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Veröffentlicht am 01.07.2024

Ein Ort, drei Geschichten

Unter dem Moor
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𝗗𝗿𝗲𝗶 𝗙𝗿𝗮𝘂𝗲𝗻, 𝗱𝗿𝗲𝗶 𝗟𝗲𝗯𝗲𝗻. Eine stirbt, eine rächt sich und eine kann sich retten. 🌳

In 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿 𝗱𝗲𝗺 𝗠𝗼𝗼𝗿 bekommen wir Einblick in das Leben dreier Frauen, die sich in unterschiedlichen Lebensabschnitten und ...

𝗗𝗿𝗲𝗶 𝗙𝗿𝗮𝘂𝗲𝗻, 𝗱𝗿𝗲𝗶 𝗟𝗲𝗯𝗲𝗻. Eine stirbt, eine rächt sich und eine kann sich retten. 🌳

In 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿 𝗱𝗲𝗺 𝗠𝗼𝗼𝗿 bekommen wir Einblick in das Leben dreier Frauen, die sich in unterschiedlichen Lebensabschnitten und -umständen befinden & doch auf die eine oder andere Weise miteinander verbunden sind:

▫️1936: Gine, deren Eltern künstlerisch tätig und keine Unterstützer des Regimes sind, wird zum Landjahr eingezogen.

▫️1962: Sigrun, die mit ihrer kleinen Familie in der DDR lebt, ist zwischen ihrem Wunsch nach Freiheit und der geforderten Konformität gefangen.

▫️heute: Nina kündig ihren Job & zieht sich für eine Auszeit zurück. Dabei stößt sie mit ihrer Hündin im Wald auf Knochen, die vermutlich nicht von einem Tier stammen…

Während es in der Gegenwart für die Protagonistin insbesondere um Mental Health & Sinnsuche geht, werden in den beiden Teilen aus der Vergangenheit vor allem Auswirkungen der politischen Systeme auf Gesellschaft & Privatleben dargestellt: Wie viel Widerstand bleibt ohne Konsequenz für das eigene Leben und denen, die einem an Herzen liegen? Was läuft unbemerkt oder geduldet direkt vor den Augen aller ab? Und welche Auswirkungen haben die Erlebnisse auf die folgenden Generationen?

„Wenn Freiheit nichts kosten würde, dann wäre sie auch nichts wert.“

Übergreifend beobachten wir, wie sich die Lebenswege der drei Frauen miteinander verschlingen, obwohl sie mehrere Jahre voneinander trennen. So setzt sich die Geschichte nach und nach zusammen: Jede Figur ein Puzzleteil, jeder Zufall vielleicht doch mehr als das. Viel mehr mag ich euch gar nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Mir haben die unterschiedlichen Zeitstränge und die regelmäßigen Wechsel sehr gut gefallen. Auch die Beschreibungen der Natur waren schön & haben mich schnell eingefangen. Zum Teil hatte ich allerdings das Gefühl, dass dadurch anderen Passagen der Platz gefehlt hat.

Insgesamt eine berührende Geschichte, die mir mal wieder gezeigt hat, dass viel mehr (historische) Romane bei mir einziehen sollten!

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Für einen gemütlichen Abend auf dem Sofa!

Von Raben und Prinzen
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In 𝗩𝗼𝗻 𝗥𝗮𝗯𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗣𝗿𝗶𝗻𝘇𝗲𝗻 werden wir direkt ins Geschehen geworfen: Um das Königreich abzusichern, soll die Prinzessin den Prinzen eines anderen Landes heiraten. Doch auf dem Weg in ihr neues Zuhause erkrankt ...

In 𝗩𝗼𝗻 𝗥𝗮𝗯𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗣𝗿𝗶𝗻𝘇𝗲𝗻 werden wir direkt ins Geschehen geworfen: Um das Königreich abzusichern, soll die Prinzessin den Prinzen eines anderen Landes heiraten. Doch auf dem Weg in ihr neues Zuhause erkrankt sie schwer & ohne Prinzessin bzw. ohne Vermählung gibt es keine Hoffnung… Deswegen soll eine andere in ihre Rolle schlüpfen & das Bündnis sichern: Elayne, eine ihrer Bediensteten.

🥺 Forbidden Love
👑 Secret Identity
🌱 Naturverbundenheit
🌸 Hochsensibilität

Oder wie ich sagen würde:

🦦 Otter Vibes: Jemand verschenkt einen Stein, der ab sofort immer mit dabei ist.
🐦‍⬛ Ein Rabe verliert die Geduld.
🌱 Gewächshaus als Rückzugspunkt – wäre auch meine Wahl!
⚔️ Cliffhangeralarm

Dank der Ausschnitte, die ich bereits durch eine Lesung kannte (die Autorin war super sympathisch!), wusste ich ungefähr, worauf ich mich einlasse – in den ersten Szenen werden direkt Zwiebeln geschnitten – und habe das Buch im passenden Moment in einem Rutsch beendet. Mit knapp 300 Seiten hat es dafür auch die ideale Länge.

