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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2025

Spannend und atmosphärisch

Schattengrünes Tal
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Gesendet mit der mobilen Mail App

Lisa arbeitet für einige Stunden in der Woche im familiengeführten, inzwischen schon ziemlich heruntergekommenen Hotel „Zum alten Forsthaus“ in der Buchhaltung. Sie würde ...

Gesendet mit der mobilen Mail App

Lisa arbeitet für einige Stunden in der Woche im familiengeführten, inzwischen schon ziemlich heruntergekommenen Hotel „Zum alten Forsthaus“ in der Buchhaltung. Sie würde es gerne übernehmen und sanieren, doch ihr sturer Vater Carl wartet immer noch, dass sein Sohn Felix, der keinerlei Interesse an dem Hotel hat, zurück kehrt und die Führung übernimmt.
Als sich eines Tages die hilflos und verloren wirkende Daniela im Hotel einquartiert, löst das eine Kette unvorhergesehener und teilweise dramatischer Ereignisse aus.

Kristina Hauff erzählt diese Geschichte aus den Perspektiven von Lisa, Simon, Margret und Carl aus. Durch die wechselnden Perspektiven wird Spannung aufgebaut und Dynamik erzeugt. Wir lernen nach und nach die unterschiedlichen Charaktere und deren Sichtweise kennen. Nur Daniela wird von außen betrachtet, wodurch verschiedene Facetten von ihr sichtbar werden. Ihre Wirkung auf andere Menschen hat mich allerdings manchmal erstaunt und alles konnte ich auch nicht komplett nachvollziehen (z.B. ihre Rolle im Chor).

Die Geschichte beginnt langsam, doch nach und nach entsteht eine bedrückende Atmosphäre und schon bald beginnt man zu ahnen, dass Daniela nicht so hilfsbedürftig ist, wie sie vorgibt zu sein. Der bildhafte und flüssige Schreibstil trug dazu bei, dass ich in einen Lesesog gezogen wurde, dem ich mich nur schlecht entziehen konnte, so dass ich das Buch nur ungern zur Seite gelegt habe.

Lange gehegte Geheimnisse werden aufgedeckt, Ungesagtes ausgesprochen und das eigene Leben und Tun hinterfragt.

Wie nebenbei werden auch wichtige Themen, wie die Natur und ihre Veränderung durch den Klimawandel angesprochen, was mir gut gefallen hat.

Das Ende war mir dann allerdings zu abrupt, da fehlte mir was.

Fazit: Ein fesselnder Roman über zwischenmenschliche Beziehungen, Lebenslügen, Familienbande und Manipulation.

Veröffentlicht am 23.05.2025

Fesselnd und gut konstruiert

Der dunkle Sommer
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Verwinkelte Gassen, flirrende Hitze, ein Dorf, in dem die Zeit stehen geblieben ist. In Botigalli gibt es Häuser für nur einen Euro. Ein verlockendes Angebot - und eine Falle. Denn wer hier einzieht, kauft ...

Verwinkelte Gassen, flirrende Hitze, ein Dorf, in dem die Zeit stehen geblieben ist. In Botigalli gibt es Häuser für nur einen Euro. Ein verlockendes Angebot - und eine Falle. Denn wer hier einzieht, kauft mehr als nur Mauern. Er kauft die Geheimnisse, die darin wohnen. Auch die dunklen.


