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Veröffentlicht am 07.12.2024

langatmig

A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1)
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Ein Buch mit Magie und ernsten Themen – doch der Funke wollte nicht so recht überspringen.

Effy hätte gern Literaturwissenschaft studiert, doch Frauen sind in diesem Studiengang nicht zugelassen. Stattdessen ...

Ein Buch mit Magie und ernsten Themen – doch der Funke wollte nicht so recht überspringen.

Effy hätte gern Literaturwissenschaft studiert, doch Frauen sind in diesem Studiengang nicht zugelassen. Stattdessen ist sie nun die einzige Frau im Architektur-Studium. Die Chance, das Haus ihres verstorbenen Lieblingsautors zu restaurieren, bietet Effy die Möglichkeit, sich zu beweisen und der belastenden Situation an der Uni zu entfliehen.
Das Haus, Hiraeth Manor, ist allerdings in einem sehr viel schlechteren Zustand als erwartet. Außerdem gehen dort eigenartige Dinge vor sich… Effy und Literaturstudent Preston, der ebenfalls für ein Uniprojekt vor Ort ist, gehen den Rätseln gemeinsam nach.

Effy hat keinen leichten Stand an der Uni.
Über sie kursieren zahlreiche Gerüchte, die ihr schwer zusetzen, lasten doch die tatsächlichen Ereignisse genug auf ihr.
Zudem hat Effy mit Schlafstörungen und Halluzinationen zu kämpfen, weshalb sie seit Jahren Medikamente nimmt. Arztbesuche sind dabei die einzige Unterstützung, die sie von ihrer Familie bekommt. So muss die junge Frau mit vielen Erlebnissen und Eindrücken allein fertig werden. Dies spiegelt sich auch in ihrem oft unsicheren Verhalten wieder.
Die Geschichte ihres Lieblingsautors, Angharad, ist für sie zu einer Zuflucht geworden.

Umso empörter reagiert sie, als Literaturstudent Preston sich kritisch über den Autor äußert.
Auf Preston ist Effy ohnehin nicht gut zu sprechen – hat er doch das Studium, dass sie so gern wollte und geht so „respektlos“ mit dem Erbe „ihres“ Autors um. Zudem verhält er sich oft eingebildet und besserwisserisch und so können die zwei sich zu Beginn gar nicht ausstehen. Dennoch ist Effy bereit, zuzuhören und Prestons Gedanken – wenn auch nicht sofort – anzuhören und zu überdenken.

Die Handlung ist sehr zäh. Zwar liegt eine unheimliche Stimmung über dem Haus und seinen Bewohnern und es gibt mehrere rätselhafte Ereignisse, aber so wie auch Effy oft an ihrem Verstand zweifelt und mit Tabletten versucht, die Bilder zu vertreiben, war es auch für mich schwer einzuordnen, was vor sich geht.
Eine gewisse Neugier war daher geweckt und Teile der Nachforschungen fand ich sogar richtig spannend.
Insgesamt kommt mir die Geschichte aber zu schleppend voran. Richtig viel passiert nicht, Effy zieht sich häufig in sich selbst zurück, kämpft mit ihren Zweifeln und träumt sich in ihr geliebtes Märchen.
Allerdings macht die junge Frau im Verlauf eine gewisse Entwicklung durch, wenn sie versucht, sich von ihren Dämonen frei zu machen.

Die Auflösung der Suche kommt nicht völlig überraschend, gab es doch durchaus im Verlauf kleine Hinweise.

Die düstere, mysteriöse Atmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht, hat mir gut gefallen.
Der Schreibstil ist ein wenig geschwollen und poetisch, nicht zuletzt durch die eingefügten Zitate aus Angharad, verschiedenen Gedichten oder Abhandlungen über die Literatur der Zeit.
Das Thema Wasser und Ertrinken zieht sich durch das ganze Buch, nicht nur wortwörtlich, schließlich befindet sich Hiraeth Manor an einer Klippe, sondern auch metaphorisch, wenn Effys Ohnmacht in vielen Situationen ausgedrückt wird. Verschiedene Dinge werden nur umschrieben und angedeutet, aber nicht klar ausgesprochen.

