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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2024

Fesselnd und aktuell

Der 1. Patient
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„Der 1. Patient“ von Michael Tsokos & Florian Schwiecker ist bereits der vierte Band einer Justiz-Krimireihe um den Berliner Strafverteidiger Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer - und hat ...


„Der 1. Patient“ von Michael Tsokos & Florian Schwiecker ist bereits der vierte Band einer Justiz-Krimireihe um den Berliner Strafverteidiger Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer - und hat mich erneut begeistert. Das Buch thematisiert den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin.
Eine Routine-Operation der Chefärztin Dr. Sasha Müller endet für den Patienten tödlich. Der erste Patient in einem Tötungsdelikt, in das eine KI verwickelt ist.
Nach der Obduktion kommt die Rechtsmedizin zu dem eindeutigen Schluss, dass ein Behandlungsfehler vorliegt. Die Staatsanwaltschaft klagt Dr. Müller daraufhin wegen fahrlässiger Tötung an.
„Der 1. Patient“ ist spannend und unterhaltsam. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Sasha Müller kommt sympathisch rüber, der Anästhesist eher nicht. Doch so einfach ist es nicht.
Florian Schwiecker präsentiert als ehemaliger Strafverteidiger wieder interessante Einblicke in die Tätigkeit eines Rechtsanwalts und in seine Arbeit vor Gericht. Vor allem Zeugenvernehmungen stellt der Autor sehr realistisch dar.
Rocco Eberhardt ist ein engagierter Rechtsanwalt mit außergewöhnlichen Methoden, der weiß, wie er mithilfe seines Privatermittlers an Informationen gelangt.
Michael Tsokos ist hier leider nur Co-Autor. Denn die Szenen in der Rechtsmedizin sind kurz, wenig detailliert und nehmen im Plot keine zentrale Rolle ein.
Bis kurz vor Schluss hätte ich dem Buch 5* gegeben. Es ist nicht die krasse Wendung, auch nicht der Täter, aber das Motiv, das mich nicht überzeugt.

Fazit: Packender Justiz-Krimi über ein brandaktuelles Thema!

Veröffentlicht am 20.05.2024

Blutig und brutal

Krähentage
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„Krähentage“ ist mein erster Roman von Benjamin Cors. Aber, wenn nicht jetzt, wann dann? Meine Bewertung fällt durchaus positiv aus. Worum geht es?
Die neu gegründete Einheit „Gruppe 4“ rund um das Ermittlerduo ...

„Krähentage“ ist mein erster Roman von Benjamin Cors. Aber, wenn nicht jetzt, wann dann? Meine Bewertung fällt durchaus positiv aus. Worum geht es?
Die neu gegründete Einheit „Gruppe 4“ rund um das Ermittlerduo Jakob Krogh und Mila Weiss wird mit ihrem ersten Fall konfrontiert. Die Ermittlungen laufen an, bis im Zuge der Befragungen ein Leichenfund gemacht wird.
Makaber: Die Frau wurde nach ihrem Tod von mehreren Zeugen gesehen, die auch mit ihr sprachen. Eigentlich unmöglich. Und was haben die Krähen in der Wohnung zu suchen? Ein weiterer Toter wird gefunden, der Modus Operandi scheint der gleiche zu sein.
Der Autor hat einen ungemein packenden Auftakt zu einer neuen Thrillerreihe geschrieben. Hart, blutig und spannend. Die Geschichte wird meist aus der Perspektive der Ermittler erzählt. Zwischendurch gibt es Abschnitte aus Tätersicht, die für Gänsehaut sorgen.
Ich fand die Figurenzeichnung der Ermittler gelungen, es sind unverwechselbare Charaktere. Die Handlung ist absolut spannend, am Ende gibt es eine Überraschung, die mich umgehauen hat. Ein kleiner Cliffhanger macht neugierig auf die Fortsetzung.

Fazit: Düsterer, packender Start einer neuen Thrillerreihe, die nicht in Frankreich, sondern in Deutschland verortet ist.

Veröffentlicht am 12.05.2024

Natur, Ruhe, ein Hauch Magie? Weit gefehlt!

Weißglut
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Da ich nordische Krimis liebe und dieses Jahr noch nach Helsinki reisen werde, habe ich bei „Weißglut“ von Tobias Quast zugegriffen. Worum geht es?
Matti, genannt „das Walross“, wird im Streit um ein ...


Da ich nordische Krimis liebe und dieses Jahr noch nach Helsinki reisen werde, habe ich bei „Weißglut“ von Tobias Quast zugegriffen. Worum geht es?
Matti, genannt „das Walross“, wird im Streit um ein wertvolles „Ding“ von einem Mann unter Wasser gedrückt - und stirbt.
Danach lernen wir Sarah Fuchs kennen. Sie wird in München von der Presse verfolgt. Denn ihr Mann hat eine Neue. Nach dem Besuch bei einer Wahrsagerin flüchtet sie nach Helsinki. Sie will sich in der Einsamkeit Finnlands in ein „mökki“, ein Sommerhaus, zurückziehen. Doch sie verwechselt das mökki und findet am nächsten Morgen Mattis Leiche.
In einem weiteren Handlungsstrang begegnen wir Onni. Er lebt in Helsinki und ist sehr speziell; er hat das Asperger-Syndrom. Onni will seine Doktorarbeit über finnische Mythologie schreiben und ist dafür auf der Suche nach einer besonderen Statue. Sie führt ihn nach Sysmä…
Die Geschichte hat mich ein bisschen an „Jäger des verlorenen Schatzes erinnert“, spannend und humorvoll. Dem starken Anfang folgt ein schwächerer Mittelteil. Ständige Wiederholungen, Missverständnisse und Sprichwörter, gehen zu Lasten der Spannung. Ab einem bestimmten Punkt wird die Geschichte zudem ziemlich vorhersehbar.
Die Figurenzeichnung ist skurril: eine Protagonistin, die sich dauernd mit Cherry Topaz die Lippen nachzieht, in High Heels mit einem mit Swarovski-Kristallen verzierten Bolerojäckchen und einem Gucci-Rucksäckchen durch die finnische Wildnis stakst. Ist das noch lustig? Ich bin nicht sicher, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde…

