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Veröffentlicht am 19.04.2024

Erinnerungen

Mühlensommer
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„Man weiß nie, wo es hingeht im Leben, aber man weiß immer, wo man herkommt.“

Martina Bogdahn stammt von einem Einödhof in Mittelfranken, genauer gesagt von der Mäusleinsmühle bei Pleinfeld. Dort wird ...

„Man weiß nie, wo es hingeht im Leben, aber man weiß immer, wo man herkommt.“

Martina Bogdahn stammt von einem Einödhof in Mittelfranken, genauer gesagt von der Mäusleinsmühle bei Pleinfeld. Dort wird seit einigen Jahren wieder ganz traditionell Brot gebacken. Klingt romantisch und idyllisch, möchte man meinen. Ist es bestimmt auch. Aber als Kind hat Martina das nicht immer so empfunden. Damals gab es noch Landwirtschaft mit Tieren am Hof. Und die wollten versorgt werden. Sommer wie Winter. Das hieß, Urlaube waren für die Familie nicht drin. Wer sollte sich sonst um den Hof kümmern? Auch direkte Nachbarn gab es keine, sodass man meist nur mit seinen Geschwistern spielen konnte.
Für Martina stand als Kind fest, wenn sie erwachsen ist, will sie in der Stadt leben „in einer Straße, in der es keinen einzigen Baum gibt“.
Heute wohnt die Autorin in München und arbeitet als Fotografin. Aber die Mäusleinsmühle und ihre Familie besucht sie, so oft es geht. Jetzt hat sie, wie schon erwähnt, ein Buch geschrieben.

Die Protagonistin heißt Maria, ist alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern und ziemlich gestresst.
In der Lektüre begleiten wir sie ein Jahr lang als Kind, und gleichzeitig erleben wir ein Wochenende mit der erwachsene Maria. Sie musste spontan am Hof anreisen, da ihr Vater einen Unfall hatte und nun Hilfe gebraucht wurde.
Zwischen diesen beiden Erzählsträngen springen wir immer wieder hin und her, bekommen heitere Anekdoten mit, aber auch vieles, was nachdenklich stimmt, werden wir erfahren.

Martina Bogdahn hat einen großartigen Roman mit autobiografischen Zügen geschrieben über eine Jugend auf dem Land und eine Flucht in die Stadt.
Ich war ab der ersten Seite in der Geschichte drin und wurde richtig mitgerissen. Und ich bin sehr, sehr begeistert und kann nur sagen, lest dieses Buch!

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Veröffentlicht am 03.04.2024

Roman über die Filmwelt

Tahara
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„Tahara“ von Emanuel Bergmann - was für ein starkes Buch!
Eine „amour fou“ zwischen dem Filmkritiker Marcel Klein und der attraktiven, geheimnisvollen Héloïse. Beide begegnen sich in Cannes während des ...

„Tahara“ von Emanuel Bergmann - was für ein starkes Buch!
Eine „amour fou“ zwischen dem Filmkritiker Marcel Klein und der attraktiven, geheimnisvollen Héloïse. Beide begegnen sich in Cannes während des Filmfestivals zum ersten Mal, lernen sich näher kennen, begehren und streiten sich leidenschaftlich.

Für mich war es das erste Buch des Autors.
Anfangs empfand ich eine Distanz zu der Geschichte, zu Marcel und zu Héloïse. Aber diese Distanz war schnell überwunden, und dann hatte mich die Story gepackt und begeistert. Und ich habe mit den beiden Hauptpersonen gelacht und gelitten. Habe die Sonne und die Wärme des Südens gespürt, war gefühlt selbst vor Ort in Südfrankreich an der Côte d’Azur.
Ein wunderbarer Roman über die (verrückte) Filmwelt und über die Liebe und das Leben. Großartig geschrieben. Sehr stark!

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Veröffentlicht am 21.02.2024

Tief gehend und sehr bewegend

Leuchtfeuer
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„Alles ist miteinander verbunden. Kein Anfang und kein Ende.“

August 1985 in einem Vorort von New York. Eine Nacht, die alles verändert. Sarah Wilf ist 17, ihr Bruder Theo 15. Gemeinsam mit ihrer Freundin ...

„Alles ist miteinander verbunden. Kein Anfang und kein Ende.“

August 1985 in einem Vorort von New York. Eine Nacht, die alles verändert. Sarah Wilf ist 17, ihr Bruder Theo 15. Gemeinsam mit ihrer Freundin Misty Zimmermann sind sie nachts mit dem Auto unterwegs. Theo fährt, obwohl er das noch nicht darf. Sarah, nicht mehr nüchtern, sitzt auf der Rückbank, Misty auf dem Beifahrersitz. Es kommt zu einem folgenschweren Unfall. Danach ist nichts mehr wie es war.
Wir springen 25 Jahre weiter - Dezember 2010. Der 10-jährige Waldo Shenkman lebt mit seinen Eltern im Haus gegenüber der Familie Wilf in der Division Street. Er ist anders, als die Kinder in seinem Alter. Einen Freund findet er in Dr. Ben Wilf. Mit ihm kann er philosophieren und über das reden, was ihn fasziniert, die Astronomie.
Wir sind dabei und hören allen zu.
Zusammen mit den Menschen in der Geschichte reisen wir durch mehrere Jahrzehnte, immer wieder hin und her. Und wir erfahren von Ereignissen, die totgeschwiegen werden. Geheimnisse, die die Menschen belasten, verändern und an denen sie fast zugrunde gehen.