Die Weltenaufbau kommt leider sehr kurz. In dem historisch angehauchten Setting gibt es Autos und Telefone, richtig greifbar wurde die Lebensweise der Figuren für mich aber nicht, da die Uhren in Hiraeth Manor ohnehin etwas anders zu ticken scheinen.
Und auch die Welt an sich wird kaum beschrieben. Zwar erfährt man, dass es zwei Länder gibt, die sich im Krieg befinden, aber abgesehen davon, dass Effy Preston aufgrund seiner Herkunft dumm findet, weil er ihrer Meinung nach den Studiengang nicht verdient hat, spielt es keine weitere Rolle.
Einzig die Rolle der Frau in der Gesellschaft, unter der auch Effy arg zu leiden hat, wird ausführlicher ausgeführt.

Inzwischen habe ich ein paar mal gelesen, dass es sich um einen Auftakt handelt. Für mich ist die Geschichte abgeschlossen und ich werde eher keinen weiteren Band lesen.

Fazit

Tolle, düstere und geheimnisvolle, oft bedrückende Atmosphäre, aber abgesehen von kurzen spannenden Momenten empfand ich die Handlung leider als sehr zäh. Überraschungen bleiben leider aus, da die Auflösung sich andeutet.

Veröffentlicht am 15.09.2024

konnte mich nicht fesseln…

Empire of Sins and Souls 1 - Das verratene Herz
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Um sich um ihre kranke Mutter zu kümmern, stiehlt Zoé und verkauft ihren Körper.
Aus einer brenzligen Situation kann sie sich nur retten, indem sie einen Menschen tötet. Letztlich wird Zoé verhaftet und ...

Um sich um ihre kranke Mutter zu kümmern, stiehlt Zoé und verkauft ihren Körper.
Aus einer brenzligen Situation kann sie sich nur retten, indem sie einen Menschen tötet. Letztlich wird Zoé verhaftet und hingerichtet – und findet sich in Xanthia wieder, dem Vorhof der Hölle, wo sich entscheiden wird, wohin sie all ihre Sünden letztlich führen werden.
Doch ein Graf von Xanthia macht ihr ein Angebot: Wenn sie etwas für ihn stiehlt, darf sie zurück auf die Erde. Nicht nur dieses Angebot findet Zoé absolut anziehend…

Die Art, wie die Geschichte startet, hat mir gut gefallen. Während Zoé im Prolog bereits tot ist und sich fragt, wo sie gelandet ist, blicken die ersten Kapitel zurück auf die letzten Tages ihres Lebens.

Zoé wächst ohne Vater auf. Ihre Mutter ist seit Jahren krank. Ihre Träume hat sie daher längst begraben. Mit Diebstählen und Prostitution versorgt sie ihre kleine Familie. Sie lebt in ständiger Angst, erwischt zu werden, gibt die Hoffnung aber nicht auf, genug Geld beschaffen zu können, um sich und ihrer Mutter ein neues Leben zu ermöglichen.

Bei ihrer Ankunft in Xanthia gilt ihre Sorge ihrer Mutter, die sie allein zurücklassen musste. Ihr wird die Hoffnung gegeben, wieder in ihr Leben zurückzukehren. Beide Gedanken rücken aber bei ihren Erlebnissen in der Zwischenwelt häufiger in den Hintergrund.
Während Zoé auf der Erde nie echte Gefühle für einen Mann hat, bringt sie die Nähe zu dem Xathyr-Graf Alexei kräftig durcheinander. Sie fühlt sie zu ihm hingezogen, sucht seine Nähe und seine Berührungen.
Woher ihr plötzliches Interesse kam, war für mich nicht nachvollziehbar. Frisch gestorben sollte man meinen, dass sie erst mal andere Sorgen hat, also zum ersten Mal sexuelle Lust zu entdecken. Eventuell muss man dabei im Kopf behalten, dass in dieser Zwischenwelt die Manipulation von Gefühlen möglich ist. Vielleicht tue ich Zoé also unrecht und sie kann gar nichts für ihr Verhalten…

Obwohl Zoé einiges erlebt und eigentlich eine schwierige Aufgabe vor sich hat, kommt die Geschichte nicht so recht in Fahrt. Es wird viel Alltag geschildert, Zoé verliert sich oft in immer ähnlichen Gedanken. Sie wird zum Spielball und bleibt selbst relativ passiv. Ihre Aufgabe, die ihr direkt zu Beginn gestellt wird, kommt im Mittelteil mal kurz zum Tragen, wird dann aber erst am Ende der Geschichte wieder wichtig.
Dafür dass Zoé einen so wichtigen Grund hat, zurückzukehren, hatte ich den Eindruck, dass sie ihr neues Leben mit hübschen Kleidern, Dienern und einem verführerischen Grafen etwas zu sehr genießt. Ich vermisste ihren Tatendrang, etwas an ihrer Situation zu ändern. Auch setzt bei ihr keinerlei Entwicklung ein.
Speziell im Bezug auf Marie fand ich ihr Verhalten und Vorgehen extrem fragwürdig.