Fazit: Spannend und humorvoll, konnte mich aber insgesamt nicht vollständig überzeugen.

Veröffentlicht am 27.04.2024

Morde im Umfeld von Fridays for Future

Ich lieb' dich überhaupt nicht mehr
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„Ich lieb' dich überhaupt nicht mehr“ von Lars Haider ist nach „Einer muss den Job ja machen“ der zweite Fall für den Journalisten und frischgebackenen Vater Lukas Hammerstein. So gut der Vorgänger auch ...


„Ich lieb' dich überhaupt nicht mehr“ von Lars Haider ist nach „Einer muss den Job ja machen“ der zweite Fall für den Journalisten und frischgebackenen Vater Lukas Hammerstein. So gut der Vorgänger auch war, der neue Krimi ist noch besser, spannender. Wie gehabt stammt der Titel aus einem Lied von Udo Lindenberg, der hier wieder mit von der Partie ist. Doch worum geht es?
Als in Hamburg Demonstrationen von Klimaaktivisten beginnen und sich Lukas’ Freund Clemens ausgerechnet in das bekannteste Gesicht der Bewegung, Mara Altmeier, verliebt, bekommt der Reporter zu tun: Erst stürzt ein Mann vom Hochhaus, dann wird Maras Freundin Anna entführt, und schließlich entkommt sie selbst nur knapp einem Anschlag. Wo ist die Verbindung?
Lukas, Polizeireporterin Kaja Woitek und Kripochef Enno von Spoercken ermitteln. Wenn nur Dackeldame Finchen nicht wäre. Denn nicht nur sie hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt.
„Ich lieb' dich überhaupt nicht mehr“ ist spannend und unterhaltsam. Es geht um Anschläge auf Klimaaktivisten. Wie bastel ich mir eine Hauptfigur? Aus alt mach neu, aus Meier Bauer und aus Mara Luisa, und schon hat man Mara Altmeier.
Leider gehen die Eskapaden des labilen Dackels erneut zu Lasten der Spannung. Das Privatleben nimmt diesmal nicht so viel Raum ein wie befürchtet. Und so freue ich mich auf die Fortsetzung, „Hinterm Horizont geht's weiter“, die schon im September 2024 erscheinen soll.

Fazit: Aktuell, humorvoll und mit viel Hamburg-Flair!

Veröffentlicht am 29.03.2024

Hölle, Hölle, Hölle

Schneeweißchen stirbt
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„Schneeweißchen stirbt“ von Elias Haller ist der dritte und finale Band der Grimm-Thrillertrilogie. Es empfiehlt sich, die Vorgänger gelesen zu haben. Denn es gibt viele Bezüge aus der Vergangenheit.
Im ...


„Schneeweißchen stirbt“ von Elias Haller ist der dritte und finale Band der Grimm-Thrillertrilogie. Es empfiehlt sich, die Vorgänger gelesen zu haben. Denn es gibt viele Bezüge aus der Vergangenheit.
Im Mittelpunkt steht Nora Rothmann, Sonderermittlerin beim LKA Berlin. Sie ist zuständig für Korruptionsfälle in den eigenen Reihen. So ist sie auf eine mysteriöse Gruppe gestoßen, die sich Grimm nennt. Hat diese Gruppe auch ihre Familie ermordet: Mutter, Vater, Bruder?
Traumatische Erlebnisse haben Noras Leben ruiniert. Früher fand sie Trost bei ihrer Kinderfreundin Fiona: Schneeweißchen und Rosenrot. Doch beide haben schon lange keinen Kontakt mehr. Kann Fiona ihr jetzt bei den Ermittlungen um die Geheimorganisation helfen?
Ein heftiger Einstieg. Erneut lässt uns Elias Haller in tiefe menschliche Abgründe blicken. Märchen in ihrer schlimmsten Form. Verbrechen und deren Vertuschung.
Gekonnt springt der Autor durch Zeit und Raum. Immer wieder sind Rückblenden in die Vergangenheit eingestreut. Was war damals tatsächlich geschehen?
Dass ich mich über das Wiedersehen mit Nora gefreut habe, wäre gelogen. Denn Nora ist unberechenbar, Nora ist stur und sie macht am liebsten alles im Alleingang.
Das Ende schockiert. Allerdings habe ich es als geübte Krimi- und Thrillerleserin kommen sehen.

Fazit: Hart. Verstörend. Mitreißend. Mein Bedarf an Märchen ist damit erst mal gedeckt.