Meine Meinung: Vera Buck erzählt diese Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven. Da ist zum einen Tilda. Die Halbitalienerin aus Deutschland ist Architektin und will ein traumatisches Erlebnis, an dem sie sich schuldig fühlt, verarbeiten und kauft deshalb in dem verlassenen Geisterdorf Botigalli im Hinterland Sardiniens ein Haus für nur einen Euro, um es selbst zu restaurieren und dort einzuziehen - trotz versprenkelter dunkler Flecken und Einschusslöchern in den Wänden.
Zum anderen ist da Enzo. Der Journalist will ein Buch über Botigalli und die Entführungen, mit denen das Dorf in der Vergangenheit in Zusammenhang gebracht wurde, schreiben. Dazu interviewt er regelmäßig, doch relativ erfolglos den letzten Einwohner, den alten gebrechlichen Silvio.
Von der 17jährigen Franka , die mit ihrer Familie und ihren Freunden in Botigalli lebt, erfahren wir nach und nach in Rückblicken in das Jahr 1982, was sich Schreckliches in dem Dorf zugetragen und dazu geführt hat, dass es nun seit über 40 Jahren verwaist ist.
Der Schreibstil von Vera Buck ist lebendig, bildhaft und mitreißend und ich habe das Buch nur sehr ungern zwischendurch zur Seite gelegt, auch wenn sich die Spannung nur langsam aufbaut. Die Idee dieser Geschichte hat mir richtig gut gefallen, ich hätte mir aber bei den Kapiteln in der Gegenwart - schon allein wegen des tollen und geheimnisvollen Settings - noch mehr Spannung und Grusel gewünscht und auch mehr über das Haus, das Dorf und den Wald gelesen. Frankas Geschichte fand ich sehr gut aufgebaut und auch spannend. Nach und nach verknüpfen sich die drei Erzählstränge geschickt miteinander und es gibt noch einige Überraschungen. Enzos Handlungen gegen Ende des Buches fand ich leider wenig glaubwürdig und überzeugend.
Trotz kleiner Kritikpunkte habe ich „Der dunkle Sommer“ sehr gerne und auch in kürzester Zeit gelesen.

Veröffentlicht am 25.09.2024

Rasant und spannend

Eulenschrei
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Wieder einmal hat Max Bentow es geschafft, mich mit seinem neuen Thriller in Atem zu halten. „Eulenschrei“ ist spannend, grausam und bizarr - und ungeheuer fesselnd. Durch die einfache Sprache mit den ...

Wieder einmal hat Max Bentow es geschafft, mich mit seinem neuen Thriller in Atem zu halten. „Eulenschrei“ ist spannend, grausam und bizarr - und ungeheuer fesselnd. Durch die einfache Sprache mit den meist kurzen Sätzen, sowie dem hohen Spannungsbogen, hatte ich das Buch viel zu schnell durchgelesen.
Charlotta Weiss, die Nils schon in dem Fall „Engelsmädchen“ unterstützt hat, gefällt mir sehr gut. Meiner Meinung nach bringt sie wieder etwas mehr Schwung in die Reihe. Sie ist Kriminalpsychologin und arbeitet inzwischen offiziell in Nils Team bei der Polizei. Sie kann die Mikromimik der Menschen lesen, was besonders bei Verhören sehr von Vorteil ist. Zudem besitzt sie die außergewöhnliche Sensibilität, sich in die Psyche des Täters hineinzuversetzen. Dies veranlasst sie oft zu Alleingängen und ihre ungewöhnliche Ermittlungsmethoden sind oft äußerst riskant. Charlotta und Nils Trojan sich ein tolles Team, und Charlotta - eigentlich eine Einzelgängerin - wirkt in diesem Fall deutlich angepasster, als im Vorgänger-Band. Bei den beiden gibt es kein Kompetenzgerangel, sondern sie arbeiten gut zusammen.
Die Mordfälle sind grausam und sehr speziell - ganz wie vom Autor gewohnt. Der Täter schlägt mehrmals zu und immer nimmt er etwas vom Körper seines Opfers mit und lässt sein „Markenzeichen“ da.

Fazit: Ein fesselnder Thriller mit einem hohen Tempo und sehr gut gezeichneten Protagonisten.

Veröffentlicht am 27.04.2024

Gelungener 2. Teil

Hildur – Das Grab im Eis
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„Hildur - Das Grab im Eis“ ist bereits der zweite Fall für die isländische Polizistin Hildur. Der Kriminalfall ist zwar in sich abgeschlossen, aber die Geschichte um Hildurs Schwestern beginnt schon im ...