Die Atmosphäre ist düster und teils grausam. Die Xathyr ernähren sich von Blut, laben sich an den Sünden der Toten. Leider gibt es insgesamt doch eher wenig Details zu der Welt und ihren Bewohnern.
Dass es eine Welt voller Geheimnisse und Intrigen ist, wird allerdings bereits deutlich. Wer wirklich ehrlich mit Zoé ist, wird sich wohl erst noch zeigen.
Baut sie ihre Hoffnungen wohlmöglich auf einem Netz aus Lügen und setzt auf den falschen Mann? Der Klappentext deutet es an, die Geschichte gibt aber noch kaum Antworten dazu.

Wie auch im Vorwort der Autorin angekündigt, gibt es zwar ein paar spicy Szenen, allerdings – wohl noch – in übersichtlicher Menge.

Fazit

Obwohl die Idee spannend ist und ich neugierig bin, wohin Zoés Weg sie führen wird, hat mich der Auftakt nicht fesseln können. Zoé verliert sich sehr in ihren Alltagsschilderungen und wird selbst kaum aktiv. Der Klappentext verspricht mehr Ereignisse, als der Auftakt tatsächlich enthält. Die ganze Welt bleibt leider noch sehr blass.

Veröffentlicht am 20.05.2024

Leider nur wenig funny…

Funny Story
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Ich habe vor einigen Monaten Book Lovers gelesen und mochte den Humor und die Story gern. Ein Buch, das eine funny Story verspricht, erschien mir daher vielversprechend. Leider konnte mich dieses Buch ...

Ich habe vor einigen Monaten Book Lovers gelesen und mochte den Humor und die Story gern. Ein Buch, das eine funny Story verspricht, erschien mir daher vielversprechend. Leider konnte mich dieses Buch aber nicht ebenso überzeugen wie Book Lovers.

Daphne ist mit Peter verlobt. Petra ist mit Miles zusammen. Als Peter Daphne mit Petra betrügt, zieht Daphne notgedrungen bei Miles ein. Eigentlich plant sie, die Stadt bald zu verlassen, doch ein berufliches Projekt hält sie vorerst noch. Und dann kommt alles ganz anders…

Daphne hat ihr komplettes Leben auf Peter ausgerichtet – sie sind gemeinsam in seine alte Heimat gezogen, sie wurde in seinen Freundeskreis aufgenommen und hat ihre Tagesabläufe mit seinen synchronisiert. Nach der Trennung bleibt ihr im Grunde nur ihr Job – und das Gefühl, dass sie kein eigenes Leben mehr hat. Nur ein berufliches Projekt, für das ihr Herz schlägt, hält sie vorerst noch in der Stadt.

Miles ist das komplette Gegenteil von Daphne. Während sie organisiert ist und alles plant, ist er spontan, chaotisch und unordentlich. Während sie wenige Kontakte hat und nicht leicht Freundschaften schließt, ist Miles offen, hilfsbereit und wird von allen gemocht.
Die zwei wohnen zwar in der selben Wohnung, haben anfangs aber wenig miteinander zu tun. Dies verändert sich im Verlauf der Geschichte und so verändert sich auch die Beziehung der beiden zueinander.

Daphne und Miles tragen jeweils ihre Päckchen mit sich herum.
Daphne muss sich nach der Trennung völlig neu orientieren: Wo will sie leben, was will sie tun, was macht sie überhaupt gern…? Schritt für Schritt baut sie sich wieder ein eigenes Leben auf, öffnet sich neuen Menschen, probiert sich aus und muss schwierige Entscheidungen treffen.
Miles kämpft mit Familienproblemen, die sein Bild von sich selbst nachhaltig beeinträchtigen.
Dementsprechend schwingen verschiedene Themen in der Handlung mit und speziell Daphnes Selbstfindungsprozess kann dazu beitragen, das eigene Festgefahren-Sein zu hinterfragen.

