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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2017

Großartige Geschichte

Drachenreiter – Die Vulkan-Mission
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Ich kenne die Geschichte der Drachenreiter noch nicht, konnte aber diesem Hörspiel (Hörbuch?) nicht widerstehen. Das Cover fand ich so unheimlich süß und der Umschlag ist so toll gestaltet.
Das Hörbuch ...

Ich kenne die Geschichte der Drachenreiter noch nicht, konnte aber diesem Hörspiel (Hörbuch?) nicht widerstehen. Das Cover fand ich so unheimlich süß und der Umschlag ist so toll gestaltet.
Das Hörbuch selbst habe ich einem Rutsch durchgehört

Mein erster Gedanke bei den ersten Takten der Titelmelodie:
Wie genial ist das denn?!
Ohne Scherz, allein die Titelmelodie hab ich so gefeiert, meine gute Laune ging sofort bergauf. Der Song macht eine tolle Stimmung und richtig Lust auf die Geschichte.

Neben den Soundeffekten verleihen die verschiedenen Sprecher der Geschichte eine wunderbare Magie. Durch die unterschiedlichen Stimmen bekommen die Charaktere sehr viel Charme und wirken so lebhaft, als stünden sie direkt neben mir. Ich konnte sie sehr ins Herz schließen.
Auch ohne Vorkenntnisse ist die Geschichte einfach zu verstehen und die Charaktere lassen sich mit der Zeit auch gut zuordnen. Schon bald meint man sie schon ewig zu kennen.

"Die Vulkan-Mission" ist ein süßer, fesselnder und auch spannender Roman und unterhält nicht nur Kinder. Ich habe die 90 Minuten sehr genossen und freue mich schon weitere Geschichten der Drachenreiter kennen zu lernen.
Dies ist definitiv eines der schönsten Kinderhörbücher, die ich bisher hören durfte.

Veröffentlicht am 20.10.2017

Stärke liegt in jedem

Wunder
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Als ich den Trailer zum Film zufällig auf Facebook entdeckt hatte, war klar, diese Geschichte muss ich kennenlernen. Da der Film erst im November auf englisch erscheint und der deutsche Termin noch nicht ...

Als ich den Trailer zum Film zufällig auf Facebook entdeckt hatte, war klar, diese Geschichte muss ich kennenlernen. Da der Film erst im November auf englisch erscheint und der deutsche Termin noch nicht genau feststeht, war nun die Gelegenheit das Buch zu lesen.

Der Klapptext fasst den Inhalt schon sehr gut zusammen. Der Protagonist August, auch Auggie genannt, hatte es nie leicht im Leben. Aufgrund einer Kombination von Gendefekten ist sein Gesicht entstellt, auch mehrere Operationen konnten daran nichts ändern.
Nun steht der nächste große Schritt in seinem Leben an: Er soll auf eine normale Schule gehen.
Doch wie man schon ahnen kann, wird dieser Weg nicht leicht. August muss sehr mit Vorurteilen kämpfen. Ich glaube jeder weiß, wie furchtbar gemein und grausam Kindern sein können, hier wird es sehr verdeutlicht. Auggie gibt sich sehr viel Mühe "normal" zu wirken. Er ist nicht behindert oder dumm, er sieht einfach nur besonders aus. Trotzallem meiden ihn die Leute. Doch zaghaft entwickeln sich Freundschaften und August kann neuen Mut fassen. Welche Abenteuer er dabei erlebt solltet ihr selbst lesen.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichten erzählt. So kommen unter anderem Via, Augustus Schwester, oder Jack, ein Freund von Augustus, zu Wort und erzählen ihre Version der Geschichte in wenigen Kapiteln.
(Hierbei muss ich anmerken, dass eine "Version" der Beteiligten ohne jedliche Großschreibung verfasst wurde. Der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht und empfand es als unangenehm. Diese Schreibweise bezieht sich aber ausschließlich auf diese Kapitel und nicht den Rest des Buches)

Raquel J. Palacio hat einen schönen Schreibstil. Gerade die verschiedenen Charaktere werden glaubwürdig beschrieben. Die Autorin schönt nichts, sie zeigt wie der Umgang mit "andersartigen" oft in der Gesellschaft ist. Nicht immer sind alle nett und rücksichtsvoll. Nein, es wird gegafft und gelästert. Augustus tat mir oft sehr leid. Aber auch wenn er oft niedergeschlagen war, blieb er ein Kämpfer und dafür bewundere ich ihn so sehr.

