Zwischen Licht und Schatten der ersten Liebe
Sunburn„Sunburn“ ist ein still intensiver Roman, der sich leise, aber eindringlich entfaltet. Die Geschichte rund um das Aufwachsen, das Sich-Finden und das Sich-Verlieren ist atmosphärisch dicht erzählt und ...
„Sunburn“ ist ein still intensiver Roman, der sich leise, aber eindringlich entfaltet. Die Geschichte rund um das Aufwachsen, das Sich-Finden und das Sich-Verlieren ist atmosphärisch dicht erzählt und überzeugt vor allem durch die emotionale Ehrlichkeit der Figuren. Auch wenn manche Entscheidungen der Protagonistin zunächst schwer nachvollziehbar erscheinen, gelingt es der Autorin, sie im Verlauf in einen Kontext zu setzen, der berührt - insbesondere gegen Ende hin.
Der Schreibstil ist insgesamt sehr gelungen: bildhaft, sensibel und oft sehr poetisch. Er verleiht der Geschichte eine besondere Intimität und transportiert die inneren Spannungen glaubhaft. Einziger Wermutstropfen: Einige der sprachlichen Bilder, die das Begehren und die Sehnsucht darstellen sollen, wirkten auf mich überzogen und an manchen Stellen fast unangenehm - eine Geschmackssache, die zum Glück nicht zu häufig auftaucht und den Gesamteindruck kaum schmälert.
Was „Sunburn“ letztlich auszeichnet, ist seine emotionale Tiefe. Der Roman zeigt, wie Liebe, Identität und gesellschaftliche Erwartungen miteinander ringen können - besonders im Kontext von Jugend und Herkunft. Es ist eine Geschichte, die nachwirkt, ohne laut zu sein.