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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2024

Spannende Geheimnisse

Was der See birgt
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"Wer den Gardasee kannte, dem war klar, er war Teil der Menschen, die hier lebten."

Eine sehr abwechslungsreicher Ausflug rund um den Gardasee und eine Reise in die Geschichte und Vergangenheit.
Eine ...


"Wer den Gardasee kannte, dem war klar, er war Teil der Menschen, die hier lebten."

Eine sehr abwechslungsreicher Ausflug rund um den Gardasee und eine Reise in die Geschichte und Vergangenheit.
Eine Vergangenheit, in der italienische Geheimbünde und Freimaurerlogen eine zentrale Rolle einnehmen.

Im Hafen von Riva wird eine Leiche gefunden und aus unterschiedlichsten Beweggründen nehmen drei Personen Ermittlungen auf. Aus deren jeweiliger Sicht wird die Geschichte dann auch erzählt:
Da ist die Hauptprotagonistin Gianni Pitti-Sanbaldi, eine investigative Journalistin, die das Mordopfer sehr persönlich gekannt hat. Dann ihr Onkel, Francesco Marchese Pitti-Sanbaldi, der ganz offensichtlich viel mehr weiß als er seiner Nichte bislang erzählt hat. Und schließlich Elvira Sondrini, die als Chefredakteurin der "Messaggero di Riva" Giannis direkte Vorgesetzte und gleichzeitig eine alte Freundin des Marchese ist.

Die Ermittlungen führen sie alle tief in die Vergangenheit und Geheimnisse der Familie Pitti-Sanbaldi. Der Roman ist mit viel Spannung geschrieben und abwechslungsreich.
Die erzählte Geschichte klingt zwar sehr konstruiert, ist aber in sich logisch und nachvollziehbar schlüssig.

Etwas störrend: der Autor Lenz Koppelstätter verwendet viele, extrem kurze, oftmals nur aus einem oder zwei bis drei Worten bestehende Sätze und bringt damit leider den Lesefluss immer wieder leicht ins Stottern.

Wer Geschichten rund um mysteriöse Geheimbünde mag und wer bereit ist, sich auf viel mediterranes Gardasee Lebensgefühl einzulassen, wird mit "Was der See birgt" bestens unterhalten.

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Veröffentlicht am 09.04.2024

Unterhaltsame Fortsetzung

Die Tote am Kai (WaPo Cuxhaven 2)
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"Versuch doch, hinter die Kulissen zu gucken, um zu ergründen, warum der Mensch so ist, wie er ist."

Wer "Windstärke Tod" gelesen hat, findet sich im nunmehr zweiten Fall der WaPo Cuxhaven unmittelbar ...


"Versuch doch, hinter die Kulissen zu gucken, um zu ergründen, warum der Mensch so ist, wie er ist."

Wer "Windstärke Tod" gelesen hat, findet sich im nunmehr zweiten Fall der WaPo Cuxhaven unmittelbar zurecht. Wir treffen viele alte Bekannte wieder, zum Verständnis ist es allerdings nicht unbedingt notwendig, den ersten Teil gelesen zu haben.

Zwei Kriminal-Fälle laufen parallel nebeneinander her: zum einen der Mord an einer jungen Frau im Fährhafen und gleichzeitig der Anschlag auf einen Beamten der Wasserschutzpolizei. Zufall, oder verbindet beide Verbrechen irgendetwas miteinander? Und wieder nehmen Kriminalkommissar Victor Carvalho und zu dessen Leidwesen, erneut auch Agatha Christensen die Ermittlungen auf.

Die bekannten Charaktere sind allesamt zunehmend "erwachsener" geworden, ihre Handlungen erscheinen weitaus weniger naiv und glaubwürdiger als im ersten Band. Die erzählte Geschichte ist vielschichtig, abwechslungsreich und durchdacht. Zum Ende hin klärt sich alles logisch und nachvollziehbar auf.

Der Schreibstil wurde vom Autorenduo "Bente Storm" erneut recht eingängig und unkompliziert gewählt.
Aufgrund der überschaubar kurzen Kapitel (insgesamt sind es 52!) und der leicht verständlich gehaltenen, oft sehr humorvollen Dialoge ist der Roman schnell ausgelesen.