Letztlich hat die Geschichte für mich aber leider auch einige Längen. Daphne und Miles leben zunächst nebeneinander her. Verarbeiten beide die Trennung auf ihre eigene Art.
Nur ganz langsam kommen sie sich näher. Was grundsätzlich angenehm zu lesen ist. Aber dazwischen passiert zu häufig zu wenig.
Mir fehlte es an Witz und diesem bissigen Humor, den ich in Book Lovers so gern mochte. Funny fand ich leider relativ wenig in dieser Geschichte.

Gut gefallen hat mir aber das Setting. Miles zeigt Daphne die Vorzüge der Stadt und Umgebung und stellt sie auch einigen Menschen vor. Die Landschaftsbeschreibungen sind sehr anschaulich und die Bewohner teilweise schon sehr eigen (auf positive Art).

Fazit

Ich lese eher selten RomComs, da ich mit dem Humor meist wenig anfangen kann. Nachdem ich Book Lovers aber wirklich gelungen fand, war ich neugierig auf das neue Buch der Autorin, das ja bereits im Titel eine funny Story verspricht, in meinen Augen damit aber falsche Erwartungen weckt. Zum Lachen bringen konnte mich Funny Story (im Gegensatz zu Book Lovers) nicht. Die Handlung hatte für mich zu viele Längen, wobei ich die grundsätzliche Entwicklung zwischen den Charakteren ebenso wie das atmosphärische Setting gern mochte.

Veröffentlicht am 30.04.2024

Interessante Geschichte zu überhastet erzählt

The Last Dragon King - Die Chroniken von Avalier 1
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Der Drachenkönig sucht eine Frau, die ihm einen Erben gebärt. Dafür kommen nur Frauen infrage, die über eine ausreichend starke Magie verfügen. Arwen hält sich für unmagisch und ungeeignet, bis die Witterer ...

Der Drachenkönig sucht eine Frau, die ihm einen Erben gebärt. Dafür kommen nur Frauen infrage, die über eine ausreichend starke Magie verfügen. Arwen hält sich für unmagisch und ungeeignet, bis die Witterer des Königs sie zur Brautschau mitnehmen. Es wiederstrebt Arwen, nur als Körper betrachtet zu werden. Sie möchte aus Liebe heiraten. Allerdings löst die Gegenwart des Königs immer mehr Gefühle in ihr aus…

Den Anfang der Geschichte empfand ich als etwas holprig. Ein paar viele Wiederholungen und die Gespräche irgendwie nicht ganz rund. Dies legt sich mit der Zeit aber.

Nach dem Start hatte ich keine genaue Vorstellung, wohin sich die Geschichte entwickeln würde und so konnte mich die Handlung mehrfach überraschen. Allerdings empfand ich leider viele Ereignisse als zu schnell abgearbeitet. Alles geht Schlag auf Schlag, es passiert so unglaublich viel auf wenigen Seiten, aber kaum etwas wird intensiver ausgebaut und so bleiben sowohl die Spannung als auch die Emotionen mehrfach auf der Strecke.

Zudem hatte ich so manches Mal meine Probleme mit den Entscheidungen der Figuren.
Sie werden angegriffen und sind wütend. Ihre Reaktion darauf ist ein unvorbereiteter, völlig überhasteter Gegenschlag, der natürlich ziemlich daneben geht… Praktischerweise hält der Feind aber monatelang die Füße still, als es den Hauptfiguren gerade in den Kram passt. So ganz passte es für mich nicht.

Arwen stellt sich als mutige, kämpferische Protagonistin vor. Seit ihr Vater tot ist, geht sie jagen und versorgt damit die Familie. Anfangs zeigt sie diese Kämpfernatur auch noch am Hof, sagt, was sie denkt, und hinterfragt Dinge. Leider verliert Arwen im Mittelteil ihren Biss, es fiel mir dann schwerer, ihrer wechselnden, teils jammernden Gedankengänge nachzuvollziehen.

König Valdren ist mir teilweise etwas zu launisch. Allerdings muss man ihm wohl die dramatische Lage, in der er steckt, zugute halten. Die Eindrücke zu seinem Volk fand ich sehr spannend. Gern hätte ich noch mehr über die Natur der Drachen, die verschiedenen Arten und die anderen Reiche erfahren – letzteres wird dann wohl in den Folgebänden der Fall sein.

