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Mianna

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2026

Farbe mit allen Sinnen erleben oder "Ein Knall aus Leichtigkeit"

The Artist
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Als Joseph vor den Folgen des Krieges flieht, findet er in der französischen Einsamkeit einen Ort, der ihn förmlich einsaugt und aus ihm einen neuen Menschen macht. Und nicht nur aus ihm. Er erlebt, wie ...

Als Joseph vor den Folgen des Krieges flieht, findet er in der französischen Einsamkeit einen Ort, der ihn förmlich einsaugt und aus ihm einen neuen Menschen macht. Und nicht nur aus ihm. Er erlebt, wie Edouard Tartuffes ("Tata") Kunstwerke entstehen und welche Bedeutung die unsichtbare Ettie dabei hat.

Joseph, Ettie und Tata sind komplexe Charaktere, die viel Charme haben und sich erst nach und nach zeigen. Die Entwicklung der Personen die durch eine unaufhaltsame Dynamik entsteht, ist bemerkenswert und tiefgreifend. Emotional geschrieben, ist die Erzählung tief berührend. Zeitweise habe ich die Luft angehalten, so sehr hat es mich ergriffen.
Die Erzählung ist ebenso zart wie schmerzhaft, brachial und bestimmt. Mir ist, als stehe ich in dem Haus neben Ettie mit Blick in die Landschaft und bange mit Joseph und Ettie, aus deren Perspektive die Erzählung geschrieben ist.
Es werden große Themen aufgeworfen: wie ein Leben nach dem Krieg möglich ist; wie gefangen man in Beziehungen sein kann; welche Spuren Leid hinterlässt; welcher Schmerz aus Liebe entsteht; welche Chancen Frauen in einer Zeit haben, in der Männer mehr Rechte haben; was Kunst ausmacht und wie es möglich ist, Farbe nicht nur zu sehen, sondern sie mit allen Sinnen zu erfahren; wie es möglich ist in Bilder wie in Welten einzutauchen; welche Kraft Kunst und Liebe aber auch Wut und Einsamkeit haben.
Die Geschichte hat mich in eine andere Welt und Zeit eintauchen lassen und mich tief gerührt. Sie hält noch lange nach.
Dies ist die Geschichte einer Frau, die sich aus einem Machtgefälle erhebt und davon, was Krieg in den Menschen zerstört.

Veröffentlicht am 08.03.2025

Inspirierend - auch für Erwachsene

ICONS Glaubensheld*innen aus der Bibel und heute
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In Icons werden Personen aus der Bibel mit ihren Geschichten vorgestellt und lebensnah mit den Geschichten von Menschen aus der heutigen Zeit in Verbindung gebracht. Kapitelweise werden diese Geschichten ...

In Icons werden Personen aus der Bibel mit ihren Geschichten vorgestellt und lebensnah mit den Geschichten von Menschen aus der heutigen Zeit in Verbindung gebracht. Kapitelweise werden diese Geschichten zu Themen, wie zum Beispiel ordnungslos, kunstvoll und beziehungsvoll geordnet und durch stimmungsvolle Bilder und Gebete ergänzt. Dabei erfährt man etwas über das mögliche Innenleben der Bibelpersonen und umso mehr über die Menschen der heutigen Zeit, die ihre Gedanken zu diesen Themen teilen.

Die realen Erzählungen sind besonders spannend und zeigen wie vielfältig die Glaubensgemeinschaften sind. Schön ist, dass die christlichen Religionen gemeinsam dargestellt werden und dabei nicht unterschieden wird zwischen evangelisch, katholisch und freikirchlich. Das Verbindende der Kirchen steht im Vordergrund und das Stärkende in den Geschichten. Interessant ist, dass viele Geschichten zum Thema Geschlecht und Ausgrenzung sind. Dadurch wird es besonders lebensnah. Von kirchlicher Verstocktheit oder missionierender Frömmigkeit keine Spur! Es wird ein Eindruck gegeben, wie Glaubensgemeinschaften und Kirche mit Andersartigkeit umgehen und wie Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit eine Verbindung zum Glauben pflegen. Schwer verständlich sind nur die biblischen Einordnungen zu Beginn der Kapitel. Dies ist jedoch das Einzige, das ich eher überblättert habe.

Ansonsten ist dies ein Buch zum Querlesen, immer-wieder-lesen, vertiefen, nachdenken, nachfühlen und staunen - ein zeitgemäßes Glaubensbekenntnis.

Veröffentlicht am 22.05.2024

Was Jede*r tun kann...

Mit Nachsicht
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Sina Haghiri kommt mir mit seinem Sachbuch gerade recht. Er findet darin viele psychologische Erklärungen für die, wie ich finde, "verrückte Welt". Seine Ideen, die auf verschiedenen psychologischen Forschungen ...

Sina Haghiri kommt mir mit seinem Sachbuch gerade recht. Er findet darin viele psychologische Erklärungen für die, wie ich finde, "verrückte Welt". Seine Ideen, die auf verschiedenen psychologischen Forschungen basieren, sprechen alle Lesenden an und geben jedem Menschen die Möglichkeit aktiv etwas für unser Zusammenleben zu tun.

