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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Tod der Logik und des guten Schreibstils

Totenfrau
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Blum ist Bestatterin, ihr Mann Polizist. Sie lieben sich sehr, haben zwei Kinder, ein Haus, einen alten Vater, der bei ihnen wohnt. Topleben also. Dieses Topleben endet abrupt, als eines Tages Blums Mann ...

Blum ist Bestatterin, ihr Mann Polizist. Sie lieben sich sehr, haben zwei Kinder, ein Haus, einen alten Vater, der bei ihnen wohnt. Topleben also. Dieses Topleben endet abrupt, als eines Tages Blums Mann überfahren wird. Blum glaubt nicht an einen Unfall mit Fahrerflucht, also macht sie sich auf, seine letzten Tage zu rekonstruieren. Dabei stößt sie auf Widersprüche in seinen Ermittlungen, auf eine Gruppe Männer, die sich Frauen und Männer als Sklaven halten, auf Korruption in den Reihen der Polizei. Ihr hilft dabei nicht nur Reza, der Bursche für alles in ihrem Haushalt, den sie und ihr Mann mal irgendwann aufgenommen haben, sondern auch ihre Vergangenheit als kaltblütige Mörderin.

Gott, was für ein Schrott. Der Schreibstil soll wohl besonders innovativ sein, tatsächlich zeichnet er sich durch Langeweile und Stakkatostil aus. Wiederholungen liebt ja der Herr Aichner. Spätestens beim 400. Mal Blum und Mark wollte ich nur noch schreien. Und wie Blum bei ihren Nachforschungen immer alles in den Schoß gefallen ist! Man hätte auch Micky Maus lesen können, obwohl Doing, Platsch, Plumps, Däng spannender gewesen wäre. Der Autor ergötzt sich an einem perversen Polizisten, dem einer abgeht, wenn er Fotos von Leichen ansieht, allgemein sind die Protagonisten dieses Buches alle pervers. Da nehme ich schon gar nicht Blum und ihren ach so ehrenwerten ermordeten Polizistenehemann aus, der wusste, dass er eine widerliche Mörderin heiratet.

Ach, das war alles so ein Humbug und eine Zeitverschwendung, dass ich nichts weiter darüber sagen möchte.

Veröffentlicht am 29.04.2026

Devil's Backbone

Dear Reader (Devil's Backbone Society 1)
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Ashley hat Glück, denn sie erhält ein Stipendium für die Neveah University. Weniger Glück hat sie mit ihrem Stiefbruder und seinen Freunden. Ihre Mutter hat den reichsten Mann der Welt geheiratet und daher ...

Ashley hat Glück, denn sie erhält ein Stipendium für die Neveah University. Weniger Glück hat sie mit ihrem Stiefbruder und seinen Freunden. Ihre Mutter hat den reichsten Mann der Welt geheiratet und daher muss sie sich jetzt mit dem heißen Nate und seinen noch heißeren Homies rumärgern. Dann wird sie auch noch mehr oder weniger gezwungen, in die Devil's Backbone Society einzutreten, es gibt ein paar Tote, aber ach, wen stört's, Hauptsache, die heißesten Typen der Uni sind zwar scharf auf Ashley, behandeln sie aber dauernd wie Dreck, entführen sie, misshandeln sie und beschimpfen sie als Hre und Ntte, aber wen stört's, das kommt doch in den besten Familien vor - oder?

Was war ich lesend? Wieso hat dieses Buch so viele gute Bewertungen? Was stimmt mit den Charakteren hier nicht? Was zum Teufel einfach nur?! Ashley als Protagonistin hätte cool sein können, eigentlich. Wenn sie nicht sofort ihre letzte Gehirnzelle verlieren würde, sobald ein gutaussehender Dude auch nur in ihre Richtung atmet. Dann mutiert sie zu einer rossigen Stute, die jedem Hengst ihr Hinterteil präsentiert. Und oh, ein Typ behauptet gegenüber seinen Freunden, dass sie für ihn für ein paar tausend Dollar die Beine breit gemacht hat? Na, nicht so schlimm. Er sieht sooooooo hot aus, den nehme ich erst als Fake-Freund und dann als richtigen. Oder doch nicht so ganz als richtigen, denn seine A...lochfreunde sind ja ebenfalls megaheiß, mit denen muss auch erstmal in die Kiste gehopst werden (meistens ohne Kiste). Dass jeder sie als Schlampe von den Typen bezeichnet, ist überhaupt nicht schlimm.