Für mich ist es eines der Bücher mit denen man sich auf dem Sofa einrollt & abschalten kann. Und zwischendurch kann man kleinere Annäherungen, Sticheleien & witzige Momente beobachten:

»Woher kennt Ihr Euch mit Heilkräutern aus?« »Wer sagt, dass ich mich auskenne? Ich könnte Euch mit Petersilie eingerieben haben.« 🌱🐞

Und obwohl wir Bücher natürlich nicht nach dem Äußeren beurteilen wollen: Das Cover und die Illustration machen richtig etwas her! Außerdem bekommen wir hier nicht nur einen Prinzen, sondern direkt zwei. Ich kenne euch, einige klatschen jetzt begeistert in die Hände. 🤭



Eine Kleinigkeit hat mich allerdings weniger überzeugt (Mini-Spoiler für die ersten 60 Seiten): Elaynes geheime Identität fliegt früh & auf eine Art auf, die mir etwas zu einfach war. Auf Bd. 2 bin ich trotzdem gespannt.

Insgesamt habe ich die Geschichte gerne verfolgt & ich könnte mir vorstellen, dass euch das Buch gefällt, wenn ihr A Crown of Fangs and Fury mochtet!

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Überraschend!

Lil
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Lil hat nicht nur ein, wie ich finde, hübsches Cover und einen vielversprechenden Klappentext, sondern auch eine kleine Besonderheit: Die Erzählerin erzählt ihrer Hündin Miss Brontë die Geschichte ihrer ...

Lil hat nicht nur ein, wie ich finde, hübsches Cover und einen vielversprechenden Klappentext, sondern auch eine kleine Besonderheit: Die Erzählerin erzählt ihrer Hündin Miss Brontë die Geschichte ihrer Ururururgroßmutter Lillian »Lil the Kill« Cutting – und ihre Hündin formuliert durchaus an der einen oder anderen Stelle Einwände. Falls ihr eher der Einstellung seid, dass sprechende Tiere in Disneyfilme gehören: Hier kam es mir weder albern noch unpassend vor.🤞🏼

Anhand verschiedener Situationen in unterschiedlichen Lebensbereichen wird schnell deutlich, dass es Konsequenzen hat, sich nicht gemäß der gesellschaftlichen Erwartungen (gemessen an z. B. Geschlecht & Herkunft) zu verhalten.

Bleiben wir bei Lil, auch wenn es viele weitere Beispiele im Buch gibt: Lil ist nicht nur selbstbewusst und unabhängig (schlimm genug), sondern (was ein Skandal!) auch erfolgreich und sogar erfolgreicher als manch anderer (das kann es gar nicht geben). Ihre Weitsicht und Investitionen sind selbstverständlich wahnsinnige & irrsinnige Unterfangen (immerhin ist sonst niemand darauf gekommen) und damit ein Zeichen ihres geschundenen geistigen Zustands (was ein Elend, dass sie sich als clevere Schachzüge erweisen). Kurzum, man ist sich einig: Sie stört, muss weg und mit rechten Dingen geht hier auch nichts zu! Aber was, wenn sie plötzlich nicht mehr alleine dasteht?

Auf unter 300 Seiten werden wir mit vielen Themen konfrontiert: Macht, Moral, Gerechtigkeit, Würde, Emanzipation, Feindseligkeiten und Ungleichbehandlungen in vielen Formen, die Bedeutung von Geld… Ich habe mich zwischendurch durchaus aufregt.

Ein wenig schade fand ich, dass wir viel über Lil erzählt bekommen, aber keine Szenen „mit ihr“ erleben. Vom Klappentext aus war ich von einer größeren Nähe zur Figur ausgegangen. Diese gewisse Distanz ergibt sich im Übrigen bei allen Figuren. Mein Lesevergnügen blieb davon aber letztendlich ungetrübt, man muss sich nur darauf einlassen. Für mich ein überraschend gutes, wenn auch emotional nicht ganz einfaches, Buch!

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Veröffentlicht am 06.05.2024

Neuen Berufswunsch freigeschaltet: Giftgärtnerin! 🌱

Ivy und die Magie des Poison Garden
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Im Poison Garden wollen nicht nur Pflanzen wie Fingerhut & Tollkirsche gepflegt werden, sondern auch Feen, Nixen und Maikäfer ein behütetes Leben führen – mehr oder weniger. Selbstverständlich ist nicht ...

