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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.05.2024

Perfekt zum Abtauchen

Island Dreams – Die Imkerei am Meer
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Im ersten Band der neuen Reihe drehte sich alles um den Abbey-Garden auf einer der Scilly Islands vor England. Auch dieser zweite Band ist in sich abgeschlossen und lässt sich gut einzeln lesen.

Hazel ...

Im ersten Band der neuen Reihe drehte sich alles um den Abbey-Garden auf einer der Scilly Islands vor England. Auch dieser zweite Band ist in sich abgeschlossen und lässt sich gut einzeln lesen.

Hazel Armstrong war im früheren Leben mal jemand anderes. Sie musste viel einstecken und hat, wie sie meint, ihr altes Leben hinter sich gelassen. Das dem nicht so ist, merkt die heutige Imkerin als ein junger Mann auftaucht, der sich für ihre Bienen interessiert. Ach, so ein Liebesroman! Nö. Beziehungsweise Jein, beides. Aber völlig anders, überhaupt nicht kitschig-seicht, auch nicht sehr tiefgründig, sondern – na, anders eben. Der Roman endet völlig anders als gedacht. Lesen hilft! Man lernt die Scilly-Islands noch besser kennen als im ersten Band. Dazu kommen bekannte Figuren wieder vor, denn Hazel ist mit dessen Hauptfigur Pippa und ihrem Mann tief befreundet. Chris interessiert sich für Bienen, hat aber ein Trauma. Weil Hazel mit ihm mehr zu tun bekommt als ihr eigentlich lieb ist, kommt sein Trauma ihrem näher. Und Hazels harte Schale wird bröselig. Dazwischen passiert viel Lebendiges, viel Kurzweiliges und amüsante Begegnungen kommen dazu.
Es ist ein warmherziger Roman mit etwas Tiefe und viel Leben. Ideal für den Strand oder den Liegestuhl. Oder für verregnete Wochenenden.

Veröffentlicht am 26.05.2024

Prima

Die Sehenden und die Toten
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Man wird gut in die einzelnen Figuren eingeführt, so nach und nach lernt man sie im Laufe des Lesens besser kennen. Auch Carla lässt in ihren Gedanken immer mal wieder durchblitzen, warum sie so und nicht ...

Man wird gut in die einzelnen Figuren eingeführt, so nach und nach lernt man sie im Laufe des Lesens besser kennen. Auch Carla lässt in ihren Gedanken immer mal wieder durchblitzen, warum sie so und nicht anders handelt. Das Wendland ist groß, ziemlich sandig und landschaftlich nicht nur für Reiter reizvoll. Verstreute Dörfer, die Polizeistation in Uelzen ist klein, die in Dannenberg offenbar noch kleiner. Die Rechtsmedizin sitzt in Lüneburg, man kommt rum. Und auch interne gibt es etwas zu bemängeln, ein vom LKA nach Uelzen versetzter Polizeirat, der menschlich unangenehm ist. Carla fuchst sich ins Team ein, beißt sich an einigen Stellen durch. Und ihr Team findet immer mehr Indizien. Man muss bis zum Schluss lesen, um wissen, wer wen warum umgebracht hat. Die Spannung steigt und man fiebert mit.

Veröffentlicht am 17.05.2024

Idealer Wohlfühlroman mit etwas Tiefe

Toskanische Mandelträume
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Noemi erlebt einen schrecklichen Moment und wird von ihrem Arbeitgeber entlassen. Da sie nicht so recht weiß, was sie nun machen soll, begibt sich die Konditorin auf eine Reise nach Italien. Zuerst zu ...

Noemi erlebt einen schrecklichen Moment und wird von ihrem Arbeitgeber entlassen. Da sie nicht so recht weiß, was sie nun machen soll, begibt sich die Konditorin auf eine Reise nach Italien. Zuerst zu ihrer Freundin nach Venedig. Und da kommt die erste Chance:

