruppen und Personen sowie deren Einordnung. Nicht alles wird komplett aufgeklärt und es erfordert Interpretation und Feingefühl für die Geschichte.
Fazit: Ein magisches Buch mit tollen Figuren und ein Plädoyer sich gegen Ungerechtigkeit aufzulehnen.

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Veröffentlicht am 08.04.2024

Alles gut…not at all

Alles gut
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Dieses Buch hat mich nachdenklich gemacht, dieses Buch hat mich rasend gemacht und dieses Buch hat viele Fragezeichen bei mir hinterlassen.

“Alles gut” von Cecilia Rabess ist ein Roman über eine person ...

Dieses Buch hat mich nachdenklich gemacht, dieses Buch hat mich rasend gemacht und dieses Buch hat viele Fragezeichen bei mir hinterlassen.

“Alles gut” von Cecilia Rabess ist ein Roman über eine person of color als Protagonistin, Jess, die vermeintlich den Aufstieg schaffte und an einer Eliteuni studierte und dann bei Goldman Sachs als Analystin began. Schlau, aber unsouverän stolpert sie durch ihr Leben.
Immer wieder begegnet ihr Rassismus der übelsten Sorte und doch auch vermutet sie rassistische Motivation hinter vielen Aussagen oder Handlungen, die null mit ihrer Hautfarbe zu tun haben.

Jess benimmt sich grenzwertig und ist für andere nicht immer greifbar. Viel Wut im Bauch.
Sie ist aus meiner Sicht zunächst nicht sonderlich selbst reflektiert, aber ständig dabei alle anderen zu analysieren um rassismus-Bezug zu konstruieren.

„Du hast kein Problem mit dem System, nur mit deinem Platz darin.« S. 340

Der Aufforderung einen Schach-Club benachteiliger Schüler einen Tag durch die Firma zu führen lehnt sie ab. Als sie erfährt, dass die Kinder farbig sind, gibt sie zu, dass sie es dann gemacht hätte. Hat das etwas mit Chancengleichheit zu tun?
Wie die Amerikaner so schön sagen: Make a meaningful impact in your community…

Und hier liegt die Crux des Textes. Ich bin mir unsicher, ob die Autorin genau das erreichen wollte. Einen kontroversen Text zu schreiben um beiden Seiten aufzuzeigen in was für einem mentalen Chaos die amerikanische Gesellschaft momentan steckt. Das wäre wünschenswert und dann ein super Buch um ins Gespräch und in die Diskussion zu kommen.

Nur weil eine Person farbig ist, zieht das eigene Handeln weiterhin Konsequenzen nach sind. Jess hat wenig Selbstvertrauen und verharrt oft in der Opferrolle. Sie entwickelt sich aber entscheidend im letzten Teil des Buches und wird erwachsener, sieht Dinge weniger Schwarz-Weiß und kann akzeptieren, dass die Welt nicht immer gerecht ist und es viele Grautöne gibt.

Die Übersetzung von Simone Jakob ist weniger gelungen, nicht nur sind die Passagen über die Finanzbranche suboptimal übersetzt auch andere Formulierung sind nicht so schön rund formuliert.

Fazit: Eine Zerreißprobe. Will man lieber Recht haben oder glücklich sein?

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Veröffentlicht am 03.02.2024

Ein Weckruf für alle die unsere Arbeitswelt anders denken wollen

Not Your Business, Babe!
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Verena Bogner, Jahrgang 1992, hat schon viel zum Thema New Work, Feminismus und vielen anderen Themen veröffentlicht. Nun kondensiert zwischen zwei Buchdeckel hat sie ihre Aha-Momente des Arbeitslebens ...