"Die Tote am Kai" hat mir klar besser gefallen als Teil eins und ist genau das, was es sein will: ein unterhaltsam kurzweiliger Wohlfühlkrimi mit ganz viel Nordsee Küstenflair und Lokalkolorit. Wer sich darauf einlassen mag, der kann bedenkenlos zugreifen.

Ein überraschender finaler Cliffhanger lässt auf eine geplante Fortsetzung schließen; Teil drei kommt bestimmt...

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Veröffentlicht am 27.03.2024

Teilweise optimistisch einfach

Mein ziemlich seltsamer Freund Walter
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"Unter uns: die Erde ist nicht so wahnsinnig beliebt als Reiseziel."

Die neunjährige Lisa ist anders, sie ist einsam und traurig, sucht ihren eigenen Weg im Leben. Als dann überraschend ein Außerirdischer ...


"Unter uns: die Erde ist nicht so wahnsinnig beliebt als Reiseziel."

Die neunjährige Lisa ist anders, sie ist einsam und traurig, sucht ihren eigenen Weg im Leben. Als dann überraschend ein Außerirdischer bei ihr strandet, hat sie erstmals einen Freund, mit dem sie reden kann.

In diesem Buch (geeignet für Kinder ab etwa 10 Jahren) werden einige äußerst wichtige Themen angesprochen, so unter anderem Mobbing, Depressionen, Antriebslosigkeit und Vernachlässigung durch die eigenen Eltern.

Der titelgebende Außerirdische Walter findet für Lisa offensichtlich Lösungen, aber Vorsicht: ganz so einfach ist es im wirklichen Leben wohl leider nicht immer. Die "Idiotenjungs" vom Spielplatz lassen sich von Lautstärke beeindrucken? Lehrern muss man nur recht geben, dann sind sie zufrieden und lassen einen in Ruhe? Und dass Lisas Eltern quasi über Nacht wieder in geordnete Bahnen zurückfinden, ist schön für Lisa, aber doch irgendwie ungewöhnlich und etwas realitätsfern.

Was bleibt ist eine tiefsinnige und berührende Geschichte, die sich mit ernsten Themen befasst, über die man mit Kindern in die Diskussion kommen kann. Die mit zahlreichen kleinen Details versehenen, liebevoll gezeichneten Illustrationen halten auch junge Leser gefesselt bei der Lektüre.

Das Buch kann Mut machen, offen über Missstimmungen zu sprechen und das eigene Selbstvertrauen und Selbstverständnis zu stärken.
Es bietet dabei aber wenig konkrete Handlungsvorschläge, sondern ist mehr als eine Art Diskussionsgrundlage zu verstehen.

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Veröffentlicht am 21.03.2024

Besonders und anders

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Stoff
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"Darum geht es ja: einfach drauflos, sich treiben lassen, immer wieder aufs Neue schauen, was der Tag so bringt."

Endlich wieder Irish Coffee für alle - die irgendwie etwas anderen und auf ihre eigene ...


"Darum geht es ja: einfach drauflos, sich treiben lassen, immer wieder aufs Neue schauen, was der Tag so bringt."

Endlich wieder Irish Coffee für alle - die irgendwie etwas anderen und auf ihre eigene Art besonderen Amsterdamer Hausbootdetektive ermitteln in ihrem neusten Fall. Amy Achterop benutzt auch im nunmehr dritten Ableger der Serie dieselben Zutaten die sich schon in den ersten beiden Teilen bewährt haben.
Keine Experimente: nichts wirklich Neues oder Außergewöhnliches.

In der Wahl ihrer Ermittlungsansätze und in ihrer Vorgehensweise bei der Lösung ihres aktuellen Auftrags ist das etablierte Hausboot-Ermittlerteam gleichzeitig erkennbar erwachsener und zunehmend professionell geworden. Auch wenn der Zufall weiterhin eine große Rolle spielt.
Natürlich haben auch der Hund namens Hund und das Eichhörnchen Fru Gunilla ihren nicht unerheblichen Anteil an der Aufklärung des Kriminalfalls.