Fazit

Sehr ereignisreiche, oft aufregende Handlung, in der unglaublich viel passiert. Leider werden die meisten Ereignisse viel zu schnell abgearbeitet, sodass es schwierig ist, zwischen all den Wendungen hinterher zu kommen. Es gibt gefühlvolle und dramatische Szenen, aber aufgrund des zu hohen Tempos konnte ich die meiste Zeit weder nachfühlen noch mitfiebern.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 21.04.2024

Zu viel Drama, zu wenig Gefühl

Ocean Hearts – Capture the Stars
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Carey sucht ihre Mutter. Ein Tipp bringt sie dazu, als Kellnerin auf einem Kreuzfahrtschiff anzuheuern. Dort trifft sie Eden wieder, den sie seit ihrem gemeinsamen Heimaufenthalt viele Jahre nicht gesehen ...

Carey sucht ihre Mutter. Ein Tipp bringt sie dazu, als Kellnerin auf einem Kreuzfahrtschiff anzuheuern. Dort trifft sie Eden wieder, den sie seit ihrem gemeinsamen Heimaufenthalt viele Jahre nicht gesehen hat. Eigentlich wäre es ihr nicht erlaubt, Kontakt zu Eden aufzunehmen, denn Beziehungen zwischen Personal und Gästen sind verboten.

Carey und Eden waren zwei Jahre gemeinsam im Heim. Sie waren Kinder ohne romantische Gefühle, aber sie standen sich sehr nah. Dann haben sie jahrelang nichts voneinander gehört. Als sie sich wiedertreffen, gibt es sofort eine Anziehung zwischen ihnen. Noch bevor sie richtig miteinander gesprochen haben, empfinden sie plötzlich etwas füreinander.
Für mich war diese Gefühlsentwicklung nicht nachvollziehbar. Und so blieb es leider auch im Verlauf. Obwohl beide abwechselnd ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle aus der Ich-Perspektive schildern, empfand ich die Beschreibungen als sehr oberflächlich, zu wenig anschaulich. Ich konnte die Gefühle zwischen ihnen nicht mitfühlen.

Ihre jeweiligen Familien spielen eine weitere Rolle in dem Buch.
Carey sucht ihre Mutter, die sie als Kind verlassen hat. Es dauert lange, bis dieser Handlungsstrang zum Tragen kommt. Die Geschichte, die sich hieraus entwickelt, fand ich ganz interessant.
Eden hingegen muss seinen Adoptivvater zu diversen Geschäftsterminen begleiten. Zwar ist Eden gut in dem, was er tut, bekommt von seinem Vater allerdings großen Druck. Eine Verbindung zu Carey duldet sein Vater nicht. Allerdings empfand ich sein Verhalten als zu übertrieben und seine Mittel sehr extrem – daher war mir sein Sinneswandel am Ende auch zu plötzlich.

Beide Familienhintergründe sorgen für jede Menge Drama. Hinzu komme noch Edens Freunde, die sich ebenfalls einmischen und für weiteres unnötiges Drama sorgen…

Das Kreuzfahrt-Setting war einer der Gründe, warum mir das Buch ins Auge gesprungen war. Nach einer Kreuzfahrt-Reise kann ich zwar sagen, dass es nicht meine bevorzugte Reiseform ist, aber ich liebe das Reisen an sich und das Meer – und daher hatte ich auf ein wenig Urlaubs- und Fernwehstimmung gehofft. Beides ist kaum vorhanden. Klar, Carey arbeitet und hat nur wenig Zeit für Landausflüge, dementsprechend kommen bei ihr nicht sehr viele Urlaubsgefühle auf. Aber sie beschäftigt sich auch nur wenig mit ihrer Umgebung. Und auch Eden ist auf dem Schiff zum Arbeiten verdonnert. Genauso gut könnten sich beide in einem Hotel in den Bergen aufhalten, es würde keinen Unterschied machen. Auch die wenigen Landgänge waren nur sehr knapp beschrieben, sodass die Urlaubsstimmung für mich ausblieb.
Was aber gut zum Ausdruck kommt, ist der extreme Unterschied zwischen Gästen und Personal, die sich am selben Ort befinden, das Schiff aber trotzdem völlig unterschiedlich erleben.

Fazit

Das Setting ist interessant und mal was anderes, kommt für mich aber leider zu wenig zum Tragen. Die Story steckt voller Drama, die plötzlich Gefühlsentwicklung der Figuren war für mich leider wenig greifbar.