Auf den Spuren ihrer leider verstorbenen, aber zu Lebzeiten sehr lebhaften Oma lernt sie die Besitzer der Chocolateria Simonetti in Venedig kennen. Der Anfang ist eher katastrophal, aber sie erhält eine zweite Chance und lernt dabei Fabio kennen. Statt einer chaotischen, schnöden Romanze entwickelt sich etwas ganz anderes. Man erlebt eine lebhafte junge Frau, die ihren Verstand einzusetzen weiß und mehr über das Leben ihrer italienischen Großmutter erfahren möchte. Dabei lernt sie einige ihrer Weggefährten kennen, verkauft Pralinen und meistert ihren Weg in diesem Sommer. Es könnte so oder so ähnlich tatsächlich geschehen.
Ich habe den Roman gestern an einem freien Nachmittag bis in die Nacht geschmökert. Denn nichts ist vorhersehbar und der Schreibstil ist ebenso wunderbar anregend wie die Protagonisten. Und es gibt natürlich auch Leute, die man am liebsten an die Wand klatschen möchte! Idealer Wohlfühlroman mit etwas Tiefe!

Veröffentlicht am 17.05.2024

Perfekter Wohlfühlkrimi

Provenzalische Flut
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Pierre Durand, der Dorfpolizist und ehemalige Kommissar der Police nationale, hat endlich seine Charlotte geheiratet. Es wird großartig gefeiert und danach brechen die beiden in ihre Flitterwochen auf. ...

Pierre Durand, der Dorfpolizist und ehemalige Kommissar der Police nationale, hat endlich seine Charlotte geheiratet. Es wird großartig gefeiert und danach brechen die beiden in ihre Flitterwochen auf. Nicht weit entfernt, an die Côte Varoise mit Abstechern auf die vorgelagerten Inseln.

Es ist ein etwas anderer Krimi als sonst. Erstens spielt er an der Küste statt wie sonst im Hinterland und zweitens versucht Pierre einen Mann vor dem Ertrinken zu retten. Und erfährt in dessen letzten Atemzügen, das dieser wohl ermordet wurde. Vergiftet. Der Polizist in den Flitterwochen bemüht sich so zu ermitteln, dass Charlotte nix mitbekommt. Aber das gelingt nicht…

Es ist ein Krimi, den man anfängt zu lesen ohne wieder aufhören zu können. Ideal für den Strandkorb oder die Gartenliege oder das Sofa bei Mistwetter 🙃. Sehr spannend und gleichzeitig machen die Erlebnisse der beiden Lust darauf die Küste vor Toulon und St. Tropez zu erkunden. Dahin führen u. a. Erlebnisse der Flitterwöchner oder eben die heimlichen Ermittlungen, die nachher zwar die Polizei vor Ort übernimmt. Aber eben nicht nur. Der zehnte Band ist beileibe alles andere als langweilig. Er ist ein wahrer Krimi und nimmt auch das französische Lebensgefühl leicht aufs Korn.

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Veröffentlicht am 04.05.2024

Imposant

Das letzte Feuer
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Die Provence besteht zum Teil aus einer ziemlich kargen Landschaft, die man erst fruchtbar machen muss bevor man ernten kann. So manches Bergdorf konnte vor dem Einsetzen des Tourismus ein Liedchen davon ...

Die Provence besteht zum Teil aus einer ziemlich kargen Landschaft, die man erst fruchtbar machen muss bevor man ernten kann. So manches Bergdorf konnte vor dem Einsetzen des Tourismus ein Liedchen davon singen. Maria Borrely lebt nicht mehr, ihre Bücher werden wieder neu aufgelegt und übersetzt. Und ich bin froh darüber, denn sie schrieb nicht nur hervorragend, sie beschrieb das damalige Lebensgefühl sehr eindrücklich. Man kann die distelige, sandig-lehmige, schroff-bergige Provence förmlich riechen. Die Macchia, in der die Ziegen grasen und die Hühner scharren. Das karge Leben der Bergbauern, die lieber nicht am tosenden Fluss wohnen sondern nur den Auenbereich nutzen. Als der Fluss "gezähmt wird, trauen sich die meisten Dorfbewohner nach unten in die Nähe des Ufers. Dort ist das Leben weit weniger kompliziert, denn der fruchtbare Auenboden bringt gute Erträge. Einzig die starrsinnige Alte, Pélagie, bleibt am Berg. Sie kennt die Fluten der Flüsse, die es von Zeit zu Zeit gibt und traut dem Wasser nicht allzusehr.

Das Buch ist zwar nicht lang, aber der Text beeindruckt trotz kurzer Kapitel und weniger Worte. Man liest zwischen den Zeilen, so, wie man die Düfte der Macchia einatmen würde und doch mehr im Gestrüpp entdeckt als vorher geahnt.

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