Der Kriminalroman "Tödlicher Stoff" ist ein, von der Autorin erneut routiniert geschriebener und unterhaltsamer Wohlfühlkrimi. Die Geschichte nimmt mitunter Bezug auf die ersten beiden Krimiteile, die man zum Verständnis aber nicht zwingend kennen muss; idealerweise sollte man aber den aktuellen Ableger erst im Anschluss an die beiden Vorgänger lesen.

Die verschiedenen Handlungsstränge finden übersichtlich schnell zueinander, irgendwie hängt doch alles zusammen. Die Geschichte an sich klingt zwar (wahrscheinlich gewollt) konstruiert, ist aber ebenso durchdacht und hat neben den Detektiven diesmal einige weitere skurille Neben-Charaktere zu bieten.
Es hat unterhaltsam Spaß gemacht dieses Buch zu lesen.
Die auf besondere Weise liebenswerten Ermittler überzeugen erneut durch ihre als unkonventionell zu bezeichnenden Art der Ermittlung.
Der Fall hat überschaubar wenige wirklich spannende Momente, ganz eindeutig stehen wieder die Protagonisten selbst und ihr sympathischer und wertschätzender Umgang miteinander, im eigentlichem Fokus der Erzählung.

Der verwendete Schreibstil ist gewohnt eingängig, das Buch somit zügig zu lesen. Viel zu schnell ist daher der Trip nach Amsterdann dann auch schon wieder vorüber, aber mit den "Tödlichen Farben" ist bereits das Erscheinen des nächsten Serienteil in nur wenigen Monaten konkret angekündigt.

Ich bin dann wieder dabei!

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Veröffentlicht am 06.03.2024

Erwartungen erfüllt

Verborgen
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"Diese alltäglichen Dinge, die ihn manchmal nervten, schienen plötzlich unwichtig."

Wer die ersten beiden Bände der Island-Krimireihe von Eva Björg Ægisdóttir gelesen hat, findet sich auch im dritten ...


"Diese alltäglichen Dinge, die ihn manchmal nervten, schienen plötzlich unwichtig."

Wer die ersten beiden Bände der Island-Krimireihe von Eva Björg Ægisdóttir gelesen hat, findet sich auch im dritten Teil "Verborgen" in Arkanes unvermittelt und schnell wieder zurecht.
Die Hauptprotagonisten sind allesamt bestens bekannt; ihr Privatleben spielt im aktuellen Serienteil diesmal eine zunehmend größere Rolle.

Das Erzähl-Tempo ist, wie aus den Vorgängern gewohnt, eher gemächlich, das Spannungsniveau bleibt dabei deutlich überschaubar. Die Geschichte war für mich von Anfang an in weiten Teilen vorhersehbar, viele unerwartete Überraschungen oder Storywendungen gibt es nicht. Und vielleicht auch gerade deshalb hat die Lektüre mich entspannt unterhalten können.

Das Buch ist größtenteils aus der Sicht der Ermittlerin, Kommissarin Elma geschrieben. In kursiver Schreibweise sind aber regelmäßig Rückblenden eingestreut, in denen das Au-pair-Mädchen Lise die Geschehnisse aus ihrer Sicht schildert. Das sorgt für viel Abwechslung ist aber gleichzeitig auch flüssig zu lesen.

Der Schreibstil der Autorin ist durchweg angenehm, sie schafft es, Akranes sehr atmosphärisch bildhaft und lebendig zu beschreiben.
Elma ist, in ihrer Rolle als Kommissarin aber auch als Privatperson, wieder sehr sympathisch charakterisiert, ihre Fähigkeit Zusammenhänge aber auch Unstimmigkeiten zu erkennen, zeichnet sie aus.

Die Anzahl an handelnden Charakteren ist stets übersichtlich, trotzdem ist das Personenregister am Ende des Buches, aufgrund der ungewohnt klingenden isländischen Namen, hilfreich.

Ich hoffe, dass auch ein vierter Teil folgen wird und ich bald wieder nach Akranes zurückkehren kann.

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