Das Buch und ich haben einfach nicht zusammengefunden, obwohl ich das sehr gewollt hätte. Die größte Hürde war die Sprache für mich. Dana Vowinckel springt zwischen Deutsch, Englisch und Hebräisch teils ...
Das Buch und ich haben einfach nicht zusammengefunden, obwohl ich das sehr gewollt hätte. Die größte Hürde war die Sprache für mich. Dana Vowinckel springt zwischen Deutsch, Englisch und Hebräisch teils rasant hin und her. Ein Glossar am Ende erklärt einige Wörte und ihre Bedeutung, aber ich war dadurch einfach ständig raus, um das Wort nachzuschlagen. Teilweise erschließt sich die Wortbedeutung auch nur aus dem Text. Auch zu den Figuren konnte ich einfach keine Bindung aufbauen. Passagenweise hatte ich einen guten Lesefluss und habe ein Gefühl für die Charaktere und ihre Probleme bzw. Gefühle bekommen, wurde dann aber sprachlich wieder herausgerissen.
Für andere Menschen bestimmt ein spannendes Buch, es ist ja auch viel gelobt worden, nur passte es leider nicht zu mir.
Eine Geschwistergeschichte, die vom nahenden Tod eines Geschwister bedroht wird, hat mich emotional sehr gereizt. Doch beim Lesen habe ich schnell festgestellt, dass die starke Introspektion Zuzannas und ...
Eine Geschwistergeschichte, die vom nahenden Tod eines Geschwister bedroht wird, hat mich emotional sehr gereizt. Doch beim Lesen habe ich schnell festgestellt, dass die starke Introspektion Zuzannas und die eher nüchterne Erzählweise meine Hoffnungen auf eine emotionale Geschichte nicht erfüllen können.
Einige Absätze fand ich durchaus stark, da sie die Zerrissenheit der Protagonistin gut abbilden konnten. Einerseits die enorme Sorge um ihren Bruder sowie die Liebe zu ihm, andererseits aber auch die Beklemmung aufgrund der Last, die sie sich bei dieser letzten Reise mit ihm aufgebürdet hat. Von so einer leisen und doch auch eindrücklichen Gefühlswucht habe ich bislang selten gelesen.
Doch neben diesen wenigen Absätzen stand zu viel Text, der auf mich oberflächlich und nüchtern wirkte, in dem ich die Protagonistin einfach nicht greifen konnte. Für mich war es einfach zu wenig Dialog und zu viel Monolog bei gleichzeitig eher bildhafter und poetischer Sprache, die nur selten für mich funktioniert. Mit deutlich mehr greifbaren Emotionen hätte mein Urteil vielleicht anders ausgesehen, aber so bleibe ich sehr ernüchtert zurück.
Ich hatte das Buch noch auf meinem SuB, in der Zwischenzeit allerdings schon das neuere Werk der Autorin gelesen, mit dem ich bereits große Schwierigkeiten hatte. Ich wollte diesem Roman aber dennoch eine ...
Ich hatte das Buch noch auf meinem SuB, in der Zwischenzeit allerdings schon das neuere Werk der Autorin gelesen, mit dem ich bereits große Schwierigkeiten hatte. Ich wollte diesem Roman aber dennoch eine Chance geben. Nun muss ich abschließend feststellen, dass der Schreibstil der Autorin und ich einfach nicht zusammenpassen.
Dabei finde ich es gar nicht so leicht zu sagen, woran es genau liegt. Was mich auf jeden Fall stört, ist das überdeutliche Ausformulieren von Gedanken oder Beobachtungen, die sich für mich schon implizit ergeben hatten. Dadurch wird mir der Raum genommen, um selbst zu fühlen und mich darüber mit den Figuren zu verbinden. Außerdem erschien mir die Charakterentwicklung nicht so richtig authentisch und stattdessen unnatürlich geradlinig, was mich einfach nicht reizt.
Die Elemente des magischen Realismus, welche bildhaft alternative Lebensentwürfe abbilden, fand ich grundsätzlich eigentlich nett umgesetzt. Eine gute und kreative Idee hatte Lea Kaib da also auf jeden Fall, auch die Einbindung von Musik hat mir gefallen (wenngleich es mir auch hier nicht weit genug ging). Doch die Umsetzung war mir trotz aller geschilderter Emotionen zu flach und ich habe mich leider über weite Strecken hinweg gelangweilt.