Cool auch die Mutter und ihr neuer Stiefvater. Einmal ist Ashley wirklich traumatisiert nach einem Erlebnis, für dass sie diese A...lochtypen verantwortlich macht. Mutter und Stepdad haben nichts Besseres zu tun, als eben diese Typen dem traumatisierten Mädchen gegenüberzustellen und zu sagen: Ach, das waren die nicht. Alles halb so schlimm. Na dann. Weiter im Text. Wo ist die nächste Kiste? Oder Wand? Oder Tisch? Und wen stören schon Tote auf der Straße und Blut an den Händen des gerade eben Lovers? Das Mädel läuft aus, es braucht Spice im Leben! Ein geköpfter Mann im Bett? No problem. Same same but different. Überhaupt. Der Teufel mag ein Rückgrat haben in dieser Society, Ashley hat keines. Wenn mich jemand ständig als H*re bezeichnet, wäre mir egal, wie gut derjenige aussieht. Ich würde ihm vielleicht seine Balls zertreten, aber ganz gewiss nicht seinen fetten Dick an mich ranlassen. Wie abartig ist das bitte?

Die vier Dudes bezeichnen sich selbst übrigens als quasi Brüder, haben aber null Problem damit, die Freundinnen des jeweils anderen flachzulegen. Die gehen auch alle fremd, aber geshamed werden dann die jeweiligen Frauen. Alles klar. Coole Message. Nicht. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich dieses Buch abgestoßen hat. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass Ashley mal aufwacht und sich dieser Typen entledigt oder dass die "geheimnisvolle Person im Hintergrund" mit dem Tagebuch das übernimmt, aber da wurde ich leider enttäuscht.

Das Ende habe ich gefeiert. Wird wohl leider nicht so ausgehen, wie es gerade aussieht, aber das, was ihrem Fake turned richtig oder nicht richtig Freund passiert ist, hoffe ich, wird auch den anderen Typen passieren. Das Buch hat bei mir wirklich Emotionen ausgelöst - Wut und Abscheu. Falls das beabsichtigt war, ist es natürlich eine 5-Sterne-Lektüre.

Veröffentlicht am 02.04.2026

Hooters Girl

New York Alpha (Sammelband 1)
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Eine Frau findet sich plötzlich in der Gesellschaft von sechs ultraheißen Kerlen wieder, die behaupten, Werwölfe - sorry, Carnivoren? Cornichons? Carnicoren? whatever! - zu sein. Es handelt sich um Adrian ...

Eine Frau findet sich plötzlich in der Gesellschaft von sechs ultraheißen Kerlen wieder, die behaupten, Werwölfe - sorry, Carnivoren? Cornichons? Carnicoren? whatever! - zu sein. Es handelt sich um Adrian und seine Betas, einer schöner, muskulöser etc. als der andere. Niemand natürlich so wie Adrian, der Alpha. Helena, so der Name der Frau, ist eine Omega und sämtliche Alphas der Welt sind jetzt hinter ihr her, deshalb muss sie von Adrian und seinen männlichen Cornichons (or whatever!) beschützt werden. Das Beschützen äußert sich mehr oder weniger dadurch, dass sie in ein Luxusleben in einem Luxuspenthouse geführt und dort mehr oder weniger ständig verführt wird.

Was war ich lesend? Dabei habe ich es nicht mal geschafft, den Sammelband durchzulesen. Ich glaube, es war in Part 2 (also immerhin schon recht zum Ende des Sammelbands), dass der krasse, megatolle Alpha es für nötig hielt, einen seiner eigenen Männer gefühlt 1000 x zu grapen, um ihm zu zeigen, dass er der krasse, megatolle Alpha ist. Übelkeitserregend. Ekelhaft. Widerlich. Dazu ein plumper Schreibstil und die megakrassen Betas zeichneten sich beinahe durchweg durch das kindische Verhalten pubertierender 15jähriger aus. Handlung zwischen Sex und Grape, keine Tiefe oder Charakterisierung der einzelnen Personen. Und seit wann ist ein Rudel eine Gruppe von Typen mit einer Omega? Das System A, B, O (Alpha, Beta, Omega) klingt vielleicht nach Blutgruppen, aber nicht nach einem Rudel. Irgendwo habe ich gelesen, dass sich die Autorin mit dieser Reihe an ein neues Genre gewagt hat als Experiment. Ich würde sagen: Experiment gescheitert.

