Nichts
Rose in ChainsIch habe dieses Buch gelesen ( durchgehalten wäre wohl das ehrlichere Wort ) und am Ende frage ich mich vor allem: Warum tut die Geschichte so, als sei sie tiefgründig, wenn sie eigentlich nur hübsch verpacktes ...
Ich habe dieses Buch gelesen ( durchgehalten wäre wohl das ehrlichere Wort ) und am Ende frage ich mich vor allem: Warum tut die Geschichte so, als sei sie tiefgründig, wenn sie eigentlich nur hübsch verpacktes Mittelmaß ist?
Briony, die Hauptfigur, soll stark, intelligent und rebellisch sein, dabei ist sie die meiste Zeit einfach nur anstrengend. Zwischen Trotzphase, Opferrolle und gelegentlichen “Ich-bin-plötzlich-sexy-und-mächtig”-Momenten weiß sie selbst nicht so recht, wer sie eigentlich sein will. Mal naiv, mal übergriffig, dann wieder scheinbar total strategisch. es wirkt weniger wie Charakterentwicklung, eher wie ein Algorithmus, der versucht, möglichst viele Tropes in eine Figur zu quetschen.
Und diese angebliche Liebesgeschichte mit Toven? Slowburn trifft’s nicht mal ansatzweise. Das ist ein ständiges „Fast passiert was, dann wieder Rückzieher“, garniert mit bedeutungsschwangeren Blicken und schmerzhaft unbeholfenen Gesprächen. Statt Spannung erzeugt das nur Frust (und wenn dann mal was passiert, fragt man sich, warum eigentlich). Selbst die Kussszene fühlt sich eher wie ein Kompromiss an als wie ein natürlicher Höhepunkt der Beziehung.
Die Handlung an sich? Ja, sie hat Potenzial das leider in gestreckten, vorhersehbaren Plots und halbgarer Gesellschaftskritik verpufft. Rebellion, Machtstrukturen, Magie, Gedankenkontrolle alles drin. Nur leider ohne echtes Gewicht. Es wirkt, als wolle das Buch „wichtig“ sein, dabei fehlt der Tiefgang. Die Rebellion plätschert, die politischen Strukturen sind ein Abziehbild und bei der Magie wird mehr geflüstert als erklärt.
Ein Lichtblick: Serena. Endlich eine Figur mit Haltung, Charisma und glaubhafter Ambivalenz. Und ja, der Drache war irgendwie cool aber der Epilog aus seiner Sicht kam so plötzlich, dass ich kurz dachte, ich hätte versehentlich in einem anderen Buch geblättert.
Am Ende bleiben viele Fragen offen aber nicht auf die gute Art. Eher auf die „Da hatte jemand beim Plotten keine Lust mehr“-Art. Und der Cliffhanger? Natürlich gibt’s einen. Muss ja, damit man Band zwei kauft.
Ob ich ihn lesen werde?
Nein.