Im Poison Garden wollen nicht nur Pflanzen wie Fingerhut & Tollkirsche gepflegt werden, sondern auch Feen, Nixen und Maikäfer ein behütetes Leben führen – mehr oder weniger. Selbstverständlich ist nicht alles so harmonisch: In 𝗜𝘃𝘆 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗶𝗲 𝗠𝗮𝗴𝗶𝗲 𝗱𝗲𝘀 𝗣𝗼𝗶𝘀𝗼𝗻 𝗚𝗮𝗿𝗱𝗲𝗻 von Gesa Schwartz gibt es auch rivalisierende Gruppen, kleine Kampfeinlagen und eine Entführung – zu viel will ich aber nicht verraten. Am besten bringt ihr gemeinsam mit Ivy und ihren Begleitern in Erfahrung, was mit ihrem Großvater geschehen ist. 🤫

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört (gelesen von Lea Fleck), deswegen kann ich von den Illustrationen/Pflanzensteckbriefen, die die Kapitel im Print schmücken, nur basierend auf der Leseprobe bzw. dem Durchblättern schwärmen, aber zumindest kann ich sagen, dass die Geschichte richtig Spaß gemacht hat. Und wie könnte sie auch nicht, immerhin werden hier (Gift-)Pflanzen & Mythologie verknüpft!

🌱 Wusstet ihr übrigens, dass Maiglöckchen nicht nur eine fünf Sterne Insel bei Animal Crossing verraten, sondern auch zu den Pflanzen zählen an denen alle Bestandteile giftig sind?

🔜 Der zweite Band „Ivy und das Herz des Poison Garden“ erscheint im Herbst.

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Veröffentlicht am 06.05.2024

Für mich etwas zu brutal, aber dennoch ein gutes Buch!

Die flüsternde Muse
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Willkommen am Mercury Theater, wo Träume Wirklichkeit werden – oder mit euch zu Grabe getragen werden.

Als Jenny eine Anstellung am Mercury Theater angeboten bekommt, bietet sich ihr die Chance das Leben ...

Willkommen am Mercury Theater, wo Träume Wirklichkeit werden – oder mit euch zu Grabe getragen werden.

Als Jenny eine Anstellung am Mercury Theater angeboten bekommt, bietet sich ihr die Chance das Leben ihrer Geschwister deutlich zu verbessern. Doch Angebote, die zu gut sind, um wahr zu sein, sind es meist auch… Und so findet sie sich bereits nach kurzer Zeit zwischen Gerüchten, Fehden, Geheimnissen und tragischen Vorfällen wieder.

Das Buch könnte etwas für euch sein, wenn…

- Besessenheit, Aberglaube & Tragödie für euch nach einer vielversprechenden Kombination klingt.

- das Theater für euch einen ganz besonderen Glanz hat, ihr gleichzeitig aber auch einen Blick hinter die Bühne werfen wollt.

- ihr aktuell in eurer Vampir-Ära seid: Hier wird's blutig – auch ohne spitze Zähnchen.

Einer meiner liebsten Momente im Buch ist der Beginn des ersten Theaterbesuchs der Geschwister. Die Beschreibung, wie sie das Theater nach und nach für sich einnimmt, hat mir wahnsinnig gut gefallen. Vielleicht, weil ich dem Zauber des Theatersettings ebenfalls verfallen bin.

Das Gerücht zum Pakt mit Melpomene, der Muse der tragischen Dichtung, hat der Geschichte einen interessanten mythologischen Anstrich gegeben. Hinzu kommen kleinere weitere Aberglauben, mit denen sich Jenny – die sich neu im Theaterumfeld einfindet – konfrontiert sieht: „Verlassen Sie den Raum. Drehen Sie sich dreimal auf dem Treppenabsatz, dann spucken und fluchen Sie, was das Zeug hält. Klopfen Sie an, um wieder hereinzukommen. Nur so kann der Fluch aufgehoben werden.“ Wisst ihr, welches Stück hier nicht beim Namen genannt werden darf?

Mein liebstes Buch bleibt allerdings „Der Schattenriss“. Dort war das Zusammenspiel zwischen Übernatürlichem und tragischen Ereignissen für mein Empfinden etwas nuancierter und der Fokus stärker auf das unheilvolle Gefühl und weniger auf Ekel ausgerichtet. Trotzdem hatte das Theatersetting in „Die flüsternde Muse“ durchaus seinen Charme. Mir fehlen jetzt nur noch „Die stillen Gefährten“!

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