Ebenfalls besonders schön, fand ich die Maximen (Mottos), die Augusts Lehrer jeden Monat verfasste. Diese sind am Ende des Buches nochmal aufgeführt. Ebenso haben alle Schüler der Klasse ihre eigenen Maximen erstellt. Einige davon fassen den Verlauf der Geschichte sehr gut in einem Satz zusammen.

Besonders gefallen haben mir:

Freundliche Worte kosten nicht viel. Und doch erreichen sie viel.
(Blaise Pascal)

Jeder Mensch auf der Welt sollte zumindest ein Mal Standing Ovations bekommen, denn wir alle überwinden die Welt.
(Auggie)


Mein Fazit: "Wunder" ist ein wundervolles Buch über einen jugen und außergewöhnlichen Kämpfer. Obwohl er es nie einfach hatte verlässt ihn nicht sein Mut. Es war großartig seine Geschichte kennen zu lernen.
Es gibt eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 19.10.2017

Großartig!

Scythe – Die Hüter des Todes
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Als ich dieses Cover gesehen habe, war mein einziger Gedanke: "Das muss ich haben!!". Die Figur und der Metallic-Look: Wahnsinn! Der Blick auf meinen SUB hat mich allerdings abgehalten es sofort zu bestellen. ...

Als ich dieses Cover gesehen habe, war mein einziger Gedanke: "Das muss ich haben!!". Die Figur und der Metallic-Look: Wahnsinn! Der Blick auf meinen SUB hat mich allerdings abgehalten es sofort zu bestellen. Doch schon am gleichen Abend konnte ich nicht anders und habe es geholt. Beste Entscheidung! Schon der ein Einstieg war so fesselnd, wie ich es schon lange nicht mehr hatte. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen (ich weiß, das sage ich öfters, aber hier war es wirklich magisch).
Mir fällt es so schwer dieses Buch in Worte zu fassen, ich fand es einfach hammer!
Allein die dystopische Welt fand ich faszinierend. Es gibt weder Krankheit noch Tod. Wer sich körperlich zu alt fühlt, kann sich einfach wieder verjüngern lassen. Wer durch einen Unfall schwerverletzt wurde, kann sich in einem Zentrum wieder herstellen lassen. Alles überhaupt kein Problem. Doch wenn Menschen geboren werden, aber nie sterben, werden die Städte irgendwann überfüllt sein. Deshalb wurden die Scythe geschaffen, sie stehen über dem Gesetz und haben nur eine Aufgaben: Menschen auszulesen. Das ganze System der Scythe ist wirklich faszinierend, wie sie funktionieren und nach welchen Regeln sie leben. Die Rangordnung und die unterschiedlichen "Menschen" hinter der Kutte. Es ist eine ganz eigene Welt, die ich so in noch keinem anderen Buch gefunden habe.