So verbleibe ich mit der ernüchternden Erkenntnis, dass auch dieser Roman nichts für mich war. Mir blieb Bonnie als Protagonistin sehr fremd, ich habe nicht wirklich etwas gefühlt beim Lesen und die Handlung war mir streckenweise auch zu banal und repetitiv.
Ich fand das Cover dieses Romans sehr besonders und seine Idee innovativ. Deshalb bin ich neugierig in die Lektüre gestartet, wurde aber relativ schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Holly ...
Ich fand das Cover dieses Romans sehr besonders und seine Idee innovativ. Deshalb bin ich neugierig in die Lektüre gestartet, wurde aber relativ schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Holly Brickley hat sich sicherlich zu einem gewissen Maß selbst in ihren Roman eingeschrieben. Umso schwerer finde ich es, ihn zu kritisieren. Aber doch finde ich leider wenig Positives in dieser Geschichte, was teilweise an ihr selbst und teilweise an mir als Zielgruppenperson liegt.
Das Buch lässt sich okay flüssig lesen. Es ist sprachlich für mich nichts besonderes, phasenweise war das Eintauchen in Musikanalyse aber recht interessant. Manche Elemente waren humorvoll, andere angenehm gesellschaftskritisch. Woran es für mich jedoch klar scheitert, ist die Figurenzeichnung. Percy als Protagonistin bleibt mir bis auf ihre Liebe zu Musik und ihr Händchen für Musikanalyse bis zum Ende fremd. Ich kann ihre Verlorenheit und ihre Emotionen einfach nicht greifen. Und was bei ihr schon nicht zufriedenstellend geschrieben ist, trifft auf die Nebenfiguren erst recht zu. Da wäre meiner Meinung nach so viel mehr Tiefe möglich gewesen, doch aus irgendeinem Grund hat die Autorin darauf verzichtet.
Dann geht es für mich weiter mit der Liebesgeschichte, mit welcher das Buch schließlich beworben wird. Die habe ich von Beginn an so gar nicht gefühlt und das hat sich auch bis zum Ende nicht verändert. Ich fand diese Beziehung eher ziemlich toxisch und bin mit dem Schluss völlig unzufrieden. Weder erscheint er mir logisch bei allem, was davor passiert ist, noch finde ich ihn für Percy als Figur zufriedenstellen. Sie beginnt innerhalb der Handlung nämlich, sich von einigen ungesunden Mustern zu befreien, was ich gern gelesen habe. Doch so richtig zu Ende gedacht fand ich die Entwicklung dann nicht.
Und nicht zuletzt hatte ich riesige Schwierigkeiten mit der Musik. Ich bin Anfang der 90er geboren und dachte, dass ich einigen bekannten Stücken begegnen werde, denn zumindest die 00er haben mich dahingehend sehr geprägt. Dem war überhaupt nicht so! Ich kannte vielleicht 2-3 Lieder und viele sind auch einfach deutlich älter. Auch das „Lebensgefühl der 2000er Jahre“ begrenzt sich schon sehr auf die USA oder noch konkreter New York. Für Menschen, die zu dieser Zeit dort gelebt haben, ist das Buch vielleicht auch deutlich greifbarer. Mir wiederum war fast alles fremd, sodass ich zunehmend genervt war beim Lesen.
Grundlegend fand ich die Musikanalyse reizvoll und phasenweise war sie interessant beschrieben. Viel zu oft habe ich mich aber der Handlung und dem generellen Vibe fremd gefühlt. Wenn dazu noch die Figuren oberflächlich und unpersönlich bleiben, ist die Geschichte für mich leider verloren. An einigen Stellen hätte ich lieber abgebrochen, wollte dann aber den Ausgang schon noch lesen. Rückblickend hätte ich es lieber gelassen, denn die zunehmend zusammenhangslosen Schnipsel haben mich wirklich frustriert.