Haghiri beschreibt unaufgeregt und ohne Bewertung oder Vorwurf, die Gründe für menschliche Reaktion. Es ist sehr interessant, gleichzeitig aber auch sehr intensiv und braucht Zeit um verstanden zu werden.
Nach der Geschichte am Anfang des Buches hatte ich angenommen, dass er sich weiter stark an Fällen aus seiner psychologischen Praxis orientieren würde. Für mich unerwartet, nehmen Erklärungen von Forschungsergebnissen diesen Raum ein. Er springt von einer Forschung zur nächsten und nicht immer konnte ich den Zusammenhang zu den vorherigen Ausführungen sehen. Es ist, als würde er viele lose Enden in einem riesigen Forschungsfeld verbinden. Das hat dazu geführt, dass das Lesen sehr lange und immer wieder Motivation gebraucht hat.

Trotzdem sind seine Erkenntnisse und Erklärungen, lässt man sich darauf ein, sehr interessant. Einige Fragen wurden mir beantwortet, z.B. wie es möglich ist, trotz Gewalt und Kriegen, ein positives Menschenbild zu pflegen und was man selber beitragen kann, um das menschliche Zusammenleben zu fördern.

... dass Jede*r einen großen Beitrag hat! Empfehlenswert, auch wenn das Lesen und Verstehen Zeit braucht.

Veröffentlicht am 22.05.2024

Unterhaltsamer feel-good-Krimi

Der falsche Vogel
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Freya Lockwood fährt ungern in ihre alte Heimat zurück. Zumal ihr Exmann gerade dabei ist, sie aus dem Haus zu schmeißen. Doch ihre Tante ist überzeugt davon, dass nur sie den merkwürdigen Tod ihres Freundes ...

Freya Lockwood fährt ungern in ihre alte Heimat zurück. Zumal ihr Exmann gerade dabei ist, sie aus dem Haus zu schmeißen. Doch ihre Tante ist überzeugt davon, dass nur sie den merkwürdigen Tod ihres Freundes Arthur Crockleford, Antiquitätenhändler aufklären kann.

Die Geschichte hat mich direkt in den Bann gezogen. Sie war nicht nur, was den Todesfall und die Entwicklung des Geschehens angeht spannend, sondern auch emotional berührend. Freya hat mir als Hauptcharakter in ihrer Verletzlichkeit und Stärke sehr gut gefallen. Auch ihre Tante und Arthur werden realitisch und umfassend dargestellt. Bei den anderen Charakteren fiel mir die Unterscheidung lange schwer. Vielleicht weil zu viele Figuren auf einmal eingeführt wurden und diese auch lange wenig durchschaubar waren. Die zwischenmenschlichen Zusammenhänge sind auch lange nicht einzuorden. Freund oder Feind - das klärt sich erst am Ende. Das macht es spannend. Das Thema des Antiquitätenhandels ist interessant eingebunden und auch Freyas sympathische Art sowie ihre Befreiung aus Altem machen diese Geschichte sehr lesenswert. Die englische Atmosphäre sorgt für den Rest.

Lesenswerter spannender Krimi mit viel Wohlfühl-Faktor, wegen der sympathischen weiblichen Hauptfigur, in englischer Atmosphäre.

Veröffentlicht am 14.11.2023

Atmosphärischer japanischer Krimi

Mord auf der Insel Gokumon
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In diesem zweiten Kriminalroman um den Privatdetektiv Kosuke Kindaichi geht es um grausame Morde auf der abgelegenen Insel Gokumon. Geschickt von seinem, während der Heimkehr aus dem Krieg, verstorbenen ...

In diesem zweiten Kriminalroman um den Privatdetektiv Kosuke Kindaichi geht es um grausame Morde auf der abgelegenen Insel Gokumon. Geschickt von seinem, während der Heimkehr aus dem Krieg, verstorbenen Freund macht sich Kindaichi auf Weg das grausame Schicksal der Inselbewohner abzuwenden.

Ohne den Vorgängerband gelesen zu haben, kam ich schnell im Geschehen an. Anscheinend lassen sich die Bände gut unabhängig voneinander lesen, auch wenn alte Bekannte wieder auftauchen.
Das der Autor Seishi Yokomizo insgesamt 77 Kriminalfälle um den Privatdetektiv geschrieben hat, finde ich beachtlich. Nach dem Lesen dieses Buches möchte ich auf jeden Fall noch alle weiteren 76 Bücher lesen.

Der Roman hat mich mit seiner authentischen Darstellung der japanischen Kultur, der interessanten Charaktere und des etwas eigenwilligen Privatdetektivs begeistert. Es ist beim Lesen schnell eine Atmosphäre entstanden, die mich in sich aufgenommen hat. Nun bin ich zurück von der Insel, auf der es schauerlicher nicht hätte zugehen können. Spannend und vorallem eindrücklich fand ich die Schilderungen über die Zurückgebliebenen, die auf die Rückkehr ihrer Angehörigen aus dem Krieg hoffen. Die Stimmung war stellenweise bedrückend auch das Resümee, in einen sinnlosen Krieg geschickt worden zu sein.

Auch wenn die Charaktere sicher noch vielfältiger beleuchtet werden könnten, haben sie mir doch in der ungeschönten Darstellung gefallen.
Die Erzählung ist sachlich und teilweise romantisiert bis blumig. Das hat mir gut gefallen, weil es das Ganze lebendiger macht.
Im Übrigen hat mich die Auflösung sehr beeindruckt, auch wenn es nicht vollkommen überraschend kam. Über die Wahl von Motiv und Täter ließe sich viel sagen und es hat aus meiner Sicht auch große Aussagekraft über unsere Gesellschaft. Der Roman wirkt noch nach.

Sehr gelungener zweiter Kriminalroman um Privatdetektiv Kosuke. Spannend und vergnüglich.