Veröffentlicht am 21.05.2024

Stalker

Haunting Adeline
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Adeline ist Autorin und lebt allein in dem großen Haus, das einst ihrer Großmutter gehört hat. Diese ist vor vielen Jahren unter ungeklärten Umständen ermordet worden, doch sie findet heraus, dass sie ...

Adeline ist Autorin und lebt allein in dem großen Haus, das einst ihrer Großmutter gehört hat. Diese ist vor vielen Jahren unter ungeklärten Umständen ermordet worden, doch sie findet heraus, dass sie einen Stalker hatte. Auch Adeline wird plötzlich von einem Stalker verfolgt, der nicht nur dauernd auf der Veranda herumsteht und sie beobachtet, sondern auch ins Haus eindringt, wenn sie schläft. Und dann dringt er nicht nur weiter in ihrer Privatsphäre ein, sondern auch in ihren Körper.

Ich weiß nicht mal, wo ich hier anfangen und enden soll. Ich glaube, wenn ich alles an Ekel rauslasse, was dieses Buch in mir ausgelöst hat, werde ich in drei Tagen nicht fertig und die Rezension ist länger als das Buch, das ohnehin viel zu lang, zu langgezogen und zu widerwärtig ist. Deshalb versuche ich, mich kurzzufassen. Erst mal vorneweg für alle, die das scheinbar nicht checken: Dark Romance bedeutet, dass das Loveinterest (meistens der Mann) ein morally grey charakter ist, aber nicht, dass er der Heldin etwas antut. Nun, dieser Zade - der Mann - ist tatsächlich ein morally grey charakter, denn er tötet so, wie andere nach der Fliegenklatsche greifen. Und eigentlich hätte ich auch nichts gegen seinen blutigen Feldzug in der Welt, weil er behauptet, missbrauchte Mädchen aus den Händen von Mädchenhändlern zu befreien. Soweit wäre das noch gut. Aber dann sieht er Adeline und denkt sich: Hey, cool. Die nehme ich mir. Ob sie will oder nicht. Und sie will nicht. Sie sagt ihm nicht nur einmal, nicht nur zweimal, nicht nur dreimal: Nein. Geh weg. Ich will das nicht. Interessiert diesen "Helden" nicht. Er, der große Held, der Mädchen vor Missbrauch rettet (ob das stimmt, kann ich nicht sagen, glaube ich auch nicht, weil er mir nicht wie ein zuverlässiger Erzähler vorkommt, so, wie er sich seinem "Loveinterest" gegenüber benimmt), findet es total witzig und cool, Adeline zu missbrauchen.

Nicht nur das. Als Liebesbeweis schickt er ihr Drohungen und die abgeschnittenen Hände eines Typen, mit dem Adeline was hatte. R4p3 mit dem Lauf seiner Knarre ist sein Vorspiel, ihr die Luft mit seinem Gürtel abzuschnüren und sie zu einem Bl0wjob zu zwingen sein Liebesbeweis, von den restlichen Malen, die er sie quält und sie zwingt, ihm zu Willen zu sein, mag ich gar nicht mehr reden. Alter! Nein heißt Nein. Wann geht das nicht nur in die Schädel von reellen Vergew4altigern, sondern auch in die von AutorInnen? Das ist keine Liebe. Das ist höchstens noch Stockholm-Syndrom. Und selbst das Feuchtwerden des Opfers ist kein Beweis, dass es ihr gefällt, sondern eine natürliche Reaktion des Körpers, der Natur, die versucht, noch größere Schäden als die ohnehin schon angerichteten zu verhindern. Das ist ein krankes Buch, das schlimme Dinge ohne Reflektion oder wenigstens einem erläuternden Nach/Vorwort als Dark Romance verkauft.

