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Veröffentlicht am 04.05.2024

Thema (fast) verfehlt

Kluge Wörter
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Ich habe eine große Affinität zu Sprache und Worten. Ich liebe es, über Bedeutung, Herkunft und Zusammenhänge nachzudenken und zu lesen. Deshalb hatte ich mich auf die Lektüre dieses Buches wirklich gefreut, ...

Ich habe eine große Affinität zu Sprache und Worten. Ich liebe es, über Bedeutung, Herkunft und Zusammenhänge nachzudenken und zu lesen. Deshalb hatte ich mich auf die Lektüre dieses Buches wirklich gefreut, versprechen Titel und Untertitel „Kluge Wörter – Wie wir den Bildungswortschatz nutzen können – und wo seine Tücken liegen“ genau das. Und auch die Inhaltsbeschreibung ließ erhoffen, dass man sich nach der Lektüre besser ausdrücken kann, ohne jedoch überheblich zu wirken.

Leider wurden meine Erwartungen enttäuscht.

Der erste Eindruck des Buches ist solide, ein schlichter und dennoch ordentlicher Einband. Doch schon beim Lesen stellt man fest, dass hier nicht wirklich sorgfältig gearbeitet wurde, denn das Buch enthält relativ viele orthografische Fehler.

Die Einleitung fand ich inhaltlich ansprechend, wenn auch zu kurz. Hier hätte ich mir durchaus etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht. Außerdem setzte die verwendete Sprache teilweise voraus, dass man die Lektüre des Buches eigentlich gar nicht „nötig“ hatte. Womit ich sagen will, dass der Autor bereits in der Einleitung eine recht gehobene Sprache nutzte.

Im zweiten Teil widmet sich der Autor dann der „Erklärung“ der klugen Wörter. Die Auswahl der Wörter erschien mir sehr willkürlich. Warum hat es wohl das eine Wort in die Auflistung geschafft und das andere nicht? Viele Worte waren sehr „altbacken“. Drückt man sich bildungssprachlich wirklich eher wie im letzten Jahrhundert aus.

In den Einträgen erläutert der Autor dann meist die Herkunft und ggf. wie sich der Gebrauch und auch die Bedeutung verändert hat. Teilweise führt er Zitate an, in denen das Wort verwendet wurde. Jedoch fehlen mir meist tatsächliche aktuelle Anwendungsbespiele und die Tücken, die im Untertitel versprochen wurden.

Vielleicht bin ich nicht gebildet genug, um den Ausführungen des Autors folgen zu können. Zumindest bei einigen Worten wusste ich zwar nach der Lektüre des Eintrags so manches über die Geschichte des Wortes, aber trotzdem nicht, was denn nun konkret bedeutet.

Außerdem hätte ich mir eine Art Stichwortverzeichnis gewünscht. Denn mit etwas Glück findet man an bildungssprachliches Wort, das einem irgendwo begegnet und dessen Bedeutung man nicht sicher kennt im Buch und kann es nachlesen. Umgekehrt aber, wenn ich etwas bestimmtes ausdrücken möchte, weiß ich nicht, wo ich nachschlagen muss, um ein passendes Wort zu finden, das ich dafür verwenden könnte.

Insofern hilft das Buch nicht, den Bildungswortschatz zu nutzen, sondern höchstens ihn besser zu verstehen.

Insgesamt würde ich 2,5 Sterne vergeben, weshalb ich auf 3 Sterne aufrunde. Ich hätte mir das Buch nicht gekauft, hätte ich vorher gewusst, was mich erwartet. Ich kann hier leider keine Kaufempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 13.07.2024

Enttäuschend

Die Blütenfreundinnen
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Die Blütenfreundinnen sind die Geschichten von 4 Frauen, die sich zufällig finden und miteinander anfreunden.

Das Cover hat mich erstmal angesprochen, weil es eine gewisse Harmonie ausstrahlt. Doch leider ...

Die Blütenfreundinnen sind die Geschichten von 4 Frauen, die sich zufällig finden und miteinander anfreunden.

Das Cover hat mich erstmal angesprochen, weil es eine gewisse Harmonie ausstrahlt. Doch leider hat weder das Cover noch der Titel einen wesentlichen inhaltlichen Bezug zum Inhalt des Buches. Ja, die Geschichten spielen überwiegend in der Lüneburger Heide und das soll wohl der Zusammenhang sein.

Zunächst bilden drei völlig fremde Frauen aufgrund eines Bahnstreiks eine zweckdienliche Fahrgemeinschaft von München in den Norden Deutschlands. Auf der Fahrt nähern sie sich wohl an und dann kommt zuhause noch die Schwägerin einer der drei dazu.

Die Geschichten werden im Wechsel aus den Perspektiven der 4 Frauen erzählt. Sie haben, wenn überhaupt, nur einen lockeren Zusammenhang und bleiben allesamt recht oberflächlich. Durch die häufigen Sprünge fiel es mir recht schwer den Überblick zu behalten. Und wirkliche Spannung kam auch nicht auf. Die einzelnen Geschichten plätscherten halt so dahin, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen. Vielleicht hätte man besser vier Bücher daraus gemacht, die dann jeweils eine der Geschichten erzählen und dafür weniger an der Oberfläche bleiben. So wirkten die Verbindungselemente stellenweise sehr erzwungen.

Außerdem empfand ich den Schreibstil als sehr unnatürlich. Die wörtliche Rede mutete wie rezierter Text an. So spricht doch kein Mensch. Und auch insgesamt passten Schreibstil und Inhalt nicht wirklich zusammen. Die Ausdrucksweise teilweise sehr gestelzt. Das Lesen wurde für mich dadurch ziemlich anstrengend.

Mein Fazit: Ich habe das Buch nur zuende gelesen, damit ich über einen Gesamteindruck berichten kann. Weiterempfehlen kann ich das Buch leider nicht.

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