Neben der außergewöhnlichen Welt gibt es unheimlich viele außergewöhnliche Charaktere in der Geschichte. Alle sehr gut durchdacht und durch besondere Charakterzüge ausgezeichnet.
Im Vordergrund stehen natürlich die Protagonisten Citra und Rowan. Die Geschichte wird aus beider Sichten erzählt und gibt dadurch einen sehr guten Einblick in die unterschiedlichen Leben der beiden.
Citra ist die Ehrgeizige. Alles was sie tut ist durchdacht und hat einen Sinn. Sie ist weniger impulsiv und verfolgt stehts ihre Ziele. Sie wirkt manchmal etwas streberhaft, aber ich mochte sie trotzdem sehr gerne.
Rowan ist der emotionalere Charakter. Er ist manchmal etwas Macho und bevormundet Citra mit seinen Entscheidungen. Aber auch er ist ein Kämpfer und verfolgt hartnäckig seine Ziele, dabei stellt er sich oft selbst zurück.
Zwischen den beiden ist immer wieder eine Spannung zu spüren, sie mögen sich sehr, wollen es sich aber nicht eingestehen. Und obwohl immer wieder eine Liebesgeschichte durchblitzt, bleibt sie stehts im Hintergrund. Ich liebe diese Kombination.

Band 1 der Scythe-Reihe ist von Anfang bis Ende super spannend und fesselnd. Auf 513 Seiten kommt nie Langeweile oder ein Tief auf. Ich kann es kaum erwarten wie es weiter geht.
Dieses Buch könnte der Anfang einer großen Liebe werden.

Veröffentlicht am 05.09.2017

Leben oder Sterben? Stimmen sie heute ab

Marthas Widerstand
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Cover und Klapptext zu "Marthas Widerstand" fand ich von Anfang an interessant, aber nicht so besonders, um es sofort zu kaufen. Dank einer Leserunde bei Lesejury, bei der ich dieses Buch als Rezensionsexemplar ...

Cover und Klapptext zu "Marthas Widerstand" fand ich von Anfang an interessant, aber nicht so besonders, um es sofort zu kaufen. Dank einer Leserunde bei Lesejury, bei der ich dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten habe, konnte ich die Geschichte endlich lesen.

Und was soll ich sagen: Ich fand es großartig.

Leider fällt es mir auch gerade deswegen so schwer, meine Meinung in Worte zu fassen.

Die Geschichte wird in verschiedene Abschnitte unterteilt: Zelle 1 bis 7 und aus verschiedenen Sichten erzählt: unter anderem Martha, Psychologische Betreuung & Death is Justice.


Martha sitzt im Gefängnis und in 7 Tagen wird sie höchstwarscheinlich hingerichtet. Das junge Mädchen hat etwas Unfassbares getan, sie hat eine berühmte und verehrte Persönlichkeit ermordet. "Eiskalt und skrupellos", so sehen es die Medien. Martha hat längst gestanden und eigentlich wäre der Fall damit abgeschlossen. Doch etwas ist seltsam an der Geschichte und Martha schweigt beharrlich. Kaum jemand möchte an ihre Unschuld glauben, doch irgendwann kommen jemanden Zweifel und nicht nur ihr Fall, sondern das gesamte Rechtssystem wird in Frage gestellt.


Dieses "Rechtssystem", man kann es kaum so nennen, hat mich besonders fasziniert und schockiert. Richter wurden abgeschafft, nachdem die falschen Leute freigesprochen wurden. Nun kann jeder über das Schicksal eines Verbrechers entscheiden: Das Volk stimmt ab. Per SMS. Oder per Anruf.

7 Tage hat die Gesellschaft Zeit ihr Urteil zu fällen. 7 Tage, in dem der Täter leiden muss. 7 Tage, 7 verschiedene Zellen, eine schlimmer als die andere. Der einzige Kontakt: eine psychologische Betreuerin.

Dieses System ist mehr als fragwürdig, doch es kommt noch schlimmer:

Die Fernsehshow "Death is justice".

Eigentlich sollte sie Fakten liefern, aber im Grunde wird der Zuschauer nur manipuliert. Es werden Aussagen gekauft, verdreht oder geschnitten. Alles, damit ein Ziel erreicht wird: Die Verurteilung oder Freisprechung einer bestimmten Person.

