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silvia1981

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Veröffentlicht am 20.10.2017

Beeindruckende Geschichte über die Kraft des eigenen Ichs

Sieben Tage voller Wunder
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Auf das Buch "Sieben Tage voller Wunder" von Dani Atkins hatte ich mich sehr gefreut. Das Thema Flugzeugabsturz und Überlebenskampf versprach mir eine richtig spannende und gefühlsintensive Geschichte, ...

Auf das Buch "Sieben Tage voller Wunder" von Dani Atkins hatte ich mich sehr gefreut. Das Thema Flugzeugabsturz und Überlebenskampf versprach mir eine richtig spannende und gefühlsintensive Geschichte, die mich sehr neugierig gemacht hat. Das Cover gefällt mir grundsätzlich gut, allerdings war ich mir lange nicht schlüssig, inwiefern es zur Geschichte passt. Inzwischen habe ich gesehen, dass die Gestaltung mit Himmelbildern der Stil der Autorin ist, was ich grundsätzlich gut finde, dass hier einem Stil die Treue gehalten wird, auch wenn für mich eine andere Gestaltung passender gewesen wäre.

Den nur 233 Seiten langen Roman habe ich in den letzten Stunden wahrlich verschlungen. Hannah ist für mich eine sehr gelungene Protagonistin und ich konnte von Anfang an sehr gut mit ihr fühlen. Viele verschiedene Gefühle rief die Autorin die ganze Zeit über in mir hervor und erzeugte dadurch viel Sympathie, Spannung und Kopfkino. Die Szenen während der Katastrophe im Flugzeug sind extrem schockierend, aber auch der Überlebenskampf in der kanadischen Wildnis in den folgenden Tagen ist sehr gut, authentisch und nachvollziehbar dargestellt. Man fühlt sich, als wäre man selbst mit dabei. Hannah und ihr Begleiter Logan müssen sehr kämpfen, um in der eiskalten und schneebedeckten Wildnis zu überleben, Raubtiere machen ihnen zusätzlich das Leben schwer, und so erlebt man mit den Beiden sehr kritische Tage, die aber auch in manchen Szenen ihren ganz eigenen Zauber haben.

Umso mehr überrascht war ich, als endlich Rettung kam und sich die Geschichte plötzlich völlig anders darstellte als bisher gedacht. Ich wusste mit dieser Wendung auf den ersten Moment ehrlich gesagt gar nicht umzugehen und auch wenn Hannahs Kampf dem Leser eine noch positivere Aussage mit auf den Weg gibt, macht sie für mich leider die Geschichte unglaubwürdiger und weniger verständlich. Sicher wächst man in solchen Situationen über sich hinaus, kann die unglaubliche Macht und die unerschütterliche Kraft des eigenen Ichs erleben und zu seinem eigenen, persönlichen Helden werden um sich selbst zu retten, wenn sonst nichts anderes mehr möglich ist. Vielleicht kann man das aber auch erst so richtig nachvollziehen, wenn man selbst in so einer Situation war... Eine beeindruckende Geschichte, die mich sicher noch länger gedanklich beschäftigen wird, und von der ich niemandem wünsche, sie selbst erleben zu müssen.

Veröffentlicht am 15.06.2018

Erwartungen leider nicht ganz erfüllt

Wir sehen uns im Sommer
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Das Buch "Wir sehen uns im Sommer" von Asa Hellberg hatte mich wegen seines Covers sofort total in seinen Bann gezogen. Wie gerne würde ich auf diesem Stuhl Platz nehmen und an diesem Ort ein paar schöne ...

Das Buch "Wir sehen uns im Sommer" von Asa Hellberg hatte mich wegen seines Covers sofort total in seinen Bann gezogen. Wie gerne würde ich auf diesem Stuhl Platz nehmen und an diesem Ort ein paar schöne Stunden genießen! Genau solche schönen Stunden in meiner Phantasie und Lesevergnügen hatte mir auch der Klappentext versprochen, weswegen ich das Buch unbedingt lesen wollte, weil ich Geschichten dieser Art, mit solchen Hintergründen, in denen es um Freundschaft, Geheimnisse, Liebe und Veränderungen im Leben geht, sehr gerne mag. Leider konnte mich der Roman aber nicht ganz überzeugen...