„Leuchtfeuer“ wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Alle aus den Familien Wilf und Shenkman bekommen eine Stimme. Und jede Stimme berührt auf ihre eigene, ganz besondere Art.
Dani Shapiros Roman ist mitreißend und sehr bewegend erzählt. Die Lektüre lässt sich wunderbar leicht lesen und ist doch so tiefgründig.
Ein stimmiges Buch, das durch das schöne Cover perfekt abgerundet wird.
Für mich ist „Leuchtfeuer“ ein Highlight am Bücherhimmel. Daher gibt’s von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.02.2024

Ein richtiger Pageturner

Die Halbwertszeit von Glück
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„In der Physik ist die Halbwertszeit die Zeitspanne, in der sich die Menge eines bestimmten Stoffes um die Hälfte reduziert.“
Und wie verhält sich das bei Glück?

Mylène, 2019 in Paris,
Johanna, 1987 in ...

„In der Physik ist die Halbwertszeit die Zeitspanne, in der sich die Menge eines bestimmten Stoffes um die Hälfte reduziert.“
Und wie verhält sich das bei Glück?

Mylène, 2019 in Paris,
Johanna, 1987 in der DDR,
Holly, 2003 in Los Angeles

Drei Frauenschicksale auf drei Zeitebenen:
Eine von ihnen steht kurz vor der Hochzeit, als ein Brief sie völlig aus dem Gleichgewicht bring. Die andere lebt alleine und zurückgezogen in einer Datsche. Als sie im Wald eine verletztes 17-jähriges Mädchen findet, gerät auch ihr Leben aus den Fugen und das nicht zum ersten Mal. Und die dritte wird durch ein Unglück, für das sie sich die Schuld gibt, ebenfalls völlig aus der Bahn geworfen.

So wie mich das bunte Cover dieses Buches sofort angesprochen hat, dazu noch dieser besondere Titel, so haben mich dann auch die Leseprobe und letztendlich das gesamte Buch gepackt.
„Die Halbwertszeit von Glück“ ist absolut fesselnd erzählt. Lange hat mich kein Schmöker mehr so in seinen Bann gezogen.
Die Sprünge zwischen den drei Zeitebenen sind sehr geschickt gemacht, sodass jedes Kapitel immer spannend endet und man nicht aufhören möchte zu lesen.
Jede der drei Frauen hat ein bewegendes Schicksal, und zusammen ergibt alles eine großartige Geschichte.

Louise Pelt ist das Pseudonym der Autorin Lucy Astner. Sie schreibt Drehbücher und Kinderbücher - und hoffentlich bald wieder so einen wunderbaren Roman wie diesen hier.
Ich wünsche der Lektüre, dass sie ganz viel Aufmerksamkeit bekommt und von vielen Buchbegeisterten gelesen wird. Ein wirklich richtig guter Schmöker, der bei mir - trotz der über 400 Seiten - leider viel zu schnell zu Ende war.
Ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.01.2024

Bewegend und beeindruckend

Das späte Leben
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Was macht man, wenn einem nicht mehr viel Zeit bleibt? Nimmt man den Aufzug oder die Treppe?

Martin Brehm, Mitte 70, Professor für Rechtswissenschaften im Ruhestand, erfährt, dass er unheilbar krank ist.

Wieviel ...

Was macht man, wenn einem nicht mehr viel Zeit bleibt? Nimmt man den Aufzug oder die Treppe?

Martin Brehm, Mitte 70, Professor für Rechtswissenschaften im Ruhestand, erfährt, dass er unheilbar krank ist.

Wieviel Zeit ihm noch bleiben wird? Er weiß es nicht genau. Vielleicht sind es nur noch ein paar Wochen, höchstens aber ein paar Monate. Zurücklassen wird er seine junge Frau Ulla und ihren gemeinsamen Sohn David. Dieser ist erst sechs und geht noch in den Kindergarten.
Martin stellt sich viele Fragen. Wie nutzt man die Zeit, die einem noch bleibt? Was kann er seinem Sohn hinterlassen? Wie wird das Leben von Ulla und David ohne ihn aussehen?

Bernhard Schlink schreibt in seinem Roman „Das späte Leben“ sehr behutsam und gefühlvoll über den letzten Lebensabschnitt, über das Sterben und den Tod. Es ist eine ruhige Lektüre. Eine Geschichte, die berührt, die zum Nachdenken anregt und die lange nachhallt.

Ein Lesehighlight. Absolut empfehlenswert!

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