Verena Bogner, Jahrgang 1992, hat schon viel zum Thema New Work, Feminismus und vielen anderen Themen veröffentlicht. Nun kondensiert zwischen zwei Buchdeckel hat sie ihre Aha-Momente des Arbeitslebens zusammengefasst mit dem knalligen Titel: Not your business, babe! Alles, was du als Frau über die Arbeitswelt wissen musst.
Sie ist, genau wie ich, Teil der Generation Y (1981 – 1996), auch wenn uns 11 Jahre trennen. Daher kann ich ihr inhaltlich an vielen Stellen folgen und bejahen was sie zur Hustle-Culture und zum Allgemeinen Ansatz unserer Arbeitswelt schreibt. Was uns trennt ist die jugendliche und sehr lebendige Sprache in die sie es verpackt. Daher, trotz Inhalt der einem Puls gibt, sehr kurzweilig!
Warum Puls? Weil sie gekonnt Verhalten, Einstellungen und Werte in Relation setzt und soziologisch alles auseinandernimmt was die Arbeitswelt der letzten 30-40 Jahre prägte. Welche Narrative uns leiteten und natürlich – not to forget – welche Rolle die Boys Clubs dieser Welt spielten und (leider, leider) immer noch spielen.
Dieses Buch richtet sich explizit an Frauen und sicherlich tendenziell eher an eine jüngere Zielgruppe. An Frauen Mitte, Ende 20, die unsere Fehler nicht wiederholen sollten und gleich viel schlauer durchstarten so wie sie Bock haben oder eben auch nicht. Wer hat schon die Definition einer Karriere gepachtet?
Aber neben dem Anspruch, dass dieses Buch junge Frauen einmal durchschüttelt und ihnen eine politische Dimension für ihr Arbeits- und Privatleben an die Hand gibt, ist es auch eine gute Lektüre für all die Führungskräfte in diesem Land, die es nicht schaffen attraktive Arbeitgeber zu sein. Für Führungskräfte, die sich über die „komische Einstellung“ der nächsten Generationen wundert. Auch hier kann es Verständnis und Anregung geben.
Eine Anmerkung kann ich mir allerdings nicht verkneifen: Marita Haas, Gender-Expertin und Consultant (Warum nicht als Beraterin tituliert, wenn sie schon Gender-Expertin ist…?) wird so häufig zitiert, dass sie aus meiner Sicht fast als Co-Autorin hätte genannt werden müssen. Ihre qualitativ guten Quotes geben dem ganzen mehr Gewicht!
Fazit: Für eine tolerantere und gerechte Arbeitswelt, in der wir alle unseren Platz finden!

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Veröffentlicht am 04.01.2024

Anklage: Ältere Frauen finden in der Öffentlichkeit nicht mehr statt

So wie du mich willst
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„Frauen sterben später, aber Männer leben länger.“ Dieses Zitat aus dem Roman ‚So wie du mich willst‘ fasst es im Grunde gut zusammen. Denn es geht wie momentan recht häufig in französischer Literatur, ...

„Frauen sterben später, aber Männer leben länger.“ Dieses Zitat aus dem Roman ‚So wie du mich willst‘ fasst es im Grunde gut zusammen. Denn es geht wie momentan recht häufig in französischer Literatur, um Frauen jenseits der 50, die gesellschaftlich nicht mehr stattfinden, weil sie nicht mehr dem Schönheitsideal oder dem jugendlichen Bild einer tollen Frau entsprechen.
Camille Laurens, die in Frankreich fester Bestandteil der literarischen Szene ist, hat dieses Buch bereits vor 7 Jahren im Original veröffentlicht und nun ist es endlich auch bei uns zu lesen, übersetzt von Lis Künzli.
Ein Roman der das Begehren einer Frau in den Mittelpunkt stellt. Clarie Millecam (man bemerke den Vornamen der Autoein im Nachnamen der Protagonistin!) ist Literaturprofessorin, geschieden und steht kurz vor ihrem 50. Geburtstag. Sie hat einen Liebhaber, den sie mit einem ersponnen facebook-Profil einer Frau Mitte 20 in die Ecke treibt und noch mehr virtuelle Lust entspinnt sich.
Wir als Leser kommen durch die die Gespräche mit ihrem Psychiater hinzu, Dr. Marc B, den sie nach einem Zusammenbruch konsultiert. Aber Obacht, denn sie ist zunächst die alleinige Erzählstimme und eine unzuverlässige obendrein. Daher ist fortwährend bei mir als Leserin immer ein wenig Skepsis zurückgeblieben. Was ist die ultimative Wahrheit oder spinn sie sich so manches zusammen? Der Blickwinkel verändert die Lage substanziell und verzerrt das Bild enorm.
Gut geschrieben, ein Sog von dem ich mich habe einnehmen lassen. Wirklich gute Literatur.
Fazit: Alles ganz anders und hätte anders sein können.

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