Ich hatte mir tiefe Gefühle, Spannung, interessante Reiseziele mit genaueren Beschreibungen der Orte und Erlebnisse und interessante Lebensgeschichten erwartet, womit das Buch für mich aber leider nicht ganz punkten konnte. Am Besten gefallen hat mir noch die Geschichte von Rebecka. Sie hat am meisten in mir bewegt und die größte positive Verwandlung durchzogen, welche ich sehr gerne verfolgt habe. Susanne und Maggan sowie deren Männer und auch Sonjas Freunde Michael und Paul dagegen konnte ich teilweise nicht ganz nachvollziehen und ihre "Probleme" wurden mir zu oft wiederholt und in die Breite getreten, was ich als nervig empfand. Berührt hat mich die Geschichte von Sonja durchaus und gerade ihre Briefe habe ich sehr gerne gelesen, aber leider lange nicht in dem Maße, wie ich es vermutet hätte. Die Reiseziele fand ich interessant, jedoch hätten sie in meinen Augen einen größeren Stellenwert einnehmen dürfen. Die Reise stand in meinen Augen durch die privaten Probleme der Freundinnen zu sehr im Hintergrund, ich hätte sie gerne intensiver und bildlicher erlebt. Spannung gab es auch zu keiner Zeit wirklich, erst auf den letzten Seiten konnte man gespannt sein, wie die Geschichte um Luke enden wird. Im Großen und Ganzen war ich mit der Entwicklung sämtlicher Teilgeschichten der Personen am Ende des Buches zufrieden und es hatte von daher einen guten Abschluss für mich, trotzdem konnte mich dieser nicht mehr positiv beeinflussen und ich kann leider nur drei gut gemeinte Sterne vergeben. Wer eine leichte Geschichte für den Sommer sucht, dem kann ich durchaus zu dem Buch raten, aber ich hatte einfach andere Erwartungen für mich.

Veröffentlicht am 15.06.2018

Erwartungen leider nicht ganz erfüllt

Sylt oder solo
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Auf das Buch "Sylt oder solo" von Claudia Thesenfitz hatte ich mich sehr gefreut und es war sogar ein gewähltes Wunschbuch, da ich schon lange wieder auf einen Roman dieser Art gewartet und damit große ...

Auf das Buch "Sylt oder solo" von Claudia Thesenfitz hatte ich mich sehr gefreut und es war sogar ein gewähltes Wunschbuch, da ich schon lange wieder auf einen Roman dieser Art gewartet und damit große Erwartungen darin hatte, mir damit ein paar sehr vergnügliche Lesestunden zu schenken. Erst beim Erhalt des Buches wurde mir bewusst, dass dies der Folgeband zu „Sylt oder Selters“ ist, allerdings hatte ich beim Lesen kein Problem damit, den ersten Teil nicht zu kennen. Trotzdem hat das Buch am Ende meine Erwartungen leider nicht ganz erfüllt...

Das Thema fand ich von Anfang an gut und grundsätzlich fand ich auch die Personen um Nina und deren 8 Jahre jüngeren Freund sympathisch, wenn auch vielleicht manchmal nicht ganz altersgerecht dargestellt, und ihren Lebensstil und ihre Surfschule mit Bistro auf Sylt interessant. Leider stellte sich bei mir jedoch schnell Langeweile bzw. Genervtheit ein, weil der Leser über einen langen Teil damit konfrontiert wird, welchen Beziehungsfrust Nina schiebt, es stört sie sehr viel an Jan, der nörgelt zusätzlich an Ninas Aussehen herum und statt mit ihm darüber zu sprechen und nach wirklich umsetzbaren Lösungen zu suchen, heult sie sich bei ihren Cousinen aus, was Jan natürlich zufällig belauscht. Nur zu verständlich, dass er eine Auszeit und sein Medizinstudium wieder aufnehmen will. Nina leidet daraufhin sehr unter der Trennung, findet aber dadurch trotzdem wieder mehr zu sich selbst und lernt besser zu schätzen, was sie in ihrem Leben hatte.

Das Zusammentreffen mit Ninas Ex hätte ich mir ausschweifender vorgestellt, im Grunde führt er nur eine ganz kleine Nebenrolle. Immerhin konnte mich der Roman zum Ende hin tatsächlich wieder versöhnen, die ersten 100 Seiten dagegen waren für mich einfach nicht gelungen. Der Schreibstil an sich hat mir gut gefallen, das Buch ließ sich flüssig lesen und ist genau die richtige Lektüre für einen entspannten Nachmittag im Liegestuhl. Ich hätte mir mehr Spannung und Tiefe und dafür weniger Nörgelei gewünscht und vergebe deswegen drei Sterne.

Veröffentlicht am 21.10.2017

Mensch, Mädel...

Man lernt nie aus, Frau Freitag!
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Die Bücher von Frau Freitag kannte ich bisher nur vom "Hörensagen". Auf Grund einer sehr positiven persönlichen Empfehlung habe ich ihr neues Buch, "Man lernt nie aus, Frau Freitag - Eine Lehrerin in der ...

Die Bücher von Frau Freitag kannte ich bisher nur vom "Hörensagen". Auf Grund einer sehr positiven persönlichen Empfehlung habe ich ihr neues Buch, "Man lernt nie aus, Frau Freitag - Eine Lehrerin in der Fahrschule des Lebens", das nebenbei ein witziges und ansprechendes Cover hat, gelesen. Leider kann ich den positiven Eindruck aber nicht teilen und nur eine mittelmäßige Bewertung dafür vergeben.