Falls es irgendwer noch nicht begriffen hat:

Nein heißt Nein. Alles andere ist Zwang, Brutalität und zu Recht eine Straftat.

Veröffentlicht am 17.04.2023

Einmal Fast & Furious in toxisch

The Ravenhood - Flock
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Cecilias Eltern leben getrennt; ihre Mutter ist psychisch nicht stabil, deshalb soll sie ein Jahr lang bei ihrem Millionärsvater leben. Wenn sie in der Zeit in einer seiner Fabriken arbeitet, bekommt sie ...

Cecilias Eltern leben getrennt; ihre Mutter ist psychisch nicht stabil, deshalb soll sie ein Jahr lang bei ihrem Millionärsvater leben. Wenn sie in der Zeit in einer seiner Fabriken arbeitet, bekommt sie einen Teil seines Vermögens, das sie natürlich nur haben will, um ihre Mutter finanziell unterstützen zu können. Gleich am ersten Tag in der Fabrik lernt sie Sean kennen, einen megaheißen Supertypen, der sich für sie interessiert. Er nimmt sie mit zu seiner Gang, lauter megaheißen Supertypen, die total mysteriös sind und mysteriöse Dinge tun. Zum Beispiel in einer Autowerkstatt abhängen, Gras rauchen und keine Fragen beantworten. Alle haben megacoole schnelle Autos und am megacoolsten ist Dominic, der megacoole, noch mysteriösere Freund von Sean. Cecilia verliebt sich in beide und fängt auch mit beiden was an, bis die mysteriös und cool ihr Arrangement beenden.

Ich brauche echt Gehirnbleiche, um diesen Mist aus meinem Gedächtnis zu löschen. Eine krankere, toxischere Beziehung als das hier habe ich selten gelesen. Sean behauptet zwar ständig, dass alles Cecilias Wahl ist, aber er manipuliert das kleine Dummchen dermaßen, dass ich schreien wollte. Er verbietet ihr das Handy, redet ihr jeden Quatsch ein und sie immer noch so: Oh, tut mir leid. Alles meine Schuld! Ja, nee, klar. Das ganze Buch ist völlig logikbefreit. Oh, meine Ma und ich haben voll das gute Verhältnis. Okay, sie zieht jetzt zu ihrem neuen Macker, der auch voll okay ist, nur mich nicht dabei haben will. (Nach ein paar Seiten habe ich das durchaus verstanden, allerdings nicht, wie ihre Mutter sie quasi im Körbchen aussetzen konnte.)

Die Typen machen was mega Geheimnisvolles, über das sie natürlich nicht sprechen dürfen, aber sie sind bestimmt die Guten. Sie behandeln Cecilia wie Dreck, aber sie erzählt was von "hach, was werde ich von zwei megaheißen Typen soooo geliebt!". Die Subintelligenz der Prota war schwer zu ertragen.

Ich stelle mir die ganze Sache so vor. Die Autorin hat eines Tages mal Bingewatching von allen bis dahin rausgekommenen Fast & Furious Filmen gemacht. Dabei hat sie sich unsterblich in Dominic und Brian verliebt und sich gedacht: Geil, schreib ich mal eine Fanfiction drüber, in der ich mit beiden Typen rummache. Allerdings sind mir die Frauencharaktere bei F & F viel zu cool, stark und selbstständig, ich mache mal einen auf kranke Sub, die darauf steht, wie Dreck behandelt zu werden. Gibt ja noch viel zu wenige Bücher mit toxischen Beziehungen. Gesagt, getan. Und das auch noch irgendwo gepostet. Aus irgendeinem mir unverständlichen Grund fand dieses Buch nicht nur Beachtung, sondern wurde auch noch gehyped. Keine Ahnung, was mit den Mädels heutzutage nichts stimmt.

Am Ende hat sich die Autorin übrigens mit Dom und Brian wohl gelangweilt, denn jetzt bringt sie auch noch Deckard Shaw ins Spiel. Ganz sicher darf der sich auch noch mit der Prota vergnügen und sie als das behandeln, was sie ist: ein dummes, dummes Mädchen.