Ich habe das Buch ab der Hälfte nur noch quer gelesen - und ich kann an einer Hand abzählen, wie oft es mir schon so ergangen ist. Nach den ersten ca. 200 Seiten war ich auch ganz kurz davor, das Buch ...
Ich habe das Buch ab der Hälfte nur noch quer gelesen - und ich kann an einer Hand abzählen, wie oft es mir schon so ergangen ist. Nach den ersten ca. 200 Seiten war ich auch ganz kurz davor, das Buch abzubrechen, weil ich mich so sehr gelangweilt habe, dass ich regelrecht wütend wurde. Die Handlung wurde dann für mich aber zumindest noch etwas interessant, sodass ich es gern beenden wollte. Das ging für mich aus verschiedenen Gründen aber trotzdem nur noch mit Querlesen.
Zum einen finde ich das Buch sprachlich mehr als anstrengend. Diese poetische Sprache ist einfach gar nicht meins, aber auch abgesehen davon fand ich es schrecklich zu lesen. Gefühlt ewig währende Absätze, in denen die Perspektiven der Figuren ohne Vorwarnung einfach mittendrin wechseln?! Ein Hin und Her zwischen direkter und indirekter Rede - die Variante der englischen Originalausgabe, in der komplett auf direkte Rede verzichtet wurde, stelle ich mir noch furchtbarerer vor. Vielleicht liegt es an der Übersetzung, aber die Dialoge finde ich überwiegend schlecht geschrieben.
Zum anderen sind die Figuren zwar schon wirklich liebenswert, aber irgendwie total flach. Es wird zwar über ihre Gefühle und Gedanken geschrieben, aber es bleibt auf dieser Ebene und erreicht mich emotional einfach gar nicht. In der zweiten Hälfte konnte ich abschnittsweise bei all den Schicksalsschlägen auch mal was fühlen, aber das ist mir bei dem Seitenumfang wirklich zu wenig. Ich mochte wiederum, dass die Figuren über etliche Ecken miteinander verbunden waren. Das war durch den langatmigen Schreibstil, der mich an einem kontinuierlichen Lesen gehindert hat, aber oft schwer zu greifen. Ich musste dann einige Male zurückblättern, um die Verbindung zu verstehen und sowas kann ich gar nicht leiden.
Und dann passiert auch einfach auf so vielen Seiten nichts? Der Klappentext versprach eine besondere Freundschaft, von Evelyn ist dann aber nach der initialen Begegnung einfach 150 Seiten lang nichts mehr zu lesen und auch generell habe ich eine Verbindung zwischen ihr und Ulysses erst ab der Hälfte gespürt. Da haben andere Beziehungen für mein Empfinden mehr Raum eingenommen. Das ist ja an sich auch kein Problem, aber da haben mir Klappentext und Anfang einfach etwas anderes versprochen. Wie sich die beiden jahrelang jeweils knapp verpassen hat mich kurz mitfiebern lassen, aber dann spielte die Freundschaft in meiner Wahrnehmung direkt wieder eine zu kleine Rolle.
Manche haben den Humor positiv erwähnt - so wirklich fühle ich auch den nicht. Einige Situationen sind zwar irgendwie absurd und damit lustig, aber dann kommt wieder eine gähnend langweilige Erzählung, die den Humor für mich zerstört. Ich war einfach überwiegend gelangweilt und phasenweise richtig sauer, weil ich nicht verstehe, wie hier gut 520 Seiten gefüllt werden mussten.
Insgesamt finde ich schon, dass die Geschichte Potenzial hat. Wer eine ausschweifende und poetische Sprache wirklich mag, hat vielleicht auch Freude mit dem Buch. Die Figuren fand ich nur sehr bedingt nahbar und das wiederum wirklich schade, weil auch sie grundlegend sehr interessant sind. Die kunstgeschichtlichen Ausführungen zwischendurch fand ich auch total langwierig, das Thema interessiert mich aber auch einfach nicht. Am Ende hätte ich mir wirklich noch deutlich mehr Hintergrund zu Evelyn gewünscht, denn im Laufe der Geschichte wurden ab und zu weitere Aspekte ihres Lebens angedeutet, die dann keinen Raum mehr bekommen haben.