Frau Freitag, um die 50 und selbst Lehrerin, möchte den Führerschein machen, um z.B. im Urlaub mobiler zu sein und nicht immer nur auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein. Sie lebt in Berlin und hat deswegen den Führerschein bisher nicht zwingend benötigt. Und so geht sie eines Tages in die Fahrschule in ihrer Straße und meldet sich an. Von ihrem ersten Fahrlehrer Harald wird sie sofort mit Vorurteilen konfrontiert was ihr Alter anbelangt und ihr eine lange Ausbildung in Aussicht gestellt. Er verkompliziert alles maßlos und ist der Unsympath in Person. Daraufhin wechselt Frau Freitag die Fahrschule und in Mike findet sie einen neuen Fahrlehrer, der endlich positive Stimmung in die Geschichte bringt. Aber nachdem dieser kurz darauf Fahrschule verlässt landet sie bei Mensch-Mädel-Dieter, der nicht wirklich besser ist als Harald, nur nörgelt, ihr ebenso vorhält, dass sie wegen ihres Alters noch einen langen Weg vor sich hat... Aber Frau Freitag kämpft sich am Ende doch erfolgreich durch die Fahrschule des Lebens, um dann festzustellen, dass sie eigentlich lieber weiterhin U-Bahn fährt...

Ich fand die Geschichte relativ langatmig und die nörgelnden Fahrlehrer haben leider keine positive Stimmung in das Buch gebracht. Man sieht wie entscheidend es ist, auf welche Menschen man trifft, und wie stark davon Erfolg und Misserfolg abhängen. Nicht nur mit den Fahrlehrern, auch bei den Prüfern brauchte Frau Freitag schließlich Glück. Ihre größte Lehre aus ihrer Erfahrung ist, wie wichtig Loben ist. Ohne Lob keine Motivation und ohne Motivation kein Lernerfolg, insofern man keinen Ehrgeiz entwickeln kann, dem anderen es erst recht zeigen zu wollen. Das Buch macht deutlich wie wichtig es ist, Dinge in jungen Jahren zu lernen, ob es im Alter wirklich so schwierig wird kann ich selber noch nicht beurteilen. Aber dass man sich als junger Mensch mehr zutraut und sich viel leichter auf das Autofahren einlässt, das wird definitiv so sein.

Veröffentlicht am 21.10.2017

Familie ist immer noch Familie

Das Nest
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Ich lese sehr gerne Familiengeschichten und so war "Das Nest" von Cynthia D`Aprix Sweeney natürlich auf meiner Wunschliste, zumal ich das Thema Erbschaft auch gut gewählt fand und mir vorstellen konnte, ...

Ich lese sehr gerne Familiengeschichten und so war "Das Nest" von Cynthia D`Aprix Sweeney natürlich auf meiner Wunschliste, zumal ich das Thema Erbschaft auch gut gewählt fand und mir vorstellen konnte, dass es viel Potential hat, ein richtig guter Roman zu werden. Leider fiel es mir dann aber schon von Beginn an schwer, richtig in das Geschehen reinzukommen. In den ersten Kapiteln lernt man die vier Geschwister der Familie Plumb kennen, aber nicht nur sie, sondern auch ihre Partner, Kinder, Affären, Kollegen und Bekannten. Ich fand die Anzahl der Personen sehr anspruchsvoll und es fiel mir schwer den Überblick zu behalten, wie sie zusammen hängen. Es treffen sehr viele Personen, sehr viele verschiedene Leben und Charaktere aufeinander, und diese wurden oft auch nicht nur kurz erwähnt, sondern sehr ausschweifend davon erzählt, dass es für mich einfach zu viel des Guten und zu viel drum herum war.

"Das Nest", so nennen die Geschwister Melody, Jack, Bea und Leo liebevoll den großen Batzen Geld, den sie laut Verfügung ihres Vaters erben sollen, sobald die Jüngste 40 Jahre alt wird. Die Idee des Vaters ist witzig und die Geschwister haben sich ihr Leben lang darauf verlassen, das Geld ausbezahlt zu bekommen, habe Schulden gemacht und einen Lebensstil gepflegt, den sie sich eigentlich nicht leisten konnten. Kurz bevor es soweit ist, begeht Leo eine Dummheit und "Das Nest" wird von der Mutter kurzerhand für dessen Notlage verwendet und so für die drei anderen Geschwister unerreichbar. Und so muss sie die Erfahrung lehren, dass Geld nicht alles ist im Leben...

Der Schreibstil der Autorin ist zwar flüssig, aber die Sätze teilweise auch sehr lange und verschachtelt. Ich kam einfach lange nicht so recht in die Geschichte hinein, habe das Buch deswegen öfter auch einfach wieder zur Seite gelegt und das hat es wahrscheinlich noch schwieriger gemacht, damit richtig warm zu werden. Deshalb kann ich leider nur drei Sterne vergeben.