Als ich dieses Szenen gelesen habe, wurde ich regelmäßig stinksauer. Ich hätte die Moderatorin am liebsten erwürgt. So eine falsche Person... Die Abschnitte waren schlimm für mich zu lesen, aber auch unheimlich wichtig für die Geschichte. Medien können manipulieren ohne dass wir es merken. Ein klarer Beweis.


Man ahnt schon zu Beginn, dass etwas seltsam an Marthas Geschichte ist, doch bis zum Ende muss der Leser warten. Man spekuliert und kombiniert, es bleibt spannend bis zum Schluss.

Das Ende gefiel mir sehr gut, die Ereignisse überschlagen sich, ein Schockmoment jagt den anderen. Ich möchte nichts genaueres verraten, aber ich hoffe, dass es einen zweiten Teil geben wird!


Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Ich habe das Buch verschlungen und es hat mich einfach überzeugt. Es ist mir eine Höchstwertung wert ?


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Originalität
  • Spannung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.07.2017

Grandioses Hörbuch

HELIX - Sie werden uns ersetzen
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as wäre, wenn deine Kinder besser als andere Kinder sein könnten. Wenn du dir für sie besondere Talente aussuchen und ihnen ihre Laufbahn praktisch in die Wiege legen könntest, würdest du es tun? Wären ...

as wäre, wenn deine Kinder besser als andere Kinder sein könnten. Wenn du dir für sie besondere Talente aussuchen und ihnen ihre Laufbahn praktisch in die Wiege legen könntest, würdest du es tun? Wären diese Kinder besonders beneidenswert oder eher zu bemitleiden? Eine sehr schwierige Frage, denn den Ausgang dieser Entscheidung, den massiven Eingriff in die Natur, kann niemand vorher sagen.
Dieses Hörbuch war wirklich wahnsinnig faszinierend. Die knapp 13h haben mir zunächst etwas Angst gemacht, aber ich war von Anfang bis Ende gefesselt und wäre am liebsten komplett mit Haut und Haar in die Geschichte eingetaucht.
"Helix" wird in zwei Zeitabschnitte unterteilt, zum einen die Zeit als Helen und Greg mit dem Gedanken "Kinderwunschklinik" spielen, zum anderen die Zeit danach.
Marc Elsberg zeigt eine zunächst traumhaftschöne Welt: Kinder, die hochbegabt und so geformt sind wie es sich ihre Eltern wünschen. Keine schiefe Nasen, keine Einschränkungen, keine grauenhaften Stimmen und Nieten in Mathe, all dies ist möglich wenn man es nur will, und dementsprechend zahlt. Doch was steht wirklich auf dem Spiel?
Der Leser/Hörer bekommt ihr verschiedene Sichten vermittelt, als Elternteil, als Wissenschaftler, als Politiker, aber auch als eines dieser besonderen Kinder. Nicht alles was wunderbar klingt muss auch wunderbar sein.
Ein Thema hat mich besonders zum Nachdenken angeregt: Taube Eltern wünschen sich oft taube Kinder, weil sie sich mit ihnen verbundener fühlen. "Skandal" schreien die einen, "Kindern eine Behinderung zu wünschen ist unmöglich". Doch ist ein Tauber wirklich "behindert"? Würde man ihm einfach ins Gesicht sagen "Ich bemitleide dich"? Oder ist er nicht viel mehr ein normaler Mensch wie du und ich, der einfach nur nicht hören kann? Wann ist eine Einschränkung / Andersartigkeit wirklich eine Behinderung? Ein schwieriges Thema. Ebenfalls ein Diskussionspunkt: Muss man "besondere" Kinder anders behandeln als "normale"? Diskriminiert man nicht früher oder später eine Gruppe davon? Wird Intelligenz und Schönheit jetzt eine Frage des Geldes? Wo beginnt die Manipulation und wo liegen ihre Grenzen?
Ich könnte stundenlang darüber nachdenken. Wen solche Themen ebenfalls interessieren, der sollte unbedingt zu "Helix" greifen.

Es gibt eine eindeutige Leseempfehlung / Hörempfehlung von mir!