„Hildur - Das Grab im Eis“ ist bereits der zweite Fall für die isländische Polizistin Hildur. Der Kriminalfall ist zwar in sich abgeschlossen, aber die Geschichte um Hildurs Schwestern beginnt schon im ersten Teil und wird hier weitergeführt.
Hildur wird wieder unterstützt von ihrem finnischen Kollegen Jakob, der bei der isländischen Polizei ein Praktikum macht. Beide Ermittler mag ich sehr gern, wobei Hildur die deutlich größere Rolle in diesem Buch spielt.
Neben dem aktuellen Fall - dem Mord an dem Politiker - und den Ermittlungen dazu, erzählt Satu Rämö in Rückblicken aus der Sicht von Rakel (Hildurs Mutter) von den Geschehnissen vor und nach dem Verschwinden der Schwestern Björk und Rósa. So erfahren wir nach und nach, was damals wirklich passiert ist. Dieser Teil der Geschichte, sowie auch Hildurs eigene Nachforschungen haben mir am besten gefallen, denn ich bin seit Teil 1 sehr neugierig darauf zu erfahren, was den beiden Mädchen passiert ist.
Die bildhaften Beschreibungen der verschneiten isländischen Landschaft und des Meeres mit seiner Naturgewalt, ließen beim Lesen ein deutliches Bild vor meinen Augen entstehen.
Die Krimihandlung und die Ermittlungen dazu fand ich trotz einiger Wendungen zwar nicht übermäßig spannend, doch als Gesamtpaket habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Auch die Mischung aus Ermittlungen und Privatleben fand ich gelungen.

Fazit: Auch dieser 2. Teil hat mir gut gefallen und das Ende hat mich neugierig auf die Fortsetzung gemacht.

Veröffentlicht am 17.04.2024

Unterhaltsamer Krimi mit Nordsee-Feeling

Sturmnacht
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„Sturmnacht“ ist bereits der 10. Fall für Kommissar Theo Krumme und wie immer ist auch dieser Teil in sich abgeschlossen und ohne Vorwissen zu lesen.
Ich persönlich kenne alle Vorgänger-Bücher und mir ...

„Sturmnacht“ ist bereits der 10. Fall für Kommissar Theo Krumme und wie immer ist auch dieser Teil in sich abgeschlossen und ohne Vorwissen zu lesen.
Ich persönlich kenne alle Vorgänger-Bücher und mir ist der brummige, schon etwas ältere und behäbige Theo Krumme wirklich ans Herz gewachsen. Genauso wie auch seine junge, stets schwarz gekleidete und sehr groß gewachsene Kollegin Pat, seine Freundin Marianne und natürlich auch sein sehr großer und eigenwilliger Hund Sonny. Ich mag vor allem die meistens humorvollen privaten Passagen, die in diesem Buch leider etwas zu kurz kommen.
Der Schreibstil von Hendrik Berg lässt sich sehr leicht und flüssig lesen und die atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen wecken jedes Mal den Wunsch in mir, mal wieder an die Nordsee zu reisen :).
Die Krimihandlung hat immer wieder spannende Momente - vor allem gegen Ende - doch am meisten Sorgen habe ich mir natürlich um den kleinen Tomme gemacht. Wird der Mörder ihn suchen und finden?
Hendrik Berg erzählt seine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was die Handlung auflockert und interessanter macht. Und auch wenn es sogar Kapitel aus der Sicht des Mörders gibt, bleibt ein Mord auf Norderney, der gleich zu Beginn des Buches geschieht, lange Zeit mysteriös und ich konnte keine Verbindung zu den Ereignissen auf Norderney erkennen. Natürlich gibt es auch in diesem Buch wie gewohnt eine Geschichte aus der Vergangenheit, verbunden mit Spökenkram - ich persönlich mag die alten Geschichten nicht ganz so gerne, aber zum Glück sind diese Kapitel nicht allzu lang.

Fazit: „Sturmnacht“ ist ein solider und unterhaltsamer Krimi, den ich vor allem wegen seiner sympathischen Protagonisten und dem Nordseefeeling sehr gerne gelesen habe.